Die HVA – eine Elitetruppe mit Korpsgeist und Konspiration. (Bild: rbb/ARD/BStU)
Bild: rbb/ARD/BStU

- Inside HVA - Ein deutscher Dienst im Kalten Krieg

Film von Daniel und Jürgen Ast

Die HVA, die Hauptverwaltung Aufklärung des Ministeriums für Staatssicherheit, war der weltweit agierende Auslandsgeheimdienst der DDR. Eine der effektivsten Spionageorganisationen des 20. Jahrhunderts, berühmt-berüchtigt und geheimnisumwittert. Ein Mythos, ein "Tarnkappenbomber" Moskaus, der oft unter dem Radar der westlichen Geheimdienste flog. Ein Schattenreich, eine Black Box. Das Erste sendet die zweiteilige Dokumentation "Inside HVA  - Ein deutscher Dienst im Kalten Krieg" am 2. Dezember um 23.45 Uhr und am 9. Dezember um 23.30 Uhr.

Die HVA, die sich selbst als eine Elitetruppe ansah, war geprägt vom Geist des Kalten Krieges und der Paranoia des Klassenkampfs. Am Ende gehörten ihr über viertausend hauptamtliche Mitarbeiter an. Korpsgeist und blinder Gehorsam, erfinderisch in der Kunst der Verstellung, Konspiration als Beruf und Lebensinhalt, das waren ihre Maximen.

In der DDR rekrutierte die HVA über zehntausend inoffizielle Mitarbeiter. Etwa zweitausend "Quellen", Spione, hatte sie weltweit im sogenannten "Operationsgebiet" installiert. Wer waren diese "Aufklärer", die sich selbst nie als Spione ansahen und sich auch heute noch "Kundschafter des Friedens" nennen? Aus welchen Motiven arbeiteten sie in der HVA beziehungsweise spionierten für die DDR? Sahen sie sich als Patrioten, als Revolutionäre oder als ein Anhängsel des KGB? Wie erlebten sie das Ende der DDR und die Zeit danach?

Der erste Teil der zweiteiligen Dokumentation von Daniel und Jürgen Ast gibt einen exklusiven Einblick in die Arbeitsweise und das Selbstverständnis der Hauptverwaltung Aufklärung. In ihre Anfänge als Blaupause des sowjetischen Geheimdienstes, ihre geheimen Attacken auf die Bonner Republik, ihre Methoden, von Doppelgänger-Einschleusungen bis zu "Romeo"-Affären. Er erzählt vom Verrat in den eigenen Reihen, dem letzten Todesurteil in der DDR und vom "Mann ohne Gesicht", der Spionagelegende Markus Wolf.

Der zweite Teil der Dokumentation gibt einen exklusiven Einblick in die weltweiten Aktivitäten der HVA ab Mitte der 1970er Jahre. Im Mittelpunkt stand dabei das "Herz des Feindes", die Vereinigten Staaten von Amerika und ihre hochgeheimen Institutionen in der ganzen Welt. Wie schaffte es die HVA, bis tief in die Geheimnisse der NSA und der NATO vorzudringen? Der Film erzählt von der verhängnisvollen Nibelungentreue zur SED-Staatspartei, von den insgeheimen Hoffnungen auf Reformen im Land und der Unfähigkeit zu handeln, von der Selbstauflösung des Dienstes in den Wirren des Übergangs von der friedlichen Revolution bis zur deutschen Einheit. Teil 2 über die weltweiten Aktivitäten der HVA ab Mitte der 1970er Jahre folgt am Montag, 9. Dezember, um 23.30 Uhr.

Jahrelange Recherchen ermöglichen heute, 30 Jahre nach dem Mauerfall und der Auflösung der HVA, Innenansichten aus einer zum großen Teil bis heute verriegelten Welt. Erstmalig äußern sich zahlreiche hochrangige HVA-Mitarbeiter vor der Kamera. Außenansichten ihrer westlichen und östlichen Geheimdienst-"Kollegen" ergeben ein höchst spannendes und aufschlussreiches Gesamtbild. "Inside HVA - Ein deutscher Dienst im Kalten Krieg" ist das Psychogramm eines kommunistischen Geheimdienstes mit deutschem Antlitz.

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