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  • Stefan Aust u. Martin Scholz: Forever Young © Hoffmann und Campe; Maik Brüggemeyer: Lout Out Kid © Ullstein
    Hoffmann und Campe; Ullstein

    "Look Out Kid" und "Forever Young" - 80. Geburtstag: Zwei neue Bücher über Bob Dylan

    Das Fachmagazin "Rolling Stone" listet Bob Dylan auf Platz 2 der "größten Musiker" und auf Platz 1 der "bedeutendsten Songwriter aller Zeiten": mit seiner Musik und Poesie hat er Generationen begleitet und geprägt. Manchen gilt er als Friedensapostel, anderen als Bürgerschreck. Während andere Künstler sich zur Ruhe setzen, begibt sich Dylan, der als erster Musiker den Literaturnobelpreis bekam, auf eine "Never Ending Tour" und spielt jedes Jahr über 100 Konzerte. Zum 80. Geburtstag erscheinen zwei Bücher, die sein Leben und Werk würdigen.

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  • "Bergführer Potsdam", "Berlin am Wasser" und "Brandenburg mit dem Rad" © be.bra Verlag
    be.bra Verlag

    Drei Kultur- und Wanderführer - Kulturtipps und Ausflüge für Berlin und Brandenburg

    Himmelfahrt und Pfingsten stehen vor der Tür - und hoffentlich auch endlich ein paar sonnige Frühlingstage. Höchste Zeit, die Fenster weit zu öffnen und hinaus ins Freie zu gehen. Da es wegen der Corona-Auflagen noch immer schwierig ist, zu verreisen und auswärts zu übernachten, werden sich die meisten wohl mit Tagesausflügen in die nähere Umgebung begnügen müssen. Wer nach Anregungen sucht, wie und wo man Körper und Geist in Schwung bringen kann, findet sie in einigen neuen Büchern.

  • Christoph Hein: Guldenberg © Suhrkamp
    Suhrkamp

    Roman - Christoph Hein: "Guldenberg"

    Seinen neuen Roman lässt Christoph Hein in Guldenberg spielen, einer nach der Wende ordentlich renovierten Kleinstadt. In Guldenberg geht alles seinen Gang - bis Flüchtling aus Syrien und Afghanistan im leerstehenden Seglerheim untergebracht werden. Alltagsrassismus ist also ein roter Faden der Geschichte. Ein anderer ist das Hauen und Stechen um ein altes, frisch renoviertes, mit großen Ambitionen eröffnetes Kulturhaus.

    Bewertung:
  • Lorenza Foschini: Und der Wind weht durch unsere Seelen © Nagel & Kimche
    Nagel & Kimche

    Eine Geschichte von Liebe und Freundschaft - Lorenza Foschini: "Und der Wind weht durch unsere Seelen. Marcel Proust und Reynaldo Hahn"

    Marcel Proust und Reynaldo Hahn. Der eine ist mit seinem Roman "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" längst einer der wichtigsten Schriftsteller überhaupt, der andere heute nahezu vergessen, abgesehen vielleicht von einigen wenigen Liedern. Beide verband eine lebenslange Liebe und Freundschaft, der sich Lorenza Foschini in zahllosen Rückblenden und Schlaglichtern annimmt.

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  • Judith Hermann: Daheim © S. Fischer
    S. Fischer

    Roman - Judith Hermann: "Daheim"

    "Wir haben eine neue Autorin bekommen, eine hervorragende Autorin. Ihr Erfolg wird groß sein", rief Marcel Reich-Ranicki aus, als Judith Hermann 1998 mit ihrem Erzählband "Sommerhaus, später" ein fulminantes literarisches Debüt hinlegte. Der Literaturpapst sollte recht behalten. Jedes ihrer Bücher stieß seitdem bei Publikum und Kritik auf große Resonanz. Ihr neuer Roman "Daheim" wurde bereits vor der Veröffentlichung für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert.

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Buch-Rezensionen

  • Christoph Hein: Guldenberg © Suhrkamp
    Suhrkamp

    Roman - Christoph Hein: "Guldenberg"

    Seinen neuen Roman lässt Christoph Hein in Guldenberg spielen, einer nach der Wende ordentlich renovierten Kleinstadt. In Guldenberg geht alles seinen Gang - bis Flüchtling aus Syrien und Afghanistan im leerstehenden Seglerheim untergebracht werden. Alltagsrassismus ist also ein roter Faden der Geschichte. Ein anderer ist das Hauen und Stechen um ein altes, frisch renoviertes, mit großen Ambitionen eröffnetes Kulturhaus.

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    Judith Hermann: Daheim © S. Fischer
    S. Fischer

    Roman - Judith Hermann: "Daheim"

    "Wir haben eine neue Autorin bekommen, eine hervorragende Autorin. Ihr Erfolg wird groß sein", rief Marcel Reich-Ranicki aus, als Judith Hermann 1998 mit ihrem Erzählband "Sommerhaus, später" ein fulminantes literarisches Debüt hinlegte. Der Literaturpapst sollte recht behalten. Jedes ihrer Bücher stieß seitdem bei Publikum und Kritik auf große Resonanz. Ihr neuer Roman "Daheim" wurde bereits vor der Veröffentlichung für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert.

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    John Wray: "Madrigal" © Rowohlt
    Rowohlt

    Erzählungen - John Wray: "Madrigal"

    John Wray, 1971 in Washington D.C. geboren, hat einen amerikanischen Vater und eine österreichische Mutter. Das ist nicht ganz unwichtig bei diesem Autor. In den USA aufgewachsen, hatte er doch immer auch Beziehungen zum Herkunftsland seiner Mutter und zur deutschen Sprache, die er mit österreichischem Akzent spricht. Mit seinem Buch "Madrigal" legt Wray zum ersten Mal acht Erzählungen vor, die er auf Deutsch geschrieben hat.

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    Andreas Maier: Die Städte; Montage: rbbKultur
    Suhrkamp Verlag

    Roman - Andreas Maier: "Die Städte"

    Die Geschichte der Bundesrepublik als kleine Geschichte der Mobilmachung: Andreas Maier liefert im achten Band seiner "Ortsumgehung" das Bewegungsprofil seines Lebens und plädiert dann aber doch fürs Zuhausebleiben.

    Bewertung:
    Peter Handke: Mein Tag im anderen Land © Suhrkamp
    Suhrkamp

    Eine Dämonengeschichte - Peter Handke: "Mein Tag im anderen Land"

    Sein erster Roman, "Die Hornissen", erschien 1966. Im selben Jahr wurde auch sein inzwischen legendäres Theaterstück, „Die Publikumsbeschimpfung“, uraufgeführt. Jetzt hat Handke eine Erzählung mit dem Titel "Mein Tag im anderen Land" veröffentlicht.

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    Jacqueline Woodson: Alles glänzt; Montage: rbbKultur
    Piper

    Roman - Jacqueline Woodson: "Alles glänzt"

    "Red at the bone" - das ist auf Englisch ein Ausdruck für Dinge, die schwer verdaulich sind - wie große Gefühle zum Beispiel. "Red at the bone" - das ist auch der Originaltitel von Jacqueline Woodsons großartigem Roman - und ja, er erzählt von großen Gefühlen, aber schwer verdaulich ist er nicht.

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    Sylvie Schenk: Roman d'amour; Montage: rbbKultur
    Hanser

    Roman - Sylvie Schenk: "Roman d'amour"

    Jede Schriftstellerin kennt die Szene: Am Nachmittag vor der abendlichen Lesung in irgendeiner Provinzbibliothek hat eine Journalistin um ein Interview für einen lokalen Radiosender gebeten. Den Verkaufszahlen zuliebe lässt sich das kaum vermeiden. Also trifft man sich im Hotelfoyer, trinkt einen Kaffee, und dann folgt unweigerlich die Frage nach dem autobiografischen Gehalt des Romans.

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    Benedict Wells: Hard Land; Montage: rbbKultur
    Diogenes

    Roman - Benedict Wells: "Hard Land"

    Lesen Sie dieses Buch! Lesen Sie es am besten rasch durch, bis die letzte Zeile ausgelesen ist. Gut möglich, dass Sie dann denken, fühlen, urteilen: Wow, der perfekte Coming-of-Age-Roman! Denn wer an der Stelle des Herzens keinen Kühlschrank hat, der wird hingerissen sein.

    Bewertung:
    Moritz Heger: Aus der Mitte des Sees; Montage: rbbKultur
    Diogenes

    Roman - Moritz Heger: "Aus der Mitte des Sees"

    Einen Mönch zum Ich-Erzähler zu machen, ist in der Gegenwartsliteratur eine Rarität. Schon deshalb ist der zweite Roman von Moritz Heger eine Besonderheit. Doch Bruder Lukas, der hier spricht, ist ein seltsamer Mönch, dessen Gotteserfahrung das Schwimmen ist.

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    Roberto Andò: Ciros Versteck; Montage: rbbKultur
    Folio Verlag

    Roman - Roberto Andò: "Ciros Versteck"

    Ciro ist ein zehnjähriger, sensibler Junge, der mit seinen Eltern und Geschwistern in einem Mehrfamilienhaus im schlecht beleumundeten neapolitanischen Viertel Forcella wohnt. Eines Tages taucht er überraschend in der Wohnung des eigenbrötlerischen Klavierprofessors Gabriele Santoro auf, der im selben Haus lebt, mit dem er aber zuvor nie ein Wort gewechselt hat, und versteckt sich dort.

    Bewertung:
    Ulrich Peltzer: Das bist du; Montage: rbbKultur
    S. Fischer Verlag

    Roman - Ulrich Peltzer: "Das bist du"

    Im Titel des neuen Romans von Ulrich Peltzer klingt das Staunen über die eigene, fern gerückte Existenz an: "Das bist du". So spricht der Ich-Erzähler von heute aus zu dem, der er einmal war. Er ist also doppelt vorhanden: einmal als Erzählerstimme in der Gegenwart, die die Bruchstücke der Vergangenheit zu einem Bild zusammenfügt, vor allem aber als dieses in der Vergangenheit versunkene Du.

    Bewertung:
    Patrick Modiano: Unsichtbare Tinte; Montage: rbbKultur
    C. Hanser Verlag

    Roman - Patrick Modiano: "Unsichtbare Tinte"

    Patrick Modiano, 1945 in Paris geboren, ist einer der bedeutendsten Schriftsteller der Gegenwart. Für sein umfangreiches Schaffen erhielt er 2014 den Nobelpreis für Literatur. In der Begründung der Stockholmer Jury hieß es, Modianos Werk stehe für "die Kunst des Erinnerns, mit der er die unbegreiflichsten menschlichen Schicksale wachgerufen und die Lebenswelt während der deutschen Besatzung sichtbar gemacht hat." - Jetzt ist sein neuer Roman "Unsichtbare Tinte" erschienen.

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    Dmitrij Kapitelman: Eine Formalie in Kiew; Montage: rbbKultur
    Hanser Literaturverlag

    Roman - Dmitrij Kapitelman: "Eine Formalie in Kiew"

    "Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters", so hieß Dmitrij Kapitelmans erstes Buch, das vor 5 Jahren erschien und viele durch eine nüchterne und zugleich zärtliche Tragikomik begeisterte: Darin reist Kapitelman mit seinem Vater nach Israel, um die eigene jüdische Identität besser zu verstehen, und um den geliebten, traurigen Vater lächeln zu sehen. Jetzt ist Dmitrij Kapitelmans zweites Buch erschienen: "Eine Formalie in Kiew". Es kann als Fortsetzung des Erstlings gelesen werden; aber der Ton des Schriftstellers ist schärfer, sarkastischer geworden.

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    Martin Mosebach: Krass; Montage: rbbKultur
    Rowohlt

    Roman - Martin Mosebach: "Krass"

    Krass, so der sprechende Name des Titelhelden in Martin Mosebachs neuem Roman, ist ein Mann von "raumgreifender Körperlichkeit". Seine Massigkeit hat etwas mit Macht zu tun. Andere Menschen zieht er mit seiner puren Präsenz in seinen Bann. Krass ist das Zentrum einer kleinen Reisegesellschaft, die sich im Jahr 1988 in Neapel befindet.

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    Harald Martenstein: Wut © Ullstein
    Ullstein

    Roman - Harald Martenstein: "Wut"

    Maria, die Mutter, ist klug, attraktiv und redegewandt. Doch ihr markantestes Merkmal ist ein anderes. Sie schlägt ihren Sohn Frank, "bis ihr die Arme müde werden." Immer und immer wieder, ohne einen Grund, den der Junge erkennen könnte. Als er sich einmal unter dem Bett versteckt, schreit sie: "Komm raus, Drecksau, verkriech dich nicht, du Stück Scheiße." Der Satz steht auf der ersten Seite des ersten Kapitels von "Wut" und wirft vor allem zwei Fragen auf: Wie wird man zu einem Menschen wie Maria? Und was wird aus einem Jungen wie Frank?

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    T.C. Boyle: Sprich mit mir © Hanser Literaturverlage
    Hanser Literaturverlage

    Roman - T.C. Boyle: "Sprich mit mir"

    T.C. Boyle hat sich in seinem neuen Roman "Sprich mit mir" wieder eines seiner Lieblingsthemen vorgenommen: das Verhältnis von Mensch und Natur. Wie tierisch sind Menschen und wie menschlich die Tiere? Kann ein Tier wirklich mit Menschen kommunizieren, seine Gefühle und Bedürfnisse ausdrücken, und wie weit reicht diese Sprache?

    Bewertung:
    Haruki Murakami: Erste Person Singular; Montage: rbbKultur
    DuMont

    Erzählband - Haruki Murakami: "Erste Person Singular"

    Immer wieder wird Haruki Murakami für den Literaturnobelpreis gehandelt, aber bisher hat er ihn nicht bekommen. Gerade erst wurde einer seiner bekanntesten Romane von Ursula Gräfe neu übersetzt und als "Die Chroniken des Aufziehvogels" wiederveröffentlicht. In seinem neuen Erzählband "Erste Person Singular" geht er der Frage nach: was macht uns zu denen, die wir sind und vor allem: welche Geschichten erzählen wir uns selbst darüber?

