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Jonathan Franzen: Wann hören wir endlich auf, uns etwas vorzumachen © Rowohlt Taschenbuch Verlag
© Rowohlt Taschenbuch Verlag

Essay - Jonathan Franzen: "Wann hören wir auf, uns etwas vorzumachen?"

Beim Weltwirtschaftsforums in Davos wurde jetzt wieder deutlich, wie man die Welt mit völlig verschiedenen Augen sehen kann. Während Klima-Aktivistin Greta Thunberg davon sprach, dass die Welt in Flammen steht und sie eine sofortige, radikale Reduktion aller Emissionen anmahnte, verbreite US-Präsident Donald Trump heiteren Optimismus, lobte seine eigene Politik und wies die Propheten des Untergangs aufs Schärfste zurück.

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Ana-Marija Markovina: GLÜCKS-Spiel © STACCATO Verlag
© STACCATO Verlag

Sachbuch - Ana-Marija Markovina: "GLÜCKS-Spiel"

Musikmachen – und so auch Klavierspielen – kann glücklich machen. Das ist nicht neu. Aber wie das, was man durch das aktive Musizieren lernt, auch auf den Alltag positive Auswirkungen haben kann, beschreibt Ana-Marija Markovina teilweise durchaus überzeugend.

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Niina Vatanen: "Time Atlas" © Kehrer Verlag
© Kehrer Verlag

Fotoband - Niina Vatanen: "Time Atlas"

Niina Vatanen als Fotografin zu bezeichnen, wäre zu kurz gegriffen. Denn die 1977 in Finnland geborene Künstlerin arbeitet mit vielfältigen Materialien und Möglichkeiten, mit Foto, Text und Ton, mit selbst hergestellten und beiläufig gefundenen Objekten und vermischt sie zu einem fotografischen Gesamtkunstwerk.

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Barbara Schwepcke und Bill Swainson: Ein neuer Divan © Suhrkamp
Suhrkamp

Lyrischer Dialog zwischen Ost und West - Barbara Schwepcke, Bill Swainson: "Ein neuer Divan"

Vor fast genau zweihundert Jahren, im Jahr 1819, erschien "West-östlicher Divan", eine berühmte Gedichtsammlung Johann Wolfgang von Goethes und eines der wichtigsten literarischen Werke zum Austausch zwischen Orient und Okzident. Nun ist ein Buch herausgekommen, das Goethes Spuren folgen will: "Ein neuer Divan" heißt es, und der Untertitel verspricht "einen lyrischen Dialog zwischen Ost und West".

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Meg Wolitzer: Die Zehnjahrespause © Dumont
© Dumont

Roman - Meg Wolitzer: Die Zehnjahrespause

Auch wenn sie wissen, dass ihre Karrieren nach zehn Jahren nicht ohne Knick weiter gehen – die Frauen aus Meg Wolitzers Roman "Die Zehnjahrespause" sind alle nicht mehr berufstätig, seit sie ihre Kinder bekommen haben. Klar hadern sie damit, zumal ihnen als gebildete New Yorkerinnen missbilligende Blicke zugeworfen werden, wenn sie sich als Hausfrauen zu erkennen geben. Emanzipiert sieht anders aus. Und trotzdem machen diese Frauen Mut …

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Christoph Poschenrieder: "Der unsichtbare Roman" © Diogenes
© Diogenes

Roman - Christoph Poschenrieder: "Der unsichtbare Roman"

Als Schriftsteller ist Christoph Poschenrieder kein Frühentwickler: Immerhin Mitte vierzig war der Journalist, als vor knapp zehn Jahren sein erster Roman erschien: "Die Welt ist im Kopf" hieß das Buch und beschäftigte sich mit einer amourösen Episode aus dem Leben des jungen Arthur Schopenhauer. Nun ist Poschenrieders sechster Roman herausgekommen, "Der unsichtbare Roman".

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Detlef Berghorn / Markus Hattstein: "The Roaring Twenties. Die wilde Welt der 20er" © Wissenschaftliche Buchgesellschaft / Theiss Verlag
© Wissenschaftliche Buchgesellschaft / Theiss Verlag

The Roaring Twenties - Die wilde Welt der 20er

Geschichte wiederholt sich nicht, sagt ein gern zitierter Gemeinplatz. Trotzdem kehrt dann doch – ob in Politik oder Wirtschaft, Mode oder Kultur – vieles wieder. Im Guten wie im Schlechten.

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Eiskalte Winterbände © Knesebeck
© Knesebeck

Fotoband - Von Nomaden & Schneeleoparden – Eiskalte Winterbildbände

Weiße Weihnacht war diesmal wieder nur eine Kindheitserinnerung. Und Väterchen Frost hat sich bei uns (Berlin/Brandenburg) in diesem Winter bisher auch nur nachts mal kurz blicken lassen. Doch es gibt sie noch immer, die Regionen, in denen die Kälte nicht die Ausnahme, sondern der Regelfall ist. Für alle, die sich nach Schnee und Eis sehnen, eignen sich zwei Bücher, in denen man, von der warmen Couch aus, miterleben kann, wie Menschen und Tiere – die letzten Nomaden der Arktis und die letzten Schneeleoparden in Tibet – in unwirtlichen Gegenden und bei wandelndem Weltklima ums Überleben kämpfen.

