Anne-Dore Krohn (© Karo Krämer ), Nadine Kreuzahler (© Gundula Krause) und Jörg Magenau (© Karo Krämer)
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- Spezial: Literaturherbst (1/2)

Jedes Jahr erscheinen 70.000 Neuerscheinungen, das sind fast 200 pro Tag. Da muss man sich irgendwie seine eigenen Leseschneisen bahnen. Die rbb-Literaturkritiker*innen Nadine Kreuzahler, Anne-Dore Krohn und Jörg Magenau tun das und tauschen sich in der ersten von zwei Spezialsendungen über wichtige Titel des Herbstes aus.

Am Mikrofon: Anne-Dore Krohn, Nadine Kreuzahler und Jörg Magenau

Welche Bücher sind gerade wichtig? Welche Themen beschäftigen den Literaturbetrieb gerade? Und welche Bücher können sie als ihre persönlichen Favoriten empfehlen und welche gerade nicht?

Mit einer literarisch inspirierten Musikauswahl von Moritz Reininghaus.

Péter Nádas: Schauergeschichten © Rowohlt
Rowohlt

Péter Nádas: "Schauergeschichten"

Der Roman spielt in einem kleinen Dorf an der Donau nördlich von Budapest. Die Donau ist nicht nur Handlungsort, sondern auch das ästhetische Prinzip. Die Erzählerstimme springt von Figur zu Figur und von Ereignis zu Ereignis. Man lernt den Lehrer und dem Pfarrer kennen, die Tagelöhner und die Fährleute am Fluss. Und nach und nach kristallisieren sich dann ein paar zentrale Figuren heraus, um die es wirklich geht. Mich hat das wahnsinnig fasziniert, wie Nadas das schafft, alles in einen großen Strom hineinfließen zu lassen. Vermutlich geht es im Kern um diese große Frage, was ist der Mensch eigentlich? Was ist der Mensch jenseits seiner gesellschaftlichen Einbettung? Jörg Magenau

Peter Nadas: "Schauergeschichten", 11. Oktober, Rowohlt Verlag, 576 S., 30,00 Euro.

Mithu Sanyal über Emily Brontë © Kiepenheuer und Witsch
Kiepenheuer und Witsch

Mithu Sanyal über Emily Brontë

Der Auftakt zu einer neuen Reihe über Lebensbücher. Welche Bücher sind nachdrücklich und nachhaltig für unser Leben? Für Mithu Sanyal ist das das Buch „Sturmhöhe“ von Emily Bronte. U.a. erzählt Sanyal davon, wie ihre Liebe zu Emily Bronte begann, als sie 15 war und Kate Bush hörte und wie das Buch sie dann in allen möglichen Lebenslagen begleitete. Eine kluge und inspiriert-amüsante Vergegenwärtigung des Lebens und Wirkens dieser beeindruckenden Autorin Emily Bronte, die zeitlebens für ihre Reche kämpfte, unter Pseudonym schrieb und schon jung an Tuberkulose starb. Anne-Dore Krohn

Mithu Sanyal über Emily Brontë. In der Reihe "Bücher meines Lebens", herausgegeben von Volker Weidermann. Kiepenheuer und Witsch, 160 S., 20,00 Euro.

Peter Kurzeck: Wo mein Haus © Schöffling und Co
Schöffling und Co

Peter Kurzeck: "Wo mein Haus"

Kurzeck ist ein Autor, zu dem man immer wieder zurückkehrt, wenn man ihn einmal gelesen hat. Kurzeck ist ein großer Menschenfreund und Weltbetrachter. Einer, den wir brauchen mit seiner Stimme der Zuverlässigkeit, und der Freundlichkeit der Welt gegenüber, die er aus der Sprache herausarbeitet. Kurzeck zu lesen ist für mich so etwas Ähnliches wie Musik hören. Jörg Magenau

Peter Kurzeck: "Und wo mein Haus", Schöffling und Co, 670 S., 24,00 Euro

Ingeborg Bachmann/ Max Frisch: Wir haben es nicht gut gemacht © Suhrkamp-
Suhrkamp-

Ingeborg Bachmann/ Max Frisch: Wir haben es nicht gut gemacht. Briefwechsel

Endlich: der Briefwechsel von Ingeborg Bachmann und Max Frisch. Darauf warte ich schon seit Jahren mit großer Spannung. Diese Beziehung hat mich schon immer interessiert, eine komplizierte Beziehung, zwischen Nähe und Distanz. Legendär die Geschichte, wie ihn das Schreibmaschinengeklapper aus ihrem Zimmer verrückt gemacht hat, weil er gerade in einer Schreibkrise war. Ich bin wirklich sehr gespannt, wie sie sich ausgetauscht haben, über Jahre hinweg. Anne-Dore Krohn

Ingeborg Bachmann und Max Frisch: "Wir haben es nicht gut gemacht. Briefwechsel", mit Briefen von Verwandten, Freunden und Bekannten, herausgegeben von Hans Höller, Renate Langer, Thomas Strässle und Barbara Wiedemann.Suhrkamp-Verlag, 1038 S., 40,00 Euro.

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