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    George Orwell: Farm der Tiere; Montage: rbbKultur
    dtv

    Roman | Neuübersetzung - George Orwell: "Farm der Tiere"

    "Kein Tier soll seinesgleichen je tyrannisieren. Schwach oder stark, schlau oder schlicht, wir sind alle Brüder. Kein Tier soll je ein anderes töten. Alle Tiere sind gleich." Mit diesem Schlachtruf beginnt der Aufstand der Tiere gegen die Unterdrückung der Menschen. Doch schnell entartet die Revolution: Statt Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit warten Terror, Säuberung und Diktatur auf der "Animal Farm", auf der die Schweine die Macht ergreifen und alle anderen Tiere versklaven: George Orwells "Farm der Tiere" ist ein böses Märchen, eine Abrechnung mit der stalinistischen Pervertierung des Sozialismus. Jetzt erscheinen zwei neue deutsche Übersetzungen des 1945 veröffentlichten Romans.

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    Patricia Highsmith: "Ladies" © Diogenes
    Diogenes

    Frühe Stories - Patricia Highsmith: "Ladies"

    "Zwei Fremde im Zug", "Der talentierte Mr. Ripley", "Tiefe Wasser" - die Liste der erfolgreichen Romane von Patricia Highsmith ließe sich noch um viele Titel verlängern. Die US-amerikanische Schriftstellerin hob den psychologischen Krimi auf höchstes literarisches Niveau. Heute, am 19. Januar, wäre die Autorin 100 Jahre alt geworden. Rechtzeitig zum Geburtstag hat der Diogenes Verlag einen neuen Band mit Erzählungen herausgebracht, der auch für eingefleischte Highsmith-Fans noch ein paar Überraschungen parat hat.

    Bewertung:
    Friedrich Dürrenmatt © Diogenes
    Diogenes

    Kriminalroman - Friedrich Dürrenmatt: "Der Verdacht"

    "Man kann das alles in seinen Werken finden: Witz und Weisheit, Ulk und Unsinn, Hohn und Hass. Er war nie ein Langweiler, immer ein höchst unterhaltsamer Autor." Das sagte Literatur-Papst Marcel Reich-Ranicki einmal über Friedrich Dürrenmatt, der mit seinen absurden Komödien - "Der Besuch der alten Dame" oder "Die Physiker" - Weltruhm erlangte. Zum 100. Geburtstag empfehlen wir den Kriminalroman "Der Verdacht" von 1951.

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    Robert Galbraith: Böses Blut; Montage: rbbKultur
    Blanvalet Verlag

    Fünfter Band der Krimi-Reihe - Robert Galbraith (Joanne K. Rowling): "Böses Blut"

    Mit ihrem siebenhändigen Roman-Zyklus über den Zauberlehrling "Harry Potter" wurde die 1961 geborene Joanne K. Rowling berühmt und zu einer der reichsten Frauen weltweit. Seit 2013, beginnend mit "Der Ruf des Kuckucks", verfasst sie unter dem Pseudonym Robert Galbraith Kriminalromane um das Detektiv-Duo Cormoran Strike und Robin Ellacott. "Böses Blut" ist der fünfte Band, ein 1.200-Seiten starker Ziegelstein.

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    Buchcover "Weihnachten" © Klaus Wagenbach Verlag, Montage: rbb
    Klaus Wagenbach Verlag

    Erzählband - Susanne Schüssler (Hrsg): "Weihnachten. Geschichten aus Italien"

    Da sind sie wieder versammelt, die großen italienischen Autorennamen des 20. Jahrhunderts: Italo Calvino, Leonardo Sciascia, Alberto Moravia oder auch Natalia Ginzburg. In einem kleinen schmalen Bändchen mit italienischen Weihnachtsgeschichten. Denn zum Thema Weihnachten haben sie – natürlich! – alle etwas zu sagen gehabt.

    Bewertung:
    Don DeLillo: Die Stille; Montage: rbbKultur
    Kiepenheuer & Witsch

    Roman - Don DeLillo: "Die Stille"

    Don DeLillo, geboren 1936 in New York, ist einer der ganz großen Autoren der zeitgenössischen amerikanischen Literatur, ein Meister des politischen Romans und ein begnadeter Erzähler. Für seine Romane und Theaterstücke hat er unzählige Preise bekommen. Sein neuer Roman umfasst gerade einmal nur knappe 112 Seiten und trägt den Titel "Die Stille".

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    Susan Sontag: Wie wir jetzt leben; Montage: rbbKultur
    Hanser Verlag

    Erzählungen - Susan Sontag: "Wie wir jetzt leben"

    Es waren nicht ihre Romane und Kurzgeschichten, die Susan Sontag bekannt gemacht haben, sondern ihre Essays und Sachbücher – "Krankheit als Metapher" zum Beispiel, der berühmte Essay "Anmerkungen zu Camp" oder ihre Texte über Fotografie. Dabei war ihr die Prosa selbst sehr wichtig und sie hätte sich dafür mehr Aufmerksamkeit gewünscht.

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    Clarice Lispector: Aber es wird regnen; Montage: rbbKultur
    Penguin Verlag

    Sämtliche Erzählungen in zwei Bänden - Clarice Lispector: "Aber es wird regnen"

    In Lateinamerika war sie schon zu Lebzeiten eine Legende, im Rückblick gilt sie als die Ikone der brasilianischen Moderne schlechthin: die 1977 verstorbene brasilianische Schriftstellerin Clarice Lispector. In Europa sind ihre Romane und Erzählungen hauptsächlich in feministischen Insider-Kreisen bekannt. Der Penguin Verlag macht sich seit ein paar Jahren daran, ihr Werk neu zu übersetzen – jetzt sind ihre sämtlichen Erzählungen erstmals alle auf Deutsch erschienen.

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    Emma Becker: La Maison © rowohlt
    rowohlt

    Roman - Emma Becker: "La Maison"

    Am Ende kommen noch Janus, Olaf und Gerd zu Justine ins "La Maison", wie das Wilmersdorfer Bordell in Emma Beckers gleichnamigen Roman heißt. Sie bevorzugen SM-Praktiken, sind im sogenannten Studio des Freudenhauses der Dominus, der fesselt, peitscht und würgt, während Justine die Sklavin darstellt, die gefesselt, gepeitscht und gewürgt wird. "La Maison" ist Beckers dritten Roman, der in Frankreich für einiges Aufsehen sorgte.

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    Meral Kureyshi: Fünf Jahreszeiten © Limmat Verlag
    Limmat Verlag

    Roman - Meral Kureyshi: "Fünf Jahreszeiten"

    Direkt mit ihrem ersten Roman hat Meral Kureyshi ins Schwarze getroffen: ihre Migrationsgeschichte "Elefanten im Garten" wurde in mehrere Sprachen übersetzt und hat einige Preise gewonnen. In diesem Jahr war die Schweizerin zum Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb eingeladen. In ihrem neuen Roman "Fünf Jahreszeiten" geht es um Liebe zwischen den Stühlen und die Flüchtigkeit des Moments.

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    Ralf Rothmann: Hotel der Schlaflosen; Montage: rbbKultur
    Suhrkamp

    Erzählungen - Ralf Rothmann: "Hotel der Schlaflosen"

    Kann es als Qualitätsbeweis gelten, wenn man einen Erzählband am Stück verschlingt wie einen saftigen Thriller? Sicher ist: Die Erzählungen in "Hotel der Schlaflosen" sind voll von Leben und Tod, Angst und Gewalt, Liebe und Schmerz. Allein die Geschichte, die dem Band den Titel gibt!

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    Stefan Kutzenberger: Jokerman; Montage: rbbKultur
    Berlin Verlag

    Roman - Stefan Kutzenberger: "Jokerman"

    Die "Dylanologie" ist ein nichtakademisches, gleichwohl weltweit praktiziertes Fachgebiet, das zwischen Wissenschaft und Esoterik anzusiedeln ist. Dylanologen sind Nerds, die die Texte aller Dylan-Songs jederzeit parat haben und auf die aktuelle Weltlage anzuwenden wissen. In diesem Grenzbereich zwischen Wissen und Wahnsinn ist Stefan Kutzenbergers Roman "Jokerman" angesiedelt.

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    Richard Ford: Irische Passagiere; Montage: rbbKultur
    Hanser Verlag

    Kurzgeschichten - Richard Ford: "Irische Passagiere"

    Sie alle haben irgendwie einen Knacks abbekommen, einen Bruch im Leben: Die Protagonisten aus Richard Fords neuen Kurzgeschichten werden älter und müssen diese Brüche irgendwie verarbeiten. "Irische Passagiere" heißt das neue Buch des Pulitzerpreisträgers, denn Irland ist der rote Faden in diesen verschiedenen Biografien.

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    Christine Wunnicke: Die Dame mit der bemalten Hand © Berenberg Verlag
    Berenberg Verlag

    Roman - Christine Wunnicke: "Die Dame mit der bemalten Hand"

    Die Shortlist für den Deutschen Buchpreis, der am 12. Oktober vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels für den "Besten deutschsprachigen Roman" vergeben wird, steht. Nominiert ist auch Christine Wunnickes Roman "Die Dame mit der bemalten Hand". Jörg Magenau stellt das Buch vor.

    Bewertung:
    Christoph Peters: Dorfroman; Montage: rbbKultur
    Luchterhand

    Bundesrepublikanische Coming-of-Age-Geschichte - Christoph Peters: "Dorfroman"

    Christoph Peters begibt sich in seinem neuen Roman auf eine Zeitreise in sein eigenes Leben, zurück in die 1970er Jahre. Er lässt sein jugendliches Ich im fiktiven Ort Hülkendonck wieder aufleben, das sich gegen die Enge des ländlichen Elternhauses in Norddeutschland wehrt und sich der Anti-Atomkraftbewegung anschließt. Zugleich muss sich sein heutiges Ich mit den gealterten Eltern auseinandersetzen. Anne-Dore Krohn stellt Christoph Peters "Dorfroman" vor.

    Bewertung:
    Clemens Meyer: Nacht im Bioskop; Montage: rbbKultur
    Faber & Faber

    Erzählung - Clemens Meyer: "Nacht im Bioskop"

    Ein "wundersames Buch der Hoffnung", verspricht der Verlag, sei die neue Erzählung von Clemens Meyer. Jörg Magenau hat es gelesen – und hat sich an einen magischen Ort mitnehmen lassen.

    Bewertung:
    Monika Maron: Artur Lanz © S. Fischer Verlag
    S. Fischer Verlag

    Roman - Monika Maron: "Artur Lanz"

    Der Roman zur Zeit: Ein Plädoyer für Unterschiede und Debatten, gegen ideologische Rechthaberei und Identitätspolitik. Ein zentraler Satz in diesem ebenso provokanten wie unterhaltsamen Buch lautet: "Ist es nicht auch ein Recht, unrecht zu haben?"

    Bewertung:
    Ray Bradbury: Fahrenheit 451; Montage: rbbKultur
    Diogenes

    Neuübersetzung des Romans - Ray Bradbury: "Fahrenheit 451"

    Er war ein Multitalent, schrieb Gedichte, Kinderbücher, Theaterstücke, Erzählungen und Film-Skripte - zum Beispiel für John Hustons Kino-Version von "Moby Dick". Doch wirklich berühmt wurde Ray Bradbury für seine Science-Fiction-Fantasie über das Leben in einer totalitären Zukunft: "Fahrenheit 451". Anlässlich seines 100. Geburtstags am 22. August erscheint jetzt eine Neuübersetzung des 1953 in Amerika und 1955 auf deutsch erschienenen Romans.

    Bewertung:
    Davis Grossmann: Was Nina wusste © Hanser Literaturverlage
    Hanser Literaturverlage

    Roman - David Grossman: "Was Nina wusste"

    Mit seinem neuen Roman "Was Nina wusste", stilsicher übersetzt von Anne Birkenhauer, erweist sich David Grossman einmal mehr als leidenschaftlicher Romancier: Drei Frauen aus drei Generationen, Großmutter Vera, Tochter Nina und Enkelin Gili gibt er eine eigene, markante Gestalt und Stimme.

    Bewertung:
    Lisa Eckhart: Omama © Zsolnay
    Zsolnay

    Roman - Lisa Eckhart: "Omama"

    Ihr Namen war in den letzten Tagen in aller Munde, und wer bislang nicht wusste, was "Cancel Culture" ist, der hat es jetzt an ihrem Beispiel gelernt: Die Kabarettistin Lisa Eckhart wurde von einem Hamburger Literaturfestival ausgeladen, weil Unbekannte für den Fall ihres Auftritts mehr oder weniger handfeste Proteste angedroht hatten. Vorwürfe des Antisemitismus und des Rassismus standen im Raum.
    Bewertung:
    Nicolas Mathieu: Rose Royal © Hanser Berlin
    Hanser Berlin

    Roman - Nicolas Mathieu: "Rose Royal"

    Der französische Schriftsteller Nicolas Mathieu ist zweiundvierzig Jahre alt und hat bislang zwei Romane veröffentlicht. Bereits sein zweiter Roman wurde mit dem renommierten Prix Goncourt ausgezeichnet, letztes Jahr ist er unter dem Titel "Wie später ihre Kinder" auch auf Deutsch erschienen. Nach dem umfangreichen Werk folgt nun sehr schnell ein überraschend schmaler Band, der ebenfalls wieder abseits der mondänen metropolitanen Frankreichs spielt: "Rose Royal" heißt die neue Erzählung, und sie bringt kaum mehr als neunzig Seiten auf die Waage.

    Bewertung:
    Robert Seethaler, Der letzte Satz
    Hanser Berlin

    Roman - Robert Seethaler: "Der letzte Satz"

    April 1911. Der Komponist Gustav Mahler reist per Schiff nach Europa. In New York hat er ein letztes Konzert dirigiert; er ist schwer herzkrank und weiß, dass er nicht mehr lange zu leben hat. Eingehüllt in wärmende Decken blickt er übers Meer und erinnert sich: an die Zeit in Wien, als er das Direktorenzimmer der Oper bezog, an das Landhaus in Toblach, wo er in seiner Komponistenhütte arbeitete, an Reisen nach Sankt Petersburg, Berlin oder nach Paris.

