Kulturradio Rezensionen Buch

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Bei Dao: Das Stadttor geht auf © Hanser Verlag
Hanser Verlag

Memoir - Bei Dao: "Das Stadttor geht auf"

Der berühmte chinesische Dichter Bei Dao ist eine Symbolfigur der Widerstandsbewegung. Nach Protesten auf dem Platz des Himmlischen Friedens wurde er des Landes verwiesen und lebte viele Jahre im amerikanischen Exil. Jetzt hat er seine Autobiografie geschrieben. "Das Stadttor geht auf" erzählt u.a. von seiner Kindheit und Jugend, die in die Gründungsphase des kommunistischen Chinas fiel und von den Roten Garden, denen er sich als 17-Jähriger anschloss.

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Irene Dische: Die militante Madonna © Hoffmann und Campe
Hoffmann und Campe

Roman - Irene Dische: "Die militante Madonna"

Irene Dische wurde 1989 mit dem Erzählungsband "Fromme Lügen" schlagartig bekannt. So lakonisch und erbarmunglos ist zuvor noch nie über den Holocaust geschrieben worden. Lakonie und ein gnadenlos scharfer Blick gehören seither zu den Markenzeichen Disches, die 1952 in New York geboren wurde. Jetzt hat sie einen neuen Roman vorgelegt, mit dem sie sich ins 18. Jahrhhundert und ins Zeitalter des französischen Absolutismus begibt.

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Julia Franck: Welten auseinander © S. Fischer
S. Fischer

Roman - Julia Franck: "Welten auseinander"

Nach langer Stille hat Julia Franck wieder ein Buch vorgelegt. "Rücken an Rücken" erschien 2011 – jetzt, nach zehn Jahren, ist eine neue Familiengeschichte der erfolgreichen Berliner Autorin da. Auch "Welten auseinander" handelt von einer Familie, doch der Unterschied zu den bisherigen Büchern der Schriftstellerin ist, dass dieses Buch unverhüllt von ihrer eigenen Geschichte erzählt.

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Clemens Meyer: Stäube © Faber & Faber
Faber & Faber

Drei Erzählungen und ein Nachsatz - Clemens Meyer: "Stäube"

Sein Debütroman "Als wir träumten" über eine Jugend im Leipziger Arbeitermilieu war ein literarisch kraftvoller, autobiografisch geprägter Paukenschlag . "Stäube", so heißt eine Erzählung, die Clemens Meyer im letzten Jahr exklusiv für das ARD-Radiofestival geschrieben und aufgenommen hat. Darin nimmt er die Leser*innen mit auf eine ebenso düstere wie poetische Reise in eine unheimlich-wirkliche Märchenwelt. "Stäube" ist auch der Titel seines jüngsten Erzählbands.

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John le Carré: Silverview © Ullstein
Ullstein

Roman - John le Carré: "Silverview"

Der britische Schrifsteller John le Carré, weltbekannt für seine Spionage-Romane, starb im Dezember letzten Jahres und hinterließ das Manuskript zu seinem letzten Buch in seiner Schublade. Zu seinem 90. Geburtstag erscheint "Silverview" nun auf Deutsch.

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Svenja Flaßpöhler: Sensibel © Klett-Cotta
Klett-Cotta

Über moderne Empfindlichkeit und die Grenzen des Zumutbaren - Svenja Flaßpöhler: "Sensibel"

Mit ihrer Streitschrift "Die potente Frau" sorgte die Philosophin Svenja Flaßpöhler 2018 für einiges Aufsehen: In Reaktion auf die MeToo-Debatte forderte Flaßpöhler, wir sollten mehr über eine neue Weiblichkeit und die Handlungsmöglichkeiten von Frauen nachdenken, statt sie vor allem als Opfer darzustellen. Auch in ihrem neuen Buch bürstet Flaßpöhler Debatten unserer Zeit gegen den Strich. Es hinterfragt "moderne Empfindlichkeit und die Grenzen des Zumutbaren".

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Bernhard Schlink: Die Enkelin © Diogenes
Diogenes

Roman - Bernhard Schlink: "Die Enkelin"

Viele Jahre lehrte der 1944 geborene Bernhard Schlink als Professor für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie an verschiedenen Universitäten und war in den Wirren der Wendezeit juristischer Ratgeber. Nebenbei versuchte er sich als Schriftsteller und begründete mit dem 1995 erschienenen Roman "Der Vorleser" seinen literarischen Weltruhm. Hatte er erst vor drei Monaten mit "20. Juli" ein ebenso aktuelles wie historisch-politisches Theaterstück veröffentlicht, erscheint jetzt sein neuer Roman: "Die Enkelin".

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Florian Illies: Liebe in Zeiten des Hasses © S. Fischer
S. Fischer

Chronik eines Gefühls 1929 - 1939 - Florian Illies: "Liebe in Zeiten des Hasses"

Mit "1913" hat Florian Illies eines der erfolgreichsten Bücher der letzten Jahre geschrieben und damit ein inzwischen gern kopiertes Verfahren erfunden. Aus kleinen Szenen mit den unterschiedlichsten Protagonisten der Zeit formt er das vielstimmige Bild einer Epoche. Damals war es das Jahr vor dem Ersten Weltkrieg. In seinem neuen Buch wendet er sich gleich einem ganzen Jahrzehnt zu: den 30er Jahren.

