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  • Christoph Brumme: Im Schatten des Krieges © S. Hirzel
    S. Hirzel

    Tagebuchaufzeichnungen aus der Ukraine - Christoph Brumme: "Im Schatten des Krieges"

    Zu Beginn dieser Tagebuchaufzeichnungen des Schriftstellers Christoph Brumme fragt dessen 11-jähriger Steifsohn Kolja: "Müssen wir fliehen? Wird Putin unser geliebtes Poltawa in Schutt und Asche bombardieren, wie er das schon vor mehr als zwanzig Jahren mit Grosny gemacht hat?" Fragen eines Kindes in Zeiten des Krieges in der Ukraine, Fragen, die naheliegen. Irritierend ist bloß, dass sie von Kolja schon am 25. Januar gestellt wurden, da dieses Ukraine-Tagebuch von Brumme beginnt.

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  • Helene Hegemann: Schlachtensee © Kiepenheuer & Witsch
    Kiepenheuer & Witsch

    Stories - Helene Hegemann: "Schlachtensee"

    Seit ihrem gefeierten Debüt "Axolotl Roadkill" im Jahr 2010 gilt Helene Hegemann als Jungstar der deutschen Literatur. Damals war sie grade mal 18 Jahre alt, nur wenig älter als ihre Protagonistin, die in einer Berliner WG lebte, viele Drogen nahm und die Techno-Clubs der Stadt besuchte. Inzwischen ist Helene Hegemann 30 und auch die Figuren in ihrem neuen Buch sind mit ihr entsprechend gealtert. "Schlachtensee" heißt dieser Band mit 15 "Stories".

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  • Christa Mayer: Meine Mutter, meine Schwester und ich © Hartmann Books
    Hartmann Books

    Fotoband - Christa Mayer: "Meine Mutter, meine Schwester und ich"

    Als vor wenigen Jahren mit einer großen Übersichtsausstellung in Berlin an die bundesweit einflussreiche Kreuzberger "Werkstatt für Photographie" erinnert wurde, da rückte auch eine Fotografin wieder in den Fokus, die dort ihre Ausbildung erhielt, aber weiterhin ihrem Beruf als klinische Psychologin nachgegangen war: Christa Mayer. Bekannt wurde sie durch Aufnahmen aus der geschlossenen Langzeitpsychiatrie. Jetzt, mit 77 Jahren, veröffentlichte sie ihren ersten Fotoband.

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  • "Die sieben Sprachen des Schweigens" © Rowohlt
    Rowohlt

    Letztes Werk - Friedrich Christian Delius: "Die sieben Sprachen des Schweigens"

    Nun ist es sein Vermächtnis geworden, Friedrich Christian Delius' letztes Buch "Die sieben Sprachen des Schweigens": Der Schriftsteller und Georg-Büchner-Preisträger ist im Alter von 79 Jahren in Berlin gestorben. Drei Geschichten aus seinem Leben stecken in diesem Werk - wichtige, lebensverändernde Stationen.

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Buch-Rezensionen

  • Helene Hegemann: Schlachtensee © Kiepenheuer & Witsch
    Kiepenheuer & Witsch

    Stories - Helene Hegemann: "Schlachtensee"

    Seit ihrem gefeierten Debüt "Axolotl Roadkill" im Jahr 2010 gilt Helene Hegemann als Jungstar der deutschen Literatur. Damals war sie grade mal 18 Jahre alt, nur wenig älter als ihre Protagonistin, die in einer Berliner WG lebte, viele Drogen nahm und die Techno-Clubs der Stadt besuchte. Inzwischen ist Helene Hegemann 30 und auch die Figuren in ihrem neuen Buch sind mit ihr entsprechend gealtert. "Schlachtensee" heißt dieser Band mit 15 "Stories".

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    "Die sieben Sprachen des Schweigens" © Rowohlt
    Rowohlt

    Letztes Werk - Friedrich Christian Delius: "Die sieben Sprachen des Schweigens"

    Nun ist es sein Vermächtnis geworden, Friedrich Christian Delius' letztes Buch "Die sieben Sprachen des Schweigens": Der Schriftsteller und Georg-Büchner-Preisträger ist im Alter von 79 Jahren in Berlin gestorben. Drei Geschichten aus seinem Leben stecken in diesem Werk - wichtige, lebensverändernde Stationen.

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    Nicole Krauss: Ein Mann sein © Rowohlt
    Rowohlt

    Storys - Nicole Krauss: "Ein Mann sein"

    Ihre Romane gehören nicht nur zum Besten der US-amerikanischen Gegenwartsliteratur: Nicole Krauss schreibt Bücher von Welt. Denn die 1974 geborene Schriftstellerin ist in New York genauso zu Hause wie in Tel Aviv; ihre Romane greifen die jüdisch-osteuropäische Geschichte ihrer eigenen Familie ebenso auf wie die politischen Brüche der Gegenwart an vielen Orten. Jetzt ist ihr erster Erzählungsband erschienen: "Ein Mann sein".

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    Donna Leon: Milde Gaben © Diogenes
    Diogenes

    Commissario Brunettis 31. Fall - Donna Leon: "Milde Gaben"

    Donna Leon, geboren in Montclair/New Jersey, hat es vor vielen Jahren in die weite Welt verschlagen. Sie war Reiseleiterin in Rom, Werbetexterin in London und Lehrerin in der Schweiz, im Iran, in China und in Saudi-Arabien. Nachdem sie in ihre Wahlheimat Venedig zog, begann sie mit dem Schreiben der "Brunetti"-Romane, die in unzählige Sprachen (aber nicht ins Italienische!) übersetzt werden. "Milde Gaben" ist der 31. Fall für den sympathischen Commissario, der die griechischen Klassiker liebt.

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    Eckart Nickel: Spitzweg © Piper
    Piper

    Roman - Eckhart Nickel: "Spitzweg"

    Eckhart Nickels Roman "Spitzweg" ist ein Roman über Kunst, darüber, wie man Kunst begreifen, sich ihr anverwandeln kann: ein Kunstwerk eigenen Grades. Es kommt hier natürlich auch Carl Spitzweg vor, aber nur wenig aus dessen Leben.

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    Yasmina Reza: Serge © Hanser
    Hanser

    Roman - Yasmina Reza: "Serge"

    Bekannt ist Yasmina Reza vor allem für ihre Theaterstücke: "Kunst", "Drei Mal Leben" oder "Der Gott des Gemetzels". Doch die französische Autorin, Regisseurin und Schauspielerin schreibt auch Drehbücher und Romane. Ihr neuester Roman heißt "Serge" und wurde von Frank Heibert und Hinrich Schmidt-Henkel übersetzt.

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    Andreas Stichmann: Eine Liebe in Pjöngjang © Rowohlt
    Rowohlt

    Roman - Andreas Stichmann: "Eine Liebe in Pjöngjang"

    Andreas Stichmann, geboren 1983 in Bonn, hat bisher einen Band mit Erzählungen und zwei Romane geschrieben und dafür viel Anerkennung und einige Auszeichnungen erhalten – vor allem für seinen Debütroman "Das große Leuchten". Darin erzählt er von einer Reise durch den Irak und durch die Wüste. Sein neuer, dritter Roman führt noch viel weiter weg: nach Nordkorea.

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    Oksana Sabuschko: Schwestern © KLAK
    KLAK

    Ein Roman in Erzählungen - Oksana Sabuschko: "Schwestern"

    "Feldstudien über ukrainischen Sex" – so heißt der Roman, mit dem die Kyjiwer Schriftstellerin Oksana Sabuschko Mitte der 90er Jahre berühmt wurde. Sabuschko, Jahrgang 1960, ist eine starke, schonungslose, eigenwillige Stimme der literarischen Avantgarde der Ukraine. Vielleicht kann man sie eine literarische Psychoanalytikerin der ukrainischen Gesellschaft nennen: Die Traumata der sowjetischen Vergangenheit und Sex als Metapher für Begehren und Gewalt sind ihre Themen. Auch in ihrem Buch "Schwestern. Ein Roman in Erzählungen", aus dem Ukrainischen übersetzt von Alexander Kratochvil, erschienen im kleinen Berliner Klak-Verlag.

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    Saša Stanišić: Herkunft © Luchterhand
    Luchterhand

    Roman - Saša Stanišić: "Herkunft"

    Gute Bücher altern nicht. Saša Stanišićs Roman "Herkunft" gehört zu jenen Büchern, die man im Moment noch einmal mit ganz anderen Augen liest. 2019, als das Buch erschien, gewann Stanišić damit den Deutschen Buchpreis, stand auf den Bestsellerlisten, bekam viel Scheinwerferlicht und zahlreiche positive Rezensionen. Wenn man es jetzt wieder zur Hand nimmt, nur zweieinhalb Jahre später, liest man es mit einem anderen politischen Soundtrack: vor dem Hintergrund des Angriffskrieges auf die Ukraine. Und das verleiht den Fragen, die Stanišić in "Herkunft" verhandelt, eine erneute Dringlichkeit.

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    Karl Ove Knausgård: Der Morgenstern © Luchterhand
    Luchterhand

    Roman - Karl Ove Knausgård: "Der Morgenstern"

    Mit seinem autobiografischen Großprojekt in sechs Bänden wurde Karl Ove Knausgård berühmt. "Mein Kampf" hieß diese Alltagsmitschrift im norwegischen Original. Auf Deutsch klangen die Titel "Leben", "Lieben" oder "Sterben" weniger martialisch. Jetzt gibt es einen neuen, nicht weniger umfangreichen Roman des norwegischen Autors, in dem es nicht mehr um ihn selbst geht, sondern um insgesamt neun fiktive Figuren. "Der Morgenstern" lautet der Titel, dieses Mal in Übereinstimmung mit dem vor zwei Jahren erschienenen norwegischen Original.

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    Nino Haratischwili: Das mangelnde Licht © Frankfurter Verlagsanstalt
    Frankfurter Verlagsanstalt

    Roman - Nino Haratischwili: "Das mangelnde Licht"

    Es gibt eine ganze Reihe an aktuellen Romanen, die gerade frappierend aktuell sind, weil sie uns die Vorgeschichte für den Angriffskrieg auf die Ukraine deutlich machen. Ob es Katerina Poladjans Roman "Zukunftsmusik" ist oder Sasha Marianna Salzmanns "Im Menschen muss alles herrlich sein" - oder eben dieser neue Roman von Nino Haratischwili. Schon mit "Das achte Leben" hatte die 1983 in Tbilissi geborene Autorin und Theaterregisseurin ein beeindruckendes Georgien-Epos geschrieben, und mit "Die Katze und der General", der in Tschetschenien spielte, stand sie auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis.

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    Imre Kertész: Heimweh nach dem Tod © Rowohlt
    Rowohlt

    Arbeitstagebuch zur Entstehung des "Romans eines Schicksallosen" - Imre Kertész: "Heimweh nach dem Tod"

    Imre Kertész' autobiografischer "Roman eines Schicksallosen" ist eines der wichtigsten literarischen Zeugnisse des Holocaust. Doch erst nach dem Zerfall des Sozialismus gelang Kertész der internationale Durchbruch und sein Bericht eines 14-Jährigen, der Auschwitz und Buchenwald überlebt hatte, machte ihn weltberühmt. Die Entstehungsgeschichte des Romans kann man nun in dem Arbeitstagebuch "Heimweh nach dem Tod" nachlesen.

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    Torsten Schulz: Öl und Bienen © Klett-Cotta
    Klett-Cotta

    Roman - Torsten Schulz: "Öl und Bienen"

    Der Schriftsteller Torsten Schulz ist bekannt für zahlreiche Filmdrehbücher und für Romane wie "Boxhagener Platz" und "Skandinavisches Viertel". Geboren wurde er 1959 in Berlin, wo er immer noch lebt, aber nur zum Teil, er hat auch ein Domizil auf dem Land. In der Provinz spielt auch sein neues Buch "Öl und Bienen" - genauer gesagt im Havelland.

