Kulturradio Rezensionen Buch

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Ian McEwan: Erkenntnis und Schönheit; Montage: rbbKultur
Diogenes

Essay-Band - Ian McEwan: "Erkenntnis und Schönheit. Über Wissenschaft, Literatur und Religion"

Seine Bücher sind Weltbestseller und die Verfilmungen seiner Romane werden - wie "Abbitte" mit Keira Knightley oder "Kindeswohl" mit Emma Thompson in den Hauptrollen - zu großen Kinoerfolgen. Jetzt hat der britische Autor Ian McEwan, der immer wieder auch als Kandidat für den Literaturnobelpreis gehandelt wird, ein Buch mit dem Titel "Erkenntnis und Schönheit. Über Wissenschaft, Literatur und Religion" veröffentlicht.

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Susan Sontag: Wie wir jetzt leben; Montage: rbbKultur
Hanser Verlag

Erzählungen - Susan Sontag: "Wie wir jetzt leben"

Es waren nicht ihre Romane und Kurzgeschichten, die Susan Sontag bekannt gemacht haben, sondern ihre Essays und Sachbücher – "Krankheit als Metapher" zum Beispiel, der berühmte Essay "Anmerkungen zu Camp" oder ihre Texte über Fotografie. Dabei war ihr die Prosa selbst sehr wichtig und sie hätte sich dafür mehr Aufmerksamkeit gewünscht.

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Helmut Lethen: Denn für dieses Leben ist der Mensch nicht schlau genug; Montage: rbbKultur
Rowohlt

Autobiografie - Helmut Lethen: "Denn für dieses Leben ist der Mensch nicht schlau genug"

Mit einem Zitat aus Brechts "Lied der Unzulänglichkeit des menschlichen Strebens" aus der Dreigroschenoper hat Helmut Lethen seine Erinnerungen überschrieben: "Denn für dieses Leben ist der Mensch nicht schlau genug". Der mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnete Germanist und Kulturwissenschaftler Lethen ist schlau. Oder besser: sehr klug. Und doch deutet er allein mit diesem Titel an, dass alle Klugheit womöglich nicht reicht, um das eigene Leben in Gänze zu verstehen, dessen Irrungen, Wirrungen und Zufälle.

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Alex Ross: Die Welt nach Wagner; Montage: rbbKultur
Rowohlt

Musiktheorie - Alex Ross: "Die Welt nach Wagner"

Wagners Einfluss ist unbestritten: Musik, Literatur, Philosophie, Dramaturgie bis hin zur Politik wurden und werden von seinem Schaffen bis heute geprägt. Das alles aber einmal systematisch zusammenzutragen, ist das Verdienst dieser umfangreichen Arbeit.

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Literaturkalender 2021; Montage: rbbKultur
Edition Momente | Suhrkamp | Diogenes

Durch das Jahr mit Weltliteratur, Coelho und Hesse - Literarische Kalender 2021

Einerseits schreitet die Digitalisierung des Alltags - gerade in Zeiten von Corona - unaufhörlich voran, andererseits haben wir - gerade in der Weihnachtszeit - ein starkes Bedürfnis nach analogen Kontakten, kaufen und verschenken wir noch richtig auf Papier gedruckte Bücher, halten Ausschau nach neuen Kalendern, die uns durchs Jahr begleiten und die Tage verschönern. Um die Suche zu erleichtern, haben wir einige literarische Kalender für das Jahr 2021 ausgewählt.

Maria Stepanova: Der Körper kehrt wieder; Montage: rbbKultur
Suhrkamp

Gedichte - Maria Stepanova: "Der Körper kehrt wieder"

Vor zwei Jahren sorgte die russische Schriftstellerin Maria Stepanova mit dem 'Metaroman'
"Nach dem Gedächtnis" für Aufsehen. Höchste Zeit, dass sie nun auch als Dichterin - in Russland ist sie eine der wichtigsten Stimmen der Gegenwartslyrik – auf Deutsch entdeckt werden kann.

