Kulturradio Rezensionen Film

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Pelikanblut – Wiebke (Nina Hoss) und Raya (Katerina Lipovska); © DCM/Temelko Temelkov
DCM/Temelko Temelkov

Psychodrama - "Pelikanblut - Aus Liebe zu meiner Tochter"

Eine aufopferungsvolle Mutter, zwei Adoptivkinder aus Osteuropa und ein einsamer Pferdehof. Klingt nach einer Idylle? Nicht so für Katrin Gebbe. Die preisgekrönte Filmemacherin macht aus einem Familienfilm eine Horrorstory.

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Persischstunden – Nahuel Pérez Biscayart © Alamode Film
Alamode Film

Kriegsdrama von Vadim Perelman - "Persischstunden"

Der Film "Persischstunden" wurde gedreht nach der Erzählung "Erfindung einer Sprache" von Wolfgang Kohlhaase. Er beruht, so wird im Vorspann versichert, auf einer wahren Geschichte und spielt in einem nationalsozialistischen Konzentrationslager im besetzten Frankreich.

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Jan-Eje Ferling in einer Szene des Films "Über die Unendlichkeit" © Neue Visionen Filmverleih
Neue Visionen Filmverleih

Drama von Roy Andersson - "Über die Unendlichkeit"

Der Schwede Roy Andersson wird vom Filmmagazin "epdFilm" als "gutherziger Philosoph des europäischen Kinos" bezeichnet, als einer, der "mit melancholisch-lakonischem Witz auf die menschliche Existenz blickt, mit all ihren Unzulänglichkeiten, kleinen Hoffnungen und deren Scheitern." Sein neuester Film "Über die Unendlichkeit" gewann bei der Premiere auf dem Filmfestival in Venedig im letzten Jahr den Silbernen Löwen für die beste Regie.

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Kiss Me Kosher; © X Verleih/Nati Levi
X Verleih/Nati Levi

Lesbischer Liebesfilm aus Israel - "Kiss me Kosher"

Ein lesbischer Liebesfilm, der alle Klischees über das Leben in Israel aneinanderreiht, der aber trotzdem erfrischend ist und auf Kitsch verzichtet. Mit ihrem Debutfilm “Kiss me Kosher” ist Regisseurin Shirel Peleg das schier Unmögliche gelungen. Das liegt nicht zuletzt an ihren großartigen Schauspielern.

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Meine wunderbar seltsame Woche mit Tess
Les Films du Préau

Kinder- und Jugendfilm - "Meine wunderbar seltsame Woche mit Tess"

Die Kinder-und Jugendfilmreihe Generation auf der Berlinale ist bekannt dafür, tolle Filmentdeckungen aus aller Welt zu präsentieren. Auch der Film, über den wir jetzt sprechen wollen, ist dort im letzten Jahr gelaufen. Jetzt kommt "Meine wunderbar seltsame Woche mit Tess" in die deutschen Kinos. Die Verfilmung eines Jugendromans der Niederländerin Anna Woltz ist das Langspielfilmregiedebüt von Steven Wouterlood.

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Fragen Sie Dr. Ruth - Dokumentarfilm; © Filmwelt Verleih/Media Office
Filmwelt Verleih/Media Office

Dokumentarfilm - "Fragen Sie Dr. Ruth"

Können Sie sich noch erinnern, wer Sie aufgeklärt hat? Waren es Ihre Eltern, Ihre Mitschüler oder haben Sie sich die entscheidenden Informationen bei Dr. Sommer in der "Bravo" geholt? In den USA heißt die Chefaufklärerin seit 40 Jahren Dr. Ruth – eine liebenswerte ältere Dame mit deutsch-jüdischen Wurzeln, die in Radiosendungen, Talkshows und Filmen ihre Ratschläge verteilt. Mit über 90 ist Ruth Westheimer noch immer aktiv – jetzt wird sie sogar zum Star eines Dokumentarfilms.

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Christopher Nolan und John David Washington bei den Dreharbeiten zu "Tenet" foto: Melinda Sue Gordon/www.imago-images.de
Melinda Sue Gordon/www.imago-images.de

Science-Fiction-Thriller - "Tenet"

Das gab es lange nicht mehr: richtig großes Kino mit enormen Schauwerten und Stars wie Robert Pattinson, Michael Caine, Kenneth Branagh, gedreht in 70mm: "Tenet" ist das neue, schon lange von vielen sehnsüchtig erwartete Werk von Christopher Nolan, dessen Filme ("Inception", "The Dark Knight Rises", "Interstellar") fast immer auch ein irrwitziges Gedankenspiel sind. Wegen Corona wurde der Film mehrfach verschoben, jetzt kommt er in Europa sogar ausnahmsweise ein paar Tage früher in die Kinos als in Amerika.