    Orhan Pamuk: Die Nächte der Pest © Hanser Verlag
    Hanser Verlag

    Roman - Orhan Pamuk: "Die Nächte der Pest"

    Literaturnobelpreisträger geben sich im rbb die Klinke in die Hand: Gerade war der aktuelle Preisträger, der in England lebende tansanische Autor Abdulrazak Gurnah, zu Gast, um seinen Roman "Ferne Gestade" vorzustellen, da kommt schon der türkische Schriftsteller Orhan Pamuk ins Haus des Rundfunks. "Die Nächte der Pest" heißt der neue Roman, den der Literaturnobelpreisträger im Großen Sendesaal präsentiert.

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    Abdulrazak Gurnah: Ferne Gestade © Penguin
    Penguin

    Roman des Literaturnobelpreisträgers 2021 - Abdulrazak Gurnah: "Ferne Gestade"

    Hoher Besuch im Großen Sendesaal des rbb: Abdulrazak Gurnah, Literaturnobelpreisträger von 2021, stellt seinen soeben im Penguin Verlag erschienen Roman "Ferne Gestade" vor. Der 1948 im damaligen Sultanat Sansibar geborene Autor emigrierte 1968 nach Großbritannien, lehrte nach seinem Literaturstudium an verschiedenen Universitäten englische Literatur lehrte und machte als Schriftsteller Karriere.

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    Stine Pilgaard: Meter pro Sekunde © Kanon Verlag
    Kanon Verlag

    Roman - Stine Pilgaard: "Meter pro Sekunde"

    Die dänische Autorin Stine Pilgaard, 1984 in Aarhus geboren, ist mit ihren bisher drei Romanen in Dänemark ein Publikumsliebling. Für "Meter pro Sekunde" wurde sie mit dem "Goldenen Lorbeer" der dänischen Buchhändler ausgezeichnet. Ihr dritter Roman ist nun der erste, der in deutscher Übersetzung vorliegt. Er spielt in Velling, einem kleinen Städtchen in Westjütland an der Nordseeküste, einer wortkarge Gegend, die Pilgaard als "Land der kurzen Sätze" bezeichnet.

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    Joachim B. Schmidt: Tell © Diogenes
    Diogenes

    Roman - Joachim B. Schmidt: "Tell"

    Vor 15 Jahren hat der Schweizer Autor Joachim B. Schmidt seiner Heimat den Rücken gekehrt und ist nach Island ausgewandert. Wenn er nicht gerade Touristen über die Insel führt, schreibt er Romane und Kolumnen. Im Roman "Kalmann" entwarf er das Porträt eines geistig benachteiligten Außenseiters, der in einen rätselhaften Kriminalfall verwickelt wird. Dabei spielten auch geheimnisvolle nordische Sagen und Legenden eine Rolle. Um Mythen und Märchen geht es auch in seinem neuen Roman "Tell".

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    Senthuran Varatharajah: Rot (Hunger) © S. Fischer
    S. Fischer

    Roman - Senthuran Varatharajah: "Rot (Hunger)"

    "Liebe geht durch den Magen", "Ich hab dich zum Fressen gern" – die Sprache der Liebe ist kannibalistisch. In dem Roman "Rot (Hunger)" von Senthuran Varatharajah nehmen zwei Männer diese Redensarten ernst: der eine verspeist den anderen. Ausgehend vom wahren Fall des sogenannten "Kannibalen von Rotenburg" macht sich der Autor Gedanken über das Wesen der Liebe und wie man mit der Tatsache umgehen soll, dass der Mensch, den man liebt, doch immer weit weg ist, egal, wie nah man ihm kommt.

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    Natasha Brown: Zusammenkunft © Suhrkamp
    Suhrkamp

    Roman - Natasha Brown: "Zusammenkunft"

    Dieser Roman ist wie ein Schlag in den Nacken: kurz und schmerzvoll. Die britische Autorin Natasha Brown erzählt in ihrem Debüt "Zusammenkunft" von einer jungen Schwarzen Frau, die Karriere in einer Londoner Bank macht - und im Beruf wie im Privaten jede Sekunde zu spüren bekommt: Du bist anders, du gehörst eigentlich nicht dazu. Auf knapp über hundert Seiten nimmt Natasha Brown ihre Leser:innen mit in die Welt ihrer Ich-Erzählerin, die versucht, ihren Platz in der Gesellschaft einzunehmen - und daran scheitert.

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    Gerald Murnane: Inland © Suhrkamp
    Suhrkamp

    Roman - Gerald Murnane: "Inland"

    Gerald Murnane ist hierzulande nahezu unbekannt. Dabei gilt er seit Jahren als Kandidat für den Literaturnobelpreis. In seinem Heimatland Australien gehört er zu den wichtigsten Autoren seiner Generation. Der Suhrkamp Verlag macht sich seit einigen Jahren zusammen mit dem Übersetzer Rainer G. schmidt um Murnane verdient. 2017 erschien in der Bibliothek Suhrkamp Murnanes erster Roman "Die Ebenen", es folgten "Grenzbezirke" und "Landschaft mit Landschaft" - und jetzt ein Roman, der in Australien 1988 erschienen ist: "Inland".

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    Michel Houellebecq: Vernichten © Dumont
    Dumont

    Roman - Michel Houellebecq: "Vernichten"

    Ein neuer Houellebecq-Roman ist immer ein Ereignis. Der Titel seines achten Romans - "Vernichten" - lässt all die Abgründe vermuten, für die der französische Skandalautor seit Jahren steht. Die Geschichte führt ins Frankreich des Jahres 2027.

     

     

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    Louise Glück: Winterrezepte aus dem Kollektiv © Luchterhand
    Luchterhand

    Gedichte - Louise Glück: "Winterrezepte aus dem Kollektiv"

    Als die US-amerikanische Lyrikerin Louise Glück 2020 den Literaturnobelpreis bekam, war hierzulande die Überraschung groß. Kaum jemand kannte die zurückgezogen lebende Dichterin. Zwar hatte sie bereits 13 Gedichtbände und zwei Essay-Sammlungen veröffentlicht, aber nur wenige Texte der in den USA mit dem Pulitzerpreis und dem National Book Award ausgezeichneten Autorin waren ins Deutsche übersetzt. "Winterrezepte aus dem Kollektiv" heißt ihr neuer Gedichtband. Es ist das erste Buch von Louise Glück, seit sie im Rampenlicht der Öffentlichkeit steht.

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    Banine: Kaukasische Tage © dtv
    dtv

    Erinnerungen - Banine: "Kaukasische Tage"

    Umm-El-Banine Assadoulaeff, die sich der Einfachheit halber schlicht Banine nannte, war knapp 40 Jahre alt, als 1945, kurz nach Kriegsende, in Paris ihre Erinnerungen "Kaukasische Tage" erschienen. 1905 in Baku geboren, lebte sie seit 1923 in Paris, das für sie weniger Exil als immer schon Stadt ihrer Träume gewesen war. In einer Neuübersetzung von Bettina Bach kann diese abenteuerliche Lektüre jetzt neu entdeckt werden.

     

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    Mieko Kawakami: Heaven © Dumont
    Dumont

    Roman - Mieko Kawakami: "Heaven"

    Der japanischen Schriftstellerin Mieko Kawakami scheint kein Thema zu heikel. Ihr Debütroman "Heaven" ist ein ebenso heftiger wie feinsinniger Roman über Mobbing, der sich über das gesamte Spektrum jugendlicher Vehemenz spannt.

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    Édouard Louis: Die Freiheit einer Frau © S. Fischer
    S. Fischer

    Roman - Édouard Louis: "Die Freiheit einer Frau"

    Édouard Louis ist noch keine 30, aber längst schon ein Literaturstar. In seiner Heimat Frankreich und international hat er mit seinen autobiografischen Romanen "Das Ende von Eddy" und "Im Herzen der Gewalt" Furore gemacht. Dann kam sein Nachfolge-Roman "Wer hat meinen Vater umgebracht", mit dem der Schriftsteller zum Sprachrohr seines Arbeitervaters wird. Und nun geht es um seine Mutter.

     

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    Stefan Heym: Flammender Frieden © C. Bertelsmann
    C. Bertelsmann

    Roman - Stefan Heym: "Flammender Frieden"

    Dass sein zweiter, auf Englisch verfasster Roman "Of Smiling Peace" erst jetzt auf Deutsch erschienen ist, liegt vor allem an Stefan Heym selbst. Seit 1933 lebte der junge Sozialist, der aus einer jüdischen Familie in Chemnitz stammte, im Exil, seit 1935 in den USA, deren Staatsbürger er wurde.

     

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    Bernhard Schlink: Die Enkelin © Diogenes
    Diogenes

    Roman - Bernhard Schlink: "Die Enkelin"

    Viele Jahre lehrte der 1944 geborene Bernhard Schlink als Professor für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie an verschiedenen Universitäten und war in den Wirren der Wendezeit juristischer Ratgeber. Nebenbei versuchte er sich als Schriftsteller und begründete mit dem 1995 erschienenen Roman "Der Vorleser" seinen literarischen Weltruhm. Hatte er erst vor drei Monaten mit "20. Juli" ein ebenso aktuelles wie historisch-politisches Theaterstück veröffentlicht, erscheint jetzt sein neuer Roman: "Die Enkelin".

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    John le Carré: Silverview © Ullstein
    Ullstein

    Roman - John le Carré: "Silverview"

    Der britische Schrifsteller John le Carré, weltbekannt für seine Spionage-Romane, starb im Dezember letzten Jahres und hinterließ das Manuskript zu seinem letzten Buch in seiner Schublade. Zu seinem 90. Geburtstag erscheint "Silverview" nun auf Deutsch.

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    Clemens Meyer: Stäube © Faber & Faber
    Faber & Faber

    Drei Erzählungen und ein Nachsatz - Clemens Meyer: "Stäube"

    Sein Debütroman "Als wir träumten" über eine Jugend im Leipziger Arbeitermilieu war ein literarisch kraftvoller, autobiografisch geprägter Paukenschlag . "Stäube", so heißt eine Erzählung, die Clemens Meyer im letzten Jahr exklusiv für das ARD-Radiofestival geschrieben und aufgenommen hat. Darin nimmt er die Leser*innen mit auf eine ebenso düstere wie poetische Reise in eine unheimlich-wirkliche Märchenwelt. "Stäube" ist auch der Titel seines jüngsten Erzählbands.

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    Julia Franck: Welten auseinander © S. Fischer
    S. Fischer

    Roman - Julia Franck: "Welten auseinander"

    Nach langer Stille hat Julia Franck wieder ein Buch vorgelegt. "Rücken an Rücken" erschien 2011 – jetzt, nach zehn Jahren, ist eine neue Familiengeschichte der erfolgreichen Berliner Autorin da. Auch "Welten auseinander" handelt von einer Familie, doch der Unterschied zu den bisherigen Büchern der Schriftstellerin ist, dass dieses Buch unverhüllt von ihrer eigenen Geschichte erzählt.

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    Irene Dische: Die militante Madonna © Hoffmann und Campe
    Hoffmann und Campe

    Roman - Irene Dische: "Die militante Madonna"

    Irene Dische wurde 1989 mit dem Erzählungsband "Fromme Lügen" schlagartig bekannt. So lakonisch und erbarmunglos ist zuvor noch nie über den Holocaust geschrieben worden. Lakonie und ein gnadenlos scharfer Blick gehören seither zu den Markenzeichen Disches, die 1952 in New York geboren wurde. Jetzt hat sie einen neuen Roman vorgelegt, mit dem sie sich ins 18. Jahrhhundert und ins Zeitalter des französischen Absolutismus begibt.

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    Bei Dao: Das Stadttor geht auf © Hanser Verlag
    Hanser Verlag

    Memoir - Bei Dao: "Das Stadttor geht auf"

    Der berühmte chinesische Dichter Bei Dao ist eine Symbolfigur der Widerstandsbewegung. Nach Protesten auf dem Platz des Himmlischen Friedens wurde er des Landes verwiesen und lebte viele Jahre im amerikanischen Exil. Jetzt hat er seine Autobiografie geschrieben. "Das Stadttor geht auf" erzählt u.a. von seiner Kindheit und Jugend, die in die Gründungsphase des kommunistischen Chinas fiel und von den Roten Garden, denen er sich als 17-Jähriger anschloss.