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Stefan Heym: Flammender Frieden © C. Bertelsmann
C. Bertelsmann

Roman - Stefan Heym: "Flammender Frieden"

Dass sein zweiter, auf Englisch verfasster Roman "Of Smiling Peace" erst jetzt auf Deutsch erschienen ist, liegt vor allem an Stefan Heym selbst. Seit 1933 lebte der junge Sozialist, der aus einer jüdischen Familie in Chemnitz stammte, im Exil, seit 1935 in den USA, deren Staatsbürger er wurde.

 

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Édouard Louis: Die Freiheit einer Frau © S. Fischer
S. Fischer

Roman - Édouard Louis: "Die Freiheit einer Frau"

Édouard Louis ist noch keine 30, aber längst schon ein Literaturstar. In seiner Heimat Frankreich und international hat er mit seinen autobiografischen Romanen "Das Ende von Eddy" und "Im Herzen der Gewalt" Furore gemacht. Dann kam sein Nachfolge-Roman "Wer hat meinen Vater umgebracht", mit dem der Schriftsteller zum Sprachrohr seines Arbeitervaters wird. Und nun geht es um seine Mutter.

 

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Andreas Kilcher (Hg.): Franz Kafka - Die Zeichnungen © C.H. Beck
C.H. Beck

Zeichnerische Gesamtschau - Andreas Kilcher (Hg.): "Franz Kafka. Die Zeichnungen"

Dieses opulente Buch ist eine Sensation: Erstmals zeigt es das zeichnerische Werk Franz Kafkas in einer Gesamtschau. "Ich war einmal ein großer Zeichner", so schrieb Kafka im Februar 1913 an die von ihm umworbene Felice Bauer: "Jene Zeichnungen haben mich zu seiner Zeit, es ist schon Jahre her, mehr befriedigt, als irgendetwas." Dass Kafkas Zeichenkunst nun aller Welt zugänglich ist, geht auf einen jahrelangen Gerichtsprozess um den Nachlass von Max Brod zurück.

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Mieko Kawakami: Heaven © Dumont
Dumont

Roman - Mieko Kawakami: "Heaven"

Der japanischen Schriftstellerin Mieko Kawakami scheint kein Thema zu heikel. Ihr Debütroman "Heaven" ist ein ebenso heftiger wie feinsinniger Roman über Mobbing, der sich über das gesamte Spektrum jugendlicher Vehemenz spannt.

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Banine: Kaukasische Tage © dtv
dtv

Erinnerungen - Banine: "Kaukasische Tage"

Umm-El-Banine Assadoulaeff, die sich der Einfachheit halber schlicht Banine nannte, war knapp 40 Jahre alt, als 1945, kurz nach Kriegsende, in Paris ihre Erinnerungen "Kaukasische Tage" erschienen. 1905 in Baku geboren, lebte sie seit 1923 in Paris, das für sie weniger Exil als immer schon Stadt ihrer Träume gewesen war. In einer Neuübersetzung von Bettina Bach kann diese abenteuerliche Lektüre jetzt neu entdeckt werden.

 

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Louise Glück: Winterrezepte aus dem Kollektiv © Luchterhand
Luchterhand

Gedichte - Louise Glück: "Winterrezepte aus dem Kollektiv"

Als die US-amerikanische Lyrikerin Louise Glück 2020 den Literaturnobelpreis bekam, war hierzulande die Überraschung groß. Kaum jemand kannte die zurückgezogen lebende Dichterin. Zwar hatte sie bereits 13 Gedichtbände und zwei Essay-Sammlungen veröffentlicht, aber nur wenige Texte der in den USA mit dem Pulitzerpreis und dem National Book Award ausgezeichneten Autorin waren ins Deutsche übersetzt. "Winterrezepte aus dem Kollektiv" heißt ihr neuer Gedichtband. Es ist das erste Buch von Louise Glück, seit sie im Rampenlicht der Öffentlichkeit steht.

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Michel Houellebecq: Vernichten © Dumont
Dumont

Roman - Michel Houellebecq: "Vernichten"

Ein neuer Houellebecq-Roman ist immer ein Ereignis. Der Titel seines achten Romans - "Vernichten" - lässt all die Abgründe vermuten, für die der französische Skandalautor seit Jahren steht. Die Geschichte führt ins Frankreich des Jahres 2027.

 

 

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Gerald Murnane: Inland © Suhrkamp
Suhrkamp

Roman - Gerald Murnane: "Inland"

Gerald Murnane ist hierzulande nahezu unbekannt. Dabei gilt er seit Jahren als Kandidat für den Literaturnobelpreis. In seinem Heimatland Australien gehört er zu den wichtigsten Autoren seiner Generation. Der Suhrkamp Verlag macht sich seit einigen Jahren zusammen mit dem Übersetzer Rainer G. schmidt um Murnane verdient. 2017 erschien in der Bibliothek Suhrkamp Murnanes erster Roman "Die Ebenen", es folgten "Grenzbezirke" und "Landschaft mit Landschaft" - und jetzt ein Roman, der in Australien 1988 erschienen ist: "Inland".

