Die ungarische Autorin und Regisseurin Ildikó Enyedi steht mit ihrem Goldenen Bären für den Film "On Body and Soul" vor den Fotografen am Berlinale Palast (Quelle: dpa/Jens Kalaene)

Fazit: Das war die Berlinale 2017 - Zwei verliebte Hirsche und viel Mittelmaß

2017 war kein starker Berlinale-Jahrgang, zumindest was den Wettbewerb angeht. Die Jury hat dennoch klug entschieden und würdige Preisträger gefunden. Mit "On Body and Soul" gewann dieses Mal erfreulicherweise echtes Kino – und keine politische Botschaft. Von Fabian Wallmeier

Berlinale-Ticker

Die Bären-Gewinner 2017 auf einen Blick

  • Goldener Bär

  • Silberner Bär, Großer Preis der Jury

  • Silberner Bär für die beste Regie

  • Silberner Bär für die beste Darstellerin

  • Silberner Bär für den besten Darsteller

  • Silberner Bär für herausragende künstlerische Leistung

  • Silberner Bär für das beste Drehbuch

Bilder rund um die Berlinale

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Der Filmschauspieler Hugh Jackman steht am 17.02.2017 auf dem roten Teppich in Berlin (Quelle: imago/Matrix)

Neunter Berlinale-Tag: Hugh Jackman ist ein letztes Mal Logan - "In mir drin lebt er weiter"

Hugh Jackman hat auf der Berlinale sein letztes Comeback als Actionheld Logan. Bei der Pressekonferenz zum Film, erklärte er, dass es für ihn aber keine echte Trennung sei. Als letzte ins Bären-Rennen gegangen, sind ein Animationsfilm aus China und ein rumänisches Beziehungsdrama.

Filmstill aus dem Film "Logan - The Wolverine", der im Wettbewerb der Berlinale 2017 läuft (Quelle: © 2017 Twentieth Century Fox/ Berlinale)

Filmkritik | "Logan: The Wolverine" - Der Gott des Gemetzels

James Mangolds "Logan: The Wolverine" ist der letzte Einsatz von Hugh Jackman als Mutant mit den Krallen aus Adamantium. Zum Abschied gibt der australische Hollywoodstar noch einmal alles und spielt einen von Selbstzweifeln und Selbstmordgedanken geplagten Superhelden aus dem "X-Men-Universum".  Von Anna Wollner

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Filmstill. Ana, mon amour - © Berlinale

Rezension | Ana, mon Amour - Liebe und andere Grenzüberschreitungen

Mit Abhängigkeiten und Loslösungsprozessen einer symbiotischen Liebesbeziehung beschäftigt sich der rumänische Regisseur Călin Peter Netzer. Sein Drama "Ana, mon Amour" ist ein ungewöhnlich lebensechter Film, der zu einer therapeutischen Nabelschau abflacht. Von Ula Brunner

Die Schauspieler Bruno Ganz (l-r), Hildegard Schmahl, Regisseur Matti Geschonneck und die Schauspieler Evgenia Dodina und Sylvester Groth lassen sich am 16.02.2017 beim Photocall anlässlich der Premiere ihres Filmes "In Zeiten abnehmenden Lichts" fotografieren (Quelle: dpa/ Jörg Carstensen)

Achter Tag der Berlinale - "Wolfgang Kohlhaase ist ein Meister der Auslassung"

Abseits des Bären-Wettbewerbs hat die Verfilmung von Eugen Ruges Roman "In Zeiten des abnehmenden Lichts" bei der Berlinale ihre Weltpremiere gefeiert. Das Drehbuch schrieb der legendäre Wolfgang Kohlhaase, der bei der Pressekonferenz Einblicke in seine Arbeitsweise gab.

Filmstill aus dem Film "Joaquim", der im Wettbewerb der Berlinale 2017 läuft (Quelle: Berlinale/REC Produtores & Ukbar Filmes)

Filmkritik | Joaquim - Vom Zähnezieher zum Kopflosen

Marcelo Gomes' "Joaquim" über den brasilianischen Freiheitskämpfer Tiradentes sieht schön schmutzig aus. Der Film hätte die deftige Demontage eines Nationalhelden sein können – wenn ihn nicht eine so pathetische wie unerklärliche Klammer umgäbe. Von Fabian Wallmeier

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Der Regisseur Volker Schlöndorff schaut während des Photocalls zu seinem Film "Rückkehr nach Montauk" am 15.02.2017 während der 67. Berlinale in die Kameras (Quelle: imago)

Siebter Tag der Berlinale - Hommage an Max Frisch im Bären-Rennen

Als dritter und letzter Deutscher ist Volker Schlöndorff am Dienstag ins Bären-Rennen gestartet. Sein Liebesdrama "Rückkehr nach Montauk" ist eine Hommage an seinen alten Freund Max Frisch. Ethan Hawke hat es dagegen nicht nach Berlin geschafft, wurde aber in Abwesenheit hoch gelobt.  