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Of Lions and Lambs © Benita Suchodrev
Benita Suchodrev

Fotoband - Benita Suchodrev: "Of Lions and Lambs"

Seit Boris Johnson einen überwältigen Wahlsieg eingefahren hat und als Premierminister bestätigt wurde, ist klar: Der Brexit kommt, 2020 wird in die Geschichte als das Jahr eingehen, in dem sich die Briten von Europa loslösten, unwiderruflich und mit allen unberechenbaren Folgen für Politik und Wirtschaft.

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Dennis Grabowsky: Verschwundene Orte in Berlin; Montage: rbbKultur
Bild und Heimat

Sachbuch - Dennis Grabowsky: "Verschwundene Orte in Berlin"

Berlin, wie vermutlich jede andere Stadt, hat sich im Laufe der Jahrzehnte gewandelt – und ist doch auch Berlin geblieben. Orte – genauer: bestimmte Gebäude und Stadtsituationen – verschwinden. Manchmal bleiben sie in der Erinnerung von Menschen, in Erzählungen, in der Literatur.

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Petra Ahne, Judith Schalansky (Hg.): Hütten; Montage: rbbKultur
Matthes & Seitz Verlag

Sachbuch - Petra Ahne: "Hütten - Obdach und Sehnsucht."

Als Maria und Josef dem Aufruf zur Volkszählung folgen und sich auf den beschwerlichen Weg in ihre Heimat machten, hätten sie unterwegs gern in einer Hütte Unterschlupf gefunden, in der sie unter einigermaßen hygienischen Bedingungen ihr Kind zur Welt zu bringen können. Statt einer sauberen Hütte oder wenigstens einem Zimmer in einer Herberge wird es dann ein dreckiger Kuhstall: Der Rest ist Religion.

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Deniz Utlu: Gegen Morgen; Montage: rbbKultur
Suhrkamp

Roman - Deniz Utlu: "Gegen Morgen"

Was gibt einem Menschen Halt? Wann wird er ungehalten und ab wann kann man sagen, dass er jeglichen Halt verloren hat? Das verhandelte Deniz Utlu schon in seinem Debütroman "Die Ungehaltenen". Sein neuer Roman "Gegen Morgen" wirft diese Fragen wieder auf – wenn auch auf ganz unterschiedliche Weise.

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Henry James: Gespenstergeschichten © Kiepenheuer & Witsch
© Kiepenheuer & Witsch

Erzählungen - Henry James – Gespenstergeschichten

Henry James war, wie viele seiner Schriftstellerkollegen und Zeitgenossen in Amerika wie in England, fasziniert vom Übersinnlichen. Was er dazu geschrieben hat, geht allerdings weit über die populären Schauergeschichten seiner Zeit hinaus. Noch heute liest es sich vieldeutig und abgründig.

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Clemency Burton-Hill: "Ein Jahr voller Wunder" © Diogenes
© Diogenes

Sachbuch - Clemency Burton-Hill: "Ein Jahr voller Wunder"

Clemency Burton-Hillist ein Multi-Talent. Die 1981 in London geborene Britin arbeitet nicht nur als Autorin und als Radio-und Fernseh-Moderatorin, sie ist auch eine preisgekrönte Violinistin. Sie moderiert Klassiksendungen bei der BBC, schreibt als Kulturjournalistin für den "Guardian" und den "Observer", hat das "Aurora Orchestra" mitbegründet und – unter der Leitung von Dirigenten wie Daniel Barenboim – in den großen Musiksälen der Welt gespielt. Jetzt hat sie ein Buch geschrieben, das den Titel trägt: "Ein Jahr voller Wunder. Klassische Musik für jeden Tag."

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Kristina Spohr: Wendezeit © DVA
© DVA

Sachbuch - Kristina Spohr: Wendezeit

Kristina Spohr ist es wichtig, die "Scharnierjahre" von 1989 bis 1992 nachvollziehbar zu beschreiben. Dafür folgt sie den Hauptakteuren jener Jahre auf Schritt und Tritt und gibt detailliert ihre Kontakte, ihre Gespräche, ihren persönlichen Umgang miteinander wieder: George Bush (der Ältere), Michail Gorbatschow, Helmut Kohl, Francois Mitterand, Margaret Thatcher und auch Deng Xiaoping.

