Seefeld (Barnim) - Dieses Tanklager versorgt Berlin mit Millionen Liter Benzin und Diesel am Tag

So 17.03.24 | 08:16 Uhr | Von Riccardo Wittig
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Das Tanklager in Seefeld (Bild: rbb)
Audio: Antenne Brandenburg | 14.03.2024 | Riccardo Wittig | Bild: rbb

Das Tanklager in Seefeld bei Werneuchen bekommt täglich Millionen Liter Benzin, Diesel und Heizöl aus Schwedt. Hunderte Laster bringen den Treibstoff in die Hauptstadt, die seit fast 60 Jahren aus Seefeld versorgt wird - rund um die Uhr.

Bis zu drei Mal am Tag macht sich Jens Blum auf den Weg zum Tanklager Seefeld bei Werneuchen (Barnim). Sein Ziel: Kraftstoffe zu laden, die die Hauptstadt am Laufen halten. Sein Unternehmen beliefert Tankstellen vor allem in Berlin, wo seine nächste Ladung schon erwartet wird. "Es gibt Tankstellen, die brauchen richtig viel, da geht richtig was ab", sagt Blum. "Da sind wir fast jeden Tag, eigentlich jeden Tag."

280 Ladungen am Tag

Im Tanklager Seefeld wird der Kraftstoff umgeschlagen, der aus der PCK-Raffinerie in Schwedt (Uckermark) über eine Pipeline kommt. Rund um die Uhr werden dort Tanklastwagen beladen. Jeder dieser Lastwagen kann nach Angaben des Betriebes bis zu 30.000 Liter Treibstoff aufnehmen. Täglich verlassen 280 Ladungen das Tanklager mit Kraftstoffen, von Diesel über Heizöl bis hin zu verschiedenen Benzinsorten.

Der Tanklastwagen von Jens Blum ist nach einer halben Stunde befüllt. Für ihn geht es in Richtung Berlin-Pankow. Seit 19 Jahren fährt Blum Kraftstoffe, wie er sagt. Sein Job sei ein wichtiger: "Wenn wir nicht fahren, dann kann sich keiner bewegen. Leider ist es nicht überall so bekannt." Früher seien sie Könige auf der Straße gewesen, heute nur noch Störenfriede, klagt der Kraftfahrer.

Das Tanklager in Seefeld (Bild: rbb)Das Tanklager in Seefeld. Bild: rbb

Tanklager brachte Westgeld in die Staatskassen der DDR

Auf dem Gelände in Seefeld, nur zehn Kilometer von der Berliner Landesgrenze entfernt, stehen zehn riesige zylinderförmige Becken. Jedes davon kann bis zu 600 Lastwagenladungen fassen. Engpässe gab es bisher wohl nie, sagt Gabriele Nakötter, Betriebsleiterin in Seefeld: "Dass alle Produkte innerhalb eines längeren Zeitraums von über 24 Stunden in Seefeld nicht erhältlich sind, hat es in den letzten 25 Jahren nicht gegeben."

Seit 1967 werden von Seefeld große Teile der Region mit Diesel und Benzin versorgt. Für die DDR hatte das Tanklager eine besondere Bedeutung. Mit Kraftstoffen aus Schwedt wurden Devisen in die Staatskasse gespült. "Das war der Standort, der ganz Berlin, einschließlich Westberlin mit Kraftstoffen versorgt hat", sagt die Betriebsleiterin. "Die Lage dicht an der Autobahn hat dafür gesorgt, dass von der Logistik her alles gut gemanagt werden konnte." Aktuell versorgen neben dem Lager in Seefeld auch Güterzüge die Hauptstadt mit Treibstoff über den Berliner Westhafen.

Der Kraftfahrer Jens Blum (Bild: rbb)Der Kraftfahrer Jens Blum. Bild: rbb

Kraftfahrer bringt Treibstoffnachschub in die Tankstellen

Kraftfahrer Blum ist inzwischen in Berlin-Pankow angekommen und mit ihm der Treibstoffnachschub: Diesel und Benzin müssen nun entladen werden. Blum kennt die Spitzenzeiten des Kraftstoffverbrauchs in der Hauptstadt. "Zum Frühjahr, wenn Gartenzeit und Urlaubzeit losgehen, wenn am Wochenende schönes Wetter ist", so der Kraftfahrer.

