Kulturradio Rezensionen Ausstellungen

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Neue Nationalgalerie: Alexander CalderFive Swords, 1976 © 2021 Calder Foundation, New York / Artists Rights Society (ARS), New York. VG-Bildkunst Bonn, 2021 / Foto: David von Becker
2021 Calder Foundation, New York / Artists Rights Society (ARS), New York. VG-Bildkunst Bonn, 2021 / Foto: David von Becker

Neue Nationalgalerie - "Alexander Calder. Minimal / Maximal"

Von Anfang an, seit ihrer Eröffnung 1968, wird die Neue Nationalgalerie auf ihrer Terrasse flankiert durch eine raumgreifende Plastik des amerikanischen Bildhauers Alexander Calder. Während 'Tête et Queue' jetzt, nach der Sanierung des Gebäudes, wieder draußen steht, feiern sich drin, in Mies van der Rohes gläserner, durchlässiger Halle, Calders und Mies‘ Werk gegenseitig.

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Die Liste der "Gottbegnadeten; hier: Richard Scheibe – Ehrenmal für die Opfer des 20. Juli 1944, Berlin, 1953; © DHM/Foto: Thomas Bruns, 2020
DHM/Foto: Thomas Bruns, 2020

Deutsches Historisches Museum - Die Liste der "Gottbegnadeten"

Das Deutsche Historische Museum in Berlin zeigt bereits seit einigen Monaten die Ausstellung "documenta. Politik und Kunst", in der u.a. auch den personellen Kontinuitäten zwischen Nationalsozialismus und bundesrepublikanischer Nachkriegszeit nachgegangen wird. Vertieft wird das durch diese zweite Ausstellung, die den Spuren derjenigen Künstler folgt, die von Hitler und Goebbels 1944 auf die sogenannte "Gottbegnadeten-Liste! gesetzt und damit unter besonderen Schutz gestellt wurden.

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Blick nach oben im stillgelegten ICC vor dem Start der Ausstellung "The Sun Machine Is Coming Down"; © dpa/Paul Zinken
dpa/Paul Zinken

ICC Berlin - "The Sun Machine Is Coming Down"

Zu ihrem 70. Geburtstag beschenken sich die Berliner Festspiele mit einer zehntägigen "Party" – und ihre Gäste mit einer ganz besonderen "Location": Das Internationale Congress Centrum (ICC) steht seit Jahren verschlossen, war schon dem Abriss geweiht und wurde schließlich unter Denkmalschutz gestellt. Wie ein Raumschiff thront der Koloss an der Stadtautobahn, und als "Raumschiff im Notstrombetrieb" ist das ICC jetzt dank der Berliner Festspiele (wieder) zu entdecken.

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Johann Erdmann Hummel: Das Schleifen der Granitschale, 1831, Öl auf Pappe (Ausschnitt); © Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / Jörg P. Anders
Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / Jörg P. Anders

Alte Nationalgalerie - "Magische Spiegelungen – Johann Erdmann Hummel"

Der Maler, Zeichner und Illustrator Johann Erdmann Hummel wurde 1809 als Professor für Perspektive, Architektur und Optik an die Berliner Kunstakademie berufen. Von Kassel hatte ihn sein Weg über Rom nach Preußen geführt, wo er wegen seiner auffälligen Vorliebe für überaus präzise räumliche Darstellungen den Beinamen "Perspektiv-Hummel" bekam. Mit dieser groß angelegten Ausstellung in der Alten Nationalgalerie, die mit der Publikation seines Werkverzeichnisses einhergeht, wird Johann Erdmann Hummel jetzt "wiederentdeckt". Nicht zum ersten Mal.

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Anselm Kiefer: VORMEIN manchmal, freilich, stirbt der Himmel unseren Scherben voraus, 2021; Emulsion, Öl, Acryl, Schellack, Keramik, Draht, Kreide auf Leinwand, 280 x 570 cm; © Anselm Kiefer | Foto: Georges Poncet
Anselm Kiefer | Foto: Georges Poncet

Galerie Bastian - Anselm Kiefer - "Le Dormeur du Val"

2019 erst schenkte die Galeristen-Familie Bastian ihr von David Chipperfield errichtetes Galeriegebäude gegenüber der Berliner Museumsinsel der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die dort ein Zentrum für kulturelle Bildung einrichtete. Im gleichen Jahr eröffnete Sohn Aeneas Bastian eine Galerie in London und jetzt, mit einer Ausstellung von Anselm Kiefer, einen nagelneuen Standort in Berlin-Dahlem, erbaut vom britischen Star-Architekten John Pawson. Es ist in den Augen des Galeristen ein "klares Bekenntnis zu Berlin als wichtigem Kunststandort".

