Die Sendung im Detail

Klartext im Rückblick

Klartextlogo mit Schriftzug "Archiv" (Quelle: rbb)

Über den Tag hinaus

Unter der Rubrik 'Über den Tag hinaus' haben wir diejenigen KLARTEXT-Beiträge eingestellt, die zeitgeschichtliche Bedeutung erlangt haben. Sie berichten über Ereignisse oder Probleme, die auch noch Jahre oder Jahrzehnte nach der Erstausstrahlung von hohem öffentlichen Interesse sind.

Links: Mediziner leisten den hippokratischen Eid. Rechts: Eine junge Ärztin hat überarbeitet ihren Kopf auf den Tisch gelegt (Quelle: rbb/Kontraste; Collage: rbb)

Zwischen Profit und Moral - Assistenzärzte unter Druck

Viele junge Ärztinnen und Ärzte legen eine moderne Form des hippokratischen Eides ab. Doch im Klinikalltag fällt es ihnen schwer, dieser moralischen Verpflichtung gerecht zu werden. In einem interaktiven Webspecial von rbb online, KLARTEXT und dem ARD-Politikmagazin Kontraste berichten vier Assistenzärzte aus Berlin und Brandenburg offen über Missstände und Risiken für Patienten. Experten und Politiker geben Antworten: Woher kommt der Druck? Was muss geändert werden? Eine Recherche von Ursel Sieber, Robin Avram und Friederike Schröter

KLARTEXT Archiv

  • 20 Jahre danach - Welche Lehren zieht Mahlow aus dem rassistischen Anschlag auf Noël Martin?

    Vor zwanzig Jahren wurde der schwarze britische Bauarbeiter Noël Martin Opfer eines rechtsradikalen Anschlags im brandenburgischen Mahlow und sitzt seitdem querschnittgelähmt im Rollstuhl. Klartext hat den heute 56-Jährigen in seiner Heimatstadt Birmingham besucht und einen gesundheitlich schwer angeschlagenen Mann getroffen, dessen Wille zum Kampf gegen Rassismus jedoch ungebrochen scheint.
    In Mahlow selbst hat Martin bis heute Spuren hinterlassen: Die Gemeinde spricht sich offensiv gegen Fremdenfeindlichkeit aus. Dennoch wurde auch hier im vergangenen Herbst ein Brandanschlag auf eine leerstehende Flüchtlingsunterkunft verübt.

    Drohen statt Diskurs - Anschläge auf Politiker häufen sich

    Die neuen Zahlen des BKA zeigen es: Die Zahl derer, die offenbar den politischen Diskurs scheuen und statt dessen vor Gewalt, Drohungen und Sachbeschädigungen nicht zurückschrecken, nimmt zu. Das zeigt sich im Netz, auf Demos und gerne auch anhand von Übergriffen auf Politiker. Woher kommt der Hass?

    Personalräte der Berliner Polizei nutzen offenbar Dienstzeit für Gewerkschaftsarbeit

    Nach Recherchen des rbb-Politikmagazins KLARTEXT arbeiten Personalräte der Berliner Polizei gesetzeswidrig während ihrer eigentlichen Arbeitszeit bei der Polizei für die Gewerkschaft der Polizei (GdP). Ein Teil der Gewerkschaftsarbeit wird so unzulässigerweise aus Steuermitteln finanziert. Zudem sind Personalräte auch während ihrer Dienstzeit für eine privatwirtschaftliche Tochterfirma der GdP tätig. Diese Tätigkeiten sind durch den Polizeipräsidenten nicht genehmigt und dauern offenbar seit Jahren an.

    Bye, bye Piratenpartei - Was bleibt?

    Sie wirkten unverbraucht, ehrlich und erfrischend unprofessionell. Vor 5 Jahren landeten die Piraten den Überraschungserfolg bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus. Ihr Versprechen: mehr Bürgerbeteiligung und Transparenz. Ihr Politikschwerpunkt: Netzpolitik. Analysten prophezeiten: Die Piraten würden die politische Landschaft für immer verändern. Heute ist der Stimmenanteil für die Partei in aktuellen Umfragen kaum mehr messbar. Warum sind sie gescheitert? Was bleibt von den Piraten, wenn sie wohl demnächst ihre Büros im Abgeordnetenhaus räumen werden?

