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Karl-Heinz Kurras (Bild: dpa)

Geschichte/Kriminalität

Spiegel: Ohnesorg womöglich doch gezielt getötet

Der tödliche Schuss auf den Studenten Benno Ohnesorg 1967 in West-Berlin könnte nach Recherchen des Nachrichtenmagazins "Spiegel" doch gezielt abgefeuert worden sein.

Der Polizist Karl-Heinz Kurras hatte sich stets auf Notwehr in einem Handgemenge berufen. Der heute 84-Jährige war 1967 und 1970 vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung mangels Beweisen freigesprochen worden.

Die neuen Erkenntnisse beruhen laut „Spiegel“ auf Fotos, die bereits in den damaligen Prozessen verwendet wurden, nun aber mit Hilfe moderner hochauflösender Technik neu ausgewertet werden konnten. Ferner habe der "Spiegel" bisher unbekannte Filmsequenzen vom Tatort auswerten können, die von einem Kamerateam des damaligen Senders Freies Berlin (SFB) aufgenommen wurden, so der Bericht.

Spiegel“-Autor Wensierski: Kurras schoss ohne Not

Die Auswertung der Fotos und der Filmaufnahmen legen nach Aussage des „Spiegel“-Autors Peter Wensierski den Schluss nahe, dass Kurras den Schuss auf Ohnesorg, umgeben von mehreren Polizisten, unbedrängt und aus nächster Nähe abgegeben habe. Es sei zu sehen, dass er auf Ohnesorg zugegangen sei und ihn gezielt in den Kopf geschossen habe, sagte Wensierski am Montag dem rbb.

Anschließend hätten Polizistenkollegen Spuren verwischt und falsche Angaben gemacht, um Kurras zu schützen. Sogar im Krankenhaus habe das Personal daran mitgewirkt, die Todesursache zu verschleiern, so Wensierski.

Kurras 2009 als Stasi-Spitzel enttarnt

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Kurras war 2009 als Stasi-Spitzel enttarnt worden. Danach hatten Bundesanwaltschaft und Berliner Staatsanwaltschaft Ermittlungen eingeleitet. Die Berliner Staatsanwaltschaft hatte die Ermittlungen, ob das Strafverfahren gegen Kurras neu aufgerollt werden muss, im November 2011 wieder eingestellt. Trotz neuer Erkenntnisse würde es für eine Wiederaufnahme nicht reichen, hieß es.

Der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft sagte am Sonntag, eine detaillierte Foto-Auswertung habe sich erst durch die neuen technischen Möglichkeiten ergeben. Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe sagte, es gebe keinen Anhaltspunkt für eine Verbindung zwischen dem Schuss von Kurras und seiner Tätigkeit für die DDR-Staatssicherheit.

Stand vom 22.01.2012

Dieser Beitrag gibt den Sachstand vom 22.01.2012 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

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http://www.rbb-online.de/nachrichten/politik/2012_01/spiegel__neue_erkenntnisse.html

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