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    Dorothy West: Die Hochzeit © Hoffmann und Campe
    Hoffmann und Campe

    Roman - Dorothy West: "Die Hochzeit"

    Dorothy West war in den 1920er Jahren Mitbegründerin der "Harlem Renaissance", einer einflussreichen Künstlerbewegung, die vom New Yorker Stadtteil Harlem ausging, afroamerikanischen Musikern, Malern und Autoren eine Stimme gab und die internationale Kunstszene aufmischte. Ihren ersten Roman "The Living is Easy" veröffentlichte Dorothy West 1948. Der zweite Roman "Die Hochzeit" folgte erst viele Jahre später, 1995, und wurde zu einem internationalen Bestseller. Nun ist "Die Hochzeit" in einer überarbeiteten Neuauflage erschienen.

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    Svenja Leiber: Kazimira © Suhrkamp
    Suhrkamp

    Roman - Svenja Leiber: "Kazimira"

    Die Ostseeküste nordwestlich von Königsberg: Hier wollten die Nationalsozialisten im Januar 1945 Tausende jüdische Frauen und Mädchen in der einst "jüdischen" Bernsteingrube "Anna" einmauern. Als der Plan misslang, trieben sie mindestens 3.000 Menschen auf die gefrorene Ostsee und erschossen sie. Die Schriftstellerin Svenja Leiber weiß, dass diesem Horror literarisch nicht beizukommen ist. Sie weiß aber auch, was schon Faulkner wusste: "Das Vergangene ist nicht tot, es ist nicht einmal vergangen", und sie erzeugt ein weites Panorama dieses Landstrichs mit Menschen, vor allem Frauen, die unvergesslich bleiben.

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    Dilek Güngör: Vater und ich © Verbrecher Verlag
    Verbrecher Verlag

    Roman - Dilek Güngör: "Vater und ich"

    Einen Namen gemacht hat sich die Journalistin Dilek Güngör mit Zeitungskolumnen und ihrem ersten Roman "Das Geheimnis meiner türkischen Großmutter" (2007). Jetzt ist ihr neuer Roman "Vater und ich" erschienen und darin geht es um die Annäherung einer Tochter an ihren Vater, der in den 70er Jahren als sogenannter Gastarbeiter aus der Türkei nach Deutschland kam. Das Buch ist für den Deutschen Buchpreis 2021 nominiert.

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    Jenny Erpenbeck: Kairos © Penguin Verlag
    Penguin Verlag

    Roman - Jenny Erpenbeck: "Kairos"

    Kairos ist der griechische Gott der günstigen Gelegenheit. Er hat vorne eine Stirnlocke, von hinten aber ist er kahl und glatt. Wer nicht sofort zupackt, hat die Gelegenheit verpasst. "Kairos" heißt der neue Roman von Jenny Erpenbeck, ein abgründiger Liebesroman, der in der Endphase der DDR von 1986 bis in die frühen 90er Jahre spielt. Ob aber der Moment, den es festzuhalten gilt, wenn eine Liebesgeschichte beginnen soll, in diesem Fall nicht besser vorübergegangen wäre, ist eine Frage, die der Roman zwar nicht stellt, im Subtext aber eindeutig mit Ja beantwortet.

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    Jörg Fauser: Das Weiße im Auge || Jörg Fauser u. Carl Weissner: Eine Freundschaft © Diogenes
    Diogenes

    Erzählungen 1980-87 - Jörg Fauser: "Das Weiße im Auge"

    Er war wie ein Komet, der kurz am literarischen Himmel aufleuchtet und schnell verglüht: Eines Nachts irrt Jörg Fauser zu Fuß über die Autobahn bei München und stirbt mit gerade einmal 43 Jahren unter ungeklärten Umständen. Seine Romane und Gedichte, Reportagen und Erzählungen sind eine Ausnahmerscheinung in der deutschen Literatur, von Mythen umrankt, von Geheimnissen umwölkt. Doch bis heute nur einem kleineren Kreis von Kritikern und Fans wirklich gegenwärtig.

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    Heinz Strunk: Es ist immer so schön mit Dir © Rowohlt
    Rowohlt

    Roman - Heinz Strunk: "Es ist immer so schön mit Dir"

    Nach den Bestsellern "Das Teemännchen" oder "Der Goldene Handschuh" schaffte es Heinz Strunk nun auch mit seinem neuen Roman direkt aus dem Stand in die SPIEGEL-Bestsellerliste. In der dritten Woche ist er auf Rang 11 mit seinem Buch über die katastrophale Liebe eines Ex-Musikers. Arno Orzessek macht den Bestseller-Check.

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    Beat Sterchi: Capricho © Diogenes
    Diogenes

    Roman - Beat Sterchi: "Capricho. Ein Sommer in meinem Garten"

    Im Pop-Musik-Business nennt man das wohl ein "One-Hit-Wonder". Denn nachdem Beat Sterchi mit "Blösch" 1983 ein fulminantes literarisches Debüt hingelegt hatte, wurde es jahrzehntelang ziemlich still um den 1949 geborenen Schweizer Autor. Gelegentlich veröffentlichte er noch Gedichte, Essays und Theaterstücke, aber sie erschienen nur in Kleinverlagen und wurden kaum irgendwo wahrgenommen. Doch jetzt konnte sich Beat Sterchi endlich wieder zu einem größeren Werk aufraffen und es im renommierten Diogenes Verlag veröffentlichen: "Capricho. Ein Sommer in meinem Garten" ist der Titel des unerwarteten literarischen Comebacks.

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    Ferdinand Schmalz: Mein Lieblingstier heißt Winter © S. Fischer
    S. Fischer

    Roman - Ferdinand Schmalz: "Mein Lieblingstier heißt Winter"

    Der Österreicher Ferdinand Schmalz ist ein sehr erfolgreicher, preisgekrönter Theaterautor. 2017 gewann er den Ingeborg-Bachmann-Preis für seinen kleingeschriebenen Text "mein lieblingstier heißt winter". Jetzt ist unter dem gleichen Titel der erste Roman des Dramatikers erschienen.

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    Ulrich Woelk: Für ein Leben © C.H. Beck
    C.H. Beck

    Roman - Ulrich Woelk: "Für ein Leben"

    Wie sich ein "kontinuierliches Leben" aus Momenten, aus Zufällen, aus spontanen Entschlüssen und Schicksalsschlägen zusammensetzt und wie verschiedene Lebensläufe ineinandergreifen, sich berühren, verändern und wieder voneinander entfernen, davon erzählt Ulrich Woelk mit großer Leidenschaft in seinem opulenten Roman "Für ein Leben".

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    Daniela Krien: Der Brand © Diogenes
    Diogenes

    Roman - Daniela Krien: "Der Brand"

    Der Start ins Schaftstellerinnen-Leben war für die studierte Kultur-, Kommunikations- und Medienwissenschaftlerin etwas mühsam. Zwar sorgte die 1975 in Neu Kaliß geborene Daniela Krien mit ihren ersten beiden Büchern bei den Kritikern für Aufmerksamkeit. In die richtige Erfolgsspur kam die Autorin aber erst mit dem Roman "Die Liebe im Ernstfall", der zu einen fulminanten Bestseller avancierte, in siebzehn Sprachen übersetzt wurde und Daniela Krien den Sächsischen Literaturpreis einbrachte. Jetzt hat sie mit "Der Brand" einen neuen Roman nachgelegt.

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    Sigrid Nunez: Was fehlt dir © Aufbau
    Aufbau

    Roman - Sigrid Nunez: "Was fehlt dir"

    Die New Yorker Schriftstellerin Sigrid Nunez ist bei uns mit dem Besteller "Der Freund" bekannt geworden, wo sie über ihre Beziehung zu einer Dogge berichtete, die ihr ein alter Freund nach seinem Tod vererbt hat und mit der sie ihr kleines New Yorker Appartment teilte. Im vergangenen Jahr erschienen ihre Erinnerungen an Susan Sontag, und jetzt liegt ein neuer Roman von ihr vor: "Was fehlt dir".

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    Bernhard Schlink: 20. Juli. Ein Zeitstück © Diogenes
    Diogenes

    Ein Zeitstück - Bernhard Schlink: "20. Juli"

    Bernhard Schlink ist Jurist und Autor. Er hat Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie gelehrt und sich - quasi im Nebenberuf - als Schriftsteller ausprobiert. Mit "Der Vorleser" landete er 1995 einen fulminanten Weltbesteller, der in über 50 Sprachen übersetzt und erfolgreich verfilmt wurde. Zuletzt brillierte er mit "Abschiedsfarben", einer Sammlung von Erzählungen. Jetzt versucht sich der inzwischen 77-Jährige als Theaterautor: "20. Juli. Ein Zeitstück" heißt sein Drama.

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    John von Düffel: Die Wütenden und die Schuldigen © DuMont
    DuMont

    Roman - John von Düffel: "Die Wütenden und die Schuldigen"

    In seinem neuen Roman "Die Wütenden und die Schuldigen" zeichnet John von Düffel das Porträt einer Familie, die sich vor allem und immer schon über Abwesenheiten und Distanzverhältnisse definierte und wo man sich eher aus dem Weg zu gehen pflegte, als Nähe zu suchen. Die Handlung spielt während des ersten Corona-Lockdowns im Jahr 2020.

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    Alice Munro: Ferne Verabredungen © Fischer Taschenbuch
    Fischer Taschenbuch

    Die schönsten Erzählungen - Alice Munro: "Ferne Verabredungen"

    Mit dem Erscheinen der Erzählbandes "Dear Life" ("Liebes Leben") verkündete die kanadische Autorin Alice Munro im Jahr 2012 das Ende ihrer schriftstellerischen Tätigkeit. Als Alice Munro ein Jahr später der Literaturnobelpreis zugesprochen und sie als "Meisterin der zeitgenössischen Kurzgeschichte" gepriesen wurde, schickte sie denn auch eine ihrer Töchter, um die Auszeichnung entgegenzunehmen. Zu ihrem 90. Geburtstag sind dem Titel "Ferne Verabredungen" ihre "schönsten Erzählungen" versammelt.

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    Fang Fang: Wuhan Diary © Hoffman & Campe
    Hoffman & Campe

    Tagebuch - Fang Fang: "Wuhan Diary. Tagebuch aus einer gesperrten Stadt"

    Covid-19 hat die Welt durcheinandergewirbelt, und die neun Millionen Einwohner der chinesischen Stadt Wuhan gehörten zu den ersten, die es am eigenen Leib erfahren mussten. 76 Tage, von Ende Januar bis Anfang April, war die Metropole vollständig abgeriegelt und das Leben einem rigiden Shutdown unterworfen.

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    Abraham B. Yehoshua: Der Tunnel; Montage: rbb
    Nagel & Kimche

    Roman - Abraham B. Yehoshua: "Der Tunnel"

    Demenz ist eine Krankheit, die immer mehr Menschen zu betreffen scheint und die auch in der Literatur immer häufiger verarbeitet wird, wie in Arno Geigers Buch "Der alte König in seinem Exil" von 2011 oder in "Der vergessliche Riese" von David Wagner aus diesem Jahr. Abraham B. Yehoshuas neuer Roman "Der Tunnel" zeigt nun in der glänzenden Übersetzung von Markus Lemke, was Demenz im israelischen Kontext bedeuten kann.

    Bewertung:
  • Christoph Brumme: Im Schatten des Krieges © S. Hirzel
    S. Hirzel

    Tagebuchaufzeichnungen aus der Ukraine - Christoph Brumme: "Im Schatten des Krieges"

    Zu Beginn dieser Tagebuchaufzeichnungen des Schriftstellers Christoph Brumme fragt dessen 11-jähriger Steifsohn Kolja: "Müssen wir fliehen? Wird Putin unser geliebtes Poltawa in Schutt und Asche bombardieren, wie er das schon vor mehr als zwanzig Jahren mit Grosny gemacht hat?" Fragen eines Kindes in Zeiten des Krieges in der Ukraine, Fragen, die naheliegen. Irritierend ist bloß, dass sie von Kolja schon am 25. Januar gestellt wurden, da dieses Ukraine-Tagebuch von Brumme beginnt.