  • Asbest in Neukölln - Wie Mieter unnötig gefährdet werden

    In vielen Berliner Wohnhäusern schlummert eine unsichtbare Gefahr: Asbest in Fußböden. In einer Siedlung in Neukölln wurden Böden in den Hausfluren entfernt, ohne Sicherheitsvorkehrungen für Arbeiter und Mieter. Nach Anzeigen bei der Polizei wurden die Arbeiten zwar gestoppt, aber der Staub und die asbesthaltigen Reste blieben liegen. Die Mieter sind ratlos, denn der Behördendschungel in Sachen Asbest ist für schier undurchdringlich.

    Debatte - Wer gehört eigentlich zu Deutschland?

    Es regt sich kaum Protest darüber, dass Muslime derzeit häufig unter Generalverdacht gestellt werden - und zwar nicht nur von AfD-Wählern. Da heißt es gern mal: "Kopftuchverbot? Ja, warum denn auch nicht? Jetzt sofort und für alle!", "Solidarität mit muslimischen Opfern? Wieso das denn? Sind die das nicht irgendwie selbst schuld?" Doch was bedeutet das für eine Gesellschaft, in der geschätzt vier Millionen Muslime friedlich und schon über mehrere Generationen leben? Ein Debattenbeitrag, der zum Umdenken anregen will.

    Bockbrauerei - Gewerbe oder Wohnen?

    Die Bockbrauerei in Kreuzberg ist  ein Bauwerk aus der frühen Zeit der Berliner Industrialisierung -  steht aber noch heute für ein funktionierendes Gewerbegebiet. Nun will ein privater Investor hier über 300 Wohnungen bauen. Deshalb fürchten rund 30 mittelständische Firmen und Einrichtungen der Kiezkultur - wie das Inklusionstheater Thikwa - um den Standort und eine lebendige Mischung von Arbeit, Kultur und Wohnen. Wohnraum versus Kiezkultur -  in Kreuzberg muss das offenbar ein Konflikt sein.

    Braune Bäche in der Lausitz - Messwerte passend gemacht?

    Aus dem Tagebau Welzow fließt eisenhaltiges Wasser in die Landschaft. Dafür gelten Grenzwerte - die wohl nicht immer eingehalten wurden. Und so wurden offenbar die Kontrollstationen einfach so weit vom Tagebau weg verlegt, dass dann auch wieder die Messwerte stimmten. Umweltschutz auf Brandenburger Art.

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    KLARTEXT vom 18.05.2016

    +++ Weltrettung im Tagebau? - Streit über Großdemonstration der Klimaschützer +++ Was wird aus dem Haus der Statistik? – Streit um Filetgrundstück in Mitte +++ Rechtsanspruch auf Hort-Plätze? - Streit über Finanzierung ungelöst +++ Krebsgefahr durch Schießstände? – Streit über ignorierte Gutachten +++

    Weltrettung im Tagebau? - Streit über Großdemonstration der Klimaschützer

    Ein rasches Ende der Kohleverstromung in der Lausitz ist nicht in Sicht. Grund genug für eine Schar junger Aktivisten Widerstand zu leitsten - auch mit illegalen Mitteln. Für sie steht fest: um das Klima zu retten, müssen andere Saiten aufgezogen werden: Bagger besetzen, Transportgleise blockieren, den Tagebau so lange wie möglich still legen.

    Was wird aus dem Haus der Statistik? - Streit um Filetgrundstück in Mitte

    Flächen sind in Berlin Mangelware. Trotzdem leistet sich die Stadt, dass in attraktiver Innenstadtlage das sogenannte Haus der Statistik auf 55.000 Quadratmetern seit acht Jahren einfach so vor sich hin rottet. Dabei gäbe es durchaus Konzepte, wie mit der Immobilie ein Impuls gesetzt werden könnte, dessen Lebendigkeit in die Gegend rund um den Alexanderplatz ausstrahlen könnte. Jedoch: die Politik blockiert sich selbst.

    Rechtsanspruch auf Hort-Plätze? - Streit über Finanzierung ungelöst

    Gerade hat der Berliner Senat die Gratis-Kita beschlossen - im Sinne der Chancengleichheit. Sobald das Kind allerdings in die Schule geht und danach in einen Hort soll, ist es vorbei mit der Kostenfreiheit. Dazu kommt: Anspruch auf einen Hort-Platz haben nur Kinder berufstätiger Eltern. Dabei profitierten besonders Kinder aus bildungsfernen Schichten von Hausaufgabenbetreuung und Arbeitsgemeinschaften. Berliner Eltern fordern deshalb schon lange, dass allen Kindern ein Hort-Platz garantiert werden sollen.

