Tina (Gabriela Maria Schmeide) in ihrem Bäckermobil (Bild: rbb/Stefan Erhard)
rbb/Stefan Erhard
Tina (Gabriela Maria Schmeide) in ihrem Bäckermobil | Bild: rbb/Stefan Erhard

- Tina mobil

Miniserie Deutschland 2021, 6 x 45 Min.

Drehbuch: Laila Stieler
Regie: Richard Huber

Mit Gabriela Maria Schmeide, Runa Greiner, Fine Sendel, David Ali Rashed, Alexander Hörbe, Steffi Kühnert, Max Hopp, Anne-Kathrin Gummich, Ursula Werner, Monika Lennartz, Carmen-Maja Antoni und Axel Werner u. a.

Man kann alles schaffen, was man will. Alles. Und wenn man es nicht schafft, hat man es eben nicht genug gewollt. Das ist Tinas Maxime. Die hält sie am Leben und am Laufen. Tina hat drei Kinder. Für die schuftet sie wie eine Aserbaidschanische Brotspinne. Ihren Alten hat sie vor kurzem rausgeschmissen, weil er wieder anfing zu saufen. Musste sein, hat sie zermürbt. Und drei Kinder sind nun wirklich genug. Egal. Jetzt ist sie auf sich gestellt, denn von ihm ist außer Liebesschwüren nichts zu erwarten. Aber ausgerechnet jetzt kündigt ihr der Zollerich, ihr Chef, der Bäcker. Nee, Tina ist keine Bäckerin. Tina ist mobil. Verkäuferin. Mit ihrem Bäckermobil klappert sie all die Nester im Norden von Berlin ab, die keinen Bäcker oder Konsum haben. Und nu? Arbeitslos? Nee. Nich ihr Ding. Tina macht sich selbständig. Sie kauft sich ein eigenes Mobil, heuert bei der Konkurrenz an und fährt ihre alte Strecke – nur eben fünf Minuten früher. Tja, ein guter Plan ist das Wichtigste, oder? Wenn man nix aufm Konto hat, muss man umso mehr im Kopf haben. Und Tina hat nicht nur einen Plan, sie hat für jedes der drei Gören einen Masterplan. Jeder für sich ist perfekt. Das einzige, was immer dazwischen kommt, ist das Leben … Achja, Tina kommt aus Berlin, ausm Osten genauer gesagt.

In sechs Folgen von je 45 Minuten erzählt die Miniserie mal komisch, mal nachdenklich die Geschichte einer Frau, die partout nicht aufgeben will, in einem Milieu, das nicht allzu oft gezeigt wird - eine Erzählung von Liebe, Kraft, Trotz und Selbstbehauptung.

"Tina mobil" wird jeweils als Doppelfolge am 22.9., 29.9. und 6.10.2021 als "FilmMittwoch" im Ersten ausgestrahlt. Alle 6 Folgen stehen bereits ab 16.9. online first in der ARD-Mediathek und sind 6 Monate abrufbar.

"Tina mobil" ist eine Produktion von X Filme Creative Pool (Produzent: Michael Polle, Producerin: Maximiliane Prokop) im Auftrag des Rundfunk Berlin-Brandenburg (Redaktion: Kerstin Freels).

Martina Zöllner, Leiterin des Programmbereichs "Dokumentation und Fiktion" (Bild: rbb/Thomas Ernst)
Bild: rbb/Thomas Ernst

Martina Zöllner, Film- und Kulturchefin des rbb:

"Drehbuchautorin Laila Stieler, zuletzt für 'Gundermann' mit Preisen überhäuft, ist eine Spezialistin für exzellent recherchierte und milieugenaue Geschichten, die das Große im Kleinen, das Existenzielle im Alltäglichen erzählen. Mit Tina hat sie eine beeindruckende Heldin des Alltags geschaffen, immer im Survival Mode, das Gute trotzdem unablässig im Blick. 'Tina mobil' ist nach 'Warten auf‘n Bus' die zweite rbb-Serie, die versucht, die Zerreißproben, die unsere Gesellschaft heute zu bestehen hat, aus deren vermeintlichen Randzonen heraus zu erzählen und zu verstehen: die Spaltung zwischen oben und unten, Ost und West, Gewinnern und Verlierern, Stadt und Land, rechts und links."

Produzent Michael Polle (X Filme Creative Pool) (Bild: rbb/privat)
Bild: rbb/privat

Michael Polle, Produzent (X Filme Creative Pool):

"Uns allen war es bei 'Tina Mobil' von Anfang an wichtig, den Alltag von Tina und ihrer Familie auf eine sehr eigene und besondere Art zu entdecken und zu erzählen. Viele Filme und Serien versuchen heute, durch spitze Prämissen, großen Production Value oder einzigartige Clous aufzufallen – dies hat seine Berechtigung, aber bei 'Tina mobil' war genau das Gegenteil unser Ansatz. Nah an den Figuren, ohne ausgestellt zu sein, wird das Leben der Familie Sanftleben mit ihren Freuden, Sorgen und Nöten erzählt. Allen Beteiligten ging es darum, keine patente Frau im Fernsehen zu erzählen, die für alles eine Lösung hat. Wir alle machen Fehler, und diese machen uns menschlich. Und genau darin liegt das Besondere von 'Tina mobil', denn es wird die echte Größe von ganz normalen Menschen erzählt."

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