    Bewertung:
    Christa Mayer: Meine Mutter, meine Schwester und ich © Hartmann Books
    Hartmann Books

    Fotoband - Christa Mayer: "Meine Mutter, meine Schwester und ich"

    Als vor wenigen Jahren mit einer großen Übersichtsausstellung in Berlin an die bundesweit einflussreiche Kreuzberger "Werkstatt für Photographie" erinnert wurde, da rückte auch eine Fotografin wieder in den Fokus, die dort ihre Ausbildung erhielt, aber weiterhin ihrem Beruf als klinische Psychologin nachgegangen war: Christa Mayer. Bekannt wurde sie durch Aufnahmen aus der geschlossenen Langzeitpsychiatrie. Jetzt, mit 77 Jahren, veröffentlichte sie ihren ersten Fotoband.

    Bewertung:
    Volker Hagedorn: Flammen © Rowohlt
    Rowohlt

    Eine europäische Musikerzählung 1900-1918 - Volker Hagedorn: "Flammen"

    Es war eine Zeit des Umbruchs: der Beginn des 20. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg. Aber nicht nur in den Bereichen Politik oder Gesellschaft war das eine Zeit der großen Veränderungen, sondern auch in der Musik. Der Autor Volker Hagedorn hat sich jetzt diesen Aspekt vorgenommen und unter dem Titel "Flammen. Eine europäische Musikerzählung 1900-1918" ein neues Buch geschrieben.

    Bewertung:
    David Garrett: Wenn ihr wüsstet © Heyne
    Heyne

    Autobiografie - David Garrett: "Wenn ihr wüsstet"

    Er ist eine der schillerndsten Figuren im Musikbetrieb: der Geiger David Garrett, sowohl im klassischen als auch und vor allem im Crossover-Fach unterwegs und unglaublich erfolgreich. Jetzt, mit gerade mal Anfang 40, hat er seine Autobiografie herausgebracht.

    Bewertung:
    Catherine Belton: Putins Netz © HarperCollins
    HarperCollins

    Sachbuch - Catherine Belton: "Putins Netz"

    Was ist los in Putins Kopf? Alle Welt würde das gern wissen, seit Russland die Ukraine überfallen hat. Catherine Beltons 700-Seiten-Wälzer Putins Netz, das in deutsch am Vortag des Überfalls erschienen ist, gibt darauf keine aktuelle Antwort. Soviel vorab. Und dennoch ist es das Buch zur Stunde, lehrreich, verblüffend, beklemmend und spannend - meint Arno Orzessek.

    Bewertung:
    Robert Maschka: Manfred Trojahns Musik © Bärenreiter
    Bärenreiter

    Ein Werkführer - Robert Maschka: "Manfred Trojahns Musik"

    Manfred Trojahn ist einer der erfolgreichsten Komponisten der Gegenwart, insbesondere im Bereich Oper und Orchestermusik. Ihm und vor allem seinen Werken hat der Musikschriftsteller und -kritiker Robert Maschka eine Monographie gewidmet.

    Bewertung:
    Michael Maul: Bach. Eine Bildbiografie © Lehmstedt Verlag
    Lehmstedt Verlag

    Bild-Biografie - Michael Maul: "Bach. Eine Bildbiografie"

    Bach anschaulich machen, das ist das Ziel des Leipziger Wissenschaftlers und Bach-Experten Michael Maul. Es ist eine Bild-Biografie im Format eines Kunstbandes geworden und macht schon mal rein äußerlich viel her.

     

    Andreas Kilcher (Hg.): Franz Kafka - Die Zeichnungen © C.H. Beck
    C.H. Beck

    Zeichnerische Gesamtschau - Andreas Kilcher (Hg.): "Franz Kafka. Die Zeichnungen"

    Dieses opulente Buch ist eine Sensation: Erstmals zeigt es das zeichnerische Werk Franz Kafkas in einer Gesamtschau. "Ich war einmal ein großer Zeichner", so schrieb Kafka im Februar 1913 an die von ihm umworbene Felice Bauer: "Jene Zeichnungen haben mich zu seiner Zeit, es ist schon Jahre her, mehr befriedigt, als irgendetwas." Dass Kafkas Zeichenkunst nun aller Welt zugänglich ist, geht auf einen jahrelangen Gerichtsprozess um den Nachlass von Max Brod zurück.

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    Kent Nagano: 10 Lessons of my Life © Berlin Verlag
    Berlin Verlag

    Lebenserfahrungen - Kent Nagano: "10 Lessons of my Life. Was wirklich zählt"

    Kent Nagano ist einer der international renommiertesten Dirigenten überhaupt. In Berlin war er für einige Jahre Chefdirigent des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin. Am 22. November wird er 70 Jahre alt, und im Vorfeld dazu hat er in Zusammenarbeit mit der Autorin Inge Kloepfer ein Buch mit Erinnerungen und Erfahrungen geschrieben.

     

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    Florian Illies: Liebe in Zeiten des Hasses © S. Fischer
    S. Fischer

    Chronik eines Gefühls 1929 - 1939 - Florian Illies: "Liebe in Zeiten des Hasses"

    Mit "1913" hat Florian Illies eines der erfolgreichsten Bücher der letzten Jahre geschrieben und damit ein inzwischen gern kopiertes Verfahren erfunden. Aus kleinen Szenen mit den unterschiedlichsten Protagonisten der Zeit formt er das vielstimmige Bild einer Epoche. Damals war es das Jahr vor dem Ersten Weltkrieg. In seinem neuen Buch wendet er sich gleich einem ganzen Jahrzehnt zu: den 30er Jahren.

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    Svenja Flaßpöhler: Sensibel © Klett-Cotta
    Klett-Cotta

    Über moderne Empfindlichkeit und die Grenzen des Zumutbaren - Svenja Flaßpöhler: "Sensibel"

    Mit ihrer Streitschrift "Die potente Frau" sorgte die Philosophin Svenja Flaßpöhler 2018 für einiges Aufsehen: In Reaktion auf die MeToo-Debatte forderte Flaßpöhler, wir sollten mehr über eine neue Weiblichkeit und die Handlungsmöglichkeiten von Frauen nachdenken, statt sie vor allem als Opfer darzustellen. Auch in ihrem neuen Buch bürstet Flaßpöhler Debatten unserer Zeit gegen den Strich. Es hinterfragt "moderne Empfindlichkeit und die Grenzen des Zumutbaren".

    Bewertung:
    Peter Wohlleben: Der lange Atem der Bäume © Ludwig
    Ludwig

    Sachbuch - Peter Wohlleben: "Der lange Atem der Bäume"

    Peter Wohlleben ist vielleicht der bekannteste Förster und Naturschützer Deutschlands. Er ist gern gesehener Gast in Talkshows, und seine Bücher, wie "Das geheime Leben der Bäume", werden regelmäßig zu Bestsellern. Jetzt hat der Autor, der auch eine von ihm gegründete "Waldakademie" in der Eifel leitet, ein neues Buch geschrieben: "Der lange Atem der Bäume".

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    Herfried Münkler "Marx, Wagner, Nietzsche: Welt im Umbruch" ©  Rowohlt Berlin, 2021
    Rowohlt Berlin, 2021

    Sachbuch über drei große Denker - Herfried Münkler: "Marx, Wagner, Nietzsche"

    Herfried Münkler ist vielleicht der berühmteste Professor Deutschlands. Wann immer über ideologische Verwerfungen, historische Katastrophen und aktuelle Kriege diskutiert wird, ist seine Meinung gefragt. Jetzt hat sich Münkler zum 70. Geburtstag selbst beschenkt und drei Ikonen der deutschen Geistes- und Kultur-Geschichte vereint: Marx, Wagner und Nietzsche. Unzählige Bücher sind über sie schon verfasst worden. Kann Münkler dem wirklich noch etwas Neues und Überraschendes hinzufügen?

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    Fred Vargas: Klimawandel – ein Appell; Montage: rbbKultur
    Limes

    Essay - Fred Vargas: "Klimawandel - Ein Appell"

    Eigentlich heißt sie Frédérique Audoin-Rouzeau, doch bekannt wurde die 1957 in Paris geborene Autorin unter dem Pseudonym Fred Vargas. Die Kriminalromane um den skurrilen Kommissar Jean-Baptiste Adamsberg sind internationale Besteller. Im ihrem neuen Buch geht es zwar auch um das Sterben und den Ausweg aus einer verfahrenen Situation: Doch diesmal geht es nicht um einem Mörder, den man hinter Schloss und Riegel bringen könnte, sondern um den von Menschen verursachten Klimawandel, den Angriff auf unser Überleben auf dem geschundenen Planeten Erde.

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    Ian Goldin, Robert Muggah: Atlas der Zukunft; Montage: rbbKultur
    DuMont Verlag

    Sachbuch - Ian Goldin & Robert Muggah: "Atlas der Zukunft"

    Apokalyptische Hitzewellen, sintflutartige Regenfälle, anhaltende Dürre, abschmelzende Eisberge, steigender Meeresspiegel: Der Weltklima-Bericht der UN gleicht einem Horror-Szenario. Wer noch immer den vom Menschen verursachten Klimawandel leugnet und ein radikales Umdenken ablehnt, trägt wissenschaftliche Scheuklappen oder ist ein politischer Scharlatan. Alle, die wissen wollen, wie der Zustand der Welt ist und ob der Mensch es schaffen kann, sein eigenes Überleben zu gestalten, finden jetzt vielleicht bei Ian Goldin und Robert Muggah Antworten und Argumente.

    Bewertung:
    Anna Kaminsky (Hrsg.): Die Berliner Mauer in der Welt © Bundesstiftung Aufarbeitung
    Bundesstiftung Aufarbeitung

    60 Jahre Mauerbau - Anna Kaminsky (Hrsg.): "Die Berliner Mauer in der Welt"

    Vor 60 Jahren begann das SED-Regime mit der Bau der Berliner Mauer und zementierte damit nicht nur die Teilung Deutschlands, sondern auch den Kalten Krieg der Großmächte. Ein politisches Monstrum, so schien es, für die Ewigkeit. Dass der Ostblock dann 1989 so rasant kollabierte und die Mauer innerhalb von Wochen zerbröselte und abgeräumt wurde, gleicht einem Wunder. Für alle, die sich fragen, wo genau denn eigentlich die Mauer stand und wo all die Mauer-Reste geblieben sind, finden die Antworten darauf im Buch "Die Berliner Mauer in der Welt".

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    Anno Mungen: Hier gilt's der Kunst © Westend
    Westend

    Chronik - Anno Mungen: "Hier gilt’s der Kunst. Wieland Wagner 1941-1945"

    Vor 70 Jahren, im Jahr 1951, fand die Wiedereröffnung der Bayreuther Festspiele nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs statt. Einer der wichtigsten Protagonisten von "Neubayreuth" war Wieland Wagner, Enkel von Richard Wagner, der die Bayreuther Festspiele bis zu seinem Tod gemeinsam mit seinem Bruder Wolfgang leitete.

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  • Carsten Gansel: Kind einer schwierigen Zeit © Galiani Berlin
    Galiani Berlin

    Biografie - Carsten Gansel: "Kind einer schwierigen Zeit. Otfried Preußlers frühe Jahre"

    Sie haben Generationen an Kindern und Jugendlichen geprägt: "Der Räuber Hotzenplotz", "Die kleine Hexe", "Das kleine Gespenst", "Der kleine Wassermann" und der düstere "Krabat". Die Kinderbücher von Otfried Preußler sind heute Klassiker und sein Name ist weltberühmt. Doch schon lange vorher schrieb er Gedichte, Theaterstücke und Erzählungen, mitten im Zweiten Weltkrieg. Am 5. Mai erscheint ein umfangreiches Werk zu Preußlers Anfängen als Autor – mit zum Teil noch ganz unbekannten Texten, die nichts mit Kinderliteratur zu tun haben.

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  • Gulraiz Sharif: Ey hör mal! © Arctis Verlag
    Arctis Verlag

    Kinderbuch | ab 12 Jahren - Gulraiz Sharif: "Ey hör mal!"

