Brandenburg - 540 Millionen Euro sollen in Programm für benachteiligte Schüler fließen

Di 16.04.24 | 17:52 Uhr
  8
Symbolbild: Schüler:innen laufen in einer Klasse an Tafeln vorbei. (Quelle: dpa/Trutschel)
Audio: Antenne Brandenburg | 16.04.2024 | Nico Hecht | Bild: dpa/Trutschel

Mit insgesamt 540 Millionen Euro sollen in Brandenburger Schulen benachteiligte Schülerinnen und Schüler gezielt gefördert werden. Das Programm starte bereits im August dieses Jahres und ist für zehn Jahre angelegt, sagte Bildungsminister Steffen Freiberg (SPD) am Dienstag nach der Zustimmung des Kabinetts zum Programm.

Das Geld werde in 110 allgemeinbildenden und beruflichen Schulen eingesetzt und käme insgesamt rund 32.000 Schülerinnen und Schülern zugute.

Er gehe davon aus, dass mit dem Programm "die Entkopplung des Bildungserfolges von sozialer Herkunft" gelingen werde, sagte der Minister. Das bedeute mehr Chancengerechtigkeit für die Schüler im Land.

Bund und Länder tragen Kosten gemeinsam

Der Fokus des Programms liegt auf der Stärkung der Basiskompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen sowie der persönlichen Entwicklung. Die Auswahl der geförderten Schulen läuft über einen Index, der den sozioökonomischen Hintergrund der Schülerschaft nach verschiedenen Variablen abbilden soll. Zwei dieser Variablen sind der Anteil von Schülern mit nichtdeutscher Muttersprache sowie der Anteil von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf.

Das Förderprogramm ist zwischen Bund und Ländern bereits fest vereinbart und soll zum kommenden Schuljahr starten: Über zehn Jahre lang sollen etwa 4.000 Schulen im Land - das ist etwa jede zehnte - mit insgesamt 20 Milliarden Euro speziell gefördert werden. Bund und Länder tragen die Kosten gemeinsam. Das Geld ist für Baumaßnahmen, zusätzliches Personal wie Sozialarbeiter und auch zur freien Verwendung der Schulen gedacht. Welche Schulen profitieren werden, ist Sache der Bundesländer.

Sendung: rbb24 Brandenburg aktuell, 16.04.2024, 19:30 Uhr

8 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 8.

    Es steht und fällt mit den Lehrern vor Ort.
    Dieses stehen für den Erfolg oder Misserfolg!

  2. 7.

    Und wann war das? Allein in den 25 Jahren, die ich bisher in der Schule gearbeitet habe, hat sich so viel geändert. Die Spar - Inklusion ist neben dem Personalmangel eins der Riesenprobleme, die diese Veränderungen hervorgerufen haben. Ein Vergleich mit den 80ern bzw. 90ern (oder noch früher) ist da schlichtweg unmöglich. Und ja, Inklusion kann funktionieren (Reaktion auf anderen Kommentar). Genauer gesagt könnte, wenn sie fachlich und personell richtig umgesetzt würde. Das ist aber nicht so.

  3. 6.

    Wetten das sich Brandenburgs Schüler in keinem einzigen wichtigen Bildungsranking verbessern wird? Es ist auch völlig klar, woran das liegt. Nur den Geldzuteilern nicht. Die Arbeitsbedingungen in den Schulen zu verbessern hilft mehr, sagen die davon etwas verstehen. Der BM will das Lesen sozial Benachteiligter verbessern? So so? Wer berät ihn denn da?

  4. 5.

    Ich bin lange zur Schule gegangen, aber so ein Brimborium gab es in der ganzen Zeit nie. Auch keine Förderprogramme und ähnliches. Trotzdem habe ich Schreiben, Lesen und Rechnen gelernt, sodass ich meinen Lebensunterhalt später selbst und ohne Hilfe bestreiten konnte.

  5. 4.

    Puh, da redet bestimmt ein Lehrer*innen. Inklusion kann funktionieren siehe Italien und sie sind besser als wir laut PISA.

  6. 3.

    Hi,
    Wann werden die PolitikerInnen so schlau und investieren in die Zukunft - also 500 Millionen in die Begabtenförderung.
    Bug

  7. 2.

    Im Land Brandenburg gibt es etwa 930 Schulen, in denen etwa 395.000 Schüler unterrichtet werden. 110 Schulen sollen profitieren, also fast 12%. Das Programm läuft 10 Jahre und soll 132.000 Schülern helfen, das wären 13.200 pro Jahr. Dafür stehen 540 Mio € zur Verfügung, also 54 Mio pro Jahr und 4.091€ pro Schüler. Das bedeutet, 88% der Schulen gehen leer aus. Gibt es dort keine Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf und keine Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache? Für diesen Tropfen auf den heißen Stein wäre es nicht nur meiner Meinung besser, die Förderung in Förderschulen zu stecken und die Inklusion endlich ehrlich für das zu erklären, was sie ist: gescheitert! Die Schüler verlassen die Schule ohne oder mit schlechten Abschlüssen und haben kaum berufliche Perspektiven. Dagegen ist die Förderschule ein Erfolgsmodell. Brandenburg soll bitteschön da fördern, wo viele Kinder davon profitieren, statt mit weiteren Gießkannen zu hantieren.

  8. 1.

    Ich wette, dass dieses Programm kaum Erfolge zeigen wird! Das sage ich aus umfassenden Erfahrungen in dem Bereich. Viel Geld fließt in eine pädagogische Praxis, die kaum verändert wird. Zugleich gibt es keine tatsächliche Integration der pädagogischen Ansätze von Lehrkräften und Sozialarbeitern.
    Mein Vorschlag; die Schule ist der ausschließliche Arbeitsplatz für Lehrer und Sozialarbeiter. Und zwar von 08 - 17 Uhr und es gibt für alle 30 Tage Urlaub im Jahr, die in den Ferien zu nehmen sind. Nur durch diese Rahmenbedingungen werden die pädagogische Innovationen erfolgen, die für die Zielerreichung erforderlich sind. Spätestens hier werden die eher freizeitorientierten Lehrer nicht mehr mitmachen, außerdem müssten sie dann ja dazu lernen - und das wollen die nun wirklich nicht.

Nächster Artikel