Kulturradio Rezensionen Buch

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Lorenza Foschini: Und der Wind weht durch unsere Seelen © Nagel & Kimche
Nagel & Kimche

Eine Geschichte von Liebe und Freundschaft - Lorenza Foschini: "Und der Wind weht durch unsere Seelen. Marcel Proust und Reynaldo Hahn"

Marcel Proust und Reynaldo Hahn. Der eine ist mit seinem Roman "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" längst einer der wichtigsten Schriftsteller überhaupt, der andere heute nahezu vergessen, abgesehen vielleicht von einigen wenigen Liedern. Beide verband eine lebenslange Liebe und Freundschaft, der sich Lorenza Foschini in zahllosen Rückblenden und Schlaglichtern annimmt.

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Judith Hermann: Daheim © S. Fischer
S. Fischer

Roman - Judith Hermann: "Daheim"

"Wir haben eine neue Autorin bekommen, eine hervorragende Autorin. Ihr Erfolg wird groß sein", rief Marcel Reich-Ranicki aus, als Judith Hermann 1998 mit ihrem Erzählband "Sommerhaus, später" ein fulminantes literarisches Debüt hinlegte. Der Literaturpapst sollte recht behalten. Jedes ihrer Bücher stieß seitdem bei Publikum und Kritik auf große Resonanz. Ihr neuer Roman "Daheim" wurde bereits vor der Veröffentlichung für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert.

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John Wray: "Madrigal" © Rowohlt
Rowohlt

Erzählungen - John Wray: "Madrigal"

John Wray, 1971 in Washington D.C. geboren, hat einen amerikanischen Vater und eine österreichische Mutter. Das ist nicht ganz unwichtig bei diesem Autor. In den USA aufgewachsen, hatte er doch immer auch Beziehungen zum Herkunftsland seiner Mutter und zur deutschen Sprache, die er mit österreichischem Akzent spricht. Mit seinem Buch "Madrigal" legt Wray zum ersten Mal acht Erzählungen vor, die er auf Deutsch geschrieben hat.

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Richard David Precht: "Von der Pflicht" © Random House
Random House

Eine Betrachtung - Richard David Precht: "Von der Pflicht"

Hat ein Autor die Pflicht, in einer Publikation, die den Namen "Von der Pflicht" trägt, beim Thema zu bleiben? Muss er, wenn das Titelbild des Buches einen Mund-Nasen-Schutz zeigt, vor allem über Pflichten in Zeiten von Corona schreiben? Nein, natürlich nicht! Hätte es dafür eines weiteren Beweises bedurft, Richard David Precht liefert ihn.

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Elif Shafak: Hört einander zu!; Montage: rbbKultur
Kein & Aber

Plädoyer für gegenseitiges Verständnis - Elif Shafak: "Hört einander zu!"

Elif Shafak gehört zu den bedeutendsten Schriftstellerinnen der Gegenwart. Ihre preisgekrönten Romane, darunter "Die vierzig Geheimnisse der Liebe" und "Der Bastard von Istanbul", schreibt sie auf Türkisch und Englisch. Mit "Unerhörte Stimmen" stand sie auf der Shortlist zum "Man Booker Prize". Jetzt hat Elif Shafak einen Essay verfasst, mit dem sie Pandemie und Populismus trotzen und uns den Weg aus der gegenwärtigen Krise weisen möchte: "Hört einander zu!"

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Igor Levit, Florian Zinnecker: Hauskonzert; Montage: rbbKultur
Hanser Verlag

Mit dem Pianisten durch die Konzertsaison 2019/20 - Igor Levit und Florian Zinnecker: "Hauskonzert"

Igor Levit ist derzeit eine der medial meist präsenten Persönlichkeiten - als Pianist, aber auch als jemand, der sich in der Öffentlichkeit explizit auch politisch zu Wort meldet. Jetzt ist ein Buch über ihn erschienen. Der Journalist Florian Zinnecker hat Igor Levit darin ein Jahr lang begleitet. Der Titel "Hauskonzert" bezieht sich auf die Zeit des ersten Lockdowns, als der Pianist jeden Abend aus seiner Wohnung ein auf Twitter übertragenes Klavierkonzert gab.

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Andreas Maier: Die Städte; Montage: rbbKultur
Suhrkamp Verlag

Roman - Andreas Maier: "Die Städte"

Die Geschichte der Bundesrepublik als kleine Geschichte der Mobilmachung: Andreas Maier liefert im achten Band seiner "Ortsumgehung" das Bewegungsprofil seines Lebens und plädiert dann aber doch fürs Zuhausebleiben.

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Gernot Gruber: "Kulturgeschichte der europäischen Musik" © Bärenreiter/Metzler
Bärenreiter/Metzler

Von den Anfängen bis zur Gegenwart - Gernot Gruber: "Kulturgeschichte der europäischen Musik"

Der österreichische Musikwissenschaftler Gernot Gruber hat sich in seinem neuen Buch einiges vorgenommen: "Kulturgeschichte der europäischen Musik. Von den Anfängen bis zur Gegenwart" heißt sein neues Buch, und das reicht tatsächlich von den allerersten nachweisbaren Spuren mehrere tausend Jahre vor Christus bis zur Jetztzeit. Entsprechend dick ist der Band ausgefallen mit weit über 800 Seiten.