Nach einer dreiviertel Stunde hat Blum die Treibstofflager der Tankstelle wieder gefüllt. Er erledigt etwas "Papierkram" und fährt dann zurück nach Seefeld – dort musst er für die nächste Tour laden.

Das Tanklager in Seefeld (Bild: rbb)Mehrere Lkw im Tanklager in Seefeld. Bild: rbb

Sendung: Antenne Brandenburg, 15.03.2024, 15:40 Uhr

Beitrag von Riccardo Wittig

25 Kommentare

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  1. 23.

    Dann sorgt doch mal dafür, dass Re5 mehr Sitzplätze oder mehr wagons bekommt. Die db regio liefert nur die Sitzplätze, die Berlin, Brandenburg und m-v bei der DB Regio bestellen. Und Schuld daran ist neuerdings das Deutschland-Ticket. Lol. Schuld daran ist die Bahnreform, das verkürzen von Bahnsteigen sowie alle Verkehrsminister in b, bb und m-v.

  2. 22.

    Ich bin auch für einen sofortigen Stop aller Treibstofflieferungen nach Berlin. Viel Spaß im ergrünenden Berlin.

  3. 21.

    Teilweise nicht nur zum Vergnügen am Strand, steht in meiner Aussage.
    Bei den Reisen die ich beruflich, nebenbei auch ehrenamtlich und privat Hilfe für wirklich arme Menschen absolvierte.
    Darüber muss sich keiner wegen dem CO2 schämen, wenn er Hilfe bringt.







  4. 20.

    Na da können wir ja noch ein paar Kreuzfahrten machen, ihren CO 2 Abdruck holen wir nicht mehr ein.

  5. 19.

    Ihre Antwort: Schon für das Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen worden?
    Darüber musste ich lachen, vielleicht bin ich kurz davor.
    Sicher mache auch ich Urlaub in warmen Ländern, eine Kreuzfahrt allerdings wäre für mich der Horror, da würde ich lieber gleich in einer engen Stadt bleiben, bei einen Luxus- Hotel im Urlaub. Glauben Sie mir, ich habe die Welt angeschaut im Ausland, kreuz und quer auf der Welt. Bildung genug über den Tellerrand bekommen.
    Teilweise nicht nur zum Vergnügen am Strand. Reisevorschriften macht Ihnen keiner, jeder kann reisen wie er will.
    Wenn Ihnen mein Strom- Sparprogramm in Kurzform nicht besonders gefallen hat, keiner zwingt Sie dasselbe zu tun.
    Ich stimme ihnen gerne zu, dass DE alleine beim Klimaschutz und bei anderen Dingen die Welt nicht retten kann. Jeder in DE könnte aber für das Umfeld was tun. Diese Bereitschaft würde gut wiegen auf der Klimaschutz-Waage.




  6. 18.

    Guter Hinweis. Wieviel Energie wird eigentlich durch das Gedaddele auf Smartphone & Co durch die LG (Eigenname: Wir Besseren Menschen - WBM) verpulvert?

  7. 16.

    Ist es sinnvoll in der aktuellen angespannten Situation gerade jetzt so viele Detailinformationen zu bringen, die auch durchaus strategischen Wert haben?

  8. 15.

    Schon für das Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen worden?
    Ich fahre weiter Kreuzfahrt und fliege in die Emirate zum Badeurlaub, lasse mir keine Vorschriften von ungelernten Politiker machen. Wer die Welt gesehen hat, so wie ich, weiß, dass D. nicht dieselbe retten kann. Aber es spielt keiner mit auf dem Klavier.

  9. 14.

    Wirklich beeindruckend das die Versorgung von Berlin noch "zu Fuß" geschieht. 2024 könnte man meinen das eine Pipeline existiert.
    Evtl. ändert sich das ja....

  10. 13.

