Ein Baby umklammert den Finger seiner Mutter mit seiner Hand; © dpa/Andrea Warnecke
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Hannah Arendt und die Natalität - Geburt als spiritueller Neuanfang

Die deutsch amerikanische Denkerin Hannah Arendt entwarf in ihrem Buch "Vita activa - Vom tätigen Leben" das Konzept der Natalität. Diese "Geburtlichkeit" beschreibt eine Idee, deren religiöse Wurzeln nicht zu übersehen sind: Jedes Neugeborene ist die Chance zum Neuanfang, zur Umkehr und zur Besinnung für die Welt. Wenn im Lukas Evangelium die Geburt Jesu beschrieben wird, beinhaltet das auch den Appell an die Menschheit zur Solidarität, Barmherzigkeit und Nächstenliebe.

Hannah Arendt hat diesen Gedanken zum spirituellen Aufbrechen verweltlicht. Jeder Mensch ist aufgerufen, die in der Geburt Christi liegende Hoffnungsperspektive ernst zu nehmen und in die Tat umzusetzen. Durch die Natalität hat der Mensch den Auftrag, für die Zukunft zu sorgen - und auch die Fähigkeit.

Von Michael Reitz

Podcast

Lebenswelten; © rbbKultur
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Podcast - Hannah Arendt – endlich verstehen

"Ich will verstehen". So einfach beschreibt Hannah Arendt ihr Schaffen. Aber ihr eigenes "Denken ohne Geländer" nachzuvollziehen, ist nicht so leicht – aphoristisch, widersprüchlich, streitlustig, wie sie nun mal war. Tina Heidborn und Heide Oestreich machen in diesem Podcast sechs Tiefenbohrungen – mit Menschen, die Arendt bis heute nicht losgelassen hat. Wie banal ist das Böse heute? Wie hat Hannah Arendt den Feminismus beeinflusst? Wie die Debatte um Asyl und Menschenrechte? Und was kann die Demokratie der Zukunft von Hannah Arendt lernen? Sechs Folgen: mit der Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan, der Philosophin Monika Boll, dem Historiker Werner Renz, der Soziologin Sabine Hark, dem Philosophen Heiner Bielefeldt, der Kunsthistorikerin Chana Schütz. "Hannah Arendt – endlich verstehen."