Ein Mikrofon auf einer Bühne (Quelle: Colourbox)

Konzertkritiken

Konzert- und Opernkritiken hören Sie in rbbKultur von Montag bis Samstag um 7:45 Uhr.

Weitere Rezensionen

Sheku Kanneh-Mason Violoncello, Cellist und Isata Kanneh-Mason, Pianistin © Jake Turney
Jake Turney

Philharmonie Berlin | Kammermusiksaal - Shekku & Isata Kanneh-Mason

Sheku und Isata Kanneh-Mason, bekannteste Repräsentanten einer kammermuskalischen Trapp-Familie aus Großbritannien, sorgen bei ihrem Berlin-Debüt im Kammermusiksaal für eine rappelvolle Bude. Und das trotz Werken von Frank Bridge, Benjamin Britten und Schostakowitsch.

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Simon Rattle und die Berliner Philharmoniker © Monika Rittershaus
Monika Rittershaus

Philharmonie Berlin - Simon Rattle dirigiert die Berliner Philharmoniker

Die Berliner Philharmoniker pflegen auch zu ihren ehemaligen Chefdirigenten ein sehr gutes Verhältnis. So war es bei Claudio Abbado, und nicht anders ist es bei Simon Rattle, der immer wieder gerne an das Pult seines ehemaligen Orchesters tritt. So auch jetzt, und das mit zwei seiner geschätzten Komponisten: Joseph Haydn und Igor Strawinsky.

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Julia Hagen, Cellistin © Julia Wesley
Julia Wesley

Konzerthaus Berlin - Sir Andrew Davis, Julia Hagen und das Rundfunk-Sinfonierorchester Berlin

Da gibt es einmal die seltene Gelegenheit, ein englisches Programm mit viel Erkenntnis und Vergnügen zu hören, und schon ist der Saal nur halb voll. Die drei Werke des Abends entstanden zwischen 1919 und 1945 und bewiesen einmal mehr, dass man in England auf einer Insel ist, die sich nicht so leicht von der Moderne des Kontinents beeinflussen ließ.

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Deutsche Oper Berlin: Der Schatzgräber © Monika Rittershaus
Monika Rittershaus

Deutsche Oper Berlin - "Der Schatzgräber" von Franz Schreker

Franz Schrekers fast erfolgreichste Oper "Der Schatzgräber" ist ein haarsträubendes Mittelaltermärchen über die Gier nach Schmuck – als Bild metaphyischer Triebe, die uns alle in den Abgrund zerren. Das Werk verfügt auch über eine der schwärzesten Frauenfiguren der Operngeschichte; auch wenn Els, so ihr Name, in dieser Inszenierung eher als Frolleinwunder mit Kellnerschürzchen daherkommt. Die Betriebstemperatur des musikalischen Boilers ist immer knapp vor der Explosion. Typisch 20er Jahre, könnte man sagen. Doch darum geht man ja.

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András Schiff, Pianist © Lukas Beck
Lukas Beck

Pierre Boulez Saal - Staatskapelle Berlin und András Schiff

Der Pianist András Schiff ist längst eine lebende Legende. Und einer der großen Bach-Kenner. Bachs Klavierzyklen hat er seit vielen Jahrzehnten im Repertoire. Jetzt wagt er sich mit der Staatskapelle Berlin an die Brandenburgischen Konzerte des Barockmeisters. Und erleidet Schiffbruch ...

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Igor Levit, Pianist © Felix Broede / Sony Music
Felix Broede / Sony Music

Staatsoper Unter den Linden - Igor Levit spielt Mozart und Liszt

Anne-Sophie Mutter hat abgesagt, und so kam der Pianist Igor Levit zu seinem Staatsopern-Debüt. Bei seinem Solo-Recital spielte er zweimal Mozart im Original und zweimal Mozart in der Bearbeitung von Franz Liszt. Alles passend zu den diesjährigen Festtagen, die alle drei Da-Ponte-Opern von Mozart zeigen.

