Berlin, Deutsche Demokratische Republik, Oma schaut mit ihren Enkeln Fernsehen; © dpa/Caro/Sorge
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- Berlin - ein Meer des Friedens

Mutter: "Was kann die Partei dafür, wenn du Schmerzen hast?"
Vater: "Ich habe die Schnauze voll. So voll. Schmerzen. Ich werde verrückt!"
Mutter: "Ich kann das nicht mehr hören. Wo ist das anders? Such dir den Staat. Die Funktionäre sind überall. Das ist der neue Mensch."

Die Begriffe sind austauschbar, die Erlebnisse so oder ähnlich, der Feierabend einer Familie in Berlin, Hauptstadt der DDR, den Einar Schleef in seinem Hörspiel beschreibt, unterscheidet sich in seinen Deformationen kaum vom Feierabend einer Familie in Berlin (West). Aggressionen kommen auf zwischen Bier und Salzstangen, zwischen "Sportschau" und "Ein Kessel Buntes".

Das allabendliche Zusammengesperrtsein vor der flimmernden Mattscheibe als verzerrtem Abbild des reibungslos funktionierenden Apparates draußen, der in die Freizeit hineinregiert: "Jeden Tag dieselbe Scheiße. Gewerkschaft, Brigadeversammlung, Normenkonferenz, Abendschule, Parteigruppe, Elternaktiv, Abschiedskommission. Die Augen tun mir weh."

Regie: Robert Matejka
Produktion: SFB 1985