Filmstill: Return to Montauk - © Franziska Strauss

Filmkritik | Rückkehr nach Montauk - Der Engel und der Waschlappen

Volker Schlöndorff verknüpft in "Return to Montauk" Max Frisch mit eigenen Erlebnissen, hochkarätig besetzt ist der Film auch: mit Nina Hoss und Stellan Skarsgård. Doch das Ergebnis ist trotz interessanter Ansätze ein schablonenhafter Film ohne echte Tiefe. Von Fabian Wallmeier

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Filmstill: Colo - © Alce Filmes

Filmkritik | Colo - Wenn die Realität eine Last ist

Der längste Beitrag des Wettbewerbs erzählt von einer Familie in einer finanziellen Notlage. Doch "Colo" ist kein Elendsdrama, sondern eine kluge Charakterstudie mit langen Einstellungen und sehr guten Hauptdarstellern. Von Fabian Wallmeier

Filmstill aus dem Film "El bar/The Bar", der im Wettbewerb der Berlinale 2017 läuft.(Quelle: Berlinale)

Filmkritik | The Bar - Tiefer in den Dreck geht nicht

Eine kleine Bar in Madrid wird zum Schauplatz eines dramatischen Überlebenskampfes. "El Bar" des spanischen Regisseurs Alex de la Iglesia ist eine Komödie über die grotesken Untiefen der menschlichen Existenz und ein Muss für Fans des schwarzen Humors. Von Ula Brunner

Filmstill aus dem Film "Ein Kuss von Béatrice", der im Wettbewerb der Berlinale 2017 läuft (Quelle: Berlinale/Michael Crotto)

Filmkritik | Sage Femme - Entrecôte mit Vollkornreis

Zwei Frauen und die Wunden ihrer Vergangenheit. In "Sage Femme" zeigt Martin Provost, wie sich zwei widersprüchliche Charaktere aneinander annähern. Trotz zweier famoser Hauptdarstellerinnen erschöpft sich der Film jedoch in seiner vorhersehbaren Handlung. Von Andreas Kötzing

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Filmstill aus dem Film "Beuys", der im Wettbewerb der Berlinale 2017 läuft (Quelle: ErichPuls/KlausLamberty © zeroonefilm/ StiftungMusemSchloss Moyland/ Berlinale)

Filmkritik | Beuys - Der Mann mit dem Filzhut

Für manche war er ein Verrückter. Doch kein anderer hat wie Joseph Beuys mit seinen Aktionen zwischen Kunst und Aktivismus die Gemüter bewegt. Andres Veiel ist nun eine behutsame, fast zärtliche Annäherung an den berühmtesten deutschen Künstler des 20. Jahrhunderts gelungen. Von Ula Brunner

Schauspielerin Penélope Cruz am 09.09.2015 auf dem roten Teppich in Madrid (Quelle: imago/Future Image)

Fünfter Berlinale Tag - Penélope Cruz sagt Berlinale-Besuch ab

Penélope Cruz-Fans müssen tapfer sein: Die spanische Schauspielerin hat ihren Auftritt bei der Berlinale abgesagt. Hoch karätig besetzt ist aber auch der Wettbewerbsbeitrag der Britin Sally Potter - mit Bruno Ganz und Kristin Scott Thomas auf dem roten Teppich.

Filmstill: Mr. Long - Ⓒ 2017 LIVE MAX FILM / LDH PICTURES

Filmkritik | Mr. Long - Der Killer und die Nudelsuppe

Der japanische Regisseur Sabu schickt in "Mr. Long" einen taiwanesischen Profikiller nach Tokio und lässt ihn dort mit einem Jungen und seiner drogenabhängigen Mutter anbandeln. Was eine wilde Mischung sein könnte, ist leider etwas langweilig - trotz toller Sequenzen. Von Fabian Wallmeier

Der Verhüllungkünstler Christo bei den Berlinale Talents (Quelle: dpa/Jens Kalaene)

Vierter Berlinale Tag - Christo gibt dem Filmnachwuchs Durchhaltetipps

Der Verhüllungskünstler Christo hat seine Projekte teilweise über Jahrzehnte verfolgt. In der Reihe "Berlinale Talents" sprach er vor jungen Filmschaffenden über den Mut beim Erschaffen von Kunst und darüber, warum er nicht mehr über Politik redet - eigentlich.