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Jacqueline Woodson: Alles glänzt; Montage: rbbKultur
Piper

Roman - Jacqueline Woodson: "Alles glänzt"

"Red at the bone" - das ist auf Englisch ein Ausdruck für Dinge, die schwer verdaulich sind - wie große Gefühle zum Beispiel. "Red at the bone" - das ist auch der Originaltitel von Jacqueline Woodsons großartigem Roman - und ja, er erzählt von großen Gefühlen, aber schwer verdaulich ist er nicht.

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Sylvie Schenk: Roman d'amour; Montage: rbbKultur
Hanser

Roman - Sylvie Schenk: "Roman d'amour"

Jede Schriftstellerin kennt die Szene: Am Nachmittag vor der abendlichen Lesung in irgendeiner Provinzbibliothek hat eine Journalistin um ein Interview für einen lokalen Radiosender gebeten. Den Verkaufszahlen zuliebe lässt sich das kaum vermeiden. Also trifft man sich im Hotelfoyer, trinkt einen Kaffee, und dann folgt unweigerlich die Frage nach dem autobiografischen Gehalt des Romans.

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Benedict Wells: Hard Land; Montage: rbbKultur
Diogenes

Roman - Benedict Wells: "Hard Land"

Lesen Sie dieses Buch! Lesen Sie es am besten rasch durch, bis die letzte Zeile ausgelesen ist. Gut möglich, dass Sie dann denken, fühlen, urteilen: Wow, der perfekte Coming-of-Age-Roman! Denn wer an der Stelle des Herzens keinen Kühlschrank hat, der wird hingerissen sein.

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Barrie Kosky: On Ecstasy; Montage: rbbKultur
Theater der Zeit

Erinnerungen eines Regisseurs - Barrie Kosky: "On Ecstasy"

Barrie Kosky ist Regisseur und seit vielen Jahren Intendant der Komischen Oper Berlin. Jetzt kann man ihn sogar auch als Buchautor kennenlernen. "On Ecstasy" heißt der kleine Band. Der ist eigentlich nicht ganz neu. Vor 13 Jahren bereits ist er im englischen Original herausgekommen. Aber nun gibt es ihn auch auf Deutsch.

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Harald Naegeli: Wolkenpost; Montge: rbbKultur
Diogenes

Bildband - Harald Naegeli: "Wolkenpost"

In den 1970er-Jahren wurde er als "Sprayer von Zürich" bekannt. Doch viele Bürger der Banken-Metropole sahen in den auf Betonwände gesprühten Graffiti keine Kunst, sondern böswillige Sachbeschädigung. Nachdem seine Identität aufgedeckt war, wurde Harald Naegeli angeklagt und zu einer Geld- und Haftstrafe verurteilt. Jetzt hat der 81-Jährige den Bildband "Wolkenpost" veröffentlicht: sein Vermächtnis.

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Moritz Heger: Aus der Mitte des Sees; Montage: rbbKultur
Diogenes

Roman - Moritz Heger: "Aus der Mitte des Sees"

Einen Mönch zum Ich-Erzähler zu machen, ist in der Gegenwartsliteratur eine Rarität. Schon deshalb ist der zweite Roman von Moritz Heger eine Besonderheit. Doch Bruder Lukas, der hier spricht, ist ein seltsamer Mönch, dessen Gotteserfahrung das Schwimmen ist.

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Janosch – Leben & Werk; Montage: rbbKultur
Merlin Verlag

Zwei Neuerscheinung zum 90. Geburtstag von Janosch - "Wondrak für alle Lebenslagen" und "Janosch – Leben & Werk"

"Ich bin der einzige glückliche Mensch, den ich kenne", hat Janosch in einem Interview mit dem rbb mal gesagt, vor zehn Jahren, als er 80 Jahre alt wurde. Und er hat uns damals auch einen seiner Tricks verraten: "Ausweichen. Das ist mein Haupttrick. Man muss immer darauf achten, wo der nächste Schlag niederkommt und da darf man sich nicht befinden. Die Schläge kommen ja von oben, von Gott. Ich weich allen Dingen aus, die gefährlich sind."

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Roberto Andò: Ciros Versteck; Montage: rbbKultur
Folio Verlag

Roman - Roberto Andò: "Ciros Versteck"

Ciro ist ein zehnjähriger, sensibler Junge, der mit seinen Eltern und Geschwistern in einem Mehrfamilienhaus im schlecht beleumundeten neapolitanischen Viertel Forcella wohnt. Eines Tages taucht er überraschend in der Wohnung des eigenbrötlerischen Klavierprofessors Gabriele Santoro auf, der im selben Haus lebt, mit dem er aber zuvor nie ein Wort gewechselt hat, und versteckt sich dort.

