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- Assia Djebar: "Fantasia" (1/23)

Gelesen von Birgitta Assheuer

1962, vor 60 Jahren, endete der acht Jahre dauernde Algerienkrieg, in dem sich Algerien die Unabhängigkeit von seiner Kolonialmacht Frankreich erkämpfte. Ein grausamer Krieg, um dessen Aufarbeitung Frankreich bis heute ringt, und der das Ende des französischen Kolonialreichs markiert.

Assia Djebar, die 1936 in Algerien geboren wurde und 2015 in Paris starb, setzt sich in ihrem Roman "Fantasia" auf drei Ebenen mit dem Kampf der Algerier um Unabhängigkeit auseinander. Angelehnt an ihre eigene Biografie, schildert sie die Kindheit und Jugend einer in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts geborenen Frau, in deren Geschichte sich der erste algerische Krieg der französischen Kolonialmacht von 1830 an spiegelt. Und dazu, auf einer dritten Ebene, die Erfahrungen des algerischen Befreiungskrieges Mitte des 20. Jahrhunderts.

Assia Djebar war eine der international erfolgreichsten Autorinnen Algeriens. Sie studierte als erste Algerierin an der École normale supérieure de jeunes filles und wurde 2005 als erste Autorin des Maghreb in die Académie Française gewählt. Ihr 1985 veröffentlichter Roman "Fantasia" ist 1990 in der Übersetzung von Inge M. Artl im Unionsverlag erschienen.

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