    Bewertung:
    Bernhard Schlink, Abschiedsfarben
    Diogenes Verlag

    Geschichten - Bernhard Schlink: "Abschiedsfarben"

    Nur eine einzige Passion und Berufung zu haben, war Bernhard Schlink auf Dauer wohl zu profan und langweilig. Also fing der angesehene Jurist, der an der Universität Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie lehrte, irgendwann in der Freizeit an, sich als literarischer Autor auszuprobieren. Er schrieb zunächst ein paar Krimis, bevor er mit "Der Vorleser" einen internationalen Bestseller landete, der erfolgreich verfilmt wurde.

    Bewertung:
    Nadja Küchenmeister: Im Glasberg; Montage: rbbKultur
    Schöffling & Co.

    Gedichte - Nadja Küchenmeister: "Im Glasberg"

    In der jungen Lyrikgeneration ist Nadja Küchenmeister hierzulande längst etabliert. Von ihren Büchern werden Nachauflagen gedruckt, ihr Werk wird mit Literaturpreisen ausgezeichnet. "Im Glasberg", ihr dritter Gedichtband, steht auf der Shortlist für den "Literaturpreis Text & Sprache 2020". Jörg Magenau hat sich in ihr Werk eingelesen.

    Bewertung:
    Kostbare Tage © Diogenes Verlag
    Diogenes Verlag

    Roman - Kent Haruf: "Kostbare Tage"

    Als der Schriftsteller Kent Haruf 2014 im Alter von 71 Jahren starb, kannten ihn außerhalb der Vereinigten Staaten nur wenige Leser. Und auch in seiner Heimat war er eher ein "Writer´s Writer", ein Autor, der von seinen Kollegen geschätzt wird, aber keinen Zugang zu einer breiten Leserschaft hat. Erst nach seinem Tod beginnt sich das allmählich zu ändern.

    Bewertung:
    Line Hoven, Jochen Schmidt: Paargespräche © C.H. Beck, 2020
    C.H. Beck, 2020

    Roman - Line Hoven und Jochen Schmidt: "Paargespräche"

    In "Paargespräche" geht es um den ganz normalen Wahnsinn in Beziehungen - in Wort und im Bild. Der Schriftsteller Jochen Schmidt und die Illustratorin Line Hoven haben sich nun berühmte Paare vorgeknöpft und sich überlegt, wie das bei ihnen wohl klang, wenn der Haussegen schief hing.

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    Susanne Kerckhoff: Berliner Briefe © Verlag Das Kulturelle Gedächtnis
    Verlag Das Kulturelle Gedächtnis

    Zum (Wieder-)Lesen empfohlen - Susanne Kerckhoff: "Berliner Briefe"

    1948 erschien Susanne Kerckhoffs halbfiktiver Briefroman "Berliner Briefe". In dreizehn Briefen richtet sich eine Helene, die im zerstörten Berlin lebt, nach Kriegsende an ihren nach Paris emigrierten jüdischen Jugendfreund Hans. Die "Berliner Briefe" sind in diesem Jahr neu erschienen.
    Bewertung:
    Khaled Khalifa: Keine Messer in den Küchen dieser Stadt; Montage: rbbKultur
    Rowohlt

    Roman - Khaled Khalifa: "Keine Messer in den Küchen dieser Stadt"

    Viele syrische Oppositionelle haben ihrer Heimat und dem Regime des Assad-Clans den Rücken gekehrt, und das nicht erst seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs. Nicht so der Schriftsteller Khaled Khalifa, der nach wie vor in Damaskus lebt und das Geschehen in seinem Heimatland kritisch begleitet und kommentiert.

    Fang Fang: Wuhan Diary © Hoffman & Campe
    Hoffman & Campe

    Tagebuch - Fang Fang: "Wuhan Diary. Tagebuch aus einer gesperrten Stadt"

    Covid-19 hat die Welt durcheinandergewirbelt, und die neun Millionen Einwohner der chinesischen Stadt Wuhan gehörten zu den ersten, die es am eigenen Leib erfahren mussten. 76 Tage, von Ende Januar bis Anfang April, war die Metropole vollständig abgeriegelt und das Leben einem rigiden Shutdown unterworfen.

    Bewertung:
    Charles Dickens: "Oliver Twist" © Diogenes
    Diogenes

    Roman - Charles Dickens: "Oliver Twist"

    Am 9. Juni vor 150 Jahren starb der englische Schriftsteller Charles Dickens. Sein wohl bekanntestes Werk ist "Oliver Twist", das von 1837 bis 1839 als Zeitungs-Fortsetzungsroman herauskam. – Die Geschichte des Waisenjungen Oliver ist später mehrfach von Theater, Kino, Fernsehen und Comic adaptiert worden. – Frank Dietschreit empfiehlt: (Wieder)Lesen!

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    Christoph Hein: Ein Wort allein für Amalia; Montage: rbbKultur
    Insel Verlag

    Erzählung - Christoph Hein: "Ein Wort allein für Amalia"

    In seiner neuen Erzählung "Ein Wort allein für Amalia" lässt Christoph Hein die letzten Tage des großen Aufklärers Gotthold Ephraim Lessing Revue passieren. Die Stieftochter Maria Amalia steht dem schwerkranken Dichter, der im Fieberwahn zu sinnieren beginnt, zur Seite. Welche Gedanken gingen Lessing kurz vor seinem Tod durch den Kopf?

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  • Stefan Aust u. Martin Scholz: Forever Young © Hoffmann und Campe; Maik Brüggemeyer: Lout Out Kid © Ullstein
    Hoffmann und Campe; Ullstein

    "Look Out Kid" und "Forever Young" - 80. Geburtstag: Zwei neue Bücher über Bob Dylan

    Das Fachmagazin "Rolling Stone" listet Bob Dylan auf Platz 2 der "größten Musiker" und auf Platz 1 der "bedeutendsten Songwriter aller Zeiten": mit seiner Musik und Poesie hat er Generationen begleitet und geprägt. Manchen gilt er als Friedensapostel, anderen als Bürgerschreck. Während andere Künstler sich zur Ruhe setzen, begibt sich Dylan, der als erster Musiker den Literaturnobelpreis bekam, auf eine "Never Ending Tour" und spielt jedes Jahr über 100 Konzerte. Zum 80. Geburtstag erscheinen zwei Bücher, die sein Leben und Werk würdigen.

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    "Bergführer Potsdam", "Berlin am Wasser" und "Brandenburg mit dem Rad" © be.bra Verlag
    be.bra Verlag

    Drei Kultur- und Wanderführer - Kulturtipps und Ausflüge für Berlin und Brandenburg

    Himmelfahrt und Pfingsten stehen vor der Tür - und hoffentlich auch endlich ein paar sonnige Frühlingstage. Höchste Zeit, die Fenster weit zu öffnen und hinaus ins Freie zu gehen. Da es wegen der Corona-Auflagen noch immer schwierig ist, zu verreisen und auswärts zu übernachten, werden sich die meisten wohl mit Tagesausflügen in die nähere Umgebung begnügen müssen. Wer nach Anregungen sucht, wie und wo man Körper und Geist in Schwung bringen kann, findet sie in einigen neuen Büchern.

    Lorenza Foschini: Und der Wind weht durch unsere Seelen © Nagel & Kimche
    Nagel & Kimche

    Eine Geschichte von Liebe und Freundschaft - Lorenza Foschini: "Und der Wind weht durch unsere Seelen. Marcel Proust und Reynaldo Hahn"

    Marcel Proust und Reynaldo Hahn. Der eine ist mit seinem Roman "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" längst einer der wichtigsten Schriftsteller überhaupt, der andere heute nahezu vergessen, abgesehen vielleicht von einigen wenigen Liedern. Beide verband eine lebenslange Liebe und Freundschaft, der sich Lorenza Foschini in zahllosen Rückblenden und Schlaglichtern annimmt.

    Bewertung:
    Richard David Precht: "Von der Pflicht" © Random House
    Random House

    Eine Betrachtung - Richard David Precht: "Von der Pflicht"

    Hat ein Autor die Pflicht, in einer Publikation, die den Namen "Von der Pflicht" trägt, beim Thema zu bleiben? Muss er, wenn das Titelbild des Buches einen Mund-Nasen-Schutz zeigt, vor allem über Pflichten in Zeiten von Corona schreiben? Nein, natürlich nicht! Hätte es dafür eines weiteren Beweises bedurft, Richard David Precht liefert ihn.

    Bewertung:
    Elif Shafak: Hört einander zu!; Montage: rbbKultur
    Kein & Aber

    Plädoyer für gegenseitiges Verständnis - Elif Shafak: "Hört einander zu!"

    Elif Shafak gehört zu den bedeutendsten Schriftstellerinnen der Gegenwart. Ihre preisgekrönten Romane, darunter "Die vierzig Geheimnisse der Liebe" und "Der Bastard von Istanbul", schreibt sie auf Türkisch und Englisch. Mit "Unerhörte Stimmen" stand sie auf der Shortlist zum "Man Booker Prize". Jetzt hat Elif Shafak einen Essay verfasst, mit dem sie Pandemie und Populismus trotzen und uns den Weg aus der gegenwärtigen Krise weisen möchte: "Hört einander zu!"

    Bewertung:
    Igor Levit, Florian Zinnecker: Hauskonzert; Montage: rbbKultur
    Hanser Verlag

    Mit dem Pianisten durch die Konzertsaison 2019/20 - Igor Levit und Florian Zinnecker: "Hauskonzert"

    Igor Levit ist derzeit eine der medial meist präsenten Persönlichkeiten - als Pianist, aber auch als jemand, der sich in der Öffentlichkeit explizit auch politisch zu Wort meldet. Jetzt ist ein Buch über ihn erschienen. Der Journalist Florian Zinnecker hat Igor Levit darin ein Jahr lang begleitet. Der Titel "Hauskonzert" bezieht sich auf die Zeit des ersten Lockdowns, als der Pianist jeden Abend aus seiner Wohnung ein auf Twitter übertragenes Klavierkonzert gab.

    Bewertung:
    Gernot Gruber: "Kulturgeschichte der europäischen Musik" © Bärenreiter/Metzler
    Bärenreiter/Metzler

    Von den Anfängen bis zur Gegenwart - Gernot Gruber: "Kulturgeschichte der europäischen Musik"

    Der österreichische Musikwissenschaftler Gernot Gruber hat sich in seinem neuen Buch einiges vorgenommen: "Kulturgeschichte der europäischen Musik. Von den Anfängen bis zur Gegenwart" heißt sein neues Buch, und das reicht tatsächlich von den allerersten nachweisbaren Spuren mehrere tausend Jahre vor Christus bis zur Jetztzeit. Entsprechend dick ist der Band ausgefallen mit weit über 800 Seiten.

    Bewertung:
    Barrie Kosky: On Ecstasy; Montage: rbbKultur
    Theater der Zeit

    Erinnerungen eines Regisseurs - Barrie Kosky: "On Ecstasy"

    Barrie Kosky ist Regisseur und seit vielen Jahren Intendant der Komischen Oper Berlin. Jetzt kann man ihn sogar auch als Buchautor kennenlernen. "On Ecstasy" heißt der kleine Band. Der ist eigentlich nicht ganz neu. Vor 13 Jahren bereits ist er im englischen Original herausgekommen. Aber nun gibt es ihn auch auf Deutsch.

    Bewertung:
    Janosch – Leben & Werk; Montage: rbbKultur
    Merlin Verlag

    Zwei Neuerscheinung zum 90. Geburtstag von Janosch - "Wondrak für alle Lebenslagen" und "Janosch – Leben & Werk"

    "Ich bin der einzige glückliche Mensch, den ich kenne", hat Janosch in einem Interview mit dem rbb mal gesagt, vor zehn Jahren, als er 80 Jahre alt wurde. Und er hat uns damals auch einen seiner Tricks verraten: "Ausweichen. Das ist mein Haupttrick. Man muss immer darauf achten, wo der nächste Schlag niederkommt und da darf man sich nicht befinden. Die Schläge kommen ja von oben, von Gott. Ich weich allen Dingen aus, die gefährlich sind."

    Bewertung:
    Emilia Roig: Why We Matter © Aufbau Berlin
    Aufbau Berlin

    Black History Month - Emilia Roig: "Why We Matter. Das Ende der Unterdrückung"

    Es beginnt mit einer störenden Fliege, zu der die Politikwissenschaftlerin und Aktivistin Emilia Roig auf einmal eine andere Verbindung aufbaut. Roig schlägt sie nicht tot, sondern gewöhnt sich an sie, gibt ihr einen Namen, akzeptiert sie als wochenlange Begleiterin: "Der neue Blick auf die Fliege erlaubt mir, sie als lebenswert zu sehen – genauso wertvoll wie ich."

    Bewertung:
    Julian Barnes: Der Mann im roten Rock; Montage: rbbKultur
    Kiepenheuer & Witsch

    Biografie der Belle Époque - Julian Barnes: "Der Mann im roten Rock"

    Hat der Graf von Montesquiou sich mit der Schauspielerin Sarah Bernhardt nach einem Fotoshooting auf Kissen geräkelt? Ging er gar mit ihr ins Bett, obwohl er homosexuell war und hat sich danach eine Woche lang übergeben? "Wir wissen es nicht." Wann hat Thérèze Pozzi erstmals die Möglichkeit der Trennung von ihrem Mann, dem Modearzt und Star-Gynäkologen Samuel Pozzi in Erwägung gezogen? "Wir wissen es nicht." - Man sollte einem Autor trauen, der diesen Satz so inflationär gebraucht wie Julian Barnes, der sich in seinem neuen Buch als Biograf einer Epoche, der Belle Époque, betätigt.

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    Saul Friedländer: Proust lesen © C.H.Beck
    C.H.Beck

    Ein Essay - Saul Friedländer: "Proust lesen"

    "Lange Zeit bin ich früh schlafen gegangen. Manchmal, die Kerze war kaum gelöscht, fielen mir die Augen so rasch zu, dass keine Zeit blieb, mir zu sagen: Ich schlafe ein." - Mit diesen Sätzen beginnt einer der umfangreichsten Roman-Zyklen der Weltliteratur: Marcel Proust - "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit". Der erste der sieben Bände erschien 1913, der letzte 1927, also erst fünf Jahre nach seinem Tod. Peter Matić liest auf rbbKultur das kolossale Werk, an dem viele Leser*innen - seien wir ehrlich - trotz mehrerer Anläufe scheitern.