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Deutsche Oper Berlin: "Sizilianische Vesper" von Giuseppe Verdi © Marcus Lieberenz/bildbuehne.de
Marcus Lieberenz/bildbuehne.de

Deutsche Oper Berlin - Giuseppe Verdi: "Les vêpres siciliennes"

Ein Geläut des Vespergottesdienstes zu Ostermontag des Jahres 1282 gab das vereinbarte Zeichen für ein Beifreiungsmassaker in Palermo – als Mord an den französischen Besatzern. Der blutige Aufstand steht in Verdis Grand opéra von 1855 ganz am Schluss einer konventionellen Liebeshandlung. In Berlin war das Werk seit den 90er Jahren nicht - erst recht nicht in der französischen Originalfassung, obwohl es in Verdis bester Phase – zwischen "Rigoletto" und "Trovatore" – entstand.

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Komische Oper: Schwanda, der Dudelsackpfeifer © Jaro Suffner
Jaro Suffner

Komische Oper Berlin - "Schwanda, der Dudelsackpfeifer"

Die Komische Oper Berlin ist bekannt für Wiederentdeckungen einstmals bekannter Opern. Diesmal: "Schwanda, der Dudelsackpfeifer" von Jaromír Weinberger. Und immerhin reicht es für einen freundlichen, unterhaltsamen Opernabend.

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Leonidas Kavakos, Geiger © Gregor Hohenberg / Sony Music Entertainment
Gregor Hohenberg / Sony Music Entertainment

Pierre Boulez Saal - Duos mit Leonidas Kavakos und Enrico Pace

Der griechische Geiger Leonidas Kavakos ist in der Klassikszene längst ein wichtiger Name. Neben seinen Auftritten mit den großen Sinfonieorchestern nimmt er sich immer auch Zeit für die Kammermusik. Und wenn - dann die gewichtigen Stücke mit Anspruch.

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Deutsche Oper: Antikrist © Thomas Aurin
Thomas Aurin

Deutsche Oper Berlin - "Antikrist" - Kirchenoper von Rued Langgaard

"Antikrist" ist eine äußerst selten gespielte Oper, die sich zwischen Spätromantik und Moderne bewegt. In seinem von ihm selbst als "Kirchenoper" bezeichneten Spätwerk spannt der dänische Komponist Rued Langgaard ein apokalyptisches Panorama menschlicher Laster auf, das den Untergang der Welt beschwört und doch Hoffnung birgt. Mit "Antikrist" setzt die Deutsche Oper ihre Präsentation von Opern der Zwanziger Jahre fort.

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Philharmonie: Kirill Petrenko dirigiert Tschaikowskys "Jolanthe" © Ole Schwarz
Ole Schwarz

Philharmonie Berlin - Kirill Petrenko dirigiert Tschaikowskys "Jolanthe"

Tschaikowskys Kurzoper "Jolanthe" wurde 1892 im Doppelpack mit dem Ballett "Der Nussknacker" bei derselben Premiere vorgestellt. Doch neben dem Glanz des Ballettes verblasste die zarte, märchenhafte letzte Oper des Komponisten völlig. Allmählich kehrt das Werk wieder auf die Bühnen zurück. An drei Abenden ist "Jolanthe" nun in einer konzertanten Aufführung mit Kirill Petrenko und den Berliner Philharmonikern zu erleben.

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Berliner Philharmoniker – Daniel Barenboim dirigiert Verdi; © Bettina Stoess
Bettina Stoess

Philharmonie Berlin - Daniel Barenboim dirigiert Verdi

Daniel Barenboim hat schon umjubelte Aufführungen großer Verdi-Opern dirigiert. In seinem Konzert mit den Berliner Philharmonikern stellt er nun Werke des Komponisten vor, die zunächst nicht zur Veröffentlichung vorgesehen waren. Kein Zweifel, dass Barenboim, der im November 80 wird, so etwas wie einen "Alterschub" hat. So fahl und spitzäugig wie vor den TV-Kameras beim Wiener Neujahrskonzert sah er aber jetzt, bei Berliner Normalbeleuchtung, nicht aus.

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Wiener Philharmoniker und Dirigent Daniel Barenboim im Großen Saal des Wiener Musikvereins © Dieter Nagl/APA/dpa
Dieter Nagl/APA/dpa

Wiener Musikverein - Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker

Es ist DAS Konzert an Neujahr, ausgestrahlt in 90 Länder für ca. 50 Millionen Zuschauer:innen: das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker. Es ist so Tradition wie "Dinner for One", nur dass die Dirigenten wechseln, dieses Mal war Daniel Barenboim eingeladen. Eine besondere Ehre: schon zum dritten Mal.