    Sehr beeindruckend. Die Mengen an Treibstoff die hier umgeschlagen werden um die Hauptstadt am laufen zu halten sind riesig. Meinen Respekt an die ganzen Leute die hier arbeiten. Ohne euch würde Berlin nicht funktionieren.

  11. 12.

    Überhaupt soll einfach halt doch viel weniger Energie, von welche Quelle auch immer, verbraucht werden!

  12. 11.

    Ich bin ein Mensch der den Klimaschutz ernst nimmt und sieht wie er sein sollte.
    Stromeinsparung. Ich verheize kein Heizöl, Gas und fahre einen PKW ohne Diesel. Im Haushalt spare ich ein, indem ich fast keine Geräte benütze, die Strom benötigen. Um Vitamine zu bekommen esse ich Obst von der Natur gewachsen, mache keine Smoothies. Gemüse schneiden dazu gibt es ein gutes Messer. Ich vermeide Stromgeräte, wo ich mit Hand arbeiten kann. Natürlich verbrauche auch ich Strom, aber nicht um es bequemer zu haben. Ich verzichte nicht auf Geräte, die sehr wichtig sind im Alltag. Meinen Beitrag zum Klimaschutz gebe ich gerne, ohne auf extra Luxus zu verzichten. Der Wohlstand im Leben verabschiedet sich damit bei mir nicht. Jeder kann sich umstellen im Alltag, wenn er will. Einer Firma kann ich nichts vorschreiben, was sie an Energie verbraucht.
    Jammern wegen Klimaschutz gib es bei mir nicht.

  13. 10.

    Es ist halt so, dass bei der Nutzung erneuerbarer Energiequellen auch noch Dieselgeneratoren eingesetzt werden. Manche Technologie ist nicht soweit um alles abzudecken was an Bedarf von Strom gebraucht wird um mehr Klimaschutz erreichen zu können.
    Neue Diesel-Sorten werden eingeführt, um den Kraftstoffmarkt umweltfreundlicher zu gestalten. Dabei ist ebenfalls ein Haken dabei, die neuen Kraftstoffe können nicht alle Fahrzeuge nutzen. Alles hat seinen beschwerlichen Anfang beim Klimaschutz, es geht nur Stück für Stück mit Veränderung. Die vielen Tanklastwägen die werden noch länger auf den Straßen fahren mit Benzin, Diesel und Heizöl. Geduld ist angesagt für die Zukunft, trotz erneuerbarer Energie.
    Wir schaffen das schon!



  14. 9.

    Mit Devisen verdienen war aber ende der 70ziger schluss. Da hat der große Bruder nämlich mitbekommen das die DDR sein billiges Oel in Gold verwandelt. Da wurde der Hahn etliche Umdrehungen zu gedreht und man hat das Geschäft selbst gemacht.

  15. 8.

    "Die Versorgung muss weiterlaufen auch bei Krisen, was für einen Hintergrund hat die Nachricht?"
    Was soll ein Nachrichtenkanal machen? Informieren?
    Vielleicht ist banale Information der Hintergrund des Artikels?
    Wahrscheinlich ist Berlinern aber auch Brandenburgern nicht bewusst was dahinter steckt wenn sie den Rüssel in den Tankstutzen stecken.
    Bildung und Wissen tut ja erstmal nicht weh.

  16. 7.

    Natürlich haben wir 100erde Probleme aber dennoch sollte jeder über diese reden können und nicht mit "ich kann dieses Gelaber nicht mehr hören" abgetan werden.

    Ihr Argument greift so wenig, wie wenn ich behaupten würde, Ihre Stimme bei einer Wahl hat keinen Einfluss, lassen Sie es gleich bleiben.

    Jeder trägt auf dieser Welt dazu bei, bei jedem Thema. Dazu sind wir alle viel zu u globalisiert.

  17. 6.

    Ob es einer gemerkt hat? Nicht Fa. Willig sondern Lindner & Fischer ist gemeint. Sorry.
    Aber: Beides gleich gute Fahrzeugbau-Firmen mit ähnlichen Produkten zum Flüssigtransport.

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