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  • Svenja Leiber: Kazimira © Suhrkamp
    Suhrkamp

    Roman - Svenja Leiber: "Kazimira"

    Die Ostseeküste nordwestlich von Königsberg: Hier wollten die Nationalsozialisten im Januar 1945 Tausende jüdische Frauen und Mädchen in der einst "jüdischen" Bernsteingrube "Anna" einmauern. Als der Plan misslang, trieben sie mindestens 3.000 Menschen auf die gefrorene Ostsee und erschossen sie. Die Schriftstellerin Svenja Leiber weiß, dass diesem Horror literarisch nicht beizukommen ist. Sie weiß aber auch, was schon Faulkner wusste: "Das Vergangene ist nicht tot, es ist nicht einmal vergangen", und sie erzeugt ein weites Panorama dieses Landstrichs mit Menschen, vor allem Frauen, die unvergesslich bleiben.

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  • Xenon Saxophone Quartet: Dedicated To © GWK Records
    GWK Records

    Album der Woche | 20.09. - 26.09.2021 - Xenon Saxophone Quartet: "Dedicated To"

    Dem Xenon Saxophone Quartet kann man kein X für ein U vormachen. Sie haben eine ganz besondere Beziehung zur Abkürzung "Xe" wie Xenon. Jetzt haben die vier Saxophonisten ihr Debütalbum "Dedicated To" veröffentlicht: Eine spannende Mischung aus bekannten Klassikern, die im Original nicht für Saxophon gedacht sind und zeitgenössischen Kompositionen.

  • Oedipus: von Maja Zade; Regie: Thomas Ostermeier - Schaubühne am Lehniner Platz © Gianmarco Bresadola/Schaubühne am Lehniner Platz
    Gianmarco Bresadola/Schaubühne am Lehniner Platz

    Schaubühne am Lehniner Platz - "Ödipus" von Maja Zade

    Mit der Inszenierung von Thomas Ostermeier kommt nun der vierte "Ödipus" innerhalb von vier Wochen in Berlin auf die Bühne. Für die Schaubühne hat Maja Zade den antiken Mythos in eine Unternehmerfamilie verlagert. Sie lotet in ihrem Stück aus, was es bedeutet, wenn nichts, was als sicher gilt, mehr Bestand hat.

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  • Dante Alighieri; Statue in Neapel © Bildagentur-online/AGF-Valetta/dpa
    Bildagentur-online/AGF-Valetta/dpa

    Zum 700. Todestag Dante Alighieris - Dante und das Essen

    In seinem Meisterwerk "Die Göttliche Komödie" erzählt Italiens Nationaldichter Dante Alighieri von seiner Reise ins Jenseits. Kochen und essen kommen dabei häufig als Motive vor, um abwegige Lebensführungen und die entsprechenden Strafen zu versinnbildlichen. Das Brot hingegen ist für ihn Symbol des Lebens und der Heimat und wird im Paradies zur göttlichen Speise, die Wissen, Erleuchtung und Erlösung bringt. Elisabetta Gaddoni über Dantes Haltung zum Essen anlässlich seines 700. Todestages am 14. September.

  • Volksbühne: "Aufstieg und Fall eines Vorhangs und sein Leben dazwischen" von René Pollesch; © Christian Thiel
    Christian Thiel

    Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz - "Aufstieg und Fall eines Vorhangs und sein Leben dazwischen"

    Lange Jahre war die Berliner Volksbühne das Zentrum der deutschen Bühnenavantgarde. Doch nachdem Frank Castorf von Bord gehen musste, verkam der Theatertanker zum Schlachtfeld der Kulturkämpfe. Auf den konzept- und glücklosen Chris Dercon folgte Interims-Intendant Klaus Dörr, der wegen "MeToo"-Vorwürfen vom Hof gejagt wurde. Von der Volksbühnen-Fangemeinde als Retter in der Not auserkoren, übernahm Dramatiker und Regisseur René Pollesch das Haus, an dem er einst seine größten Erfolge feierte. Den Neustart wagt Pollesch mit der Uraufführung seines Stückes "Aufstieg und Fall eines Vorhangs und sein Leben dazwischen".

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Konzert und Oper

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CD

Buch

Svenja Leiber: Kazimira © Suhrkamp
Suhrkamp

Roman - Svenja Leiber: "Kazimira"

Die Ostseeküste nordwestlich von Königsberg: Hier wollten die Nationalsozialisten im Januar 1945 Tausende jüdische Frauen und Mädchen in der einst "jüdischen" Bernsteingrube "Anna" einmauern. Als der Plan misslang, trieben sie mindestens 3.000 Menschen auf die gefrorene Ostsee und erschossen sie. Die Schriftstellerin Svenja Leiber weiß, dass diesem Horror literarisch nicht beizukommen ist. Sie weiß aber auch, was schon Faulkner wusste: "Das Vergangene ist nicht tot, es ist nicht einmal vergangen", und sie erzeugt ein weites Panorama dieses Landstrichs mit Menschen, vor allem Frauen, die unvergesslich bleiben.