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Szene aus dem Film "The Climb" mit Michael Covino and Kyle Marvin, Foto: Cinetic Marketing/AP Photo
Cinetic Marketing/AP Photo

Komödie - "The Climb"

"The Climb" ist eine etwas andere Buddy-Komödie, die bereits auf internationalen Festivals in Cannes, Deauville und Sundance erfolgreich gelaufen ist und jetzt bei uns ins Kino kommt. Das Regiedebüt des Schauspielers Michael Angelo Covino ist eine Hommage an seine Männerfreundschaft mit Kyle Marvin, der zugleich Co-Autor des Drehbuchs ist. En passant untersucht er dabei auch gängige Männerbilder.

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Exil © Alamode Film
Alamode Film

Identitätsdrama von Visar Morina - "Exil"

Regisseur Visar Morina wurde 1979 im Kosovo geboren. Als er 15 war, ging seine Familie nach Deutschland. Integration? Ein Begriff mit dem er nichts anfangen kann, sagt er. Und doch geht es in seinem dritten Spielfilm "Exil" um das Ankommen in einem anderen Land.

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Jella Haase und Lena Urzendowsky in "Kokon" © Salzgeber & Co. Medien GmbH
Salzgeber & Co. Medien GmbH

Coming-of-Age-Film - "Kokon"

Nach "Looping" über drei Frauen unterschiedlichen Alters in der Psychiatrie ist "Kokon" der zweite Film von Leonie Krippendorff. Im Februar feierte er auf der Berlinale Premiere, als Eröffnungsfilm der Jugendfilmreihe 'Generation'. Kurz davor hat das Branchenblatt "Variety" die Regisseurin als eines von zehn europäischen Talenten im Filmgeschäft bezeichnet, die man im Auge behalten sollte. Jetzt kommt "Kokon" in unsere Kinos.

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Tommaso Buscetta (Pierfrancesco Favino) im Exil in Braslien © Lia Pasqualino / Pandora Film
Lia Pasqualino / Pandora Film

Mafiafilm von Marco Bellochio - "Il Traditore - Als Kronzeuge gegen die Cosa Nostra"

Der Kampf gegen die Mafia beschäftigt Italien seit Jahrzehnten. Einer der Akteure war der Untersuchungsrichter Giovanni Falcone, der in den großen Mafia-Prozessen der 80er Jahre viele der großen Bosse ins Gefängnis brachte und anschließend bei einem Bombenanschlag ums Leben kam. In dem Film “Il Traditore – Als Kronzeuge gegen die Cosa Nostra” erzählt Marco Bellochio Falcones Geschichte nun aus der Sicht von dessen wichtigstem Zeugen.

 

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Auf der Couch in Tunis © Carole Bethuel
2019 PROKINO Filmverleih GmbH / Carole Bethuel

Komödie - "Auf der Couch in Tunis"

Eine Reise nach Tunis: In ihrem Debütfilm verarbeitet Manele Labadi ihre eigenen Erfahrungen mit dem Kulturclash, den eine Französin erlebt, wenn sie ins arabische Heimatland ihrer Eltern reist. Während die Regisseurin immer nur für einige Ferienwochen in Tunis verweilte, will ihre Heldin Selma ganz zurückkehren.

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Master Cheng in Pohjanjoki © 2019 Marianna Films Oy, By Media, Han Ruan Yuan He
2019 Marianna Films Oy, By Media, Han Ruan Yuan He

Komödie - Master Cheng in Pohjanjoki

Bisher hat der Finne Mika Kaurismäki, Bruder des berühmten Aki Kaurismäki vor allem Musikdokumentationen und gelegentlich auch mal einen Spielfilm gedreht. Jetzt kommt sein neuer Film "Master Cheng in Pohjanjoki" in die Kinos, und laut Trailer geht es um Kochen, Freundschaft und Liebe, und irgendwie auch ums Reisen, denn der Film spielt in Lappland.

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The King of Staten Island © 2020 UNIVERSAL STUDIOS
2020 UNIVERSAL STUDIOS

Zwischen Komödie und Tragödie - The King of Staten Island

Auf einem schmalen Grat zwischen Fiktion und Realität, zwischen Komödie und Tragödie erzählt Judd Apatow in seinem neuen Film die Geschichte des Stand-up-Comedians Pete Davidson, dessen Vater in den Trümmern des World Trade Centers starb.