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Zanele Muholi, Bona, Charlottesville, 2015 © Zanele Muholi, Mit Genehmigung der Künstler*in und von Stevenson, Kapstadt/Johannesburg und Yancey Richardson, New York
Zanele Muholi, Mit Genehmigung der Künstler*in und von Stevenson, Kapstadt/Johannesburg und Yancey Richardson, New York

Gropius Bau - Zanele Muholi

Das Leben, Lieben und Leiden von schwarzen Menschen in Südafrika, die nicht binär, sondern lesbisch, schwul, queer, bi-, trans- oder intersexuell sind, steht im Zentrum der Arbeit von Zanele Muholi. Vielfach ausgezeichnet, waren Muholis Fotografien bereits auf der documenta in Kassel und der Venedig-Biennale zu sehen. Jetzt bietet der Gropius Bau in Berlin erstmals in Deutschland einen umfangreichen Überblick über das Werk in einer Ausstellung, die einfach "Zanele Muholi" heißt.

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Konstantin Grcic: New Normals, 2021; Foto: Florian Böhm
Florian Böhm

Haus am Waldsee - Konstantin Grcic: "New Normals"

Seit Jahren schon zeigt das Haus am Waldsee nicht nur renommierte Künstlerinnen und Künstler mit Berlin-Bezug, sondern regelmäßig auch herausragende Positionen aus Architektur und Design. Mit Konstantin Grcic, der vor wenigen Jahren aus München zugezogen ist, präsentiert es nun einen der bedeutendsten Industriedesigner der Gegenwart, der in seinen Entwürfen immer versucht, die Zukunft mitzudenken.

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Plakat der Occupy-Bewegung mit Porträt von Karl Marx © Azlan McLennan, Melbourne/Australien
Azlan McLennan, Melbourne/Australien

Deutsches Historisches Museum - "Karl Marx und der Kapitalismus"

"Karl Marx und der Kapitalismus" lautet der Titel der neuen Ausstellung im Deutschen Historischen Museum. Den Anlass bietet kein runder Jahrestag. Es sind eher die Fragen, die in der Luft liegen. Zum Beispiel: Verträgt sich unser Wirtschaftssystem, das in Nachfolge von Karl Marx als Kapitalismus beschrieben wird, mit der Forderung nach Schrumpfung, um das Weltklima zu retten, wenn die Triebfeder das dauerhafte Wachstum ist? Karl Marx nannte dies den "Zwang zur Akkumulation".

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Heinrich Kühn: Miss Mary im blauen Kostüm, 1910 © ÖNB/Kühn
ÖNB/Kühn

Museum Barberini - "Eine neue Kunst. Photographie und Impressionismus"

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Fotografie von einem neuen, experimentellen Medium nicht nur zu einer angewandten, sondern auch zu einer autonomen Kunstform. Ihre Fähigkeit den Augenblick festzuhalten, beeinflusste die Malerei. Aber auch umgekehrt beeinflusste die neue "Lichtmalerei" des Impressionismus die künstlerische Fotografie. Diesem Wechselverhältnis will das Museum Barberini in seiner neuen Ausstellung nachspüren.

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Dayanita Singh, Museum of Chance, 2013 © Dayanita Singh
Dayanita Singh

Gropius Bau - Dayanita Singh: "Dancing with my Camera"

Dayanita Singh wird in diesem Jahr noch an der documenta in Kassel teilnehmen und den Hasselblad-Award in Empfang nehmen. In der Begründung für diesen renommierten internationalen Fotografie-Preis hieß es, die indische Foto-Künstlerin habe in ihrer Arbeit "neue Wege der Auseinandersetzung mit Bildern geebnet", indem sie sie "auf innovative Weise in Büchern und Installationen" präsentiert. Genau das lässt sich jetzt im Gropius-Bau in Berlin in ihrer Ausstellung "Dancing with my Camera" überprüfen.

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Candida Höfer, Bolshoi Teatr Moskwa © Candida Höfer / VG Bild-Kunst, Bonn 2021
Candida Höfer / VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Museum für Fotografie - Candida Höfer: "Bild und Raum"

Aus der Klasse des Fotografenpaars Bernd und Hilla Becher an der Düsseldorfer Kunstakademie gingen etliche berühmte Fotografen hervor – und eine Fotografin: Candida Höfer. Die heute 78-Jährige machte sich vor allem einen Namen mit großformatigen Aufnahmen von Innenräumen. Im Museum für Fotografie ist ein Querschnitt ihres Schaffens jetzt im Dialog mit Bildern aus rund 150 Jahren aus der fotografischen Sammlung der Kunstbibliothek zu sehen. Einige Eindrücke in unserer Bildergalerie.

