Modell des neuen Hochhauses am Alexanderplatz (Bild dpa)

Gehry-Tower erhält Verstärkung - Russischer Investor plant 150-Meter-Hochhaus am Alex

Am Alexanderplatz wird neben dem Einkaufszentrum Alexa voraussichtlich ein zweites 150 Meter hohes Hochhaus gebaut. Der Bezirk Mitte erteilte für die Pläne einen positiven Bauvorbescheid, bestätigt Baustadtrat Spalleck. Investor ist das russische Bauunternehmen MonArch - das nach rbb-Informationen architektonisch dem US-Nachbarn nacheifern will.

Der geplante 150 Meter hohe "Korkenzieher"-Tower am Alex des US-Investors Hines wird wohl einen ebenbürtigen Bruder bekommen. Der russischer Investor MonArch möchte direkt neben dem Einkaufszentrum Alexa ein ebenfalls 150 Meter hohes Turmhochhaus errichten – und hat für seine Pläne bereits einen positiven Bauvorbescheid vom Bezirk Mitte erhalten. Damit teilt die Behörde einem Investor mit, dass ein Bauprojekt grundsätzlich genehmigungsfähig ist.

Der Siegerentwurf von Gehry Partners, LLP (Gehry Partners, LLP)
Das "Korkenzieher"-Hochhaus von Frank Gehry bekommt bald 150 Meter hohe Verstärkung.

Der Bezirk hat den Bauvorbescheid bereits am 8. Mai diesen Jahres erteilt, bestätigte der Baustadtrat des Bezirks, Carsten Spalleck (CDU) rbb online. Grundsätzlich freut sich Spalleck über die Bauabsichten - fast 20 Jahre, nachdem das Abgeordnetenhaus mit dem Kollhoff-Plan hier Baurecht erteilt hat. "Das ist ein Zeichen dafür, das Berlin als Standort für Investoren offensichtlich attraktiver geworden ist."

Bau wird vermutlich Einschränkungen für Alexa-Kunden bedeuten

Der Bauantrag soll im September 2014 eingereicht werden, Baubeginn könnte Anfang 2015 sein - "vorausgesetzt, der Investor reicht vollständige und prüffähige Antragsunterlagen ein", so der Baustadtrat. Für die zahlreichen Kunden des Alexa wird die Baulogistik und der Anlieferverkehr der Mammutbaustelle wahrscheinlich zu Einschränkungen führen, so Spalleck. "Schließlich reden wir hier nicht über einen Sechsgeschosser". Ende 2018 könnte der Turm dann stehen.

Wie er aussiehen soll, ist offiziell noch offen. Doch nach Informationen von rbb-online hat das Baukollegium, ein beim Senat angesiedeltes Architektengremium, bereits Entwürfe des Investors begutachtet.

Anlehnung an Formensprache des "Korkenzieher-Hochhauses"

Der russische Investor soll dort Modelle für das Hochhaus vorgestellt haben, die die Formensprache des benachbarten "Korkenzieher-Hochhauses" des US-Investors Hines aufgreifen. Allzuviel Harmonie zwischen den Wolkenkratzern der einstigen Rivalen des Kalten Krieges soll dann aber doch nicht herrschen: die Entwürfe des russischen Investors sollen deutlich mehr Glas als Stein beinhalten.

Nach eigener Darstellung gehört MonArch zu den fünf größten Bauunternehmen Russlands. Als Referenzen führt die Europäische Niederlassung, die seit 2012 ein Büro in Berlin unterhält, unter anderem die Renovierung des weltberühmten Bolschoi Theaters in Moskau an. Zudem habe man auch einen großen Komplex für die olympischen Winterspiele in Sotschi gebaut.

In Berlin plant MonArch außerdem an der Bernauer Straße ein siebengeschössiges Hochhaus sowie einen Wohnkomplex in der Wasserstadt Spandau.

Die Projekte am Alexanderplatz im Überblick

  • 1) Das "Hines-Hochhaus"

  • 2) Das "Park Inn" Hotel (Blackstone Group)

  • 3) Kaufhaus Alea 101

  • 4) Haus des Reisens

  • 5) Die "2. Reihe" am Alex

  • 6) Neue Büros, Wohnungen und ein Hotel (BEGO Immobilien)

  • 7) Die Alexanderstraße

  • 8/9) Rund um das Gebäude der "Berliner Zeitung"

  • 10) "Hotel Barcelona" hinter dem Cubix-Kino

  • 11) Der Hinterhof des "Alexa"

  • 12) MonArch-Turm

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