Die Autorin Nava Ebrahimi. Die im Iran geborene und in Graz lebende Autorin ist bei der virtuell gehaltenen Preisverleihung mit dem 45. Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet worden.; © dpa/ORF/LST KÄRNTEN/Clara Wildberger
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45. Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt - Ingeborg Bachmann Preis 2021 für Nava Ebrahimi

Der Ingeborg Bachmann Preis geht in diesem Jahr an die Autorin Nava Ebrahimi für ihre Geschichte "Der Cousin".

Am Mikrofon: Anne-Dore Krohn

Nava Ebrahimi, die 1978 in Teheran geboren wurde, in Deutschland aufwuchs und mittlerweile in Graz lebt, schreibt über die Erinnerungen an eine traumatische Flucht aus dem Iran: Eine Schriftstellerin besucht ihren Cousin, einen Tänzer, in New York, und zum ersten Mal kommt es zum Austausch der beiden über ihre Erfahrungen.

Ein Text, so die Jury, der eine aktuelle Kernfrage stelle: Wie viel Show braucht es, damit Botschaften überhaupt noch wahrgenommen werden können?

In unserer Sondersendung hören wir die Laudatio des Jurors Klaus Kastberger, der Ebrahimi nach Klagenfurt eingeladen hat, sprechen mit den Jurorinnen Insa Wilke und Mara Delius, und natürlich mit der Gewinnerin Nava Ebrahimi. Im Gespräch mit Anne-Dore Krohn spricht sie über die Entstehung des Textes, ihr Selbstverständnis als Autorin und ihre Erleichterung, dass mehr und mehr Texte über Migration Einzug in die deutschsprachige Literatur finden.

Die anderen vier Preise in diesem Jahr gingen übrigens in diesem Jahr alle nach Berlin: Den Kelag-Preis und den Publikumspreis gewann Necati Öziri für "Morgen wache ich auf und dann beginnt das Leben", den Deutschlandfunk-Preis bekam Dana Vowinckel für "Gewässer im Ziplock", und den 3 Sat-Preis erhielt Timon Karl Kaleyta für die Erzählung "Mein Freund am See".

Zur Person

Nava Ebrahimi

wurde 1978 in Teheran geboren, und kam als Kind nach Deutschland. Sie lebt mittlerweile mit ihrer Familie in Graz. Für ihren ersten Roman "Sechszehn Wörter" (btb-Verlag) bekam sie 2017 den Österreichischen Buchpreis, ihr zweites Buch "Das Paradies meines Nachbarn" stand auf der ORF-Bestenliste.

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