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- Stadtwärts - Unterwegs nach Groß-Berlin (2)

Los von Berlin: Lichterfelde und Frohnau

Die Gründerzeit versetzte viele Städte und Gemeinden rund um Alt-Berlin in Goldgräberstimmung. Sogenannte Terrain-Gesellschaften verwandelten Ackerflächen in Wohngegenden für das gehobene Bürgertum und brachten solvente Steuerzahler aufs Dorf. Die Immobilienentwickler ließen sich die Schienenanbindung dieser Siedlungen etwas kosten. Schließlich machte erst die Bahnstation die neuen Viertel attraktiv. Aus dem Dorf Lichterfelde wurde so eine Villenkolonie. Frohnau entstand als Gartenstadt auf den Waldflächen eines Gutsbezirks.

Der neuen Metropole Groß-Berlin mit den vielen Arbeitervierteln standen die Bürger in den finanzstarken Gemeinden ringsum skeptisch gegenüber. "Los von Berlin", hieß deshalb bald der Schlachtruf einer Separatistenbewegung. Bis heute lebt man in den Gründungen der Terrain-Gesellschaften ein bisschen anders als im Rest der Stadt.

Von Maya Kristin Schönfelder

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Siemens-Schuckert-Werke, um 1915 Berlin-Siemensstadt © dpa/akg-images
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Stadtwärts - Unterwegs nach Groß-Berlin

Ende April 1920 votierte die Verfassungsgebende Preußische Landesversammlung für ein "Gesetz über die Bildung einer neuen Stadtgemeinde Berlin". Das Groß-Berlin-Gesetz trat am 1. Oktober 1920 in Kraft und schuf die nach London und New York damals drittgrößte Stadt der Welt.