    Bewertung:
    Maria Stepanova: Der Körper kehrt wieder; Montage: rbbKultur
    Suhrkamp

    Gedichte - Maria Stepanova: "Der Körper kehrt wieder"

    Vor zwei Jahren sorgte die russische Schriftstellerin Maria Stepanova mit dem 'Metaroman'
    "Nach dem Gedächtnis" für Aufsehen. Höchste Zeit, dass sie nun auch als Dichterin - in Russland ist sie eine der wichtigsten Stimmen der Gegenwartslyrik – auf Deutsch entdeckt werden kann.

    Bewertung:
    Bernd-Jürgen Fischer: Auf der Suche nach Marcel Proust; Montage: rbbKultur
    Reclam

    Ein Album in Bildern und Texten - Bernd-Jürgen Fischer: "Auf der Suche nach Marcel Proust"

    Als Marcel Proust 1919 in Paris den Prix Goncourt für den zweiten Teil seiner "Suche nach der verlorenen Zeit" verliehen bekam, für "A l‘ ombre des jeunes filles en fleurs", hielt sich die öffentliche Begeisterung in Grenzen. Nur ein Jahr nach Kriegsende erschien es selbst vielen Kulturmenschen nicht oppurtun, einen Roman wie diesen auszuzeichnen - einen Roman, den ein Kritiker als "Collage ruheloser Grübeleien" bezeichnete.

    Bewertung:
    Joe Biden: Versprich es mir; Montage: rbbKultur
    C. H. Beck

    Memoir - Joe Biden: "Versprich es mir. Über Hoffnung am Rande des Abgrunds"

    Es ist ein bisschen verwirrend: Man liest also ein Buch von Joe Biden, der gerade zum US-Präsidenten gewählt wurde, erfährt davon aber nicht einmal im Nachwort. Dafür schildert Biden ausführlich, warum er als Vizepräsident unter Barack Obama 2015/16 über viele Monate erwogen hat, für das Weiße Haus zu kandidieren, dann aber doch entschlossen absagte.

    Bewertung:
    Literaturkalender 2021; Montage: rbbKultur
    Edition Momente | Suhrkamp | Diogenes

    Durch das Jahr mit Weltliteratur, Coelho und Hesse - Literarische Kalender 2021

    Einerseits schreitet die Digitalisierung des Alltags - gerade in Zeiten von Corona - unaufhörlich voran, andererseits haben wir - gerade in der Weihnachtszeit - ein starkes Bedürfnis nach analogen Kontakten, kaufen und verschenken wir noch richtig auf Papier gedruckte Bücher, halten Ausschau nach neuen Kalendern, die uns durchs Jahr begleiten und die Tage verschönern. Um die Suche zu erleichtern, haben wir einige literarische Kalender für das Jahr 2021 ausgewählt.

    Alex Ross: Die Welt nach Wagner; Montage: rbbKultur
    Rowohlt

    Musiktheorie - Alex Ross: "Die Welt nach Wagner"

    Wagners Einfluss ist unbestritten: Musik, Literatur, Philosophie, Dramaturgie bis hin zur Politik wurden und werden von seinem Schaffen bis heute geprägt. Das alles aber einmal systematisch zusammenzutragen, ist das Verdienst dieser umfangreichen Arbeit.

    Bewertung:
    Ian McEwan: Erkenntnis und Schönheit; Montage: rbbKultur
    Diogenes

    Essay-Band - Ian McEwan: "Erkenntnis und Schönheit. Über Wissenschaft, Literatur und Religion"

    Seine Bücher sind Weltbestseller und die Verfilmungen seiner Romane werden - wie "Abbitte" mit Keira Knightley oder "Kindeswohl" mit Emma Thompson in den Hauptrollen - zu großen Kinoerfolgen. Jetzt hat der britische Autor Ian McEwan, der immer wieder auch als Kandidat für den Literaturnobelpreis gehandelt wird, ein Buch mit dem Titel "Erkenntnis und Schönheit. Über Wissenschaft, Literatur und Religion" veröffentlicht.

    Bewertung:

    Der legendäre Musiker wäre 80 Jahre alt geworden - John Lennon: Zwei neue Biografien

    Eigentlich könnte der 9. Oktober 2020 ein Tag der Freude sein: Denn der legendäre Song-Writer und Friedensaktivist John Lennon hätte seinen 80. Geburtstag gefeiert. Doch ein psychisch verwirrter Attentäter feuerte am 8. Dezember 1980 in New York mehrere Kugeln auf den ehemaligen Beatle, der gerade sein Comeback plante. Nun sind gleich zwei neue Biografien erschienen.

    Bewertung:
    Alice Schwarzer: Lebenswerk © Kiepenheuer & Witsch
    Kiepenheuer & Witsch

    Autobiografie - Alice Schwarzer: "Lebenswerk"

    Nach "Lebenslauf" folgt "Lebenswerk": Im zweiten Teil ihrer Autobiografie nimmt sich Alice Schwarzer ihre Arbeit der letzten 50 Jahre vor. Die großen Debatten und Themen, von Abtreibung über Prostitution, Pornografie und Sexismus bis zum Islamismus und der #MeToo-Debatte. Selbstkritik liegt der Ikone des Feminismus dabei fern.

    Bewertung:
    Michael Kleeberg: Glücksritter © Galiani-Berlin
    Galiani-Berlin

    Biografie - Michael Kleeberg: "Glücksritter. Recherche über meinen Vater"

    Bücher über den eigenen Vater haben Konjunktur. Andreas Meier wäre da zu nennen oder aktuell Kurt Drawert mit "Dresden. Die zweite Zeit". In Deutschland geht es dabei meist um die Rolle der Väter im Nationalsozialismus oder in der DDR, doch es sind immer auch Erkundungen der eigenen Herkunft, der Familiengeschichte, Bücher, die, indem sie von Vätern handeln, der Frage nachgehen, wie man der geworden ist, der man ist.

    Bewertung:
    Wolfram Eilenberger: Feuer der Freiheit; Montage: rbbKultur
    Klett-Cotta

    Sachbuch - Wolfram Eilenberger: "Feuer der Freiheit"

    Dass ein Philosoph dem Denken von Frauen ein ganzes Buch widmet, ist noch immer selten. Für den Berliner Autor Wolfram Eilenberger sind Hannah Arendt, Simone de Beauvoir, Ayn Rand und Simone Weil sogar "Prophetinnen": so wollte er sein neues Buch ursprünglich nennen. Dass es nun unter dem Titel "Feuer der Freiheit" erschienen ist, passt gut zu Eilenbergers Weltbestseller "Zeit der Zauberer" (2018) und markiert eine Fortsetzung.

    Bewertung:
    Philip Norman: "Jimi. Die Hendrix-Biografie"; Montage: rbbKultur
    Piper

    Die Hendrix-Biografie - Philip Norman: "JIMI"

    Im "Club 27" sind sie versammelt, die Ikonen der Pop-Musik, die mit nur 27 Jahren den Gefahren des Rock´n´Roll-Lebensstils erlagen - Brian Jones, Jim Morrison, Janis Joplin, Kurt Cobain, Amy Winehouse sind illustre Mitglieder im Rock-Walhalla. Und einer ist ihr Präsident und überragt sie alle: James Marshall - "Jimi" - Hendrix. Zum 50. Todestag des legendären Musikers, dessen virtuoses Gitarren-Spiel bis heute unerreicht ist, erscheint eine neue Biografie mit dem schlichten Titel "Jimi".

    Bewertung:
    Paul Maar: Wie alles begann; Montage: rbbKultur
    S. Fischer

    Autobiografie - Paul Maar: "Wie alles kam"

    Er ist der Erfinder des Sams – dieses seltsame freche Wesen mit roten Haaren und blauen Punkten im Gesicht, das in das triste Leben des ängstlichen Herrn Taschenbier platzt. Paul Maar hat noch viele andere Kinderbücher geschrieben und selbst illustriert. Nun erzählt er den Roman seiner Kindheit.

    Bewertung:
    Henkjan Honing: Der Affe schlägt den Takt © Henschel Verlag
    Henschel Verlag

    Sachbuch - Henkjan Honing: "Der Affe schlägt den Takt"

    Sind Tiere musikalisch? Wenn man das so einfach beantworten könnte! Der Musikwissenschaftler Henkjan Honing hat sich in der ganzen Welt mit Tierforscherteams vernetzt und entsprechende Versuche ausgewertet.

    Bewertung:
    DiAngelo Wir muessen ueber Rassismus sprechen © Hoffmann und Campe
    Hoffmann und Campe Verlag

    Sachbuch - Robin DiAngelo: "Wir müssen über Rassismus sprechen"

    Man kann ja über den Titel dieses Buches noch hinwegsehen und sich sagen: Über Rassismus sprechen, das machen wir doch schon die ganze Zeit, gerade jetzt mal wieder, da vor einigen Wochen in den USA der Schwarze George Floyd von mehreren weißen Polizisten so brutal festgenommen wurde, dass er dabei zu Tode kam. Und was es bedeutet weiß zu sein, wie es der Untertitel verspricht, nun denn: Das braucht uns nun wirklich niemand zu erklären in einer Gesellschaft wie der bundesrepublikanischen.

    Bewertung:
    Orhan Pamuk, Orange © Steidl Verlag
    Steidl Verlag

    Fotoband - Orhan Pamuk: "Orange"

    Mit Romanen wie "Das stille Haus", "Schnee", "Das Museum der Unschuld" hat sich Orhan Pamuk in die Weltliteratur eingeschrieben. Für sein Werk erhielt er 2006 den Literaturnobelpreis. Weniger bekannt ist, dass Pamuk nicht nur ein streitbarer Schriftsteller, sondern auch ein passionierter Fotograf ist.

    Bewertung:
    Reiseführer Brandenburg: Sehnsuchtsorte und Hofläden; © be.bra Verlag
    be.bra Verlag

    Reiseführer - Tagesausflüge und Kurzreisen nach Brandenburg

    Warum in die Ferne schweifen? Auch in Brandenburg kann man herrliche Abenteuer erleben und preiswerte Unterkünfte finden – meint jedenfalls Frank Dietschreit und stellt neue Brandenburg-Führer aus dem be.bra Verlag vor.

    Bewertung:
    Marcel Reich Ranicki: Mein Leben © Pantheon
    Pantheon

    Wiedergelesen zum 100. Geburtstag - Marcel Reich-Ranicki: "Mein Leben"

    Er hat polarisiert, er hat polemisiert. Ob man ihn mochte oder nicht – an ihm kam keiner vorbei. Heute wäre der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki hundert Jahre alt geworden. Eine gute Gelegenheit, seine Autobiografie "Mein Leben" wiederzulesen, die vor über zwanzig Jahren erschien.

    Bewertung:
  • Harald Naegeli: Wolkenpost; Montge: rbbKultur
    Diogenes

    Bildband - Harald Naegeli: "Wolkenpost"

    In den 1970er-Jahren wurde er als "Sprayer von Zürich" bekannt. Doch viele Bürger der Banken-Metropole sahen in den auf Betonwände gesprühten Graffiti keine Kunst, sondern böswillige Sachbeschädigung. Nachdem seine Identität aufgedeckt war, wurde Harald Naegeli angeklagt und zu einer Geld- und Haftstrafe verurteilt. Jetzt hat der 81-Jährige den Bildband "Wolkenpost" veröffentlicht: sein Vermächtnis.

    Bewertung:
    Peter Mathis: Schnee; Montage: rbbKultur
    Prestel Verlag

    Fotoband - Peter Mathis: "Schnee"

    "Weiße Weihnachten" bleiben wohl auch in diesem Jahr nur eine schöne Erinnerung an alte Kindertage. Und die Skier können wir in diesem Winter auch im Keller stehen lassen, denn solange die Corona-Pandemie unseren Alltag und unsere Freizeit bestimmt, können wir uns den Urlaub in den Bergen abschminken. Wer aber von seinem Gespür für Schnee nicht lassen mag und seine Sehnsucht nach der weißen Pracht unbedingt stillen will, dem sei der im Prestel Verlag erschienene Fotoband von Peter Mathis ans Herz legen. Der Titel des prachtvollen Fotobuches lautet schlicht und einfach: "Schnee".

    Bewertung:
    Orhan Pamuk, Orange © Steidl Verlag
    Steidl Verlag

    Fotoband - Orhan Pamuk: "Orange"

    Mit Romanen wie "Das stille Haus", "Schnee", "Das Museum der Unschuld" hat sich Orhan Pamuk in die Weltliteratur eingeschrieben. Für sein Werk erhielt er 2006 den Literaturnobelpreis. Weniger bekannt ist, dass Pamuk nicht nur ein streitbarer Schriftsteller, sondern auch ein passionierter Fotograf ist.

    Bewertung:
    Dotan Saguy: Nowhere to Go but Everywhere © Kehrer Verlag
    Kehrer Verlag

    Bildband - Dotan Saguy: "Nowhere to Go but Everywhere"

    In Krisenzeiten verlieren immer mehr Menschen ihre Arbeit und ihre Wohnung. Einer Schätzung zufolge leben allein in Los Angeles über 16.000 Menschen in ihren Autos. Auch die fünfköpfige, aus Brasilien stammende Familie Reis. Der Fotograf Dotan Saguy hat sie kennengelernt und monatelang mit seiner Kamera begleitet.

    Bewertung:
  • Helmut Lethen: Denn für dieses Leben ist der Mensch nicht schlau genug; Montage: rbbKultur
    Rowohlt

    Autobiografie - Helmut Lethen: "Denn für dieses Leben ist der Mensch nicht schlau genug"

    Mit einem Zitat aus Brechts "Lied der Unzulänglichkeit des menschlichen Strebens" aus der Dreigroschenoper hat Helmut Lethen seine Erinnerungen überschrieben: "Denn für dieses Leben ist der Mensch nicht schlau genug". Der mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnete Germanist und Kulturwissenschaftler Lethen ist schlau. Oder besser: sehr klug. Und doch deutet er allein mit diesem Titel an, dass alle Klugheit womöglich nicht reicht, um das eigene Leben in Gänze zu verstehen, dessen Irrungen, Wirrungen und Zufälle.

