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- James Matthews: "Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist"

Gelesen von Günter Dockerill

Autor James Matthews, 1929 geboren, wurde von den Machthabern im Südafrika der Apartheid als ein gefährlicher Gegner angesehen. Deshalb saß er in den siebziger Jahren im Gefängnis und seine Werke waren verboten.

In seiner zornigen Anklage und Darstellung auswegloser Zustände fanden sich sehr viele Zeitgenossinnen und -genossen wieder. Sein Credo lautete, Apartheid und Kolonialismus entbehrten jeder ethischen Grundlage und müssten ein Ende finden. Und auch das Christentum, auf das der Titel der Geschichte anspielt, versagt.

Für viele afrikanische Autoren sind Religion und Christentum von großer Bedeutung, aber ihre Haltung ist kritisch. Wenn es in Matthews‘ Geschichte einmal heißt, die Kirche habe die unmoralischen Gesetze nicht gemacht, stellt sich sogleich die Frage, warum die Kirche denn nicht gegen diese unmoralischen Gesetze protestiert und den Gläubigen sogar Geduld und die Ergebenheit des Lammes empfiehlt. Gehören Kirche und Kolonialismus zusammen?

Viele Autoren halten sich an die Erfahrung: Kirche ist weiß, und weiß ist weiß.