    In seinem Debütroman "Ey hör mal!" hat sich der norwegische Autor Gulraiz Sharif lange vor dem mutmaßlich islamistischen Anschlag auf einen queeren Nachtclub in Oslon mit dem Thema Queerness in muslimischen Familien beschäftigt und damit einen Nerv getroffen: In Norwegen wurde sein Jugendbuch als Sensation gehandelt und mit dem Debütantenpreis für Kinder- und Jugendliteratur des norwegischen Kulturministeriums ausgezeichnet.

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    Marie Parakenings: Berliner Tiere © Kulturverlag Kadmos
    Kulturverlag Kadmos

    Ein kleiner Guide für Naturbanausen und Stadtkinder - Marie Parakenings: "Berliner Tiere"

    Wer sagt, Städte seien schlecht für die Umwelt? Es kommt ganz darauf an, wie man Städte und ihre Natur betrachtet. Ein Büchlein aus dem Kadmos Verlag klärt über die Artenvielfalt in Berlin auf: "Berliner Tiere. Ein kleiner Guide für Naturbanausen und Stadtkinder", geschrieben und illustriert von Marie Parakenings, das jetzt neu bearbeitet schon in der dritten Auflage erscheint.

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    Monika Feth: Randvoll mit Glück © cbj
    cbj

    Roman für Kinder ab 10 Jahren - Monika Feth: "Randvoll mit Glück"

    Der Weg zum Glück kann steinig sein. Das erleben Suri und ihre Brüder Bjarne und Erik, als die Mutter zum neuen Freund zieht. Dessen Tochter Amy freut sich: endlich Geschwister! Wie es ist, mit Patchwork-Familie, Down-Syndrom, Eifersucht und allem Neuen umzugehen, erzählt Monika Feth jenseits von Klischees in einer spannenden Doppelperspektive.

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    Katja Reider: Weltbeste kleine Schwester © Hanser Verlag
    Hanser Verlag

    Kinderbuch | ab 9 Jahren - Katja Reider: "Weltbeste kleine Schwester"

    Rosas Eltern trauen sich was: Sie fahren einfach mal ein Wochenende weg. Nesthäkchen Rosa und ihre großen Geschwister Johanna und Matti haben viele Pläne – und alle gehen gründlich schief. Sonst als Baby belächelt, besteht Rosa grandios neben den Großen. Und das Wochenende bringt die Familie ganz dicht zusammen. Eine lustige und liebenswerte Lektüre!

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    Cornelia Funke: Drachenreiter 3. Der Fluch der Aurelia; © Dressler
    Dressler

    3. Teil der Fantasyreihe | ab 10 Jahren - Cornelia Funke: "Drachenreiter. Der Fluch der Aurelia"

    Fast 25 Jahre nach Erscheinen ihres bisher erfolgreichsten Fantasyromans "Drachenreiter" und fünf Jahre nach der Fortsetzung "Die Feder eines Greifs" ist ein dritter Teil von Cornelia Funkes Drachenreiter-Reihe erschienen. "Der Fluch der Aurelia" handelt von der Zerstörung der Fabelwelt durch den Menschen – mit Parallelen zur bedrohten Artenvielfalt in unserer realen Welt.

    Bewertung:
  • Christoph Brumme: Im Schatten des Krieges © S. Hirzel
    S. Hirzel

    Tagebuchaufzeichnungen aus der Ukraine - Christoph Brumme: "Im Schatten des Krieges"

    Zu Beginn dieser Tagebuchaufzeichnungen des Schriftstellers Christoph Brumme fragt dessen 11-jähriger Steifsohn Kolja: "Müssen wir fliehen? Wird Putin unser geliebtes Poltawa in Schutt und Asche bombardieren, wie er das schon vor mehr als zwanzig Jahren mit Grosny gemacht hat?" Fragen eines Kindes in Zeiten des Krieges in der Ukraine, Fragen, die naheliegen. Irritierend ist bloß, dass sie von Kolja schon am 25. Januar gestellt wurden, da dieses Ukraine-Tagebuch von Brumme beginnt.

    Bewertung:
    Helene Hegemann: Schlachtensee © Kiepenheuer & Witsch
    Kiepenheuer & Witsch

    Stories - Helene Hegemann: "Schlachtensee"

    Seit ihrem gefeierten Debüt "Axolotl Roadkill" im Jahr 2010 gilt Helene Hegemann als Jungstar der deutschen Literatur. Damals war sie grade mal 18 Jahre alt, nur wenig älter als ihre Protagonistin, die in einer Berliner WG lebte, viele Drogen nahm und die Techno-Clubs der Stadt besuchte. Inzwischen ist Helene Hegemann 30 und auch die Figuren in ihrem neuen Buch sind mit ihr entsprechend gealtert. "Schlachtensee" heißt dieser Band mit 15 "Stories".

    Bewertung:
    Christa Mayer: Meine Mutter, meine Schwester und ich © Hartmann Books
    Hartmann Books

    Fotoband - Christa Mayer: "Meine Mutter, meine Schwester und ich"

    Als vor wenigen Jahren mit einer großen Übersichtsausstellung in Berlin an die bundesweit einflussreiche Kreuzberger "Werkstatt für Photographie" erinnert wurde, da rückte auch eine Fotografin wieder in den Fokus, die dort ihre Ausbildung erhielt, aber weiterhin ihrem Beruf als klinische Psychologin nachgegangen war: Christa Mayer. Bekannt wurde sie durch Aufnahmen aus der geschlossenen Langzeitpsychiatrie. Jetzt, mit 77 Jahren, veröffentlichte sie ihren ersten Fotoband.

    Bewertung:
    "Die sieben Sprachen des Schweigens" © Rowohlt
    Rowohlt

    Letztes Werk - Friedrich Christian Delius: "Die sieben Sprachen des Schweigens"

    Nun ist es sein Vermächtnis geworden, Friedrich Christian Delius' letztes Buch "Die sieben Sprachen des Schweigens": Der Schriftsteller und Georg-Büchner-Preisträger ist im Alter von 79 Jahren in Berlin gestorben. Drei Geschichten aus seinem Leben stecken in diesem Werk - wichtige, lebensverändernde Stationen.

    Bewertung:
    Nicole Krauss: Ein Mann sein © Rowohlt
    Rowohlt

    Storys - Nicole Krauss: "Ein Mann sein"

    Ihre Romane gehören nicht nur zum Besten der US-amerikanischen Gegenwartsliteratur: Nicole Krauss schreibt Bücher von Welt. Denn die 1974 geborene Schriftstellerin ist in New York genauso zu Hause wie in Tel Aviv; ihre Romane greifen die jüdisch-osteuropäische Geschichte ihrer eigenen Familie ebenso auf wie die politischen Brüche der Gegenwart an vielen Orten. Jetzt ist ihr erster Erzählungsband erschienen: "Ein Mann sein".

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    Donna Leon: Milde Gaben © Diogenes
    Diogenes

    Commissario Brunettis 31. Fall - Donna Leon: "Milde Gaben"

    Donna Leon, geboren in Montclair/New Jersey, hat es vor vielen Jahren in die weite Welt verschlagen. Sie war Reiseleiterin in Rom, Werbetexterin in London und Lehrerin in der Schweiz, im Iran, in China und in Saudi-Arabien. Nachdem sie in ihre Wahlheimat Venedig zog, begann sie mit dem Schreiben der "Brunetti"-Romane, die in unzählige Sprachen (aber nicht ins Italienische!) übersetzt werden. "Milde Gaben" ist der 31. Fall für den sympathischen Commissario, der die griechischen Klassiker liebt.

    Bewertung:
    Eckart Nickel: Spitzweg © Piper
    Piper

    Roman - Eckhart Nickel: "Spitzweg"

    Eckhart Nickels Roman "Spitzweg" ist ein Roman über Kunst, darüber, wie man Kunst begreifen, sich ihr anverwandeln kann: ein Kunstwerk eigenen Grades. Es kommt hier natürlich auch Carl Spitzweg vor, aber nur wenig aus dessen Leben.

    Bewertung:
    Yasmina Reza: Serge © Hanser
    Hanser

    Roman - Yasmina Reza: "Serge"

    Bekannt ist Yasmina Reza vor allem für ihre Theaterstücke: "Kunst", "Drei Mal Leben" oder "Der Gott des Gemetzels". Doch die französische Autorin, Regisseurin und Schauspielerin schreibt auch Drehbücher und Romane. Ihr neuester Roman heißt "Serge" und wurde von Frank Heibert und Hinrich Schmidt-Henkel übersetzt.

    Bewertung:
    Volker Hagedorn: Flammen © Rowohlt
    Rowohlt

    Eine europäische Musikerzählung 1900-1918 - Volker Hagedorn: "Flammen"

    Es war eine Zeit des Umbruchs: der Beginn des 20. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg. Aber nicht nur in den Bereichen Politik oder Gesellschaft war das eine Zeit der großen Veränderungen, sondern auch in der Musik. Der Autor Volker Hagedorn hat sich jetzt diesen Aspekt vorgenommen und unter dem Titel "Flammen. Eine europäische Musikerzählung 1900-1918" ein neues Buch geschrieben.

    Bewertung:
    Andreas Stichmann: Eine Liebe in Pjöngjang © Rowohlt
    Rowohlt

    Roman - Andreas Stichmann: "Eine Liebe in Pjöngjang"

    Andreas Stichmann, geboren 1983 in Bonn, hat bisher einen Band mit Erzählungen und zwei Romane geschrieben und dafür viel Anerkennung und einige Auszeichnungen erhalten – vor allem für seinen Debütroman "Das große Leuchten". Darin erzählt er von einer Reise durch den Irak und durch die Wüste. Sein neuer, dritter Roman führt noch viel weiter weg: nach Nordkorea.

    Bewertung:
    Carsten Gansel: Kind einer schwierigen Zeit © Galiani Berlin
    Galiani Berlin

    Biografie - Carsten Gansel: "Kind einer schwierigen Zeit. Otfried Preußlers frühe Jahre"

    Sie haben Generationen an Kindern und Jugendlichen geprägt: "Der Räuber Hotzenplotz", "Die kleine Hexe", "Das kleine Gespenst", "Der kleine Wassermann" und der düstere "Krabat". Die Kinderbücher von Otfried Preußler sind heute Klassiker und sein Name ist weltberühmt. Doch schon lange vorher schrieb er Gedichte, Theaterstücke und Erzählungen, mitten im Zweiten Weltkrieg. Am 5. Mai erscheint ein umfangreiches Werk zu Preußlers Anfängen als Autor – mit zum Teil noch ganz unbekannten Texten, die nichts mit Kinderliteratur zu tun haben.

    Bewertung:
    Oksana Sabuschko: Schwestern © KLAK
    KLAK

    Ein Roman in Erzählungen - Oksana Sabuschko: "Schwestern"

    "Feldstudien über ukrainischen Sex" – so heißt der Roman, mit dem die Kyjiwer Schriftstellerin Oksana Sabuschko Mitte der 90er Jahre berühmt wurde. Sabuschko, Jahrgang 1960, ist eine starke, schonungslose, eigenwillige Stimme der literarischen Avantgarde der Ukraine. Vielleicht kann man sie eine literarische Psychoanalytikerin der ukrainischen Gesellschaft nennen: Die Traumata der sowjetischen Vergangenheit und Sex als Metapher für Begehren und Gewalt sind ihre Themen. Auch in ihrem Buch "Schwestern. Ein Roman in Erzählungen", aus dem Ukrainischen übersetzt von Alexander Kratochvil, erschienen im kleinen Berliner Klak-Verlag.

    Bewertung:
    Saša Stanišić: Herkunft © Luchterhand
    Luchterhand

    Roman - Saša Stanišić: "Herkunft"

    Gute Bücher altern nicht. Saša Stanišićs Roman "Herkunft" gehört zu jenen Büchern, die man im Moment noch einmal mit ganz anderen Augen liest. 2019, als das Buch erschien, gewann Stanišić damit den Deutschen Buchpreis, stand auf den Bestsellerlisten, bekam viel Scheinwerferlicht und zahlreiche positive Rezensionen. Wenn man es jetzt wieder zur Hand nimmt, nur zweieinhalb Jahre später, liest man es mit einem anderen politischen Soundtrack: vor dem Hintergrund des Angriffskrieges auf die Ukraine. Und das verleiht den Fragen, die Stanišić in "Herkunft" verhandelt, eine erneute Dringlichkeit.

