Sie sind hier:
rbbonline | Nachrichten | Politik

Die Altlastenbeseitigung im einstigen Bombodrom in der Kyritz-Ruppiner Heide könnte erheblich teurer werden als geplant.
Würde die 12.000 Hektar große Immobilie vollständig von Munitionsresten befreit, erfordere dies 595 Millionen Euro. Das geht aus einem Gutachten hervor, das die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben in Auftrag gegeben hatte. Bisher waren 220 Millionen Euro und damit weniger als die Hälfte angenommen worden. Die Räumung könnte bis zu 15 Jahren dauern.
Eigentümer des Areals ist der Bund.
Aufnahme in das Programm Nationales Naturerbe
Mathias Wittmoser, Amtsleiter für Öffentliche Sicherheit des Landkreises Ostprignitz-Ruppin, sagte am Dienstag in Neuruppin, angesichts der enormen Summe müsste die künftige Nutzung des Areals entsprechend diskutiert werden. Es sei denkbar, dass nun mehr Fläche als ursprünglich gedacht der Natur überlassen werden müsse, meinte Wittmoser. Über die künftige Nutzung des ehemaligen Militärgebiets für Natur, Freizeit oder auch Gewerbe berät derzeit ein Arbeitskreis.
Um den ehemaligen sowjetischen Luft-Boden-Schießplatz war seit Beginn der 1990er Jahre heftig gestritten worden. Bürgerinitiativen, Gemeinden und Anrainer hatten sich mit Klagen gegen eine weitere militärische Nutzung des Areals in der Kyritz-Ruppiner Heide durch die Bundeswehr gewehrt.
Im März 2009 hatte das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg die Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide als Bombenabwurfplatz untersagt. Im April vergangenen Jahres hatte der damalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) dann bekannt gegeben, dass die Bundeswehr das Gelände ab September 2011 endgültig aufgeben werde. Offen ist, wer dann für die Bekämpfung von Bränden dort zuständig ist.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/nachrichten/politik/2011_03/munitionsraeumung.html