    Bewertung:
    Marcel Reich Ranicki: Mein Leben © Pantheon
    Pantheon

    Wiedergelesen zum 100. Geburtstag - Marcel Reich-Ranicki: "Mein Leben"

    Er hat polarisiert, er hat polemisiert. Ob man ihn mochte oder nicht – an ihm kam keiner vorbei. Heute wäre der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki hundert Jahre alt geworden. Eine gute Gelegenheit, seine Autobiografie "Mein Leben" wiederzulesen, die vor über zwanzig Jahren erschien.

    Bewertung:
  • Frauke Angel (Text), Stephanie Brittnacher (Illustration): Oma Kuckuck; Montage: rbbKultur
    Edition Pastorplatz

    Bilderbuch - Frauke Angel: "Oma Kuckuck"

    Frauke Angel schreibt Bücher und Hörspiele "für Kinder, Jugendliche und manchmal auch für den Rest der Familie". Gemeinsam mit Illustratorin Stephanie Brittnacher legt sie ihr neues Bilderbuch "Oma Kuckuck" vor.

    Bewertung:
    Parole Teetee © Tulipan Verlag
    Tulipan Verlag

    Kinderkrimi - Antje Herden: "Parole Teetee"

    Parole Teetee? Erinnert doch an Parole Emil! Und richtig: Knapp 100 Jahre nach "Emil und die Detektive" verzaubert dieser Kinderkrimi mit Spannung und tollen Figuren.

    Bewertung:
    Katherine Applegate, Endling. Die Suche beginnt © dtv
    dtv München

    Ab 11 Jahre - Katherine Applegate: "Endling. Die Suche beginnt"

    Die amerikanische Jugendbuchautorin Katherine Applegate schreibt ihre Romane oft aus der Perspektive nicht-menschlicher Erzähler wie einem Gorilla in "Der unvergleichliche Ivan" oder einer alten Eiche in "Baum der Wünsche". Ihr neuester Roman "Endling" ist der Auftakt zu einer Fantasytrilogie über die Bedrohung der Arten. Erzählt aus Sicht eines vom Aussterben bedrohten Wesens.

    Bewertung:
  • Stefan Aust u. Martin Scholz: Forever Young © Hoffmann und Campe; Maik Brüggemeyer: Lout Out Kid © Ullstein
    Hoffmann und Campe; Ullstein

    "Look Out Kid" und "Forever Young" - 80. Geburtstag: Zwei neue Bücher über Bob Dylan

    Das Fachmagazin "Rolling Stone" listet Bob Dylan auf Platz 2 der "größten Musiker" und auf Platz 1 der "bedeutendsten Songwriter aller Zeiten": mit seiner Musik und Poesie hat er Generationen begleitet und geprägt. Manchen gilt er als Friedensapostel, anderen als Bürgerschreck. Während andere Künstler sich zur Ruhe setzen, begibt sich Dylan, der als erster Musiker den Literaturnobelpreis bekam, auf eine "Never Ending Tour" und spielt jedes Jahr über 100 Konzerte. Zum 80. Geburtstag erscheinen zwei Bücher, die sein Leben und Werk würdigen.

    Bewertung:
    "Bergführer Potsdam", "Berlin am Wasser" und "Brandenburg mit dem Rad" © be.bra Verlag
    be.bra Verlag

    Drei Kultur- und Wanderführer - Kulturtipps und Ausflüge für Berlin und Brandenburg

    Himmelfahrt und Pfingsten stehen vor der Tür - und hoffentlich auch endlich ein paar sonnige Frühlingstage. Höchste Zeit, die Fenster weit zu öffnen und hinaus ins Freie zu gehen. Da es wegen der Corona-Auflagen noch immer schwierig ist, zu verreisen und auswärts zu übernachten, werden sich die meisten wohl mit Tagesausflügen in die nähere Umgebung begnügen müssen. Wer nach Anregungen sucht, wie und wo man Körper und Geist in Schwung bringen kann, findet sie in einigen neuen Büchern.

    Christoph Hein: Guldenberg © Suhrkamp
    Suhrkamp

    Roman - Christoph Hein: "Guldenberg"

    Seinen neuen Roman lässt Christoph Hein in Guldenberg spielen, einer nach der Wende ordentlich renovierten Kleinstadt. In Guldenberg geht alles seinen Gang - bis Flüchtling aus Syrien und Afghanistan im leerstehenden Seglerheim untergebracht werden. Alltagsrassismus ist also ein roter Faden der Geschichte. Ein anderer ist das Hauen und Stechen um ein altes, frisch renoviertes, mit großen Ambitionen eröffnetes Kulturhaus.

    Bewertung:
    Lorenza Foschini: Und der Wind weht durch unsere Seelen © Nagel & Kimche
    Nagel & Kimche

    Eine Geschichte von Liebe und Freundschaft - Lorenza Foschini: "Und der Wind weht durch unsere Seelen. Marcel Proust und Reynaldo Hahn"

    Marcel Proust und Reynaldo Hahn. Der eine ist mit seinem Roman "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" längst einer der wichtigsten Schriftsteller überhaupt, der andere heute nahezu vergessen, abgesehen vielleicht von einigen wenigen Liedern. Beide verband eine lebenslange Liebe und Freundschaft, der sich Lorenza Foschini in zahllosen Rückblenden und Schlaglichtern annimmt.

    Bewertung:
    Judith Hermann: Daheim © S. Fischer
    S. Fischer

    Roman - Judith Hermann: "Daheim"

    "Wir haben eine neue Autorin bekommen, eine hervorragende Autorin. Ihr Erfolg wird groß sein", rief Marcel Reich-Ranicki aus, als Judith Hermann 1998 mit ihrem Erzählband "Sommerhaus, später" ein fulminantes literarisches Debüt hinlegte. Der Literaturpapst sollte recht behalten. Jedes ihrer Bücher stieß seitdem bei Publikum und Kritik auf große Resonanz. Ihr neuer Roman "Daheim" wurde bereits vor der Veröffentlichung für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert.

    Bewertung:
    John Wray: "Madrigal" © Rowohlt
    Rowohlt

    Erzählungen - John Wray: "Madrigal"

    John Wray, 1971 in Washington D.C. geboren, hat einen amerikanischen Vater und eine österreichische Mutter. Das ist nicht ganz unwichtig bei diesem Autor. In den USA aufgewachsen, hatte er doch immer auch Beziehungen zum Herkunftsland seiner Mutter und zur deutschen Sprache, die er mit österreichischem Akzent spricht. Mit seinem Buch "Madrigal" legt Wray zum ersten Mal acht Erzählungen vor, die er auf Deutsch geschrieben hat.

    Bewertung:
    Richard David Precht: "Von der Pflicht" © Random House
    Random House

    Eine Betrachtung - Richard David Precht: "Von der Pflicht"

    Hat ein Autor die Pflicht, in einer Publikation, die den Namen "Von der Pflicht" trägt, beim Thema zu bleiben? Muss er, wenn das Titelbild des Buches einen Mund-Nasen-Schutz zeigt, vor allem über Pflichten in Zeiten von Corona schreiben? Nein, natürlich nicht! Hätte es dafür eines weiteren Beweises bedurft, Richard David Precht liefert ihn.

    Bewertung:
    Elif Shafak: Hört einander zu!; Montage: rbbKultur
    Kein & Aber

    Plädoyer für gegenseitiges Verständnis - Elif Shafak: "Hört einander zu!"

    Elif Shafak gehört zu den bedeutendsten Schriftstellerinnen der Gegenwart. Ihre preisgekrönten Romane, darunter "Die vierzig Geheimnisse der Liebe" und "Der Bastard von Istanbul", schreibt sie auf Türkisch und Englisch. Mit "Unerhörte Stimmen" stand sie auf der Shortlist zum "Man Booker Prize". Jetzt hat Elif Shafak einen Essay verfasst, mit dem sie Pandemie und Populismus trotzen und uns den Weg aus der gegenwärtigen Krise weisen möchte: "Hört einander zu!"

    Bewertung:
    Igor Levit, Florian Zinnecker: Hauskonzert; Montage: rbbKultur
    Hanser Verlag

    Mit dem Pianisten durch die Konzertsaison 2019/20 - Igor Levit und Florian Zinnecker: "Hauskonzert"

    Igor Levit ist derzeit eine der medial meist präsenten Persönlichkeiten - als Pianist, aber auch als jemand, der sich in der Öffentlichkeit explizit auch politisch zu Wort meldet. Jetzt ist ein Buch über ihn erschienen. Der Journalist Florian Zinnecker hat Igor Levit darin ein Jahr lang begleitet. Der Titel "Hauskonzert" bezieht sich auf die Zeit des ersten Lockdowns, als der Pianist jeden Abend aus seiner Wohnung ein auf Twitter übertragenes Klavierkonzert gab.

    Bewertung:
    Andreas Maier: Die Städte; Montage: rbbKultur
    Suhrkamp Verlag

    Roman - Andreas Maier: "Die Städte"

    Die Geschichte der Bundesrepublik als kleine Geschichte der Mobilmachung: Andreas Maier liefert im achten Band seiner "Ortsumgehung" das Bewegungsprofil seines Lebens und plädiert dann aber doch fürs Zuhausebleiben.

    Bewertung:
    Peter Handke: Mein Tag im anderen Land © Suhrkamp
    Suhrkamp

    Eine Dämonengeschichte - Peter Handke: "Mein Tag im anderen Land"

    Sein erster Roman, "Die Hornissen", erschien 1966. Im selben Jahr wurde auch sein inzwischen legendäres Theaterstück, „Die Publikumsbeschimpfung“, uraufgeführt. Jetzt hat Handke eine Erzählung mit dem Titel "Mein Tag im anderen Land" veröffentlicht.

    Bewertung:
    Gernot Gruber: "Kulturgeschichte der europäischen Musik" © Bärenreiter/Metzler
    Bärenreiter/Metzler

    Von den Anfängen bis zur Gegenwart - Gernot Gruber: "Kulturgeschichte der europäischen Musik"

    Der österreichische Musikwissenschaftler Gernot Gruber hat sich in seinem neuen Buch einiges vorgenommen: "Kulturgeschichte der europäischen Musik. Von den Anfängen bis zur Gegenwart" heißt sein neues Buch, und das reicht tatsächlich von den allerersten nachweisbaren Spuren mehrere tausend Jahre vor Christus bis zur Jetztzeit. Entsprechend dick ist der Band ausgefallen mit weit über 800 Seiten.

    Bewertung:
    Jacqueline Woodson: Alles glänzt; Montage: rbbKultur
    Piper

    Roman - Jacqueline Woodson: "Alles glänzt"

    "Red at the bone" - das ist auf Englisch ein Ausdruck für Dinge, die schwer verdaulich sind - wie große Gefühle zum Beispiel. "Red at the bone" - das ist auch der Originaltitel von Jacqueline Woodsons großartigem Roman - und ja, er erzählt von großen Gefühlen, aber schwer verdaulich ist er nicht.

    Bewertung:
    Sylvie Schenk: Roman d'amour; Montage: rbbKultur
    Hanser

    Roman - Sylvie Schenk: "Roman d'amour"

    Jede Schriftstellerin kennt die Szene: Am Nachmittag vor der abendlichen Lesung in irgendeiner Provinzbibliothek hat eine Journalistin um ein Interview für einen lokalen Radiosender gebeten. Den Verkaufszahlen zuliebe lässt sich das kaum vermeiden. Also trifft man sich im Hotelfoyer, trinkt einen Kaffee, und dann folgt unweigerlich die Frage nach dem autobiografischen Gehalt des Romans.

    Bewertung:
    Benedict Wells: Hard Land; Montage: rbbKultur
    Diogenes

    Roman - Benedict Wells: "Hard Land"

    Lesen Sie dieses Buch! Lesen Sie es am besten rasch durch, bis die letzte Zeile ausgelesen ist. Gut möglich, dass Sie dann denken, fühlen, urteilen: Wow, der perfekte Coming-of-Age-Roman! Denn wer an der Stelle des Herzens keinen Kühlschrank hat, der wird hingerissen sein.

    Bewertung:
    Barrie Kosky: On Ecstasy; Montage: rbbKultur
    Theater der Zeit

    Erinnerungen eines Regisseurs - Barrie Kosky: "On Ecstasy"

    Barrie Kosky ist Regisseur und seit vielen Jahren Intendant der Komischen Oper Berlin. Jetzt kann man ihn sogar auch als Buchautor kennenlernen. "On Ecstasy" heißt der kleine Band. Der ist eigentlich nicht ganz neu. Vor 13 Jahren bereits ist er im englischen Original herausgekommen. Aber nun gibt es ihn auch auf Deutsch.

    Bewertung:
    Harald Naegeli: Wolkenpost; Montge: rbbKultur
    Diogenes

    Bildband - Harald Naegeli: "Wolkenpost"

    In den 1970er-Jahren wurde er als "Sprayer von Zürich" bekannt. Doch viele Bürger der Banken-Metropole sahen in den auf Betonwände gesprühten Graffiti keine Kunst, sondern böswillige Sachbeschädigung. Nachdem seine Identität aufgedeckt war, wurde Harald Naegeli angeklagt und zu einer Geld- und Haftstrafe verurteilt. Jetzt hat der 81-Jährige den Bildband "Wolkenpost" veröffentlicht: sein Vermächtnis.

    Bewertung:
    Moritz Heger: Aus der Mitte des Sees; Montage: rbbKultur
    Diogenes

    Roman - Moritz Heger: "Aus der Mitte des Sees"

    Einen Mönch zum Ich-Erzähler zu machen, ist in der Gegenwartsliteratur eine Rarität. Schon deshalb ist der zweite Roman von Moritz Heger eine Besonderheit. Doch Bruder Lukas, der hier spricht, ist ein seltsamer Mönch, dessen Gotteserfahrung das Schwimmen ist.

    Bewertung:
    Janosch – Leben & Werk; Montage: rbbKultur
    Merlin Verlag

    Zwei Neuerscheinung zum 90. Geburtstag von Janosch - "Wondrak für alle Lebenslagen" und "Janosch – Leben & Werk"

    "Ich bin der einzige glückliche Mensch, den ich kenne", hat Janosch in einem Interview mit dem rbb mal gesagt, vor zehn Jahren, als er 80 Jahre alt wurde. Und er hat uns damals auch einen seiner Tricks verraten: "Ausweichen. Das ist mein Haupttrick. Man muss immer darauf achten, wo der nächste Schlag niederkommt und da darf man sich nicht befinden. Die Schläge kommen ja von oben, von Gott. Ich weich allen Dingen aus, die gefährlich sind."