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    David Garrett: Wenn ihr wüsstet © Heyne
    Heyne

    Autobiografie - David Garrett: "Wenn ihr wüsstet"

    Er ist eine der schillerndsten Figuren im Musikbetrieb: der Geiger David Garrett, sowohl im klassischen als auch und vor allem im Crossover-Fach unterwegs und unglaublich erfolgreich. Jetzt, mit gerade mal Anfang 40, hat er seine Autobiografie herausgebracht.

    Bewertung:
    Karl Ove Knausgård: Der Morgenstern © Luchterhand
    Luchterhand

    Roman - Karl Ove Knausgård: "Der Morgenstern"

    Mit seinem autobiografischen Großprojekt in sechs Bänden wurde Karl Ove Knausgård berühmt. "Mein Kampf" hieß diese Alltagsmitschrift im norwegischen Original. Auf Deutsch klangen die Titel "Leben", "Lieben" oder "Sterben" weniger martialisch. Jetzt gibt es einen neuen, nicht weniger umfangreichen Roman des norwegischen Autors, in dem es nicht mehr um ihn selbst geht, sondern um insgesamt neun fiktive Figuren. "Der Morgenstern" lautet der Titel, dieses Mal in Übereinstimmung mit dem vor zwei Jahren erschienenen norwegischen Original.

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    Nino Haratischwili: Das mangelnde Licht © Frankfurter Verlagsanstalt
    Frankfurter Verlagsanstalt

    Roman - Nino Haratischwili: "Das mangelnde Licht"

    Es gibt eine ganze Reihe an aktuellen Romanen, die gerade frappierend aktuell sind, weil sie uns die Vorgeschichte für den Angriffskrieg auf die Ukraine deutlich machen. Ob es Katerina Poladjans Roman "Zukunftsmusik" ist oder Sasha Marianna Salzmanns "Im Menschen muss alles herrlich sein" - oder eben dieser neue Roman von Nino Haratischwili. Schon mit "Das achte Leben" hatte die 1983 in Tbilissi geborene Autorin und Theaterregisseurin ein beeindruckendes Georgien-Epos geschrieben, und mit "Die Katze und der General", der in Tschetschenien spielte, stand sie auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis.

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    Imre Kertész: Heimweh nach dem Tod © Rowohlt
    Rowohlt

    Arbeitstagebuch zur Entstehung des "Romans eines Schicksallosen" - Imre Kertész: "Heimweh nach dem Tod"

    Imre Kertész' autobiografischer "Roman eines Schicksallosen" ist eines der wichtigsten literarischen Zeugnisse des Holocaust. Doch erst nach dem Zerfall des Sozialismus gelang Kertész der internationale Durchbruch und sein Bericht eines 14-Jährigen, der Auschwitz und Buchenwald überlebt hatte, machte ihn weltberühmt. Die Entstehungsgeschichte des Romans kann man nun in dem Arbeitstagebuch "Heimweh nach dem Tod" nachlesen.

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    Torsten Schulz: Öl und Bienen © Klett-Cotta
    Klett-Cotta

    Roman - Torsten Schulz: "Öl und Bienen"

    Der Schriftsteller Torsten Schulz ist bekannt für zahlreiche Filmdrehbücher und für Romane wie "Boxhagener Platz" und "Skandinavisches Viertel". Geboren wurde er 1959 in Berlin, wo er immer noch lebt, aber nur zum Teil, er hat auch ein Domizil auf dem Land. In der Provinz spielt auch sein neues Buch "Öl und Bienen" - genauer gesagt im Havelland.

    Orhan Pamuk: Die Nächte der Pest © Hanser Verlag
    Hanser Verlag

    Roman - Orhan Pamuk: "Die Nächte der Pest"

    Literaturnobelpreisträger geben sich im rbb die Klinke in die Hand: Gerade war der aktuelle Preisträger, der in England lebende tansanische Autor Abdulrazak Gurnah, zu Gast, um seinen Roman "Ferne Gestade" vorzustellen, da kommt schon der türkische Schriftsteller Orhan Pamuk ins Haus des Rundfunks. "Die Nächte der Pest" heißt der neue Roman, den der Literaturnobelpreisträger im Großen Sendesaal präsentiert.

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    Abdulrazak Gurnah: Ferne Gestade © Penguin
    Penguin

    Roman des Literaturnobelpreisträgers 2021 - Abdulrazak Gurnah: "Ferne Gestade"

    Hoher Besuch im Großen Sendesaal des rbb: Abdulrazak Gurnah, Literaturnobelpreisträger von 2021, stellt seinen soeben im Penguin Verlag erschienen Roman "Ferne Gestade" vor. Der 1948 im damaligen Sultanat Sansibar geborene Autor emigrierte 1968 nach Großbritannien, lehrte nach seinem Literaturstudium an verschiedenen Universitäten englische Literatur lehrte und machte als Schriftsteller Karriere.

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    Catherine Belton: Putins Netz © HarperCollins
    HarperCollins

    Sachbuch - Catherine Belton: "Putins Netz"

    Was ist los in Putins Kopf? Alle Welt würde das gern wissen, seit Russland die Ukraine überfallen hat. Catherine Beltons 700-Seiten-Wälzer Putins Netz, das in deutsch am Vortag des Überfalls erschienen ist, gibt darauf keine aktuelle Antwort. Soviel vorab. Und dennoch ist es das Buch zur Stunde, lehrreich, verblüffend, beklemmend und spannend - meint Arno Orzessek.

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    Stine Pilgaard: Meter pro Sekunde © Kanon Verlag
    Kanon Verlag

    Roman - Stine Pilgaard: "Meter pro Sekunde"

    Die dänische Autorin Stine Pilgaard, 1984 in Aarhus geboren, ist mit ihren bisher drei Romanen in Dänemark ein Publikumsliebling. Für "Meter pro Sekunde" wurde sie mit dem "Goldenen Lorbeer" der dänischen Buchhändler ausgezeichnet. Ihr dritter Roman ist nun der erste, der in deutscher Übersetzung vorliegt. Er spielt in Velling, einem kleinen Städtchen in Westjütland an der Nordseeküste, einer wortkarge Gegend, die Pilgaard als "Land der kurzen Sätze" bezeichnet.

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    Joachim B. Schmidt: Tell © Diogenes
    Diogenes

    Roman - Joachim B. Schmidt: "Tell"

    Vor 15 Jahren hat der Schweizer Autor Joachim B. Schmidt seiner Heimat den Rücken gekehrt und ist nach Island ausgewandert. Wenn er nicht gerade Touristen über die Insel führt, schreibt er Romane und Kolumnen. Im Roman "Kalmann" entwarf er das Porträt eines geistig benachteiligten Außenseiters, der in einen rätselhaften Kriminalfall verwickelt wird. Dabei spielten auch geheimnisvolle nordische Sagen und Legenden eine Rolle. Um Mythen und Märchen geht es auch in seinem neuen Roman "Tell".

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    Senthuran Varatharajah: Rot (Hunger) © S. Fischer
    S. Fischer

    Roman - Senthuran Varatharajah: "Rot (Hunger)"

    "Liebe geht durch den Magen", "Ich hab dich zum Fressen gern" – die Sprache der Liebe ist kannibalistisch. In dem Roman "Rot (Hunger)" von Senthuran Varatharajah nehmen zwei Männer diese Redensarten ernst: der eine verspeist den anderen. Ausgehend vom wahren Fall des sogenannten "Kannibalen von Rotenburg" macht sich der Autor Gedanken über das Wesen der Liebe und wie man mit der Tatsache umgehen soll, dass der Mensch, den man liebt, doch immer weit weg ist, egal, wie nah man ihm kommt.

    Bewertung:
    Natasha Brown: Zusammenkunft © Suhrkamp
    Suhrkamp

    Roman - Natasha Brown: "Zusammenkunft"

    Dieser Roman ist wie ein Schlag in den Nacken: kurz und schmerzvoll. Die britische Autorin Natasha Brown erzählt in ihrem Debüt "Zusammenkunft" von einer jungen Schwarzen Frau, die Karriere in einer Londoner Bank macht - und im Beruf wie im Privaten jede Sekunde zu spüren bekommt: Du bist anders, du gehörst eigentlich nicht dazu. Auf knapp über hundert Seiten nimmt Natasha Brown ihre Leser:innen mit in die Welt ihrer Ich-Erzählerin, die versucht, ihren Platz in der Gesellschaft einzunehmen - und daran scheitert.

    Bewertung:
    Gerald Murnane: Inland © Suhrkamp
    Suhrkamp

    Roman - Gerald Murnane: "Inland"

    Gerald Murnane ist hierzulande nahezu unbekannt. Dabei gilt er seit Jahren als Kandidat für den Literaturnobelpreis. In seinem Heimatland Australien gehört er zu den wichtigsten Autoren seiner Generation. Der Suhrkamp Verlag macht sich seit einigen Jahren zusammen mit dem Übersetzer Rainer G. schmidt um Murnane verdient. 2017 erschien in der Bibliothek Suhrkamp Murnanes erster Roman "Die Ebenen", es folgten "Grenzbezirke" und "Landschaft mit Landschaft" - und jetzt ein Roman, der in Australien 1988 erschienen ist: "Inland".

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    Robert Maschka: Manfred Trojahns Musik © Bärenreiter
    Bärenreiter

    Ein Werkführer - Robert Maschka: "Manfred Trojahns Musik"

    Manfred Trojahn ist einer der erfolgreichsten Komponisten der Gegenwart, insbesondere im Bereich Oper und Orchestermusik. Ihm und vor allem seinen Werken hat der Musikschriftsteller und -kritiker Robert Maschka eine Monographie gewidmet.

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    Michel Houellebecq: Vernichten © Dumont
    Dumont

    Roman - Michel Houellebecq: "Vernichten"

    Ein neuer Houellebecq-Roman ist immer ein Ereignis. Der Titel seines achten Romans - "Vernichten" - lässt all die Abgründe vermuten, für die der französische Skandalautor seit Jahren steht. Die Geschichte führt ins Frankreich des Jahres 2027.

     

     

    Bewertung:
    Louise Glück: Winterrezepte aus dem Kollektiv © Luchterhand
    Luchterhand

    Gedichte - Louise Glück: "Winterrezepte aus dem Kollektiv"

    Als die US-amerikanische Lyrikerin Louise Glück 2020 den Literaturnobelpreis bekam, war hierzulande die Überraschung groß. Kaum jemand kannte die zurückgezogen lebende Dichterin. Zwar hatte sie bereits 13 Gedichtbände und zwei Essay-Sammlungen veröffentlicht, aber nur wenige Texte der in den USA mit dem Pulitzerpreis und dem National Book Award ausgezeichneten Autorin waren ins Deutsche übersetzt. "Winterrezepte aus dem Kollektiv" heißt ihr neuer Gedichtband. Es ist das erste Buch von Louise Glück, seit sie im Rampenlicht der Öffentlichkeit steht.

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    Banine: Kaukasische Tage © dtv
    dtv

    Erinnerungen - Banine: "Kaukasische Tage"

    Umm-El-Banine Assadoulaeff, die sich der Einfachheit halber schlicht Banine nannte, war knapp 40 Jahre alt, als 1945, kurz nach Kriegsende, in Paris ihre Erinnerungen "Kaukasische Tage" erschienen. 1905 in Baku geboren, lebte sie seit 1923 in Paris, das für sie weniger Exil als immer schon Stadt ihrer Träume gewesen war. In einer Neuübersetzung von Bettina Bach kann diese abenteuerliche Lektüre jetzt neu entdeckt werden.

     

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    Michael Maul: Bach. Eine Bildbiografie © Lehmstedt Verlag
    Lehmstedt Verlag

    Bild-Biografie - Michael Maul: "Bach. Eine Bildbiografie"

    Bach anschaulich machen, das ist das Ziel des Leipziger Wissenschaftlers und Bach-Experten Michael Maul. Es ist eine Bild-Biografie im Format eines Kunstbandes geworden und macht schon mal rein äußerlich viel her.