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Natasha Brown: Zusammenkunft © Suhrkamp
Suhrkamp

Roman - Natasha Brown: "Zusammenkunft"

Dieser Roman ist wie ein Schlag in den Nacken: kurz und schmerzvoll. Die britische Autorin Natasha Brown erzählt in ihrem Debüt "Zusammenkunft" von einer jungen Schwarzen Frau, die Karriere in einer Londoner Bank macht - und im Beruf wie im Privaten jede Sekunde zu spüren bekommt: Du bist anders, du gehörst eigentlich nicht dazu. Auf knapp über hundert Seiten nimmt Natasha Brown ihre Leser:innen mit in die Welt ihrer Ich-Erzählerin, die versucht, ihren Platz in der Gesellschaft einzunehmen - und daran scheitert.

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Senthuran Varatharajah: Rot (Hunger) © S. Fischer
S. Fischer

Roman - Senthuran Varatharajah: "Rot (Hunger)"

"Liebe geht durch den Magen", "Ich hab dich zum Fressen gern" – die Sprache der Liebe ist kannibalistisch. In dem Roman "Rot (Hunger)" von Senthuran Varatharajah nehmen zwei Männer diese Redensarten ernst: der eine verspeist den anderen. Ausgehend vom wahren Fall des sogenannten "Kannibalen von Rotenburg" macht sich der Autor Gedanken über das Wesen der Liebe und wie man mit der Tatsache umgehen soll, dass der Mensch, den man liebt, doch immer weit weg ist, egal, wie nah man ihm kommt.

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Joachim B. Schmidt: Tell © Diogenes
Diogenes

Roman - Joachim B. Schmidt: "Tell"

Vor 15 Jahren hat der Schweizer Autor Joachim B. Schmidt seiner Heimat den Rücken gekehrt und ist nach Island ausgewandert. Wenn er nicht gerade Touristen über die Insel führt, schreibt er Romane und Kolumnen. Im Roman "Kalmann" entwarf er das Porträt eines geistig benachteiligten Außenseiters, der in einen rätselhaften Kriminalfall verwickelt wird. Dabei spielten auch geheimnisvolle nordische Sagen und Legenden eine Rolle. Um Mythen und Märchen geht es auch in seinem neuen Roman "Tell".

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Stine Pilgaard: Meter pro Sekunde © Kanon Verlag
Kanon Verlag

Roman - Stine Pilgaard: "Meter pro Sekunde"

Die dänische Autorin Stine Pilgaard, 1984 in Aarhus geboren, ist mit ihren bisher drei Romanen in Dänemark ein Publikumsliebling. Für "Meter pro Sekunde" wurde sie mit dem "Goldenen Lorbeer" der dänischen Buchhändler ausgezeichnet. Ihr dritter Roman ist nun der erste, der in deutscher Übersetzung vorliegt. Er spielt in Velling, einem kleinen Städtchen in Westjütland an der Nordseeküste, einer wortkarge Gegend, die Pilgaard als "Land der kurzen Sätze" bezeichnet.

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Catherine Belton: Putins Netz © HarperCollins
HarperCollins

Sachbuch - Catherine Belton: "Putins Netz"

Was ist los in Putins Kopf? Alle Welt würde das gern wissen, seit Russland die Ukraine überfallen hat. Catherine Beltons 700-Seiten-Wälzer Putins Netz, das in deutsch am Vortag des Überfalls erschienen ist, gibt darauf keine aktuelle Antwort. Soviel vorab. Und dennoch ist es das Buch zur Stunde, lehrreich, verblüffend, beklemmend und spannend - meint Arno Orzessek.

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Abdulrazak Gurnah: Ferne Gestade © Penguin
Penguin

Roman des Literaturnobelpreisträgers 2021 - Abdulrazak Gurnah: "Ferne Gestade"

Hoher Besuch im Großen Sendesaal des rbb: Abdulrazak Gurnah, Literaturnobelpreisträger von 2021, stellt seinen soeben im Penguin Verlag erschienen Roman "Ferne Gestade" vor. Der 1948 im damaligen Sultanat Sansibar geborene Autor emigrierte 1968 nach Großbritannien, lehrte nach seinem Literaturstudium an verschiedenen Universitäten englische Literatur lehrte und machte als Schriftsteller Karriere.

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Orhan Pamuk: Die Nächte der Pest © Hanser Verlag
Hanser Verlag

Roman - Orhan Pamuk: "Die Nächte der Pest"

Literaturnobelpreisträger geben sich im rbb die Klinke in die Hand: Gerade war der aktuelle Preisträger, der in England lebende tansanische Autor Abdulrazak Gurnah, zu Gast, um seinen Roman "Ferne Gestade" vorzustellen, da kommt schon der türkische Schriftsteller Orhan Pamuk ins Haus des Rundfunks. "Die Nächte der Pest" heißt der neue Roman, den der Literaturnobelpreisträger im Großen Sendesaal präsentiert.

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