    Bewertung:
    Roberto Andò: Ciros Versteck; Montage: rbbKultur
    Folio Verlag

    Roman - Roberto Andò: "Ciros Versteck"

    Ciro ist ein zehnjähriger, sensibler Junge, der mit seinen Eltern und Geschwistern in einem Mehrfamilienhaus im schlecht beleumundeten neapolitanischen Viertel Forcella wohnt. Eines Tages taucht er überraschend in der Wohnung des eigenbrötlerischen Klavierprofessors Gabriele Santoro auf, der im selben Haus lebt, mit dem er aber zuvor nie ein Wort gewechselt hat, und versteckt sich dort.

    Bewertung:
    Ulrich Peltzer: Das bist du; Montage: rbbKultur
    S. Fischer Verlag

    Roman - Ulrich Peltzer: "Das bist du"

    Im Titel des neuen Romans von Ulrich Peltzer klingt das Staunen über die eigene, fern gerückte Existenz an: "Das bist du". So spricht der Ich-Erzähler von heute aus zu dem, der er einmal war. Er ist also doppelt vorhanden: einmal als Erzählerstimme in der Gegenwart, die die Bruchstücke der Vergangenheit zu einem Bild zusammenfügt, vor allem aber als dieses in der Vergangenheit versunkene Du.

    Bewertung:
    Patrick Modiano: Unsichtbare Tinte; Montage: rbbKultur
    C. Hanser Verlag

    Roman - Patrick Modiano: "Unsichtbare Tinte"

    Patrick Modiano, 1945 in Paris geboren, ist einer der bedeutendsten Schriftsteller der Gegenwart. Für sein umfangreiches Schaffen erhielt er 2014 den Nobelpreis für Literatur. In der Begründung der Stockholmer Jury hieß es, Modianos Werk stehe für "die Kunst des Erinnerns, mit der er die unbegreiflichsten menschlichen Schicksale wachgerufen und die Lebenswelt während der deutschen Besatzung sichtbar gemacht hat." - Jetzt ist sein neuer Roman "Unsichtbare Tinte" erschienen.

    Bewertung:
    Emilia Roig: Why We Matter © Aufbau Berlin
    Aufbau Berlin

    Black History Month - Emilia Roig: "Why We Matter. Das Ende der Unterdrückung"

    Es beginnt mit einer störenden Fliege, zu der die Politikwissenschaftlerin und Aktivistin Emilia Roig auf einmal eine andere Verbindung aufbaut. Roig schlägt sie nicht tot, sondern gewöhnt sich an sie, gibt ihr einen Namen, akzeptiert sie als wochenlange Begleiterin: "Der neue Blick auf die Fliege erlaubt mir, sie als lebenswert zu sehen – genauso wertvoll wie ich."

    Bewertung:
    Dmitrij Kapitelman: Eine Formalie in Kiew; Montage: rbbKultur
    Hanser Literaturverlag

    Roman - Dmitrij Kapitelman: "Eine Formalie in Kiew"

    "Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters", so hieß Dmitrij Kapitelmans erstes Buch, das vor 5 Jahren erschien und viele durch eine nüchterne und zugleich zärtliche Tragikomik begeisterte: Darin reist Kapitelman mit seinem Vater nach Israel, um die eigene jüdische Identität besser zu verstehen, und um den geliebten, traurigen Vater lächeln zu sehen. Jetzt ist Dmitrij Kapitelmans zweites Buch erschienen: "Eine Formalie in Kiew". Es kann als Fortsetzung des Erstlings gelesen werden; aber der Ton des Schriftstellers ist schärfer, sarkastischer geworden.

    Bewertung:
    Martin Mosebach: Krass; Montage: rbbKultur
    Rowohlt

    Roman - Martin Mosebach: "Krass"

    Krass, so der sprechende Name des Titelhelden in Martin Mosebachs neuem Roman, ist ein Mann von "raumgreifender Körperlichkeit". Seine Massigkeit hat etwas mit Macht zu tun. Andere Menschen zieht er mit seiner puren Präsenz in seinen Bann. Krass ist das Zentrum einer kleinen Reisegesellschaft, die sich im Jahr 1988 in Neapel befindet.

    Bewertung:
    Harald Martenstein: Wut © Ullstein
    Ullstein

    Roman - Harald Martenstein: "Wut"

    Maria, die Mutter, ist klug, attraktiv und redegewandt. Doch ihr markantestes Merkmal ist ein anderes. Sie schlägt ihren Sohn Frank, "bis ihr die Arme müde werden." Immer und immer wieder, ohne einen Grund, den der Junge erkennen könnte. Als er sich einmal unter dem Bett versteckt, schreit sie: "Komm raus, Drecksau, verkriech dich nicht, du Stück Scheiße." Der Satz steht auf der ersten Seite des ersten Kapitels von "Wut" und wirft vor allem zwei Fragen auf: Wie wird man zu einem Menschen wie Maria? Und was wird aus einem Jungen wie Frank?

    Bewertung:
    T.C. Boyle: Sprich mit mir © Hanser Literaturverlage
    Hanser Literaturverlage

    Roman - T.C. Boyle: "Sprich mit mir"

    T.C. Boyle hat sich in seinem neuen Roman "Sprich mit mir" wieder eines seiner Lieblingsthemen vorgenommen: das Verhältnis von Mensch und Natur. Wie tierisch sind Menschen und wie menschlich die Tiere? Kann ein Tier wirklich mit Menschen kommunizieren, seine Gefühle und Bedürfnisse ausdrücken, und wie weit reicht diese Sprache?

    Bewertung:
    Haruki Murakami: Erste Person Singular; Montage: rbbKultur
    DuMont

    Erzählband - Haruki Murakami: "Erste Person Singular"

    Immer wieder wird Haruki Murakami für den Literaturnobelpreis gehandelt, aber bisher hat er ihn nicht bekommen. Gerade erst wurde einer seiner bekanntesten Romane von Ursula Gräfe neu übersetzt und als "Die Chroniken des Aufziehvogels" wiederveröffentlicht. In seinem neuen Erzählband "Erste Person Singular" geht er der Frage nach: was macht uns zu denen, die wir sind und vor allem: welche Geschichten erzählen wir uns selbst darüber?

    Bewertung:
    George Orwell: Farm der Tiere; Montage: rbbKultur
    dtv

    Roman | Neuübersetzung - George Orwell: "Farm der Tiere"

    "Kein Tier soll seinesgleichen je tyrannisieren. Schwach oder stark, schlau oder schlicht, wir sind alle Brüder. Kein Tier soll je ein anderes töten. Alle Tiere sind gleich." Mit diesem Schlachtruf beginnt der Aufstand der Tiere gegen die Unterdrückung der Menschen. Doch schnell entartet die Revolution: Statt Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit warten Terror, Säuberung und Diktatur auf der "Animal Farm", auf der die Schweine die Macht ergreifen und alle anderen Tiere versklaven: George Orwells "Farm der Tiere" ist ein böses Märchen, eine Abrechnung mit der stalinistischen Pervertierung des Sozialismus. Jetzt erscheinen zwei neue deutsche Übersetzungen des 1945 veröffentlichten Romans.

    Bewertung:
    Patricia Highsmith: "Ladies" © Diogenes
    Diogenes

    Frühe Stories - Patricia Highsmith: "Ladies"

    "Zwei Fremde im Zug", "Der talentierte Mr. Ripley", "Tiefe Wasser" - die Liste der erfolgreichen Romane von Patricia Highsmith ließe sich noch um viele Titel verlängern. Die US-amerikanische Schriftstellerin hob den psychologischen Krimi auf höchstes literarisches Niveau. Heute, am 19. Januar, wäre die Autorin 100 Jahre alt geworden. Rechtzeitig zum Geburtstag hat der Diogenes Verlag einen neuen Band mit Erzählungen herausgebracht, der auch für eingefleischte Highsmith-Fans noch ein paar Überraschungen parat hat.

    Bewertung:
    Julian Barnes: Der Mann im roten Rock; Montage: rbbKultur
    Kiepenheuer & Witsch

    Biografie der Belle Époque - Julian Barnes: "Der Mann im roten Rock"

    Hat der Graf von Montesquiou sich mit der Schauspielerin Sarah Bernhardt nach einem Fotoshooting auf Kissen geräkelt? Ging er gar mit ihr ins Bett, obwohl er homosexuell war und hat sich danach eine Woche lang übergeben? "Wir wissen es nicht." Wann hat Thérèze Pozzi erstmals die Möglichkeit der Trennung von ihrem Mann, dem Modearzt und Star-Gynäkologen Samuel Pozzi in Erwägung gezogen? "Wir wissen es nicht." - Man sollte einem Autor trauen, der diesen Satz so inflationär gebraucht wie Julian Barnes, der sich in seinem neuen Buch als Biograf einer Epoche, der Belle Époque, betätigt.

    Bewertung:
    Friedrich Dürrenmatt © Diogenes
    Diogenes

    Kriminalroman - Friedrich Dürrenmatt: "Der Verdacht"

    "Man kann das alles in seinen Werken finden: Witz und Weisheit, Ulk und Unsinn, Hohn und Hass. Er war nie ein Langweiler, immer ein höchst unterhaltsamer Autor." Das sagte Literatur-Papst Marcel Reich-Ranicki einmal über Friedrich Dürrenmatt, der mit seinen absurden Komödien - "Der Besuch der alten Dame" oder "Die Physiker" - Weltruhm erlangte. Zum 100. Geburtstag empfehlen wir den Kriminalroman "Der Verdacht" von 1951.

    Bewertung:
    Saul Friedländer: Proust lesen © C.H.Beck
    C.H.Beck

    Ein Essay - Saul Friedländer: "Proust lesen"

    "Lange Zeit bin ich früh schlafen gegangen. Manchmal, die Kerze war kaum gelöscht, fielen mir die Augen so rasch zu, dass keine Zeit blieb, mir zu sagen: Ich schlafe ein." - Mit diesen Sätzen beginnt einer der umfangreichsten Roman-Zyklen der Weltliteratur: Marcel Proust - "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit". Der erste der sieben Bände erschien 1913, der letzte 1927, also erst fünf Jahre nach seinem Tod. Peter Matić liest auf rbbKultur das kolossale Werk, an dem viele Leser*innen - seien wir ehrlich - trotz mehrerer Anläufe scheitern.

    Bewertung:
    Peter Mathis: Schnee; Montage: rbbKultur
    Prestel Verlag

    Fotoband - Peter Mathis: "Schnee"

    "Weiße Weihnachten" bleiben wohl auch in diesem Jahr nur eine schöne Erinnerung an alte Kindertage. Und die Skier können wir in diesem Winter auch im Keller stehen lassen, denn solange die Corona-Pandemie unseren Alltag und unsere Freizeit bestimmt, können wir uns den Urlaub in den Bergen abschminken. Wer aber von seinem Gespür für Schnee nicht lassen mag und seine Sehnsucht nach der weißen Pracht unbedingt stillen will, dem sei der im Prestel Verlag erschienene Fotoband von Peter Mathis ans Herz legen. Der Titel des prachtvollen Fotobuches lautet schlicht und einfach: "Schnee".

    Bewertung:
    Robert Galbraith: Böses Blut; Montage: rbbKultur
    Blanvalet Verlag

    Fünfter Band der Krimi-Reihe - Robert Galbraith (Joanne K. Rowling): "Böses Blut"

    Mit ihrem siebenhändigen Roman-Zyklus über den Zauberlehrling "Harry Potter" wurde die 1961 geborene Joanne K. Rowling berühmt und zu einer der reichsten Frauen weltweit. Seit 2013, beginnend mit "Der Ruf des Kuckucks", verfasst sie unter dem Pseudonym Robert Galbraith Kriminalromane um das Detektiv-Duo Cormoran Strike und Robin Ellacott. "Böses Blut" ist der fünfte Band, ein 1.200-Seiten starker Ziegelstein.

    Bewertung:
    Buchcover "Weihnachten" © Klaus Wagenbach Verlag, Montage: rbb
    Klaus Wagenbach Verlag

    Erzählband - Susanne Schüssler (Hrsg): "Weihnachten. Geschichten aus Italien"

    Da sind sie wieder versammelt, die großen italienischen Autorennamen des 20. Jahrhunderts: Italo Calvino, Leonardo Sciascia, Alberto Moravia oder auch Natalia Ginzburg. In einem kleinen schmalen Bändchen mit italienischen Weihnachtsgeschichten. Denn zum Thema Weihnachten haben sie – natürlich! – alle etwas zu sagen gehabt.

    Bewertung:
    Bernd-Jürgen Fischer: Auf der Suche nach Marcel Proust; Montage: rbbKultur
    Reclam

    Ein Album in Bildern und Texten - Bernd-Jürgen Fischer: "Auf der Suche nach Marcel Proust"

    Als Marcel Proust 1919 in Paris den Prix Goncourt für den zweiten Teil seiner "Suche nach der verlorenen Zeit" verliehen bekam, für "A l‘ ombre des jeunes filles en fleurs", hielt sich die öffentliche Begeisterung in Grenzen. Nur ein Jahr nach Kriegsende erschien es selbst vielen Kulturmenschen nicht oppurtun, einen Roman wie diesen auszuzeichnen - einen Roman, den ein Kritiker als "Collage ruheloser Grübeleien" bezeichnete.

    Bewertung:
    Maria Stepanova: Der Körper kehrt wieder; Montage: rbbKultur
    Suhrkamp

    Gedichte - Maria Stepanova: "Der Körper kehrt wieder"

    Vor zwei Jahren sorgte die russische Schriftstellerin Maria Stepanova mit dem 'Metaroman'
    "Nach dem Gedächtnis" für Aufsehen. Höchste Zeit, dass sie nun auch als Dichterin - in Russland ist sie eine der wichtigsten Stimmen der Gegenwartslyrik – auf Deutsch entdeckt werden kann.