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Don DeLillo: Die Stille; Montage: rbbKultur
Kiepenheuer & Witsch

Roman - Don DeLillo: "Die Stille"

Don DeLillo, geboren 1936 in New York, ist einer der ganz großen Autoren der zeitgenössischen amerikanischen Literatur, ein Meister des politischen Romans und ein begnadeter Erzähler. Für seine Romane und Theaterstücke hat er unzählige Preise bekommen. Sein neuer Roman umfasst gerade einmal nur knappe 112 Seiten und trägt den Titel "Die Stille".

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Peter Mathis: Schnee; Montage: rbbKultur
Prestel Verlag

Fotoband - Peter Mathis: "Schnee"

"Weiße Weihnachten" bleiben wohl auch in diesem Jahr nur eine schöne Erinnerung an alte Kindertage. Und die Skier können wir in diesem Winter auch im Keller stehen lassen, denn solange die Corona-Pandemie unseren Alltag und unsere Freizeit bestimmt, können wir uns den Urlaub in den Bergen abschminken. Wer aber von seinem Gespür für Schnee nicht lassen mag und seine Sehnsucht nach der weißen Pracht unbedingt stillen will, dem sei der im Prestel Verlag erschienene Fotoband von Peter Mathis ans Herz legen. Der Titel des prachtvollen Fotobuches lautet schlicht und einfach: "Schnee".

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Bernd-Jürgen Fischer: Auf der Suche nach Marcel Proust; Montage: rbbKultur
Reclam

Ein Album in Bildern und Texten - Bernd-Jürgen Fischer: "Auf der Suche nach Marcel Proust"

Als Marcel Proust 1919 in Paris den Prix Goncourt für den zweiten Teil seiner "Suche nach der verlorenen Zeit" verliehen bekam, für "A l‘ ombre des jeunes filles en fleurs", hielt sich die öffentliche Begeisterung in Grenzen. Nur ein Jahr nach Kriegsende erschien es selbst vielen Kulturmenschen nicht oppurtun, einen Roman wie diesen auszuzeichnen - einen Roman, den ein Kritiker als "Collage ruheloser Grübeleien" bezeichnete.

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Robert Galbraith: Böses Blut; Montage: rbbKultur
Blanvalet Verlag

Fünfter Band der Krimi-Reihe - Robert Galbraith (Joanne K. Rowling): "Böses Blut"

Mit ihrem siebenhändigen Roman-Zyklus über den Zauberlehrling "Harry Potter" wurde die 1961 geborene Joanne K. Rowling berühmt und zu einer der reichsten Frauen weltweit. Seit 2013, beginnend mit "Der Ruf des Kuckucks", verfasst sie unter dem Pseudonym Robert Galbraith Kriminalromane um das Detektiv-Duo Cormoran Strike und Robin Ellacott. "Böses Blut" ist der fünfte Band, ein 1.200-Seiten starker Ziegelstein.

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Saul Friedländer: Proust lesen © C.H.Beck
C.H.Beck

Ein Essay - Saul Friedländer: "Proust lesen"

"Lange Zeit bin ich früh schlafen gegangen. Manchmal, die Kerze war kaum gelöscht, fielen mir die Augen so rasch zu, dass keine Zeit blieb, mir zu sagen: Ich schlafe ein." - Mit diesen Sätzen beginnt einer der umfangreichsten Roman-Zyklen der Weltliteratur: Marcel Proust - "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit". Der erste der sieben Bände erschien 1913, der letzte 1927, also erst fünf Jahre nach seinem Tod. Peter Matić liest auf rbbKultur das kolossale Werk, an dem viele Leser*innen - seien wir ehrlich - trotz mehrerer Anläufe scheitern.

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Friedrich Dürrenmatt © Diogenes
Diogenes

Kriminalroman - Friedrich Dürrenmatt: "Der Verdacht"

"Man kann das alles in seinen Werken finden: Witz und Weisheit, Ulk und Unsinn, Hohn und Hass. Er war nie ein Langweiler, immer ein höchst unterhaltsamer Autor." Das sagte Literatur-Papst Marcel Reich-Ranicki einmal über Friedrich Dürrenmatt, der mit seinen absurden Komödien - "Der Besuch der alten Dame" oder "Die Physiker" - Weltruhm erlangte. Zum 100. Geburtstag empfehlen wir den Kriminalroman "Der Verdacht" von 1951.