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Neujahrskonzert 2022; © RIAS Kammerchor Berlin
RIAS Kammerchor Berlin

Philharmonie Berlin - Neujahrskonzert des RIAS Kammerchors

Für Händels ursprünglichen "Judas Maccabäus" waren Gesangssolisten aus Großbritannien vorgesehen gewesen. Die hätten, da sie aus einem Virusvariantengebiet kommen, 14 Tage in Quarantäne gemusst – und viel früher anreisen müssen. So griff der RIAS Kammerchor kurzfristig auf ein Ausweichprogramm zurück, das schon für letztes Jahr in der Schublade lag, als das Neujahrskonzert ganz ausfiel.

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Silvesterkonzert mit Lahav Shani; © Stephan Rabold
Stephan Rabold

Philharmonie Berlin - Silvesterkonzert der Berliner Philharmoniker

In einer kleinen Ansprache bestätigte die Intendantin der Berliner Philharmoniker, Andrea Zietzschmann, was man wusste: akute "Rückenschmerzen" seien der Grund für Kirill Petrenkos Absage des Silvesterkonzerts. Jetzt also der israelische Shootingstar unter den Dirigenten - Lahav Shani. Gestern war der erste von insgesamt drei Konzertabenden.

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Staatsopernchor vor der Berliner Staatsoper; © Peter Adamik/Staatsoper Berlin
Peter Adamik/Staatsoper Berlin

Staatsoper Berlin - 200 Jahre Staatsopernchor

200 Jahre Staatsopernchor – das will gefeiert werden, und gefeiert hat nicht nur der Chor, er und sein Chordirektor Martin Wright ließ sich auch von den zahlreich versammelten Ehrengästen hörbar bejubeln.

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Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin © Simon Pauly
© Simon Pauly

Konzerthaus Berlin | Philharmonie Berlin - Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin: "Bachfest im Advent"

Ein "Bachfest im Advent“ feiert das RSB in der Philharmonie und im Konzerthaus. Zwar gibt es ein eingeübtes Ritual vor Weihnachten und danach Bachs Weihnachtsoratorium zu zelebrieren, aber man kann das auch mit anderen Kantaten Bachs und Brandenburgischen Konzerten tun. Die Kantate "Ich habe genug" sorgt dabei für nicht nur jublierende besinnliche Momente. Zu diesem Konzert hat sich das RSB einen Barock-Spezialisten eingeladen, Rinaldo Alessandrini.

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Komische Oper Berlin: "Orpheus in der Unterwelt" © Monika Rittershaus
Monika Rittershaus

Komische Oper Berlin - "Orpheus in der Unterwelt"

"Frenetisch gefeiert", so die Homepage der Komischen Oper, wurde Barrie Koskys "Orpheus in der Unterwelt", als er 2019 bei den Salzburger Festspielen herauskam. Bei der jetzt nachgeholten Berliner Premiere: schichtweise!

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Szene aus Katja Kabanova an der Komischen Oper Berlin
Jaro Suffner

Komische Oper Berlin - "Katja Kabanowa"

Drei Engel für Charlie – so bezeichnet Barrie Kosky, der Intendant der Komischen Oper Berlin, die drei Frauen, die der aktuellen Produktion des Hauses ihren Stempel aufdrücken. Am Samstag hatte die Janáček-Oper "Katja Kabanowa" Premiere.

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Deutsche Oper Berlin: "Siegfried" – mit Clay Hilley und Waldvogel; © Bernd Uhlig
Bernd Uhlig

Deutsche Oper Berlin - "Der Ring des Nibelungen – Siegfried" von Richard Wagner

Dass mit dem letzten Puzzlestein, dem nachgereichten "Siegfried", alles wieder gut sein würde, war ein wohl doch zu frommer Wunsch. Immerhin: großer Jubel nach dem 1. Akt – für formidabel aufgelegte Sänger:innen, mit denen grundsätzlich sehr gut gearbeitet wurde. Das Flüchtlingskonzept dieses "Rings" dagegen wirkt nicht schlüssiger als zuvor; selbst dann nicht, wenn man zugesteht, dass Wagner selber – hier in Gestalt Mimes auch körperlich mitspielend – viele Jahre lang auf der Flucht vor Deutschland gewesen ist. So, fürchte ich, kriegt man die Flüchtlingsthematik nicht in den Blick.

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