    Bewertung:
    Don DeLillo: Die Stille; Montage: rbbKultur
    Kiepenheuer & Witsch

    Roman - Don DeLillo: "Die Stille"

    Don DeLillo, geboren 1936 in New York, ist einer der ganz großen Autoren der zeitgenössischen amerikanischen Literatur, ein Meister des politischen Romans und ein begnadeter Erzähler. Für seine Romane und Theaterstücke hat er unzählige Preise bekommen. Sein neuer Roman umfasst gerade einmal nur knappe 112 Seiten und trägt den Titel "Die Stille".

    Bewertung:
    Joe Biden: Versprich es mir; Montage: rbbKultur
    C. H. Beck

    Memoir - Joe Biden: "Versprich es mir. Über Hoffnung am Rande des Abgrunds"

    Es ist ein bisschen verwirrend: Man liest also ein Buch von Joe Biden, der gerade zum US-Präsidenten gewählt wurde, erfährt davon aber nicht einmal im Nachwort. Dafür schildert Biden ausführlich, warum er als Vizepräsident unter Barack Obama 2015/16 über viele Monate erwogen hat, für das Weiße Haus zu kandidieren, dann aber doch entschlossen absagte.

    Bewertung:
    Literaturkalender 2021; Montage: rbbKultur
    Edition Momente | Suhrkamp | Diogenes

    Durch das Jahr mit Weltliteratur, Coelho und Hesse - Literarische Kalender 2021

    Einerseits schreitet die Digitalisierung des Alltags - gerade in Zeiten von Corona - unaufhörlich voran, andererseits haben wir - gerade in der Weihnachtszeit - ein starkes Bedürfnis nach analogen Kontakten, kaufen und verschenken wir noch richtig auf Papier gedruckte Bücher, halten Ausschau nach neuen Kalendern, die uns durchs Jahr begleiten und die Tage verschönern. Um die Suche zu erleichtern, haben wir einige literarische Kalender für das Jahr 2021 ausgewählt.

    Alex Ross: Die Welt nach Wagner; Montage: rbbKultur
    Rowohlt

    Musiktheorie - Alex Ross: "Die Welt nach Wagner"

    Wagners Einfluss ist unbestritten: Musik, Literatur, Philosophie, Dramaturgie bis hin zur Politik wurden und werden von seinem Schaffen bis heute geprägt. Das alles aber einmal systematisch zusammenzutragen, ist das Verdienst dieser umfangreichen Arbeit.

    Bewertung:
    Helmut Lethen: Denn für dieses Leben ist der Mensch nicht schlau genug; Montage: rbbKultur
    Rowohlt

    Autobiografie - Helmut Lethen: "Denn für dieses Leben ist der Mensch nicht schlau genug"

    Mit einem Zitat aus Brechts "Lied der Unzulänglichkeit des menschlichen Strebens" aus der Dreigroschenoper hat Helmut Lethen seine Erinnerungen überschrieben: "Denn für dieses Leben ist der Mensch nicht schlau genug". Der mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnete Germanist und Kulturwissenschaftler Lethen ist schlau. Oder besser: sehr klug. Und doch deutet er allein mit diesem Titel an, dass alle Klugheit womöglich nicht reicht, um das eigene Leben in Gänze zu verstehen, dessen Irrungen, Wirrungen und Zufälle.

    Bewertung:
    Susan Sontag: Wie wir jetzt leben; Montage: rbbKultur
    Hanser Verlag

    Erzählungen - Susan Sontag: "Wie wir jetzt leben"

    Es waren nicht ihre Romane und Kurzgeschichten, die Susan Sontag bekannt gemacht haben, sondern ihre Essays und Sachbücher – "Krankheit als Metapher" zum Beispiel, der berühmte Essay "Anmerkungen zu Camp" oder ihre Texte über Fotografie. Dabei war ihr die Prosa selbst sehr wichtig und sie hätte sich dafür mehr Aufmerksamkeit gewünscht.

    Bewertung:
    Ian McEwan: Erkenntnis und Schönheit; Montage: rbbKultur
    Diogenes

    Essay-Band - Ian McEwan: "Erkenntnis und Schönheit. Über Wissenschaft, Literatur und Religion"

    Seine Bücher sind Weltbestseller und die Verfilmungen seiner Romane werden - wie "Abbitte" mit Keira Knightley oder "Kindeswohl" mit Emma Thompson in den Hauptrollen - zu großen Kinoerfolgen. Jetzt hat der britische Autor Ian McEwan, der immer wieder auch als Kandidat für den Literaturnobelpreis gehandelt wird, ein Buch mit dem Titel "Erkenntnis und Schönheit. Über Wissenschaft, Literatur und Religion" veröffentlicht.

    Bewertung:
    Clarice Lispector: Aber es wird regnen; Montage: rbbKultur
    Penguin Verlag

    Sämtliche Erzählungen in zwei Bänden - Clarice Lispector: "Aber es wird regnen"

    In Lateinamerika war sie schon zu Lebzeiten eine Legende, im Rückblick gilt sie als die Ikone der brasilianischen Moderne schlechthin: die 1977 verstorbene brasilianische Schriftstellerin Clarice Lispector. In Europa sind ihre Romane und Erzählungen hauptsächlich in feministischen Insider-Kreisen bekannt. Der Penguin Verlag macht sich seit ein paar Jahren daran, ihr Werk neu zu übersetzen – jetzt sind ihre sämtlichen Erzählungen erstmals alle auf Deutsch erschienen.

    Bewertung:
    Emma Becker: La Maison © rowohlt
    rowohlt

    Roman - Emma Becker: "La Maison"

    Am Ende kommen noch Janus, Olaf und Gerd zu Justine ins "La Maison", wie das Wilmersdorfer Bordell in Emma Beckers gleichnamigen Roman heißt. Sie bevorzugen SM-Praktiken, sind im sogenannten Studio des Freudenhauses der Dominus, der fesselt, peitscht und würgt, während Justine die Sklavin darstellt, die gefesselt, gepeitscht und gewürgt wird. "La Maison" ist Beckers dritten Roman, der in Frankreich für einiges Aufsehen sorgte.

    Bewertung:
    Meral Kureyshi: Fünf Jahreszeiten © Limmat Verlag
    Limmat Verlag

    Roman - Meral Kureyshi: "Fünf Jahreszeiten"

    Direkt mit ihrem ersten Roman hat Meral Kureyshi ins Schwarze getroffen: ihre Migrationsgeschichte "Elefanten im Garten" wurde in mehrere Sprachen übersetzt und hat einige Preise gewonnen. In diesem Jahr war die Schweizerin zum Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb eingeladen. In ihrem neuen Roman "Fünf Jahreszeiten" geht es um Liebe zwischen den Stühlen und die Flüchtigkeit des Moments.

    Bewertung:
    Ralf Rothmann: Hotel der Schlaflosen; Montage: rbbKultur
    Suhrkamp

    Erzählungen - Ralf Rothmann: "Hotel der Schlaflosen"

    Kann es als Qualitätsbeweis gelten, wenn man einen Erzählband am Stück verschlingt wie einen saftigen Thriller? Sicher ist: Die Erzählungen in "Hotel der Schlaflosen" sind voll von Leben und Tod, Angst und Gewalt, Liebe und Schmerz. Allein die Geschichte, die dem Band den Titel gibt!

    Bewertung:

    Der legendäre Musiker wäre 80 Jahre alt geworden - John Lennon: Zwei neue Biografien

    Eigentlich könnte der 9. Oktober 2020 ein Tag der Freude sein: Denn der legendäre Song-Writer und Friedensaktivist John Lennon hätte seinen 80. Geburtstag gefeiert. Doch ein psychisch verwirrter Attentäter feuerte am 8. Dezember 1980 in New York mehrere Kugeln auf den ehemaligen Beatle, der gerade sein Comeback plante. Nun sind gleich zwei neue Biografien erschienen.

    Bewertung:
    Alice Schwarzer: Lebenswerk © Kiepenheuer & Witsch
    Kiepenheuer & Witsch

    Autobiografie - Alice Schwarzer: "Lebenswerk"

    Nach "Lebenslauf" folgt "Lebenswerk": Im zweiten Teil ihrer Autobiografie nimmt sich Alice Schwarzer ihre Arbeit der letzten 50 Jahre vor. Die großen Debatten und Themen, von Abtreibung über Prostitution, Pornografie und Sexismus bis zum Islamismus und der #MeToo-Debatte. Selbstkritik liegt der Ikone des Feminismus dabei fern.

    Bewertung:
    Michael Kleeberg: Glücksritter © Galiani-Berlin
    Galiani-Berlin

    Biografie - Michael Kleeberg: "Glücksritter. Recherche über meinen Vater"

    Bücher über den eigenen Vater haben Konjunktur. Andreas Meier wäre da zu nennen oder aktuell Kurt Drawert mit "Dresden. Die zweite Zeit". In Deutschland geht es dabei meist um die Rolle der Väter im Nationalsozialismus oder in der DDR, doch es sind immer auch Erkundungen der eigenen Herkunft, der Familiengeschichte, Bücher, die, indem sie von Vätern handeln, der Frage nachgehen, wie man der geworden ist, der man ist.

    Bewertung:
    Stefan Kutzenberger: Jokerman; Montage: rbbKultur
    Berlin Verlag

    Roman - Stefan Kutzenberger: "Jokerman"

    Die "Dylanologie" ist ein nichtakademisches, gleichwohl weltweit praktiziertes Fachgebiet, das zwischen Wissenschaft und Esoterik anzusiedeln ist. Dylanologen sind Nerds, die die Texte aller Dylan-Songs jederzeit parat haben und auf die aktuelle Weltlage anzuwenden wissen. In diesem Grenzbereich zwischen Wissen und Wahnsinn ist Stefan Kutzenbergers Roman "Jokerman" angesiedelt.

    Bewertung:
    Richard Ford: Irische Passagiere; Montage: rbbKultur
    Hanser Verlag

    Kurzgeschichten - Richard Ford: "Irische Passagiere"

    Sie alle haben irgendwie einen Knacks abbekommen, einen Bruch im Leben: Die Protagonisten aus Richard Fords neuen Kurzgeschichten werden älter und müssen diese Brüche irgendwie verarbeiten. "Irische Passagiere" heißt das neue Buch des Pulitzerpreisträgers, denn Irland ist der rote Faden in diesen verschiedenen Biografien.

    Bewertung:
    Wolfram Eilenberger: Feuer der Freiheit; Montage: rbbKultur
    Klett-Cotta

    Sachbuch - Wolfram Eilenberger: "Feuer der Freiheit"

    Dass ein Philosoph dem Denken von Frauen ein ganzes Buch widmet, ist noch immer selten. Für den Berliner Autor Wolfram Eilenberger sind Hannah Arendt, Simone de Beauvoir, Ayn Rand und Simone Weil sogar "Prophetinnen": so wollte er sein neues Buch ursprünglich nennen. Dass es nun unter dem Titel "Feuer der Freiheit" erschienen ist, passt gut zu Eilenbergers Weltbestseller "Zeit der Zauberer" (2018) und markiert eine Fortsetzung.

    Bewertung:
    Philip Norman: "Jimi. Die Hendrix-Biografie"; Montage: rbbKultur
    Piper

    Die Hendrix-Biografie - Philip Norman: "JIMI"

    Im "Club 27" sind sie versammelt, die Ikonen der Pop-Musik, die mit nur 27 Jahren den Gefahren des Rock´n´Roll-Lebensstils erlagen - Brian Jones, Jim Morrison, Janis Joplin, Kurt Cobain, Amy Winehouse sind illustre Mitglieder im Rock-Walhalla. Und einer ist ihr Präsident und überragt sie alle: James Marshall - "Jimi" - Hendrix. Zum 50. Todestag des legendären Musikers, dessen virtuoses Gitarren-Spiel bis heute unerreicht ist, erscheint eine neue Biografie mit dem schlichten Titel "Jimi".

    Bewertung:
    Christine Wunnicke: Die Dame mit der bemalten Hand © Berenberg Verlag
    Berenberg Verlag

    Roman - Christine Wunnicke: "Die Dame mit der bemalten Hand"

    Die Shortlist für den Deutschen Buchpreis, der am 12. Oktober vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels für den "Besten deutschsprachigen Roman" vergeben wird, steht. Nominiert ist auch Christine Wunnickes Roman "Die Dame mit der bemalten Hand". Jörg Magenau stellt das Buch vor.

    Bewertung:
    Christoph Peters: Dorfroman; Montage: rbbKultur
    Luchterhand

    Bundesrepublikanische Coming-of-Age-Geschichte - Christoph Peters: "Dorfroman"

    Christoph Peters begibt sich in seinem neuen Roman auf eine Zeitreise in sein eigenes Leben, zurück in die 1970er Jahre. Er lässt sein jugendliches Ich im fiktiven Ort Hülkendonck wieder aufleben, das sich gegen die Enge des ländlichen Elternhauses in Norddeutschland wehrt und sich der Anti-Atomkraftbewegung anschließt. Zugleich muss sich sein heutiges Ich mit den gealterten Eltern auseinandersetzen. Anne-Dore Krohn stellt Christoph Peters "Dorfroman" vor.

    Bewertung:
    Clemens Meyer: Nacht im Bioskop; Montage: rbbKultur
    Faber & Faber

    Erzählung - Clemens Meyer: "Nacht im Bioskop"

    Ein "wundersames Buch der Hoffnung", verspricht der Verlag, sei die neue Erzählung von Clemens Meyer. Jörg Magenau hat es gelesen – und hat sich an einen magischen Ort mitnehmen lassen.

    Bewertung:
    Paul Maar: Wie alles begann; Montage: rbbKultur
    S. Fischer

    Autobiografie - Paul Maar: "Wie alles kam"

    Er ist der Erfinder des Sams – dieses seltsame freche Wesen mit roten Haaren und blauen Punkten im Gesicht, das in das triste Leben des ängstlichen Herrn Taschenbier platzt. Paul Maar hat noch viele andere Kinderbücher geschrieben und selbst illustriert. Nun erzählt er den Roman seiner Kindheit.

    Bewertung:
    Monika Maron: Artur Lanz © S. Fischer Verlag
    S. Fischer Verlag

    Roman - Monika Maron: "Artur Lanz"

    Der Roman zur Zeit: Ein Plädoyer für Unterschiede und Debatten, gegen ideologische Rechthaberei und Identitätspolitik. Ein zentraler Satz in diesem ebenso provokanten wie unterhaltsamen Buch lautet: "Ist es nicht auch ein Recht, unrecht zu haben?"