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Julian Barnes: Der Mann im roten Rock; Montage: rbbKultur
Kiepenheuer & Witsch

Biografie der Belle Époque - Julian Barnes: "Der Mann im roten Rock"

Hat der Graf von Montesquiou sich mit der Schauspielerin Sarah Bernhardt nach einem Fotoshooting auf Kissen geräkelt? Ging er gar mit ihr ins Bett, obwohl er homosexuell war und hat sich danach eine Woche lang übergeben? "Wir wissen es nicht." Wann hat Thérèze Pozzi erstmals die Möglichkeit der Trennung von ihrem Mann, dem Modearzt und Star-Gynäkologen Samuel Pozzi in Erwägung gezogen? "Wir wissen es nicht." - Man sollte einem Autor trauen, der diesen Satz so inflationär gebraucht wie Julian Barnes, der sich in seinem neuen Buch als Biograf einer Epoche, der Belle Époque, betätigt.

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Patricia Highsmith: "Ladies" © Diogenes
Diogenes

Frühe Stories - Patricia Highsmith: "Ladies"

"Zwei Fremde im Zug", "Der talentierte Mr. Ripley", "Tiefe Wasser" - die Liste der erfolgreichen Romane von Patricia Highsmith ließe sich noch um viele Titel verlängern. Die US-amerikanische Schriftstellerin hob den psychologischen Krimi auf höchstes literarisches Niveau. Heute, am 19. Januar, wäre die Autorin 100 Jahre alt geworden. Rechtzeitig zum Geburtstag hat der Diogenes Verlag einen neuen Band mit Erzählungen herausgebracht, der auch für eingefleischte Highsmith-Fans noch ein paar Überraschungen parat hat.

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George Orwell: Farm der Tiere; Montage: rbbKultur
dtv

Roman | Neuübersetzung - George Orwell: "Farm der Tiere"

"Kein Tier soll seinesgleichen je tyrannisieren. Schwach oder stark, schlau oder schlicht, wir sind alle Brüder. Kein Tier soll je ein anderes töten. Alle Tiere sind gleich." Mit diesem Schlachtruf beginnt der Aufstand der Tiere gegen die Unterdrückung der Menschen. Doch schnell entartet die Revolution: Statt Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit warten Terror, Säuberung und Diktatur auf der "Animal Farm", auf der die Schweine die Macht ergreifen und alle anderen Tiere versklaven: George Orwells "Farm der Tiere" ist ein böses Märchen, eine Abrechnung mit der stalinistischen Pervertierung des Sozialismus. Jetzt erscheinen zwei neue deutsche Übersetzungen des 1945 veröffentlichten Romans.

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Haruki Murakami: Erste Person Singular; Montage: rbbKultur
DuMont

Erzählband - Haruki Murakami: "Erste Person Singular"

Immer wieder wird Haruki Murakami für den Literaturnobelpreis gehandelt, aber bisher hat er ihn nicht bekommen. Gerade erst wurde einer seiner bekanntesten Romane von Ursula Gräfe neu übersetzt und als "Die Chroniken des Aufziehvogels" wiederveröffentlicht. In seinem neuen Erzählband "Erste Person Singular" geht er der Frage nach: was macht uns zu denen, die wir sind und vor allem: welche Geschichten erzählen wir uns selbst darüber?

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T.C. Boyle: Sprich mit mir © Hanser Literaturverlage
Hanser Literaturverlage

Roman - T.C. Boyle: "Sprich mit mir"

T.C. Boyle hat sich in seinem neuen Roman "Sprich mit mir" wieder eines seiner Lieblingsthemen vorgenommen: das Verhältnis von Mensch und Natur. Wie tierisch sind Menschen und wie menschlich die Tiere? Kann ein Tier wirklich mit Menschen kommunizieren, seine Gefühle und Bedürfnisse ausdrücken, und wie weit reicht diese Sprache?

