Frauen der Handarbeitsgruppe arbeiten in den Räumen des Aussiedlervereins "Vision e.v." an verschiedenen Häkel- und Klöppelwerken, Berlin 2016; © dpa/Britta Pedersen
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- Deutsche Wurzeln, russischer Akzent

Spätaussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion

"Nationalität: Nemetz", d. h. "Deutsch". So stand es in ihren Pässen und so fühlten sie sich auch: Die Deutschen in Russland, deren Vorfahren einst ins Zarenreich eingewandert waren. Nach dem Überfall auf die Sowjetunion 1941 wurden sie kollektiv deportiert. Der Vorwurf, Faschisten zu sein, begleitete sie bis zum Ende der UdSSR.

Seitdem sind über zwei Millionen Spätaussiedler nach Deutschland gekommen. Trotz ihrer Abstammung sind sie für ihre Landsleute bis heute oft schlicht "die Russen", die einen fremden Akzent haben, stockkonservativ sind und sich nicht integrieren wollen. Manche versuchen daher, möglichst unauffällig zu sein. Doch gerade die Jüngeren sehen in ihren deutsch-russischen Wurzeln weniger ein Defizit als einen Pluspunkt in der zunehmend vielfältigen deutschen Gesellschaft.

Von Matthias Bertsch