Die Don Quijotinnen – Franziska Kleinert, Martina Hesse und Claudia Lietz als Mütter; © rbb/Jan Lehmann
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- DIE DON QUIJOTINNEN oder WAS KOSTET DIE KINDHEIT

Mütter auf der Anklagebank: In einer kafkaesken Gerichtsverhandlung müssen sich drei alleinerziehende Mütter verantworten. Ein biografisches Hörstück über Diskriminierung und vermeintlich selbstverschuldete Lebensumstände.

Ihre Lebenssituation steht entweder dem Gemeinwohl oder dem Kindeswohl entgegen.

Richter

2019 bezogen 35% der Betroffenen finanzielle Unterstützung vom Staat. Sie belasten also die Gemeinschaft, anstatt sich an der ökonomischen Entwicklung und dem Aufbau von gesellschaftlichem Wohlstand zu beteiligen.

Richter

Ich bin immer nur eine Gefahr als Mutter.

Frau D

Ich hoffe, dass ich bei guter Führung vielleicht wieder eher raus darf. Ich weiß aber nicht, für wie lange ich verurteilt worden bin.

Frau E, Frau P, Frau S

Drei alleinerziehenden Müttern wird im Rahmen einer kafakaesken Gerichtsverhandlung der Prozess gemacht. Sie kämpfen um ihre Würde, um ihre Selbstbestimmung und verweisen auf ihre Lebensleistung als Wegbegleiter ihrer Kinder. Dennoch bleibt die Anklage, dass sie den gesellschaftlichen Anforderungen nur ungenügend nachgekommen sind. Tatsächlich können Alleinerziehende ihren Erziehungsauftrag in der Regel nur zu Lasten der Karriere leisten. In der Konsequenz heißt das, dass ein Drittel der alleinerziehenden Familien von Armut bedroht sind, bzw. 40 % auf staatliche Transferleistungen angewiesen sind. Was in der Konsequenz bedeutet: dass Kinder von Alleinerziehenden in ihrer Lebensplanung deutlich benachteiligt sind.

Wie bereits in ihren preisgekrönten Vorgängerstücken „Das Projekt bin Ich“ und „Lieber Nicolas Berggruen“ hat die Autorin zunächst zahlreiche Interviews mit Betroffenen geführt. Aus diesem dokumentarisch-biographischen Material haben die SchauspielerInnen in einem zweiten Schritt ihre Texte entwickelt. Das alles auf der Folie einer Spielanordnung, in diesem Fall eben einer fiktiven Gerichtsverhandlung.

Mit Franziska Kleinert, Martina Hesse, Claudia Lietz, Alexander Schröder, Jean Luc Caputo, Annedore Bauer, Cornelia Just, u.v.m.

 

Regie: Regine Ahrem

Produktion: rbb 2021