     

    Mieko Kawakami: Heaven © Dumont
    Dumont

    Roman - Mieko Kawakami: "Heaven"

    Der japanischen Schriftstellerin Mieko Kawakami scheint kein Thema zu heikel. Ihr Debütroman "Heaven" ist ein ebenso heftiger wie feinsinniger Roman über Mobbing, der sich über das gesamte Spektrum jugendlicher Vehemenz spannt.

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    Andreas Kilcher (Hg.): Franz Kafka - Die Zeichnungen © C.H. Beck
    C.H. Beck

    Zeichnerische Gesamtschau - Andreas Kilcher (Hg.): "Franz Kafka. Die Zeichnungen"

    Dieses opulente Buch ist eine Sensation: Erstmals zeigt es das zeichnerische Werk Franz Kafkas in einer Gesamtschau. "Ich war einmal ein großer Zeichner", so schrieb Kafka im Februar 1913 an die von ihm umworbene Felice Bauer: "Jene Zeichnungen haben mich zu seiner Zeit, es ist schon Jahre her, mehr befriedigt, als irgendetwas." Dass Kafkas Zeichenkunst nun aller Welt zugänglich ist, geht auf einen jahrelangen Gerichtsprozess um den Nachlass von Max Brod zurück.

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    Kent Nagano: 10 Lessons of my Life © Berlin Verlag
    Berlin Verlag

    Lebenserfahrungen - Kent Nagano: "10 Lessons of my Life. Was wirklich zählt"

    Kent Nagano ist einer der international renommiertesten Dirigenten überhaupt. In Berlin war er für einige Jahre Chefdirigent des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin. Am 22. November wird er 70 Jahre alt, und im Vorfeld dazu hat er in Zusammenarbeit mit der Autorin Inge Kloepfer ein Buch mit Erinnerungen und Erfahrungen geschrieben.

     

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    Édouard Louis: Die Freiheit einer Frau © S. Fischer
    S. Fischer

    Roman - Édouard Louis: "Die Freiheit einer Frau"

    Édouard Louis ist noch keine 30, aber längst schon ein Literaturstar. In seiner Heimat Frankreich und international hat er mit seinen autobiografischen Romanen "Das Ende von Eddy" und "Im Herzen der Gewalt" Furore gemacht. Dann kam sein Nachfolge-Roman "Wer hat meinen Vater umgebracht", mit dem der Schriftsteller zum Sprachrohr seines Arbeitervaters wird. Und nun geht es um seine Mutter.

     

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    Stefan Heym: Flammender Frieden © C. Bertelsmann
    C. Bertelsmann

    Roman - Stefan Heym: "Flammender Frieden"

    Dass sein zweiter, auf Englisch verfasster Roman "Of Smiling Peace" erst jetzt auf Deutsch erschienen ist, liegt vor allem an Stefan Heym selbst. Seit 1933 lebte der junge Sozialist, der aus einer jüdischen Familie in Chemnitz stammte, im Exil, seit 1935 in den USA, deren Staatsbürger er wurde.

     

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    Florian Illies: Liebe in Zeiten des Hasses © S. Fischer
    S. Fischer

    Chronik eines Gefühls 1929 - 1939 - Florian Illies: "Liebe in Zeiten des Hasses"

    Mit "1913" hat Florian Illies eines der erfolgreichsten Bücher der letzten Jahre geschrieben und damit ein inzwischen gern kopiertes Verfahren erfunden. Aus kleinen Szenen mit den unterschiedlichsten Protagonisten der Zeit formt er das vielstimmige Bild einer Epoche. Damals war es das Jahr vor dem Ersten Weltkrieg. In seinem neuen Buch wendet er sich gleich einem ganzen Jahrzehnt zu: den 30er Jahren.

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    Bernhard Schlink: Die Enkelin © Diogenes
    Diogenes

    Roman - Bernhard Schlink: "Die Enkelin"

    Viele Jahre lehrte der 1944 geborene Bernhard Schlink als Professor für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie an verschiedenen Universitäten und war in den Wirren der Wendezeit juristischer Ratgeber. Nebenbei versuchte er sich als Schriftsteller und begründete mit dem 1995 erschienenen Roman "Der Vorleser" seinen literarischen Weltruhm. Hatte er erst vor drei Monaten mit "20. Juli" ein ebenso aktuelles wie historisch-politisches Theaterstück veröffentlicht, erscheint jetzt sein neuer Roman: "Die Enkelin".

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    Svenja Flaßpöhler: Sensibel © Klett-Cotta
    Klett-Cotta

    Über moderne Empfindlichkeit und die Grenzen des Zumutbaren - Svenja Flaßpöhler: "Sensibel"

    Mit ihrer Streitschrift "Die potente Frau" sorgte die Philosophin Svenja Flaßpöhler 2018 für einiges Aufsehen: In Reaktion auf die MeToo-Debatte forderte Flaßpöhler, wir sollten mehr über eine neue Weiblichkeit und die Handlungsmöglichkeiten von Frauen nachdenken, statt sie vor allem als Opfer darzustellen. Auch in ihrem neuen Buch bürstet Flaßpöhler Debatten unserer Zeit gegen den Strich. Es hinterfragt "moderne Empfindlichkeit und die Grenzen des Zumutbaren".

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    John le Carré: Silverview © Ullstein
    Ullstein

    Roman - John le Carré: "Silverview"

    Der britische Schrifsteller John le Carré, weltbekannt für seine Spionage-Romane, starb im Dezember letzten Jahres und hinterließ das Manuskript zu seinem letzten Buch in seiner Schublade. Zu seinem 90. Geburtstag erscheint "Silverview" nun auf Deutsch.

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    Clemens Meyer: Stäube © Faber & Faber
    Faber & Faber

    Drei Erzählungen und ein Nachsatz - Clemens Meyer: "Stäube"

    Sein Debütroman "Als wir träumten" über eine Jugend im Leipziger Arbeitermilieu war ein literarisch kraftvoller, autobiografisch geprägter Paukenschlag . "Stäube", so heißt eine Erzählung, die Clemens Meyer im letzten Jahr exklusiv für das ARD-Radiofestival geschrieben und aufgenommen hat. Darin nimmt er die Leser*innen mit auf eine ebenso düstere wie poetische Reise in eine unheimlich-wirkliche Märchenwelt. "Stäube" ist auch der Titel seines jüngsten Erzählbands.

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    Julia Franck: Welten auseinander © S. Fischer
    S. Fischer

    Roman - Julia Franck: "Welten auseinander"

    Nach langer Stille hat Julia Franck wieder ein Buch vorgelegt. "Rücken an Rücken" erschien 2011 – jetzt, nach zehn Jahren, ist eine neue Familiengeschichte der erfolgreichen Berliner Autorin da. Auch "Welten auseinander" handelt von einer Familie, doch der Unterschied zu den bisherigen Büchern der Schriftstellerin ist, dass dieses Buch unverhüllt von ihrer eigenen Geschichte erzählt.

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    Irene Dische: Die militante Madonna © Hoffmann und Campe
    Hoffmann und Campe

    Roman - Irene Dische: "Die militante Madonna"

    Irene Dische wurde 1989 mit dem Erzählungsband "Fromme Lügen" schlagartig bekannt. So lakonisch und erbarmunglos ist zuvor noch nie über den Holocaust geschrieben worden. Lakonie und ein gnadenlos scharfer Blick gehören seither zu den Markenzeichen Disches, die 1952 in New York geboren wurde. Jetzt hat sie einen neuen Roman vorgelegt, mit dem sie sich ins 18. Jahrhhundert und ins Zeitalter des französischen Absolutismus begibt.

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    Bei Dao: Das Stadttor geht auf © Hanser Verlag
    Hanser Verlag

    Memoir - Bei Dao: "Das Stadttor geht auf"

    Der berühmte chinesische Dichter Bei Dao ist eine Symbolfigur der Widerstandsbewegung. Nach Protesten auf dem Platz des Himmlischen Friedens wurde er des Landes verwiesen und lebte viele Jahre im amerikanischen Exil. Jetzt hat er seine Autobiografie geschrieben. "Das Stadttor geht auf" erzählt u.a. von seiner Kindheit und Jugend, die in die Gründungsphase des kommunistischen Chinas fiel und von den Roten Garden, denen er sich als 17-Jähriger anschloss.

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    Dorothy West: Die Hochzeit © Hoffmann und Campe
    Hoffmann und Campe

    Roman - Dorothy West: "Die Hochzeit"

    Dorothy West war in den 1920er Jahren Mitbegründerin der "Harlem Renaissance", einer einflussreichen Künstlerbewegung, die vom New Yorker Stadtteil Harlem ausging, afroamerikanischen Musikern, Malern und Autoren eine Stimme gab und die internationale Kunstszene aufmischte. Ihren ersten Roman "The Living is Easy" veröffentlichte Dorothy West 1948. Der zweite Roman "Die Hochzeit" folgte erst viele Jahre später, 1995, und wurde zu einem internationalen Bestseller. Nun ist "Die Hochzeit" in einer überarbeiteten Neuauflage erschienen.

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    Svenja Leiber: Kazimira © Suhrkamp
    Suhrkamp

    Roman - Svenja Leiber: "Kazimira"

    Die Ostseeküste nordwestlich von Königsberg: Hier wollten die Nationalsozialisten im Januar 1945 Tausende jüdische Frauen und Mädchen in der einst "jüdischen" Bernsteingrube "Anna" einmauern. Als der Plan misslang, trieben sie mindestens 3.000 Menschen auf die gefrorene Ostsee und erschossen sie. Die Schriftstellerin Svenja Leiber weiß, dass diesem Horror literarisch nicht beizukommen ist. Sie weiß aber auch, was schon Faulkner wusste: "Das Vergangene ist nicht tot, es ist nicht einmal vergangen", und sie erzeugt ein weites Panorama dieses Landstrichs mit Menschen, vor allem Frauen, die unvergesslich bleiben.

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    Dilek Güngör: Vater und ich © Verbrecher Verlag
    Verbrecher Verlag

    Roman - Dilek Güngör: "Vater und ich"

    Einen Namen gemacht hat sich die Journalistin Dilek Güngör mit Zeitungskolumnen und ihrem ersten Roman "Das Geheimnis meiner türkischen Großmutter" (2007). Jetzt ist ihr neuer Roman "Vater und ich" erschienen und darin geht es um die Annäherung einer Tochter an ihren Vater, der in den 70er Jahren als sogenannter Gastarbeiter aus der Türkei nach Deutschland kam. Das Buch ist für den Deutschen Buchpreis 2021 nominiert.

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    Jenny Erpenbeck: Kairos © Penguin Verlag
    Penguin Verlag

    Roman - Jenny Erpenbeck: "Kairos"

    Kairos ist der griechische Gott der günstigen Gelegenheit. Er hat vorne eine Stirnlocke, von hinten aber ist er kahl und glatt. Wer nicht sofort zupackt, hat die Gelegenheit verpasst. "Kairos" heißt der neue Roman von Jenny Erpenbeck, ein abgründiger Liebesroman, der in der Endphase der DDR von 1986 bis in die frühen 90er Jahre spielt. Ob aber der Moment, den es festzuhalten gilt, wenn eine Liebesgeschichte beginnen soll, in diesem Fall nicht besser vorübergegangen wäre, ist eine Frage, die der Roman zwar nicht stellt, im Subtext aber eindeutig mit Ja beantwortet.

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    Peter Wohlleben: Der lange Atem der Bäume © Ludwig
    Ludwig

    Sachbuch - Peter Wohlleben: "Der lange Atem der Bäume"

    Peter Wohlleben ist vielleicht der bekannteste Förster und Naturschützer Deutschlands. Er ist gern gesehener Gast in Talkshows, und seine Bücher, wie "Das geheime Leben der Bäume", werden regelmäßig zu Bestsellern. Jetzt hat der Autor, der auch eine von ihm gegründete "Waldakademie" in der Eifel leitet, ein neues Buch geschrieben: "Der lange Atem der Bäume".