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Harald Martenstein: Wut © Ullstein
Ullstein

Roman - Harald Martenstein: "Wut"

Maria, die Mutter, ist klug, attraktiv und redegewandt. Doch ihr markantestes Merkmal ist ein anderes. Sie schlägt ihren Sohn Frank, "bis ihr die Arme müde werden." Immer und immer wieder, ohne einen Grund, den der Junge erkennen könnte. Als er sich einmal unter dem Bett versteckt, schreit sie: "Komm raus, Drecksau, verkriech dich nicht, du Stück Scheiße." Der Satz steht auf der ersten Seite des ersten Kapitels von "Wut" und wirft vor allem zwei Fragen auf: Wie wird man zu einem Menschen wie Maria? Und was wird aus einem Jungen wie Frank?

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Martin Mosebach: Krass; Montage: rbbKultur
Rowohlt

Roman - Martin Mosebach: "Krass"

Krass, so der sprechende Name des Titelhelden in Martin Mosebachs neuem Roman, ist ein Mann von "raumgreifender Körperlichkeit". Seine Massigkeit hat etwas mit Macht zu tun. Andere Menschen zieht er mit seiner puren Präsenz in seinen Bann. Krass ist das Zentrum einer kleinen Reisegesellschaft, die sich im Jahr 1988 in Neapel befindet.

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Dmitrij Kapitelman: Eine Formalie in Kiew; Montage: rbbKultur
Hanser Literaturverlag

Roman - Dmitrij Kapitelman: "Eine Formalie in Kiew"

"Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters", so hieß Dmitrij Kapitelmans erstes Buch, das vor 5 Jahren erschien und viele durch eine nüchterne und zugleich zärtliche Tragikomik begeisterte: Darin reist Kapitelman mit seinem Vater nach Israel, um die eigene jüdische Identität besser zu verstehen, und um den geliebten, traurigen Vater lächeln zu sehen. Jetzt ist Dmitrij Kapitelmans zweites Buch erschienen: "Eine Formalie in Kiew". Es kann als Fortsetzung des Erstlings gelesen werden; aber der Ton des Schriftstellers ist schärfer, sarkastischer geworden.

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Emilia Roig: Why We Matter © Aufbau Berlin
Aufbau Berlin

Black History Month - Emilia Roig: "Why We Matter. Das Ende der Unterdrückung"

Es beginnt mit einer störenden Fliege, zu der die Politikwissenschaftlerin und Aktivistin Emilia Roig auf einmal eine andere Verbindung aufbaut. Roig schlägt sie nicht tot, sondern gewöhnt sich an sie, gibt ihr einen Namen, akzeptiert sie als wochenlange Begleiterin: "Der neue Blick auf die Fliege erlaubt mir, sie als lebenswert zu sehen – genauso wertvoll wie ich."

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Patrick Modiano: Unsichtbare Tinte; Montage: rbbKultur
C. Hanser Verlag

Roman - Patrick Modiano: "Unsichtbare Tinte"

Patrick Modiano, 1945 in Paris geboren, ist einer der bedeutendsten Schriftsteller der Gegenwart. Für sein umfangreiches Schaffen erhielt er 2014 den Nobelpreis für Literatur. In der Begründung der Stockholmer Jury hieß es, Modianos Werk stehe für "die Kunst des Erinnerns, mit der er die unbegreiflichsten menschlichen Schicksale wachgerufen und die Lebenswelt während der deutschen Besatzung sichtbar gemacht hat." - Jetzt ist sein neuer Roman "Unsichtbare Tinte" erschienen.

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Ulrich Peltzer: Das bist du; Montage: rbbKultur
S. Fischer Verlag

Roman - Ulrich Peltzer: "Das bist du"

Im Titel des neuen Romans von Ulrich Peltzer klingt das Staunen über die eigene, fern gerückte Existenz an: "Das bist du". So spricht der Ich-Erzähler von heute aus zu dem, der er einmal war. Er ist also doppelt vorhanden: einmal als Erzählerstimme in der Gegenwart, die die Bruchstücke der Vergangenheit zu einem Bild zusammenfügt, vor allem aber als dieses in der Vergangenheit versunkene Du.

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