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Paul Gauguin, Vahine no te Tiare (Frau mit Blume ), 1891, Ny Carlsberg Glyptotek, Kopenhagen © Ny Carlsberg Glyptotek
Ny Carlsberg Glyptotek

Alte Nationalgalerie - Paul Gaugin: "Why are you angry?"

Zwei Mal war der Maler Paul Gauguin in Tahiti: von 1891 bis 1893 und von 1895 bis 1901. In diesen Jahren schuf er Bilder, die unsere Vorstellung einer "paradiesischen" Südsee entscheidend mit prägten. Diese Periode steht jetzt im Zentrum einer Ausstellung, die die Alte Nationalgalerie in Berlin von der Ny Carlsberg Glyptotek in Kopenhagen übernommen hat.

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Mark Rothko: Ohne Titel (Blau, Gelb, Grün auf Rot); 1954; Öl auf Leinwand© Whitney Museum of American Art, New York © Kate Rothko Prizel & Christopher Rothko/VG Bild-Kunst, Bonn 2022 Digital image: Whitney Museum of American Art
Kate Rothko Prizel & Christopher Rothko/VG Bild-Kunst, Bonn 2022 Digital image: Whitney Museum of American Art

Museum Barberini - "Die Form der Freiheit. Internationale Abstraktion nach 1945"

Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde in der Kunst der westlichen Welt ein neues Kapitel aufgeschlagen: Figuration war "out", Abstraktion "in". Zur Ausdrucksform einer "freien Welt" wurde insbesondere der "Abstrakte Expressionismus", der mit Künstlern wie Jackson Pollock, Willem de Kooning oder Franz Kline von den USA aus seinen Siegeszug antrat, während die ebenfalls abstrakte Malerei des "Informel" ihr Zentrum in Paris hatte. Dass diese beiden wichtigsten Strömungen der Nachkriegszeit keineswegs so unbeeinflusst voneinander waren, wie oft behauptet, belegt jetzt das Potsdamer Museum Barberini.

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HKW: No Master Territories. Feminist Worldmaking and the Moving Image; Helena Amiradżibi: "Kobieta to słaba istota" ("The Weak Woman") © Documentary and Feature Film Studios, Warschau, Polen
Documentary and Feature Film Studios, Warschau, Polen

HKW - Haus der Kulturen der Welt - "No Master Territories. Feminist Worldmaking and the Moving Image"

Für die Ausstellung unter dem Titel "No Master Territories. Feminist Worldmaking and the Moving Image" im HKW - Haus der Kulturen der Welt haben die beiden Kuratorinnen Hila Peleg und Erika Balsom rund 100 dokumentarische oder experimentelle Filme vor allem aus den 70er, 80er und 90er Jahren und viele begleitende Texte und Fotos zusammengetragen. Es geht darum, wie Frauen auf der ganzen Welt - ausgehend von der 1968er-Revolution - die Filmkamera nutzten, um die eigene Situation zu beschreiben und zugleich die Welt im feministischen Sinne zu verändern.

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Sibylle Bergemann: Birgit, Berlin (1984) © Estate Sibylle Bergemann/OSTKREUZ. Courtesy Loock Galerie, Berlin
Estate Sibylle Bergemann/OSTKREUZ. Courtesy Loock Galerie, Berlin

Berlinische Galerie - "Sibylle Bergemann. Stadt Land Hund"

Sie war eine der bedeutendsten Fotografinnen der DDR und konnte ihre subjektive Sicht auf die Welt auch nach der Wende international publizieren: Sibylle Bergemann, geboren 1941 in Berlin, 1990 Mitgründerin der Foto-Agentur Ostkreuz, gestorben 2010 mit 69 Jahren. Die Berlinische Galerie widmet ihr jetzt eine große Retrospektive - mit fast 200 Fotografien aus der Zeit von den 1960ern bis zum Jahr ihres Todes.

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Louise Bourgeois: The Good Mother (Detail), 2003 © The Easton Foundation/VG Bild-Kunst, Bonn 2021 | Foto: Christopher Burke
The Easton Foundation/VG Bild-Kunst, Bonn 2021 | Foto: Christopher Burke

Gropius Bau - "Louise Bourgeois: The Woven Child"

Geboren in Paris, verbrachte Louise Bourgeois die längste Zeit ihres Lebens in New York, wo sie 2010, fast 100-jährig, starb. Der Gropius Bau in Berlin zeigt jetzt ausschließlich textile Arbeiten der Künstlerin – Objekte, Installationen, Bilder, die in ihrer letzten Lebensphase entstanden.

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