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Ulrich Peltzer: Das bist du; Montage: rbbKultur
S. Fischer Verlag

Roman - Ulrich Peltzer: "Das bist du"

Im Titel des neuen Romans von Ulrich Peltzer klingt das Staunen über die eigene, fern gerückte Existenz an: "Das bist du". So spricht der Ich-Erzähler von heute aus zu dem, der er einmal war. Er ist also doppelt vorhanden: einmal als Erzählerstimme in der Gegenwart, die die Bruchstücke der Vergangenheit zu einem Bild zusammenfügt, vor allem aber als dieses in der Vergangenheit versunkene Du.

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Patrick Modiano: Unsichtbare Tinte; Montage: rbbKultur
C. Hanser Verlag

Roman - Patrick Modiano: "Unsichtbare Tinte"

Patrick Modiano, 1945 in Paris geboren, ist einer der bedeutendsten Schriftsteller der Gegenwart. Für sein umfangreiches Schaffen erhielt er 2014 den Nobelpreis für Literatur. In der Begründung der Stockholmer Jury hieß es, Modianos Werk stehe für "die Kunst des Erinnerns, mit der er die unbegreiflichsten menschlichen Schicksale wachgerufen und die Lebenswelt während der deutschen Besatzung sichtbar gemacht hat." - Jetzt ist sein neuer Roman "Unsichtbare Tinte" erschienen.

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Emilia Roig: Why We Matter © Aufbau Berlin
Aufbau Berlin

Black History Month - Emilia Roig: "Why We Matter. Das Ende der Unterdrückung"

Es beginnt mit einer störenden Fliege, zu der die Politikwissenschaftlerin und Aktivistin Emilia Roig auf einmal eine andere Verbindung aufbaut. Roig schlägt sie nicht tot, sondern gewöhnt sich an sie, gibt ihr einen Namen, akzeptiert sie als wochenlange Begleiterin: "Der neue Blick auf die Fliege erlaubt mir, sie als lebenswert zu sehen – genauso wertvoll wie ich."

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Dmitrij Kapitelman: Eine Formalie in Kiew; Montage: rbbKultur
Hanser Literaturverlag

Roman - Dmitrij Kapitelman: "Eine Formalie in Kiew"

"Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters", so hieß Dmitrij Kapitelmans erstes Buch, das vor 5 Jahren erschien und viele durch eine nüchterne und zugleich zärtliche Tragikomik begeisterte: Darin reist Kapitelman mit seinem Vater nach Israel, um die eigene jüdische Identität besser zu verstehen, und um den geliebten, traurigen Vater lächeln zu sehen. Jetzt ist Dmitrij Kapitelmans zweites Buch erschienen: "Eine Formalie in Kiew". Es kann als Fortsetzung des Erstlings gelesen werden; aber der Ton des Schriftstellers ist schärfer, sarkastischer geworden.

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Martin Mosebach: Krass; Montage: rbbKultur
Rowohlt

Roman - Martin Mosebach: "Krass"

Krass, so der sprechende Name des Titelhelden in Martin Mosebachs neuem Roman, ist ein Mann von "raumgreifender Körperlichkeit". Seine Massigkeit hat etwas mit Macht zu tun. Andere Menschen zieht er mit seiner puren Präsenz in seinen Bann. Krass ist das Zentrum einer kleinen Reisegesellschaft, die sich im Jahr 1988 in Neapel befindet.

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Harald Martenstein: Wut © Ullstein
Ullstein

Roman - Harald Martenstein: "Wut"

Maria, die Mutter, ist klug, attraktiv und redegewandt. Doch ihr markantestes Merkmal ist ein anderes. Sie schlägt ihren Sohn Frank, "bis ihr die Arme müde werden." Immer und immer wieder, ohne einen Grund, den der Junge erkennen könnte. Als er sich einmal unter dem Bett versteckt, schreit sie: "Komm raus, Drecksau, verkriech dich nicht, du Stück Scheiße." Der Satz steht auf der ersten Seite des ersten Kapitels von "Wut" und wirft vor allem zwei Fragen auf: Wie wird man zu einem Menschen wie Maria? Und was wird aus einem Jungen wie Frank?

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T.C. Boyle: Sprich mit mir © Hanser Literaturverlage
Hanser Literaturverlage

Roman - T.C. Boyle: "Sprich mit mir"

T.C. Boyle hat sich in seinem neuen Roman "Sprich mit mir" wieder eines seiner Lieblingsthemen vorgenommen: das Verhältnis von Mensch und Natur. Wie tierisch sind Menschen und wie menschlich die Tiere? Kann ein Tier wirklich mit Menschen kommunizieren, seine Gefühle und Bedürfnisse ausdrücken, und wie weit reicht diese Sprache?

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Haruki Murakami: Erste Person Singular; Montage: rbbKultur
DuMont

Erzählband - Haruki Murakami: "Erste Person Singular"

Immer wieder wird Haruki Murakami für den Literaturnobelpreis gehandelt, aber bisher hat er ihn nicht bekommen. Gerade erst wurde einer seiner bekanntesten Romane von Ursula Gräfe neu übersetzt und als "Die Chroniken des Aufziehvogels" wiederveröffentlicht. In seinem neuen Erzählband "Erste Person Singular" geht er der Frage nach: was macht uns zu denen, die wir sind und vor allem: welche Geschichten erzählen wir uns selbst darüber?

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