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Geschmackssache

Dante Alighieri; Statue in Neapel © Bildagentur-online/AGF-Valetta/dpa
Bildagentur-online/AGF-Valetta/dpa

Zum 700. Todestag Dante Alighieris - Dante und das Essen

In seinem Meisterwerk "Die Göttliche Komödie" erzählt Italiens Nationaldichter Dante Alighieri von seiner Reise ins Jenseits. Kochen und essen kommen dabei häufig als Motive vor, um abwegige Lebensführungen und die entsprechenden Strafen zu versinnbildlichen. Das Brot hingegen ist für ihn Symbol des Lebens und der Heimat und wird im Paradies zur göttlichen Speise, die Wissen, Erleuchtung und Erlösung bringt. Elisabetta Gaddoni über Dantes Haltung zum Essen anlässlich seines 700. Todestages am 14. September.

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Theater und Tanz

Deutsches Theater: Oedipus – hier: Linda Pöppel, Toni Jessen, Yannik Stöbener, Kathleen Morgeneyer, Manuel Harder; © Arno Declair
Arno Declair

Deutsches Theater - "Oedipus"

Wenn die Inszenierungen von Ulrich Rasche beschrieben werden, ist oft von Monumental- oder Maschinentheater die Rede. Der Regisseur liebt Chöre, die er meist auf Laufbänder oder riesige Drehscheiben stellt. Nun hat er am Deutschen Theater in Berlin "Oedipus" von Sophokles inszeniert – und sein Konzept verfeinert.

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Ausstellung

Die Liste der "Gottbegnadeten; hier: Richard Scheibe – Ehrenmal für die Opfer des 20. Juli 1944, Berlin, 1953; © DHM/Foto: Thomas Bruns, 2020
DHM/Foto: Thomas Bruns, 2020

Deutsches Historisches Museum - Die Liste der "Gottbegnadeten"

Das Deutsche Historische Museum in Berlin zeigt bereits seit einigen Monaten die Ausstellung "documenta. Politik und Kunst", in der u.a. auch den personellen Kontinuitäten zwischen Nationalsozialismus und bundesrepublikanischer Nachkriegszeit nachgegangen wird. Vertieft wird das durch diese zweite Ausstellung, die den Spuren derjenigen Künstler folgt, die von Hitler und Goebbels 1944 auf die sogenannte "Gottbegnadeten-Liste! gesetzt und damit unter besonderen Schutz gestellt wurden.

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Film

"Dune": TIMOTHÉE CHALAMET as Paul Atreides and REBECCA FERGUSON as Lady Jessica Atreides © Warner Bros. Entertainment Inc.
Chia Bella James/Warner Bros. Entertainment Inc.

Science Fiction-Abenteuer - "Dune"

David Lean sollte es tun, Ridley Scott fing an und sprang wieder ab, Alejandro Jodorowsky plante jahrelang, drehte aber nie, David Lynch tat es – und landete in den Achtzigerjahren einen gewaltigen Flop. Jetzt hat sich der Franco-Kanadier Denis Villeneuve noch einmal an die Verfilmung von Frank Herberts Kultroman "Dune" herangewagt. Nach einem Jahr Corona-Verzögerung kommt der Film jetzt endlich in unsere Kinos.

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Maxi (l.) und Karl (r.); Quelle: rbb/Sammy Hart
rbb/Sammy Hart

Drama von Christian Schwochow - "Je suis Karl"

Ein Bombenanschlag mitten in Berlin, eine zerstörte Familie und eine ominöse Gruppierung, die sich das Leid der Menschen zunutze macht. In Christian Schwochows Film "Je suis Karl" ist eine Menge los. Doch leider trägt der Regisseur im zweiten Teil seines Films zu dick auf und so rutscht seine Story über rechte Verführer und linke Verführbarkeit ins Kolportagehafte.

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Beckenrand Sheriff: Schwimmmeister Karl (Milan Peschel) vor seinem Freibad; © Leonine Distribution
Leonine Distribution

Komödie mit Milan Peschel - "Beckenrand Sheriff"

Man fühlt sich in die 70er Jahre zurückversetzt: ein Freibad in der bayrischen Provinz. In diesem Freibad schaltet und waltet unerbittlich und völlig humorfrei der Bademeister, Herr Karl Kruse. Er besteht darauf, "Schwimmmeister" genannt zu werden – einer der Running Gags dieser Komödie von Marcus H. Rosenmüller mit Milan Peschel in der Hauptrolle.

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Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull © 2021 Bavaria Filmproduktion GmbH / Marco Nagel
2021 Bavaria Filmproduktion GmbH / Marco Nagel

Komödie nach der Romanvorlage von Thomas Mann - "Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull"

Er ist einer der charmantesten Hochstapler der Literaturgeschichte: Felix Krull, der Held aus Thomas Manns gleichnamigen Schelmen-Roman von 1954. Krulls "Bekenntnisse" sind bereits zwei Mal verfilmt worden. Nun hat sich auch Detlev Buck an den Stoff gewagt. Seine Version des "Felix Krull" mit Jannis Niewöhner und David Kross in den Hauptrollen bleibt allerdings zu sehr an der Oberfläche der Geschichte. Da helfen weder die opulente Ausstattung noch die dramaturgischen Kniffe von Drehbuchautor Daniel Kehlmann.

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