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Demonstration gegen Agrarindustrie in Berlin (Bild: dpa)

Agrarpolitik

Demonstration gegen Agrarindustrie in Berlin

Tausende Menschen haben am Samstag in der Berliner Innenstadt gegen die Agrarindustrie demonstriert.

Unter dem Motto "Wir haben es satt!" machten Umwelt- und Tierschützer, Imker, Bauern und Entwicklungshelfer auf die Risiken industrieller Lebensmittelproduktion aufmerksam. Anlass der Demonstration war der parallel zur Grünen Woche organisierte internationale Agrarministergipfel.

An der Protestaktion nahmen nach Angaben der Veranstalter 23.000 Menschen teil. Die Polizei sprach von mehreren tausend Teilnehmern. Zwischenfälle habe es nicht gegeben, sagte ein Sprecher.

Die Veranstalter warfen der Bundesregierung vor, bei der Reform der EU-Agrarpolitik bislang "Steigbügelhalter für die Agrarindustrie" zu sein. Agrarzahlungen müssten an ökologische, soziale und Tierschutzkriterien gekoppelt und für Großbetriebe gedeckelt werden. Sämtliche Subventionen für den Agrarexport seien zu stoppen.

Folgart: Landwirtschaft muss wettbewerbsfähig bleiben

Der Präsident des Landesbauernverbandes Brandenburg, Udo Folgart, verteidigte dagegen die industrielle Agrarproduktion. Dem rbb sagte er am Samstag, die Landwirtschaft stehe vor großen Herausforderungen bei Klima- und Ernährungsfragen. Um nachhaltig wirtschaften zu können, seien alle landwirtschaftlichen Strukturen gefragt, sowohl kleine bäuerliche Betriebe als auch die Agrarindustrie.

In Bezug auf das Tierwohl sei Deutschland ein "Vorreiter". So habe man zum Beispiel die Käfighaltung von Legehennen bereits zwei Jahre vor den entsprechenden EU-Beschlüssen abgeschafft. Eine generelle Abkehr von der Massentierhaltung würde allerdings die Wettbewerbsfähigkeit der Produzenten gefährden: "Wenn wir die Wettbewerbssituation ausblenden, können natürlich die Lebensmittel am Ende des Tages auch teurer werden", sagte Folgart.

400.000 Besucher auf der Grünen Woche erwartet

Auf der Grünen Woche als weltgrößter Leistungsschau der Ernährungswirtschaft präsentieren seit Freitag über 1600 Aussteller aus 59 Ländern ihre Angebote. Die Veranstalter erwarten bis 29. Januar wieder rund 400.000 Besucher auf dem Messegelände unter dem Funkturm.

Stand vom 21.01.2012

Dieser Beitrag gibt den Sachstand vom 21.01.2012 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

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