    Bewertung:
    Ray Bradbury: Fahrenheit 451; Montage: rbbKultur
    Diogenes

    Neuübersetzung des Romans - Ray Bradbury: "Fahrenheit 451"

    Er war ein Multitalent, schrieb Gedichte, Kinderbücher, Theaterstücke, Erzählungen und Film-Skripte - zum Beispiel für John Hustons Kino-Version von "Moby Dick". Doch wirklich berühmt wurde Ray Bradbury für seine Science-Fiction-Fantasie über das Leben in einer totalitären Zukunft: "Fahrenheit 451". Anlässlich seines 100. Geburtstags am 22. August erscheint jetzt eine Neuübersetzung des 1953 in Amerika und 1955 auf deutsch erschienenen Romans.

    Bewertung:
    Davis Grossmann: Was Nina wusste © Hanser Literaturverlage
    Hanser Literaturverlage

    Roman - David Grossman: "Was Nina wusste"

    Mit seinem neuen Roman "Was Nina wusste", stilsicher übersetzt von Anne Birkenhauer, erweist sich David Grossman einmal mehr als leidenschaftlicher Romancier: Drei Frauen aus drei Generationen, Großmutter Vera, Tochter Nina und Enkelin Gili gibt er eine eigene, markante Gestalt und Stimme.

    Bewertung:
    Lisa Eckhart: Omama © Zsolnay
    Zsolnay

    Roman - Lisa Eckhart: "Omama"

    Ihr Namen war in den letzten Tagen in aller Munde, und wer bislang nicht wusste, was "Cancel Culture" ist, der hat es jetzt an ihrem Beispiel gelernt: Die Kabarettistin Lisa Eckhart wurde von einem Hamburger Literaturfestival ausgeladen, weil Unbekannte für den Fall ihres Auftritts mehr oder weniger handfeste Proteste angedroht hatten. Vorwürfe des Antisemitismus und des Rassismus standen im Raum.
    Bewertung:
    Nicolas Mathieu: Rose Royal © Hanser Berlin
    Hanser Berlin

    Roman - Nicolas Mathieu: "Rose Royal"

    Der französische Schriftsteller Nicolas Mathieu ist zweiundvierzig Jahre alt und hat bislang zwei Romane veröffentlicht. Bereits sein zweiter Roman wurde mit dem renommierten Prix Goncourt ausgezeichnet, letztes Jahr ist er unter dem Titel "Wie später ihre Kinder" auch auf Deutsch erschienen. Nach dem umfangreichen Werk folgt nun sehr schnell ein überraschend schmaler Band, der ebenfalls wieder abseits der mondänen metropolitanen Frankreichs spielt: "Rose Royal" heißt die neue Erzählung, und sie bringt kaum mehr als neunzig Seiten auf die Waage.

    Bewertung:
    Henkjan Honing: Der Affe schlägt den Takt © Henschel Verlag
    Henschel Verlag

    Sachbuch - Henkjan Honing: "Der Affe schlägt den Takt"

    Sind Tiere musikalisch? Wenn man das so einfach beantworten könnte! Der Musikwissenschaftler Henkjan Honing hat sich in der ganzen Welt mit Tierforscherteams vernetzt und entsprechende Versuche ausgewertet.

    Bewertung:
    Robert Seethaler, Der letzte Satz
    Hanser Berlin

    Roman - Robert Seethaler: "Der letzte Satz"

    April 1911. Der Komponist Gustav Mahler reist per Schiff nach Europa. In New York hat er ein letztes Konzert dirigiert; er ist schwer herzkrank und weiß, dass er nicht mehr lange zu leben hat. Eingehüllt in wärmende Decken blickt er übers Meer und erinnert sich: an die Zeit in Wien, als er das Direktorenzimmer der Oper bezog, an das Landhaus in Toblach, wo er in seiner Komponistenhütte arbeitete, an Reisen nach Sankt Petersburg, Berlin oder nach Paris.

    Bewertung:
    DiAngelo Wir muessen ueber Rassismus sprechen © Hoffmann und Campe
    Hoffmann und Campe Verlag

    Sachbuch - Robin DiAngelo: "Wir müssen über Rassismus sprechen"

    Man kann ja über den Titel dieses Buches noch hinwegsehen und sich sagen: Über Rassismus sprechen, das machen wir doch schon die ganze Zeit, gerade jetzt mal wieder, da vor einigen Wochen in den USA der Schwarze George Floyd von mehreren weißen Polizisten so brutal festgenommen wurde, dass er dabei zu Tode kam. Und was es bedeutet weiß zu sein, wie es der Untertitel verspricht, nun denn: Das braucht uns nun wirklich niemand zu erklären in einer Gesellschaft wie der bundesrepublikanischen.

    Bewertung:
    Peter Handke, Zdenenk Adamec © Suhrkamp
    Suhrkamp

    Salzburger Festspiele - Peter Handke: "Zdeněk Adamec. Eine Szene"

    Einige Wochen schien es so, als müssten die Salzburger Festspiele ausgerechnet im Jahr ihres 100-jährigen Bestehens wegen der Corona-Pandemie ausfallen. Doch dann sanken rechtzeitig die Infektionszahlen und man entschied, das Jubiläum wenigstens in kleinerem Rahmen zu feiern. Das Programm wurde abgespeckt, die Probezeiten verkürzt, die Spielorte reduziert.

    Bewertung:
    Orhan Pamuk, Orange © Steidl Verlag
    Steidl Verlag

    Fotoband - Orhan Pamuk: "Orange"

    Mit Romanen wie "Das stille Haus", "Schnee", "Das Museum der Unschuld" hat sich Orhan Pamuk in die Weltliteratur eingeschrieben. Für sein Werk erhielt er 2006 den Literaturnobelpreis. Weniger bekannt ist, dass Pamuk nicht nur ein streitbarer Schriftsteller, sondern auch ein passionierter Fotograf ist.

    Bewertung:
    Bernhard Schlink, Abschiedsfarben
    Diogenes Verlag

    Geschichten - Bernhard Schlink: "Abschiedsfarben"

    Nur eine einzige Passion und Berufung zu haben, war Bernhard Schlink auf Dauer wohl zu profan und langweilig. Also fing der angesehene Jurist, der an der Universität Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie lehrte, irgendwann in der Freizeit an, sich als literarischer Autor auszuprobieren. Er schrieb zunächst ein paar Krimis, bevor er mit "Der Vorleser" einen internationalen Bestseller landete, der erfolgreich verfilmt wurde.

    Bewertung:
    Nadja Küchenmeister: Im Glasberg; Montage: rbbKultur
    Schöffling & Co.

    Gedichte - Nadja Küchenmeister: "Im Glasberg"

    In der jungen Lyrikgeneration ist Nadja Küchenmeister hierzulande längst etabliert. Von ihren Büchern werden Nachauflagen gedruckt, ihr Werk wird mit Literaturpreisen ausgezeichnet. "Im Glasberg", ihr dritter Gedichtband, steht auf der Shortlist für den "Literaturpreis Text & Sprache 2020". Jörg Magenau hat sich in ihr Werk eingelesen.

    Bewertung:
    Kostbare Tage © Diogenes Verlag
    Diogenes Verlag

    Roman - Kent Haruf: "Kostbare Tage"

    Als der Schriftsteller Kent Haruf 2014 im Alter von 71 Jahren starb, kannten ihn außerhalb der Vereinigten Staaten nur wenige Leser. Und auch in seiner Heimat war er eher ein "Writer´s Writer", ein Autor, der von seinen Kollegen geschätzt wird, aber keinen Zugang zu einer breiten Leserschaft hat. Erst nach seinem Tod beginnt sich das allmählich zu ändern.

    Bewertung:
    Line Hoven, Jochen Schmidt: Paargespräche © C.H. Beck, 2020
    C.H. Beck, 2020

    Roman - Line Hoven und Jochen Schmidt: "Paargespräche"

    In "Paargespräche" geht es um den ganz normalen Wahnsinn in Beziehungen - in Wort und im Bild. Der Schriftsteller Jochen Schmidt und die Illustratorin Line Hoven haben sich nun berühmte Paare vorgeknöpft und sich überlegt, wie das bei ihnen wohl klang, wenn der Haussegen schief hing.

    Bewertung:
    Dotan Saguy: Nowhere to Go but Everywhere © Kehrer Verlag
    Kehrer Verlag

    Bildband - Dotan Saguy: "Nowhere to Go but Everywhere"

    In Krisenzeiten verlieren immer mehr Menschen ihre Arbeit und ihre Wohnung. Einer Schätzung zufolge leben allein in Los Angeles über 16.000 Menschen in ihren Autos. Auch die fünfköpfige, aus Brasilien stammende Familie Reis. Der Fotograf Dotan Saguy hat sie kennengelernt und monatelang mit seiner Kamera begleitet.

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    Susanne Kerckhoff: Berliner Briefe © Verlag Das Kulturelle Gedächtnis
    Verlag Das Kulturelle Gedächtnis

    Zum (Wieder-)Lesen empfohlen - Susanne Kerckhoff: "Berliner Briefe"

    1948 erschien Susanne Kerckhoffs halbfiktiver Briefroman "Berliner Briefe". In dreizehn Briefen richtet sich eine Helene, die im zerstörten Berlin lebt, nach Kriegsende an ihren nach Paris emigrierten jüdischen Jugendfreund Hans. Die "Berliner Briefe" sind in diesem Jahr neu erschienen.
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    Khaled Khalifa: Keine Messer in den Küchen dieser Stadt; Montage: rbbKultur
    Rowohlt

    Roman - Khaled Khalifa: "Keine Messer in den Küchen dieser Stadt"

    Viele syrische Oppositionelle haben ihrer Heimat und dem Regime des Assad-Clans den Rücken gekehrt, und das nicht erst seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs. Nicht so der Schriftsteller Khaled Khalifa, der nach wie vor in Damaskus lebt und das Geschehen in seinem Heimatland kritisch begleitet und kommentiert.

    Reiseführer Brandenburg: Sehnsuchtsorte und Hofläden; © be.bra Verlag
    be.bra Verlag

    Reiseführer - Tagesausflüge und Kurzreisen nach Brandenburg

    Warum in die Ferne schweifen? Auch in Brandenburg kann man herrliche Abenteuer erleben und preiswerte Unterkünfte finden – meint jedenfalls Frank Dietschreit und stellt neue Brandenburg-Führer aus dem be.bra Verlag vor.

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    Fang Fang: Wuhan Diary © Hoffman & Campe
    Hoffman & Campe

    Tagebuch - Fang Fang: "Wuhan Diary. Tagebuch aus einer gesperrten Stadt"

    Covid-19 hat die Welt durcheinandergewirbelt, und die neun Millionen Einwohner der chinesischen Stadt Wuhan gehörten zu den ersten, die es am eigenen Leib erfahren mussten. 76 Tage, von Ende Januar bis Anfang April, war die Metropole vollständig abgeriegelt und das Leben einem rigiden Shutdown unterworfen.

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    Charles Dickens: "Oliver Twist" © Diogenes
    Diogenes

    Roman - Charles Dickens: "Oliver Twist"

    Am 9. Juni vor 150 Jahren starb der englische Schriftsteller Charles Dickens. Sein wohl bekanntestes Werk ist "Oliver Twist", das von 1837 bis 1839 als Zeitungs-Fortsetzungsroman herauskam. – Die Geschichte des Waisenjungen Oliver ist später mehrfach von Theater, Kino, Fernsehen und Comic adaptiert worden. – Frank Dietschreit empfiehlt: (Wieder)Lesen!

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    Christoph Hein: Ein Wort allein für Amalia; Montage: rbbKultur
    Insel Verlag

    Erzählung - Christoph Hein: "Ein Wort allein für Amalia"

    In seiner neuen Erzählung "Ein Wort allein für Amalia" lässt Christoph Hein die letzten Tage des großen Aufklärers Gotthold Ephraim Lessing Revue passieren. Die Stieftochter Maria Amalia steht dem schwerkranken Dichter, der im Fieberwahn zu sinnieren beginnt, zur Seite. Welche Gedanken gingen Lessing kurz vor seinem Tod durch den Kopf?

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    Marcel Reich Ranicki: Mein Leben © Pantheon
    Pantheon

    Wiedergelesen zum 100. Geburtstag - Marcel Reich-Ranicki: "Mein Leben"

    Er hat polarisiert, er hat polemisiert. Ob man ihn mochte oder nicht – an ihm kam keiner vorbei. Heute wäre der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki hundert Jahre alt geworden. Eine gute Gelegenheit, seine Autobiografie "Mein Leben" wiederzulesen, die vor über zwanzig Jahren erschien.

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    Donna Leon: Geheime Quellen © Diogenes
    Diogenes

    Krimi - Donna Leon: "Geheime Quellen"

    Immer sehnt man sich nach dem, was man nicht hat. Oder in Zeiten von Corona nicht darf. Wäre es nicht herrlich, jetzt nach Venedig zu reisen, durch die leer gefegten Gassen zu flanieren, die von Trubel und Tourismus befreite Lagunenstadt zu genießen, mit dem Boot hinüberzusetzen auf den Lido und dort ein erfrischendes Bad zu nehmen?

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    William Trevor, Letzte Erzählungen © Hoffmann & Campe
    Hoffmann & Campe

    Erzählungen - William Trevor: "Letzte Erzählungen"

    Der Tod ist in diesen "Letzten Erzählungen" des großen irischen Autors William Trevor allgegenwärtig. Er, der immer schon ein stiller, unaufdringlicher Erzähler war, scheint in diesen Texten nur noch zu flüstern. Die Melancholie der vergehenden Zeit war sein Arbeitsgebiet.

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    Jessie Greengrass: Was wir voneinander wissen; Montage: rbbKultur
    Kiepenheuer & Witsch

    Philosophischer Roman - Jessie Greengrass: "Was wir voneinander wissen"

    Selten war die Suche nach Erkenntnis in so schöne Worte gekleidet. Die Ich-Erzählerin in Jesse Greengrass Debütroman sucht Antwort auf die Frage: Soll ich ein Kind bekommen? Doch dabei geht es ihr nicht um ein einfaches "ja" oder "nein". Es geht ihr um Erkenntnis. Um die Frage des in der Weltseins.

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