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Anton Bruckner, Das verkannte Genie © Reinhard Winkler
Reinhard Winkler / Arsenal Filmverleih

Dokumentarfilm - "Anton Bruckner – Das verkannte Genie"

Anton Bruckner war ein kleiner, untersetzter, nicht allzu pfiffiger Kirchenmusiker, voll von Gottgefälligkeit und Orgelfugen. Er bildet so ziemlich das krasseste Gegenteil zu einem filmaffinen Hipster, dass man sich nur vorstellen kann. Dies macht den Dokumentarfilm von Reiner E. Moritz umso interessanter, origineller.

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What You Gonna Do When the World's on Fire © Grandfilm
Grandfilm

Dokumentation - "What you gonna do when the world is on Fire"

Der gewaltsame Tod des Afroamerikaner George Floyd durch weiße Polizeigewalt am 25.Mai dieses Jahres hat weltweite Proteste und Demonstrationen gegen systemischen Rassismus ausgelöst. Den Film hat Roberto Minervini zwar bereits 2017 gedreht worden, hat durch den Tod von George Floyd aber eine so aktuelle Brisanz und Dringlichkeit bekommen, dass der Grandfilm-Verleih ihn ab morgen in die deutschen Kinos bringt.

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Berlin Alexanderplatz © Wolfgang Ennenbach
Sommerhaus/eOne Germany / Wolfgang Ennenbach

Drama - "Berlin Alexanderplatz"

Alfred Döblins Roman "Berlin Alexanderplatz" aus dem Jahr 1929 ist ein Klassiker der Moderne: Mehrfach verfilmt wurde das Buch, immer wieder für die Theaterbühne adaptiert und dann gibt es ja auch noch die legendäre Fernsehfassung, die Rainer Werner Fassbinder Ende der 70er Jahre gedreht hat. Nun sich hat der junge deutsch-afghanische Regisseur Burhan Qurbani den "Alexanderplatz" noch einmal vorgenommen.

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Eine größere Welt – Cécile de France (Corine); © Haut et Court
Haut et Court

Drama - "Eine größere Welt"

Für die französische Filmemacherin Fabienne Berthaud ist jeder Film ein Trip in unbekannte Gefilde, von der Großstadt in eine ländliche Idylle in "Barfuß auf Nacktschnecken", oder aus der Enge einer Beziehung in die Weite eines Road-Movie-Trips quer durch Amerika, in ihrem letzten Film "Sky". In ihrem neuesten Werk eröffnet sich "Eine größere Welt" – in den Steppen der Mongolei.

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Helmut Newton – The Bad And The Beautiful | Arena, New York Times © Foto: Helmut Newton, Helmut Newton Estate / Courtesy Helmut Newton Foundation
Foto: Helmut Newton, Helmut Newton Estate / Courtesy Helmut Newton Foundation

Dokumentarfilm - Helmut Newton - The Bad And The Beautiful

Helmut Newton war einer der berühmtesten Fotografen des 20. Jahrhunderts. An seinen Bildern scheiden sich bis heute die Geister: Die Einen loben seine Eleganz, seinen Blick für die Details und seinen Erfindungsreichtum, andere haben ihn angegriffen als sexistisch, als frauenfeindlich und sogar als Vertreter einer faschistischen Ästhetik. Der Dokumentarfilm "Helmut Newton - The Bad And The Beautiful" lässt nun vor allem die Protagonistinnen seiner Bilder zu Wort kommen.

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Undine von Christian Petzold © Christian Schulz/Schramm Film
Christian Schulz/Schramm Film

Liebesmärchen - "Undine"

Das lange Warten lohnt sich. Der grandiose Film "Undine" von Christian Petzold zeigt sofort, was wir im Kino in den letzten Monaten alles verpasst haben. Sein Start wurde zu Recht aufgeschoben, bis man ihn auf der Leinwand sehen kann.

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Die schönsten Jahre eines Lebens: Jean-Louis Trintignant und Anouk Aimée © Wild Bunch Germany
Wild Bunch Germany

Drama - "Die schönsten Jahre eines Lebens"

1966 drehte der französische Regisseur Claude Lelouch den Film "Ein Mann und eine Frau". Die Love Story im Stil der Nouvelle Vague wurde vielfach ausgezeichnet – unter anderem mit zwei Oscars und der Goldenen Palme von Cannes - und sie begründete den Weltruhm der beiden Hauptdarsteller Anouk Aimée und Jean-Louis Trintignant. Nun, mehr als 50 Jahre später, hat Lelouch die Beiden noch einmal vor die Kamera geholt.

