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"Der Teufel ist immer um die Ecke." - Aufstieg und Fall des Kunstberaters Achenbach

Er beriet Erben wie Berthold Albrecht (ALDI) und wurde mit seinem Charme zum Liebling der Milliardäre. "Menschenfänger" nennt Helge Achenbach sich selbst. Doch letztlich verlor er seine Frau, seinen Kunstschatz und landete wegen Millionenbetrugs im Gefängnis.

Ich war ein Spieler. Mein Reichtum war meine Droge. Ich habe alles gehabt, war aber unglücklich.

Helge Achenbach

Helge Achenbach hatte in Düsseldorf vor 40 Jahren ein Unternehmen für Art-Consulting aufgebaut. Am liebsten beriet er die Erben sehr großer Vermögen und half ihnen, hochkarätige Kunstsammlungen mit Wertsteigerungspotenzial aufzubauen.

Mit seinem Charme wurde der Menschenfänger, wie er sich selber nennt, zum Liebling der Millionäre und Milliardäre. Als der ALDI-Erbe Berthold Albrecht signalisierte, dass er bereit war, 60 Millionen Euro in Kunst zu investieren, packte Achenbach die Gier. Er fing an, Rechnungen zu fälschen. Das funktionierte, bis ein Mitarbeiter ihn verpfiff und er wegen Millionenbetruges zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt wurde.

Aus der Haft entlassen, waren seine Unternehmen pleite, sein Firmen-Kunstschatz zwangsversteigert, seine Frau Dorothee hatte die Scheidung eingereicht. Achenbach konstatierte: "Ich war ein Spieler. Mein Reichtum war meine Droge. Ich habe alles gehabt, war aber unglücklich."

Wie lebt er heute mit seinen rund 18 Millionen Euro Schulden? Sieht er eine Rückfallgefahr? Das bleibt für ihn offen, denn: "Der Teufel ist immer um die Ecke. Die dunkle Seite nie ganz weg."

Von Rosvita Krausz

Regie: Ulf Köhler
Produktion: MDR 2020
– Ursendung –

Musikliste 08.07.2020 22:04 Feature

Tonträger Werk Zeit
RCA Records LabelLC 00316Best.Nr 0902660445-2 Frédéric Chopin
Walzer für Klavier As-Dur, op. 42 Jewgenij Kissin, Klavier
03:30