Viele Fahrradhelme in einem Geschäft (Quelle: IMAGO / Funke Foto Services / Thorsten Lindekamp)
Bild: IMAGO / Funke Foto Services / Thorsten Lindekamp

Freizeit | Beitrag | Lesedauer etwa 3 Minuten - Fahrradhelme: oft teuer, nicht immer sicher

Der Schläfenbereich! Wenn der Helm den nicht richtig schützt, nützt er schlechter. Doch der ADAC fand beim Fahrradhelm-Test genau hier häufig Schwachstellen.

Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) hat gemeinsam mit Stiftung Warentest Fahrradhelme für Erwachsene getestet, darunter erstmals drei Pedelec-Helme. Denn: Schnelle Pedelecs ab 25 km/h gelten als Kraftfahrzeuge, hier gilt die Helmpflicht. Die Helme müssen dann auch spezielle Anforderungen erfüllen: Vor allem eine bessere Aufpralldämpfung als bei regulären Helmen ist wegen der höheren Geschwindigkeit, die Pedelecs erreichen, wichtig.
 
Neben den Pedelec-Helmen, die getestet wurden, haben ADAC und Stiftung Warentest elf City- und Urban-Helme geprüft. Kriterien waren dabei die Sicherheit, der Komfort, die Handhabung und der Schadstoffgehalt. Das Gesamtergebnis: Nur drei Helme bekamen von den Fachleuten ein "gut".

Guter Kopfschutz muss nicht teuer sein

Testsieger des diesjährigen Tests ist - wie bereits im Jahr 2021 - ein Helm des Herstellers Uvex. Bei einer Gesamtnote von 2,0 lieferte das Modell "Urban Planet LED" den besten Unfallschutz, hervorragende Handhabung und schadstofffreie Materialien.
 
Die Lidl-Eigenmarke Crivit konnte mit ihrem Fahrradhelm einen guten Platz erreichen. Die Note 2,6 gab es von den Testenden für das "hervorragende Preis-Leistungs-Verhältnis des Helms" - dieser kostet laut ADAC nur ein Achtel dessen, was der Testsieger kostet. Doch der Helm hat auch seine Schwachstellen in Form eines nicht ausreichenden Schutzes der Schläfenpartie.
 
Der Hersteller Casco belegte mit seinem Helm "E.Motion 2" den letzten Platz im Test. Er wurde unter anderem als mangelhaft eingestuft, weil ein Gurtschloss bei der Abziehprüfung brach.

Schläfenschutz nutzt

Eine Schwachstelle im Bereich der Schläfen konnte gleich bei mehreren Fahrradhelmen ausgemacht werden. Hier zeigte sich die Problematik besonders daran, dass die Stoßdämpfungseigenschaften nicht ausreichten. Die Helme der Hersteller Cube, Decathlon, Abus (für S-Pedelecs), Prophete und Lidl wurden aus diesem Grund abgewertet. Der Lidl-Helm schnitt im Bereich der Schläfe sogar am schlechtesten ab.

Komfort und Handhabung

Wer viel Fahrrad fährt und dabei auch mal ins Schwitzen kommt, weiß, dass der Komfort eines Fahrradhelms durchaus Kaufkriterium sein kann. Hier punkteten vor allem die Modelle von Uvex und Casco, etwa mit einem Netz an der Helminnenseite. Negativ fielen die Helme von Decathlon und Prophete auf, die an unterschiedlichen Stellen Druckgefühle oder sogar Druckstellen verursachten.

Pedelec-Helme im Test

Jetzt zu den Pedelec-Helmen: Im Test waren der Cratoni Commuter, der Ked Mitro UE-1 und der Abus Pedelec 2.0 Mips mit Preisen zwischen 140 und 200 Euro. Alle drei kamen lediglich auf ein "befriedigend". Dabei wurden die Helme einmal mit erhöhter Geschwindigkeit getestet - alle mit befriedigendem Ergebnis - und dann nochmal mit normaler Fahrradgeschwindigkeit. Dabei ergaben sich aber auch nur befriedigende Ergebnisse. Es gilt also nicht, dass die Pedelec-Helme auch für Muskelkraftradler:innen die sicherere Wahl sind - normale Fahrradhelme kamen hier zu besseren Testergebnissen.

Erst der Sitz macht sicher

Warum auch ein schlechter Helm Leben retten kann

Die Unfallforschung des ADAC zeigt, dass Fahrradhelme bei Stürzen effektiv vor vielen Kopfverletzungen schützen können. Das gilt für gute Helme - aber auch für schlechte. Wenn dieser richtig getragen wird, so sind sich die Fachleute des ADAC einig. Deshalb sollte man sich beim Kauf des Helms genug Zeit nehmen, um den Sitz zu überprüfen - Brillenträger mit Brille! Schläfen, Stirn und Hinterkopf muss der Helm bedecken, und zwar so, dass er sicher sitzt, ohne zu drücken. Weitere Hinweise, die beim Kauf eines Fahrradhelms zu beachten sind, hat Stiftung Warentest zusammengefasst.

Ein Beitrag von SUPER.MARKT mit Material des ADAC, 22.03.2024.