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The Farewell © DCM
dpa / DCM

DVD Tipp | Drama - "The Farewell"

Die Mittzwanzigerin Billi (Awkwafina) ist eine erfolglose Künstlerin in New York: Leicht neurotisch, notorisch klamm – und immer auf der Flucht vor ihren besorgten Eltern (Tsi Ma, Diana Lin), chinesischen Einwanderern, die es in den USA mit harter Arbeit zu Wohlstand gebracht haben.

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Drinnen © zdf
Screenshot zdf Mediathek

ZDF Mediathek | Comedy - "DRINNEN - Im Internet sind alle gleich"

Corona ist noch nicht überstanden. Homeoffice setzt sich durch. Und auch wenn Restaurants und Bars jetzt wieder öffnen, die Wochen nach dem Lock Down sind besonders gewesen. In dieser Zeit entstand für ZDF-Neo eine kleine Serie, die wir noch einmal all denen ans Herz legen wollen, die sie vielleicht übersehen haben.

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Anne Ratte-Polle als Anna, Mark Waschke als Matthias und Kasimir Brause als Sohn Lukas in einer Szene des Films "Der Geburtstag" (undatierte Filmszene). Der Film kommt am 25.06.2020 in die deutschen Kinos. foto: Friede Clausz/W-film/dpa
Friede Clausz/W-film/dpa

Film noir - "Der Geburtstag"

Ein Kindergeburtstag steht im Mittelpunkt dieses kleinen 84 Minuten langen deutschen Spielfilms: Ein kleines Schwarz-Weiß-Drama – das so gar nicht auf ausgetretenen Pfaden wandelt.

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Mein Ende. Dein Anfang. Nora (Saskia Rosendahl) und Aron (Julius Feldmeier) © Telepool
Telepool

DVD-Tipp | Drama - "Mein Ende. Dein Anfang"

Glauben sie an Seelen-Verwandschaft, Wiedergeburt und Begegnungen mit der Zukunft? Mit all diesen Themen beschäftigt sich "Mein Ende. Dein Anfang", der Debutfilm der Münchner Regisseurin Mariko Minoguchi. Bei seiner Premiere beim Münchner Filmfest im vergangenen Jahr gab es viel Lob, jetzt kommt der Film als DVD heraus. Ob die Anschaffung lohnt, weiß Carsten Beyer.

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"Gipsy Queen" von Hüseyin Tabak mit Alina Serban und Tobias Moretti
Majestic

Drama - "Gipsy Queen"

"Gipsy Queen" ist das Porträt einer alleinerziehenden Mutter, die sich in Hamburg als Boxerin regelrecht durchschlägt. Ali kommt aus einem kleinen Roma-Dorf aus Rumänien. Als sie schwanger wird, verstößt sie der Vater und Ali landet später in Deutschland. Wie überzeugend ist das Debüt von Huseyin Tabak?

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"Meine Nacht bei Maud" von Eric Rohmer mit Marie-Christine Barrault und Jean-Louis Trintignant; © dpa/Courtesy Everett Collection
dpa/Courtesy Everett Collection

Video on demand | arte - Französische Klassiker in der der arte-Mediathek

Weil wir diesen Sommer vielleicht nicht nach Frankreich reisen können, bietet arte in seiner Mediathek eine ganze Serie mit französischen Klassikern, darunter "Meine Nacht bei Maud" von Eric Rohmer, "Die schöne Querulantin" und "Die Herzogin von Langeais" von Jacques Rivette.

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Standbild: "Stilles Land" - Der junge Regisseur Kai (Torsten Merten) sieht seine Ziele und auch seine Beziehung zu Claudia (Jeanette Arndt) gefährdet. (Bild: imago images/United Archives)
imago images/United Archives

DVD Kritik - "Stilles Land"

In "Stilles Land" aus dem Jahr 1992 erzählt der damals 27-jährige Andreas Dresen eine kleine Geschichte aus der ostdeutschen Provinz im Herbst 1989. Letztes Jahr erschien das Debüt auf DVD. Was ist hier schon erkennbar, was den Regisseur heute auszeichnet?

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The Eddy – Filmstill; © imago-images/Lou Faulon
imago-images/Lou Faulon

Mini-Serie | Netflix - "The Eddy"

"The Eddy" ist ein Jazzclub in Paris. Nicht in allerbester Lage, auch nicht besonders nobel ausgestattet. Touristen gehen dort nicht hin, eher Einheimische mit Migrationshintergrund. In dem Viertel leben Araber, Afrikaner, Osteuropäer zusammen.

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