    Krebsgefahr durch Schießstände? - Streit über ignorierte Gutachten

    KLARTEXT hatte im Oktober aufgedeckt, dass die Berliner Polizeibehörden offenbar über Jahre eine massive Gefährdung der Gesundheit ihrer Polizisten in Kauf nahmen, indem Gutachten in der Schublade blieben. Krebs und andere Krankheiten sollen die Folge sein. Jetzt hat KLARTEXT herausgefunden, dass der toxische Stoff Antimon in der Munition die Ursache für die Erkrankungen sein könnte. 

  • Zweifelhafte Dolmetscher am LAGeSo

    Erst kürzlich nahm die Berliner Polizei bei einer Großrazzia mehrere Mitglieder arabischer Großfamilien fest. Innensenator Henkel lobt den Schlag gegen die "Unterwelt". Jetzt hat  "KLARTEXT" herausgefunden: Berlin beschäftigte selbst Clan-Mitglieder - im Landesamt für Gesundheit und Soziales

    Ratlos in Kreuzberg - Misstrauen und Angst im Kiez

    Traditionell gibt man sich ausländerfreundlich rund um den Chamissoplatz in Kreuzberg. Doch seit etwa einem Jahr geht hier der Klau um. Der Verdacht: Eine Gruppe von mehreren Roma-Familien sei verantwortlich. Der Kiez-Frieden ist dahin.

    Ungeklärte Geschichte - Treuenbrietzen und die Massaker

    Mehr als 70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg wird dieser Tage in Treuenbrietzen der Opfer gleich mehrerer Massenerschießungen gedacht. Das war nicht immer so. Der Ort brauchte lange, um mit der Aufarbeitung zu beginnen. Eines aber bleibt ungeklärt: Niemand kann sagen, warum hier hunderte Menschen getötet wurden.

    Alles Chefsache, oder was? - Michael Müller und die SPD

    Mehr Macht für den SPD-Spitzenkandidaten und eine bessere Position bei den Koalitionsverhandlungen - es gibt sicherlich Gründe, warum der Regierende Bürgermeister Michael Müller den Landesvorsitz seiner Partei zurückhaben will. Doch wie findet man das im Rest der Partei? Klartext testet die Stimmung kurz vor dem Landesparteitag.

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    KLARTEXT vom 13.04.2016

    +++ Problemviertel in der Hauptstadt: Gefahr für den sozialen Frieden? +++ Beatrix von Storch: Angstmachen als Methode? +++ Schulneubau in Berlin: Auf ewig im Schneckentempo? +++ Nachgeschaut: Wie steht´s um die Integration von Flüchtlingen auf dem Land? +++

    Problemviertel in der Hauptstadt - Gefahr für den sozialen Frieden?

    Der Brüsseler Stadtteil Molenbeek gilt dieser Tage als Horrorbeispiel einer Parallelgesellschaft, in der Kriminalität und politisch-religiöse Radikalisierung relativ ungehindert gedeihen können. Berlin ist nicht Brüssel, doch der Bericht zur sozialen Stadtentwicklung zeigt, dass auch hier die Abspaltung ganzer Viertel drohen könnte. Ein Beispiel: die "Weiße Siedlung" im Bezirk Neukölln.

    Beatrix von Storch - Angstmachen als Methode?

    Laute Töne sind bei ihr an der Tagesordnung: Beatrix von Storch skizziert den deutschen Bürger gern mal als unfrei und übersexualisiert. Die Pfändung ihres Kontos verkauft sie als politisches Statement gegen die öffentlich-rechtlichen Medien. Und im Kampf gegen Flüchtlinge schreckt sie nicht davor zurück, notfalls auch Waffengebrauch gegen Kinder zu fordern. Wer ist die Frau, die für die Berliner AfD ins Rennen geht?

    Schulneubau in Berlin - Auf ewig im Schneckentempo?

    Viele Berliner Schulen platzen aus allen Nähten. Neue Schulen müssten eigentlich schnell gebaut werden, um alle Kinder unterzubringen. Doch von der Planung eines Schulneubaus bis zur Fertigstellung vergehen in Berlin 7 bis 8 Jahre, weil viel zu viele Behörden auf Bezirks- und Landesebene mit entscheiden müssen. Anderswo geht es viel schneller: Zum Beispiel in Hamburg - ein Vorbild auch für Berlin?

    Nachgeschaut - Wie steht´s um die Integration von Flüchtlingen auf dem Land?

