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- Chinua Achebe: "Der Pfeil Gottes"

Gelesen von Hans Paetsch

Wir hören einem Auszug aus dem Roman „Der Pfeil Gottes“ des nigerianischen Autors Chinua Achebe. Es ist der dritte Roman des 2013 gestorbenen, hoch respektierten Autors, der als weiser Vermittler gilt zwischen Vergangenheit und Zukunft, Nord und Süd, Jung und Alt, Weiß und Schwarz.

Achebe hat immer wieder versucht, das Dilemma, in das Afrika durch den Kolonialismus hineingezwungen wurde, dichterisch zu durchleuchten. Der Europäer verlachte die traditionellen Werte des Afrikaners. Dieser wollte nicht ewig als Hinterwäldler beschimpft sein, ging zur Schule, bekehrte sich zu einem neuen Glauben und wurde dennoch immer unsicherer. Folglich ist der Titel von Achebes erstem Roman 1958 „Things fall apart“ – die Dinge fallen auseinander. Für Achebe waren Traditionen nicht nur Mummenschanz und Fetischismus, sondern Zeremonien und Rituale, die Gemeinschaft stets neu zu schaffen vermochten.

Das hier zu hörende Kapitel aus seinem 3. Buch „Der Pfeil Gottes“ gibt einen tiefen Einblick in afrikanische Mysterien und Gemeinschaftsfeiern. Warum muss der Oberpriester Eze-Ulu scheitern? Weil er starrköpfig geworden ist. Er hat die Weisheit des Schilfrohrs vergessen, das sich biegen und beugen kann.