Wir waren wie Brueder © Daniel Schulz
Daniel Schulz
Bild: Daniel Schulz Download (mp3, 49 MB)

- Wir waren wie Brüder

Jugend in Ostdeutschland. Wer die Gegenwart verstehen will, sollte die 1990er Jahre in Ostdeutschland besser kennen lernen. Daniel Schulz ist vor Neonazis weggelaufen. Er war mit Rechten befreundet. Und er spricht mit Menschen, denen es ähnlich ging.

In den Zeitungen, im Radio, im Fernsehen lesen, sehen und hören wir die passenden Botschaften. Ostdeutsche sind zu doof, sich in der neuen Welt zu Recht zu finden. Ostdeutsche sind faul. Ostdeutsche sind betrunken. Erst schäme ich mich noch, dann schaue ich der geworfenen Scheiße belustigt beim Fliegen zu und noch später bin ich stolz darauf, dass "wir" härter sind als die so leicht zu schockierenden Wessis.

Wer die bundesdeutsche Gegenwart verstehen will, sollte das nachrevolutionäre Jahrzehnt in Ostdeutschland besser kennen lernen. Als die Mauer fiel, war der Autor zu alt, um nichts von der Vergangenheit mitbekommen zu haben, aber zu jung, um mitzureden, wie die Zukunft aussehen sollte.

Daniel Schulz spricht über das Aufwachsen in den 1990er Jahren dem Jahrzehnt, in dem auch die Menschen aufgewachsen sind, die heute Hitlergrüße zeigen und brüllen. Er ist vor Neonazis weggelaufen. Er war mit Rechten befreundet. Und er spricht mit Menschen, denen es ähnlich ging. Das Feature basiert auf einem Text, der 2018 in der taz erschien und mit dem deutschen Reporterpreis 2018 ausgezeichnet wurde.

Von Daniel Schulz
Regie: Barbara Plensat
Produktion: rbb/Dlf 2019
- Ursendung -