    Krabbelgruppe für Flüchtlings- und andere Kinder, Deutschlern-Paten und gemeinsame Arbeit an Kulturprojekten: In Brandenburg bemühen sich Einwohner gezielt um die Integration von Flüchtlingen. Und die wollen bleiben wo sie sind - zum Beispiel in der Prignitz, einer der bevölkerungsärmsten Regionen Deutschlands. Win-Win für Alle? Ein Beispiel: die Gemeinde im Amt Plattenburg.

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    KLARTEXT vom 30.03.2016 22:15

    +++ 10 Jahre Brandbrief: Die Rütli-Lektion - wer hat was gelernt? +++ Volksentescheid in Berlin: Bald "grüne Welle" für Radfahrer? +++ Mut zur Wahrheit: Dubiose Geschäftemacher in der AfD +++ Arme gegen Arme? - Sozialneid unter den Ärmsten +++ 

    Blaulicht vor der Mozartschule, Quelle: rbb

    Wer hat was gelernt? - 10 Jahre Brandbrief: Die Rütli-Lektion

    Exakt vor zehn Jahren baten die Lehrer der Rütli-Schule um die Auflösung ihrer Schule - zu viel Gewalt und Aggression schienen den Unterricht unmöglich zu machen. Doch ein kluges pädagogisches Konzept hat die Schule befriedet. Wenige Kilometer entfernt leidet die Wolfgang-Amadeus-Mozart-Schule heute unter ähnlich schlimmen Bedingungen. Hat Berlins Schulpolitik nichts gelernt?

    Grafik: Volksentscheid Fahrrad, Quelle: rbb

    Volksentscheid in Berlin - Bald "Grüne Welle" für Radfahrer?

    Radwege aus den 80er Jahren, viel zu schmale Fahrradspuren, gefährliche Kreuzungen. Der Radverkehr in Berlin wächst seit Jahren heftig - gleichzeitig reagieren Verkehrspolitiker viel zu langsam. Doch muss denn wirklich erst mit einem Volksentscheid gedroht werden, damit Berlin die Radfahrer ernst nimmt? 

    Grafik: AfD, Quelle: rbb

    Dubiose Geschäftemacher in der AfD - Mut zur Wahrheit

    Nach den Ereignissen am Silvester-Abend in Köln hat die AfD Brandenburg damit begonnen, eine eigene Frauenbewegung aufzubauen. An vorderster Front arbeitet eine brandenburgische Unternehmerin. Sie fordert zum Beispiel, die mutmaßlich kriminelle Vergangenheit von Asylbewerbern öffentlich zu machen. KLARTEXT hat ehemalige Geschäftspartner der AfD-Front-Frau getroffen: Die fordern hingegen, die dubiose Vergangenheit der Unternehmerin öffentlich zu machen. 

    Warteschlange vor Suppenküche, Quelle: rbb

    Sozialneid unter den Ärmsten - Arme gegen Arme?

    "Die Flüchtlinge kriegen fast alles, für uns Deutsche macht ihr nichts" - dieses Gefühl ist seit ein paar Monaten besonders bei hilfebedürftigen Deutschen verbreitet. Und genau da knüpfen fragwürdige rechte Initiativen an und versuchen diese Ängste für ihre Zwecke zu nutzen. KLARTEXT schaute nach: Werden Lebensmittel und Spenden für "deutsche" Bedürftige tatsächlich knapper? Es ist mehr als genug für alle da - sagen jedenfalls Betreiber caritativer Organisationen.

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    KLARTEXT vom 16.03.2016

    +++ Alt und vergessen in Berlin +++ Dauerkrank und nicht zu vertreten +++ Streit um Zukunft der Stasiunterlagen-Behörde +++ Können Flüchtlinge den Fachkräftemangel in Deutschland beheben? +++

    Akte in der Stasiunterlagenbehörde, Quelle: rbb

    Wohin mit den Akten? - Streit um Zukunft der Stasiunterlagen-Behörde

    Sie war die erste Institution weltweit, in der sich Bürger informieren konnten, wie sie vom Geheimdienst überwacht wurden. Delegationen aus ehemaligen Diktaturen wie Südafrika, Chile oder auch Polen und Tunesien kamen nach Berlin, um sich über die Arbeit der Stasi-Unterlagenbehörde zu informieren. Doch über 25 Jahre nach dem Mauerfall stellt sich die Frage: Braucht man dafür noch eine eigene Behörde mit über 1600 Mitarbeitern oder können Archive zukünftig für Information und Aufklärung sorgen?