Tränen im Gesicht einer jungen Frau © picture alliance/ Zoonar/ Jakub Mrocek
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- Die Gabe der Tränen

Weinen als spirituelles Geschenk

Ausgerechnet Petrus, der heißblütige Apostel, vergießt bittere Tränen, weil er seinen Freund und Lehrer Jesus verleugnet hat. Eine schmerzhafte Selbsterfahrung: Er wird – in den Worten der modernen Psychologie gesprochen – mit seiner weichen Seite konfrontiert. In der Bibel ist er nicht der einzige Mann, der weint.

Während Weinen in unserer Kultur lange als Zeichen von Schwäche galt, hat die christliche Spiritualität immer wieder die befreiende Wirkung der Tränen hervorgehoben. Sie ist ein Charisma, eines der Geschenke des Heiligen Geistes. Nicht weinen zu können, verhärtet zu sein, bedeutet, sich von einem Teil seines Wesens abzuspalten – und sich damit auch zu verschließen vor den Tiefen der eigenen Seele.

Von Michael Reitz

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