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- Nagib Machfus: "Der Dieb und die Hunde" (2/10)

Gelesen von Ernst-August Schepmann

Als Said Muhran nach vier Jahren das Gefängnis verlässt, atmet er den Geruch von Freiheit tief ein. Dann macht er sich auf den Weg durch das Kairo der 1950er Jahre, mit seinen grünen Gärten, den hochaufragenden Moscheen und dem frischen Duft, der sich hier trotz der sengenden Sommerhitze hält.

Die Zeit der Abrechnung ist gekommen. Der einstige Dieb will sich an den „Hunden“ rächen, von denen er verraten zu sein glaubt. Allen voran an Alisch Sadra, dem neuen Mann seiner Frau Nabawija, bei dem auch seine geliebte Tochter Sina lebt. Doch als er in das Haus des Verräters vordringt, erkennt ihn die Sechsjährige nicht einmal. Gedemütigt zieht Said ab und sucht Zuflucht bei seinem einstigen geistlichen Führer, dem Scheich Ali al-Djunaidi.