Enthüllung des Fontane-Denkmals 1907 - Quelle: Museum Neuruppin
Museum Neuruppin
Enthüllung des Fontane-Denkmals 1907 | Bild: Museum Neuruppin

- Neuruppin - Fontane-Denkmal

Theodor Fontanes Sohn Friedrich stand Modell für das Denkmal in Neuruppin. Als es eingeweiht wurde war der Fontane-Kult schon in vollem Gange.

Theodor Fontane "Meine Gräber":

Kein Erbbegräbnis mich stolz erfreut;
meine Gräber liegen zu weit zerstreut,
weit zerstreut über Stadt und Land,
aber all in märkischem Sand.

Verfallene Hügel, die Schwalben ziehn,
vorüber schlängelt sich der Rhin,
über weiße Steine, zerbröckelt all',
blickt der alte Ruppiner Wall,
die Buchen stehn, die Eichen rauschen,
die Gräberbüsche Zwiesprach tauschen,
und Haferfelder weit auf und ab, –
da ist meiner Mutter Grab.

Und ein andrer Platz, dem verbunden ich bin:
Berglehnen, die Oder fließt dran hin,
zieht vorüber in trägem Lauf,
gelbe Mummeln schwimmen darauf.
Am Ufer Werft und Schilf und Rohr,
und am Abhange schimmern Kreuze hervor,
auf eines fällt heller Sonnenschein, –
da hat mein Vater seinen Stein.

Der Dritte, seines Todes froh,
liegt auf dem weiten Teltow-Plateau,
Dächer von Ziegel, Dächer von Schiefer,
dann und wann eine Krüppelkiefer,
ein stiller Graben die Wasserscheide,
Birken hier und da eine Weide,
zuletzt eine Pappel am Horizont, –
im Abendstrahle sie sich sonnt.
Auf den Gräbern Blumen und Aschenkrüge,
vorüber in Ferne rasseln die Züge,
still bleibt das Grab und der Schläfer drin, –
der Wind, der Wind geht drüber hin.

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über weiße Steine, zerbröckelt all', blickt der alte Ruppiner Wall,

Theodor Fontane