Filmstill aus dem Film "Spoor", der im Wettbewerb der Berlinale 2017 läuft (Quelle: Berlinale/Robert Paêka)

Filmkritik | Pokot Spoor - Die Rache der Tiere

Mit dem hoch unterhaltsamen Öko-Murder-Mystery Drama "Pokot" kehrt die mehrfach Oscar nominierte polnische Regisseurin Agnieszka Holland wieder zurück zur alten Form. Und der Berlinale gelingt etwas Unerhörtes: Denn mit "Pokot" konkurriert eine erstklassige Miniserie um den Goldenen Bären. Von Patrick Wellinski

Geoffrey Rush wird auf der 67. Berlinale mit der Berlinale Kamera geehrt (Quelle: dpa/Jens Kalaene)

Dritter Berlinale Tag - Geoffrey Rush in Eile

Der Berlinale-Samstag war der Tag von Geoffrey Rush: In "Final Portrait" trat der Oscar-Preisträger als Giacometti auf - und kam gerade noch rechtzeitig zu seiner Ehrung mit der Berlinale Kamera. Im Wettbewerb sorgte der Kabarettist Josef Hader für Lacher.

Filmstill: Wilde Maus - © WEGA Film

Filmkritik | Wilde Maus - Fahriger Plot mit Wiener Schmäh

Der österreichische Kabarettist Josef Hader hat es mit seinem Debüt als Filmregisseur in den Wettbewerb der Berlinale geschafft. Doch "Wilde Maus" hat zwar ein paar gute Gags, aber kaum etwas, das Hader für weitere Regieprojekte empfiehlt. Von Fabian Wallmeier

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Final Portrait von Stanley Tucci (Quelle: Berlinale/Parisa Taghizadeh)

Filmkritik | Final Portrait - Der Grantler und sein Modell

Er war ein weltberühmter Künstler und ein ewiger Zweifler: der Bildhauer und Maler Alberto Giacometti. In seinem Berlinale-Beitrag konfrontiert Regisseur Stanley Tucci den alternden Künstler mit einem Bewunderer. Entstanden ist ein über weite Strecken unterhaltsamer Film. Von Ula Brunner

67. Internationale Filmfestspiele in Berlin, 10.02.2017, Photocall «The Dinner»: Der Schauspieler Richard Gere mit einer Mitarbeiterin der Berlinale (Quelle: dpa/Kay Nietfeld)

Zweiter Berlinale-Tag - Gere macht's gut, Boyle macht's besser

Richard Gere war der größte Name dieses zweiten Berlinale-Tages: Am Freitag stellte er den Thriller "The Dinner" vor und kritisierte dabei deutlich Donald Trump. Sein Film wurde mäßig beurteilt - ganz im Gegensatz zu Danny Boyles frischem "Trainspotting"-Nachfolger.

The Dinner von Oren Moverman (Quelle: Berlinale/Tesuco Holdings Ltd)

Filmkritik | The Dinner - Je später der Abend, desto trüber die Gäste

Zwei Cousins haben ein Verbrechen begangen. Jetzt sitzen die Eltern beim Abendessen zusammen und beraten, was zu tun ist. Dabei kommen dunkle Geheimnisse auf den Tisch. Oren Movermans Film "The Dinner" ist seiner Romanvorlage leider in jeder Hinsicht unterlegen. Von Fabian Wallmeier

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T2 Trainspotting 20 Jahre später (Quelle: Berlinale/Sony Pictures Releasing GmbH)

Filmkritik | T2 Trainspotting - Nostalgie unter Freunden

Vor 21 Jahren landete Regisseur Danny Boyle mit seinem psychedelischen Drogenfilm "Trainspotting – neue Helden" einen Hit. Dass er seine alten Helden nun wieder in Edinburgh zusammenführt ist vielleicht keine besonders originelle Idee, aber eine wirklich gute. Von Ula Brunner

67. Internationale Filmfestspiele in Berlin, 09.02.2017, Eröffnungsgala und Filmpremiere «Django»: Toni Garrn (Quelle: dpa/Kay Nietfeld)

Eröffnung der Filmfestspiele - Der rote Teppich für die 67. Berlinale ist ausgerollt

Mit der Weltpremiere "Django" hat am Donnerstagabend die Berlinale eröffnet. Der Film ist ein Biopic über den Jazz-Musiker Django Reinhardt. Auf dem roten Teppich vor der Eröffnungsgala drängelten sich zuvor vor allem deutsche Stars.

"Django" von Etienne Comar (Quelle: Berlinale/Roger Arpajou)

Filmkritik | "Django" - Django Reinhardt bleibt ein Rätsel

Der Jazzgitarrist Django Reinhardt sieht sich im Paris der Nazi-Besatzung zunehmend unter Druck. Davon will "Django", der am Donnerstag die Berlinale eröffnet hat, wohl erzählen. Doch Reinhardts Motivationen bleiben unklar in diesem allenfalls mittelmäßigen Film, findet Fabian Wallmeier.

Der Musiker Django Reinhardt im Jahr 1946. (Quelle: AP)

Wer war Django Reinhardt? - Das Gitarren-Genie mit drei Fingern

Django Reinhardt gilt bis heute als Legende des Gitarren-Jazz. Nun setzt ihm "Django", der Eröffnungsfilm der Berlinale, ein längst überfälliges Denkmal. Das könnte spannend werden, denn sein Leben war ebenso unberechenbar wie seine Kunst. Von Ula Brunner

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