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    Herfried Münkler "Marx, Wagner, Nietzsche: Welt im Umbruch" ©  Rowohlt Berlin, 2021
    Rowohlt Berlin, 2021

    Sachbuch über drei große Denker - Herfried Münkler: "Marx, Wagner, Nietzsche"

    Herfried Münkler ist vielleicht der berühmteste Professor Deutschlands. Wann immer über ideologische Verwerfungen, historische Katastrophen und aktuelle Kriege diskutiert wird, ist seine Meinung gefragt. Jetzt hat sich Münkler zum 70. Geburtstag selbst beschenkt und drei Ikonen der deutschen Geistes- und Kultur-Geschichte vereint: Marx, Wagner und Nietzsche. Unzählige Bücher sind über sie schon verfasst worden. Kann Münkler dem wirklich noch etwas Neues und Überraschendes hinzufügen?

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    Jörg Fauser: Das Weiße im Auge || Jörg Fauser u. Carl Weissner: Eine Freundschaft © Diogenes
    Diogenes

    Erzählungen 1980-87 - Jörg Fauser: "Das Weiße im Auge"

    Er war wie ein Komet, der kurz am literarischen Himmel aufleuchtet und schnell verglüht: Eines Nachts irrt Jörg Fauser zu Fuß über die Autobahn bei München und stirbt mit gerade einmal 43 Jahren unter ungeklärten Umständen. Seine Romane und Gedichte, Reportagen und Erzählungen sind eine Ausnahmerscheinung in der deutschen Literatur, von Mythen umrankt, von Geheimnissen umwölkt. Doch bis heute nur einem kleineren Kreis von Kritikern und Fans wirklich gegenwärtig.

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    Fred Vargas: Klimawandel – ein Appell; Montage: rbbKultur
    Limes

    Essay - Fred Vargas: "Klimawandel - Ein Appell"

    Eigentlich heißt sie Frédérique Audoin-Rouzeau, doch bekannt wurde die 1957 in Paris geborene Autorin unter dem Pseudonym Fred Vargas. Die Kriminalromane um den skurrilen Kommissar Jean-Baptiste Adamsberg sind internationale Besteller. Im ihrem neuen Buch geht es zwar auch um das Sterben und den Ausweg aus einer verfahrenen Situation: Doch diesmal geht es nicht um einem Mörder, den man hinter Schloss und Riegel bringen könnte, sondern um den von Menschen verursachten Klimawandel, den Angriff auf unser Überleben auf dem geschundenen Planeten Erde.

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    Heinz Strunk: Es ist immer so schön mit Dir © Rowohlt
    Rowohlt

    Roman - Heinz Strunk: "Es ist immer so schön mit Dir"

    Nach den Bestsellern "Das Teemännchen" oder "Der Goldene Handschuh" schaffte es Heinz Strunk nun auch mit seinem neuen Roman direkt aus dem Stand in die SPIEGEL-Bestsellerliste. In der dritten Woche ist er auf Rang 11 mit seinem Buch über die katastrophale Liebe eines Ex-Musikers. Arno Orzessek macht den Bestseller-Check.

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    Ian Goldin, Robert Muggah: Atlas der Zukunft; Montage: rbbKultur
    DuMont Verlag

    Sachbuch - Ian Goldin & Robert Muggah: "Atlas der Zukunft"

    Apokalyptische Hitzewellen, sintflutartige Regenfälle, anhaltende Dürre, abschmelzende Eisberge, steigender Meeresspiegel: Der Weltklima-Bericht der UN gleicht einem Horror-Szenario. Wer noch immer den vom Menschen verursachten Klimawandel leugnet und ein radikales Umdenken ablehnt, trägt wissenschaftliche Scheuklappen oder ist ein politischer Scharlatan. Alle, die wissen wollen, wie der Zustand der Welt ist und ob der Mensch es schaffen kann, sein eigenes Überleben zu gestalten, finden jetzt vielleicht bei Ian Goldin und Robert Muggah Antworten und Argumente.

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    Beat Sterchi: Capricho © Diogenes
    Diogenes

    Roman - Beat Sterchi: "Capricho. Ein Sommer in meinem Garten"

    Im Pop-Musik-Business nennt man das wohl ein "One-Hit-Wonder". Denn nachdem Beat Sterchi mit "Blösch" 1983 ein fulminantes literarisches Debüt hingelegt hatte, wurde es jahrzehntelang ziemlich still um den 1949 geborenen Schweizer Autor. Gelegentlich veröffentlichte er noch Gedichte, Essays und Theaterstücke, aber sie erschienen nur in Kleinverlagen und wurden kaum irgendwo wahrgenommen. Doch jetzt konnte sich Beat Sterchi endlich wieder zu einem größeren Werk aufraffen und es im renommierten Diogenes Verlag veröffentlichen: "Capricho. Ein Sommer in meinem Garten" ist der Titel des unerwarteten literarischen Comebacks.

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    Anna Kaminsky (Hrsg.): Die Berliner Mauer in der Welt © Bundesstiftung Aufarbeitung
    Bundesstiftung Aufarbeitung

    60 Jahre Mauerbau - Anna Kaminsky (Hrsg.): "Die Berliner Mauer in der Welt"

    Vor 60 Jahren begann das SED-Regime mit der Bau der Berliner Mauer und zementierte damit nicht nur die Teilung Deutschlands, sondern auch den Kalten Krieg der Großmächte. Ein politisches Monstrum, so schien es, für die Ewigkeit. Dass der Ostblock dann 1989 so rasant kollabierte und die Mauer innerhalb von Wochen zerbröselte und abgeräumt wurde, gleicht einem Wunder. Für alle, die sich fragen, wo genau denn eigentlich die Mauer stand und wo all die Mauer-Reste geblieben sind, finden die Antworten darauf im Buch "Die Berliner Mauer in der Welt".

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    Ferdinand Schmalz: Mein Lieblingstier heißt Winter © S. Fischer
    S. Fischer

    Roman - Ferdinand Schmalz: "Mein Lieblingstier heißt Winter"

    Der Österreicher Ferdinand Schmalz ist ein sehr erfolgreicher, preisgekrönter Theaterautor. 2017 gewann er den Ingeborg-Bachmann-Preis für seinen kleingeschriebenen Text "mein lieblingstier heißt winter". Jetzt ist unter dem gleichen Titel der erste Roman des Dramatikers erschienen.

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    Ulrich Woelk: Für ein Leben © C.H. Beck
    C.H. Beck

    Roman - Ulrich Woelk: "Für ein Leben"

    Wie sich ein "kontinuierliches Leben" aus Momenten, aus Zufällen, aus spontanen Entschlüssen und Schicksalsschlägen zusammensetzt und wie verschiedene Lebensläufe ineinandergreifen, sich berühren, verändern und wieder voneinander entfernen, davon erzählt Ulrich Woelk mit großer Leidenschaft in seinem opulenten Roman "Für ein Leben".

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    Daniela Krien: Der Brand © Diogenes
    Diogenes

    Roman - Daniela Krien: "Der Brand"

    Der Start ins Schaftstellerinnen-Leben war für die studierte Kultur-, Kommunikations- und Medienwissenschaftlerin etwas mühsam. Zwar sorgte die 1975 in Neu Kaliß geborene Daniela Krien mit ihren ersten beiden Büchern bei den Kritikern für Aufmerksamkeit. In die richtige Erfolgsspur kam die Autorin aber erst mit dem Roman "Die Liebe im Ernstfall", der zu einen fulminanten Bestseller avancierte, in siebzehn Sprachen übersetzt wurde und Daniela Krien den Sächsischen Literaturpreis einbrachte. Jetzt hat sie mit "Der Brand" einen neuen Roman nachgelegt.

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    Sigrid Nunez: Was fehlt dir © Aufbau
    Aufbau

    Roman - Sigrid Nunez: "Was fehlt dir"

    Die New Yorker Schriftstellerin Sigrid Nunez ist bei uns mit dem Besteller "Der Freund" bekannt geworden, wo sie über ihre Beziehung zu einer Dogge berichtete, die ihr ein alter Freund nach seinem Tod vererbt hat und mit der sie ihr kleines New Yorker Appartment teilte. Im vergangenen Jahr erschienen ihre Erinnerungen an Susan Sontag, und jetzt liegt ein neuer Roman von ihr vor: "Was fehlt dir".

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    Bernhard Schlink: 20. Juli. Ein Zeitstück © Diogenes
    Diogenes

    Ein Zeitstück - Bernhard Schlink: "20. Juli"

    Bernhard Schlink ist Jurist und Autor. Er hat Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie gelehrt und sich - quasi im Nebenberuf - als Schriftsteller ausprobiert. Mit "Der Vorleser" landete er 1995 einen fulminanten Weltbesteller, der in über 50 Sprachen übersetzt und erfolgreich verfilmt wurde. Zuletzt brillierte er mit "Abschiedsfarben", einer Sammlung von Erzählungen. Jetzt versucht sich der inzwischen 77-Jährige als Theaterautor: "20. Juli. Ein Zeitstück" heißt sein Drama.

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    John von Düffel: Die Wütenden und die Schuldigen © DuMont
    DuMont

    Roman - John von Düffel: "Die Wütenden und die Schuldigen"

    In seinem neuen Roman "Die Wütenden und die Schuldigen" zeichnet John von Düffel das Porträt einer Familie, die sich vor allem und immer schon über Abwesenheiten und Distanzverhältnisse definierte und wo man sich eher aus dem Weg zu gehen pflegte, als Nähe zu suchen. Die Handlung spielt während des ersten Corona-Lockdowns im Jahr 2020.

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    Anno Mungen: Hier gilt's der Kunst © Westend
    Westend

    Chronik - Anno Mungen: "Hier gilt’s der Kunst. Wieland Wagner 1941-1945"

    Vor 70 Jahren, im Jahr 1951, fand die Wiedereröffnung der Bayreuther Festspiele nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs statt. Einer der wichtigsten Protagonisten von "Neubayreuth" war Wieland Wagner, Enkel von Richard Wagner, der die Bayreuther Festspiele bis zu seinem Tod gemeinsam mit seinem Bruder Wolfgang leitete.

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    Alice Munro: Ferne Verabredungen © Fischer Taschenbuch
    Fischer Taschenbuch

    Die schönsten Erzählungen - Alice Munro: "Ferne Verabredungen"

    Mit dem Erscheinen der Erzählbandes "Dear Life" ("Liebes Leben") verkündete die kanadische Autorin Alice Munro im Jahr 2012 das Ende ihrer schriftstellerischen Tätigkeit. Als Alice Munro ein Jahr später der Literaturnobelpreis zugesprochen und sie als "Meisterin der zeitgenössischen Kurzgeschichte" gepriesen wurde, schickte sie denn auch eine ihrer Töchter, um die Auszeichnung entgegenzunehmen. Zu ihrem 90. Geburtstag sind dem Titel "Ferne Verabredungen" ihre "schönsten Erzählungen" versammelt.

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    Fang Fang: Wuhan Diary © Hoffman & Campe
    Hoffman & Campe

    Tagebuch - Fang Fang: "Wuhan Diary. Tagebuch aus einer gesperrten Stadt"

    Covid-19 hat die Welt durcheinandergewirbelt, und die neun Millionen Einwohner der chinesischen Stadt Wuhan gehörten zu den ersten, die es am eigenen Leib erfahren mussten. 76 Tage, von Ende Januar bis Anfang April, war die Metropole vollständig abgeriegelt und das Leben einem rigiden Shutdown unterworfen.

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    Abraham B. Yehoshua: Der Tunnel; Montage: rbb
    Nagel & Kimche

    Roman - Abraham B. Yehoshua: "Der Tunnel"

    Demenz ist eine Krankheit, die immer mehr Menschen zu betreffen scheint und die auch in der Literatur immer häufiger verarbeitet wird, wie in Arno Geigers Buch "Der alte König in seinem Exil" von 2011 oder in "Der vergessliche Riese" von David Wagner aus diesem Jahr. Abraham B. Yehoshuas neuer Roman "Der Tunnel" zeigt nun in der glänzenden Übersetzung von Markus Lemke, was Demenz im israelischen Kontext bedeuten kann.

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