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Dorota Masłowska: Andere Leute; Montage: rbbKultur
Rowohlt Berlin

Roman - Dorota Masłowska: "Andere Leute"

Plattenbauten, Wohlstandsverwahrlosung, Drogen, Smog – heimelig ist die Welt, von der "Andere Leute" erzählt nicht. Doch der polnische Literaturpopstar Dorota Masłowska schafft es, durch seine pralle Sprache zwischen Ghettoslang und griechischem Chor eine Welt zu entfalten, die einen in ihrem Bann zieht.

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James Wood: "Upstate" © Rowohlt
© Rowohlt

Roman - James Wood: "Upstate"

Ein alternder Vater, zwei höchst verschiedene erwachsene Töchter. Die Vergangenheit hat sie ge­prägt, wie die Zukunft aussieht, bleibt ungewiss.

Ian McEwan: Die Kakerlake © Diogenes
© Diogenes

Roman - Ian McEwan: "Die Kakerlake"

Das unwürdige Gezerre um den Brexit bringt den britischen Schriftsteller Ian McEwan um den Schlaf. Die Abkehr von Europa hält er für ausgemachten Blödsinn. McEwan hat sich jetzt seinen Frust von der Seele geschrieben und einen literarischen Schnellschuss gewagt: Sein neues, in wenigen Wochen fertig gestelltes Buch, das ausdrücklich als Satire auf das aktuelle politische Geschehen in England annonciert ist, trägt den Titel "Die Kakerlake".

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Edward Snowden: Permanent Record; Montage: rbbKultur
S. Fischer Verlag

Bestseller-Check - Edward Snowden: "Permanent Record"

Der ehemalige Geheimdienst-Mitarbeiter Edward Snowden riskierte alles, um das System der Massenüberwachung durch die US-Regierung offenzulegen. Im russischen Exil hat er seine Geschichte aufgeschrieben. Seine Autobiografie steht jetzt auf Platz 2 der SPIEGEL-Bestseller-Sachbuch-Liste – zu Recht?

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P.G.Wodehouse: Tausend Dank Jeeves, Roman
Insel Verlag

Roman - P.G. Wodehouse: "Tausend Dank, Jeeves!"

"Sucht" und "Glück" sind Wörter, die man oft in Verbindung mit den Werken des englischen Humoristen P.G. Wodehouse hört. So unterschiedliche Menschen wie der Komiker Stephen Fry, der Schriftsteller Daniel Kehlmann und der Literaturkritiker Denis Scheck zählen zu seinen Fans. Man könnte sagen: Sie sind süchtig geworden nach dem Glück, das die mehr als neunzig Romane und zweihundert Kurzgeschichten von Wodehouse stiften.

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Abraham B. Yehoshua: Der Tunnel; Montage: rbb
Nagel & Kimche

Roman - Abraham B. Yehoshua: "Der Tunnel"

Demenz ist eine Krankheit, die immer mehr Menschen zu betreffen scheint und die auch in der Literatur immer häufiger verarbeitet wird, wie in Arno Geigers Buch "Der alte König in seinem Exil" von 2011 oder in "Der vergessliche Riese" von David Wagner aus diesem Jahr. Abraham B. Yehoshuas neuer Roman "Der Tunnel" zeigt nun in der glänzenden Übersetzung von Markus Lemke, was Demenz im israelischen Kontext bedeuten kann.

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Magda Biernat: "The Edge of Knowing" © Kehrer Verlag
© Kehrer Verlag

Bildband - Magda Biernat: "The Edge of Knowing"

Dass die polnische Fotografin Magda Biernat aus dem Koffer leben würde, ist vielleicht etwas übertrieben. Aber unterwegs ist die Künstlerin eigentlich ständig. Eine zeitlang hat sie in Berlin studiert, doch ihre Ausstellungen mit zeitgenössischen Fotografien zeigt sie vor allem in ihrer Wahlheimat New York oder in Paris. Ihre Fotos erscheinen genauso in der New York Times wie in National Geographic. Jetzt hat sich Magda Biernat einen Traum erfüllt und ist ein ganzes Jahr lang kreuz und quer, von Süd nach Nord, von der Antarktis bis zur Arktis durch Amerika gereist. Einige der vielen Fotos, die sie unterwegs gemacht hat, präsentiert sie jetzt in einem Buch mit dem Titel: "The Edge of Knowing".

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Johannes Willms: Der General. Charles de Gaulle und sein Jahrhundert © C.H.Beck
© C.H.Beck

Sachbuch | Biografie - Johannes Willms: "Der General. Charles de Gaulle und sein Jahrhundert"

Die Lektüre dieser umfangreichen Biografie verdeutlicht: wer das heutige Frankreich verstehen will, sollte sich mit Charles de Gaulle vertraut machen. Er hat, als er 1958 wieder in den Elysée-Palast einzog, Frankreich eine Verfassung gegeben, die dem vom Volk direkt gewählten Präsidenten eine ungewöhnlich große Machtfülle verleiht. Davon profitierten auch seine Nachfolger. Diese Verfassung hat Frankreich sechs Jahrzehnte Stabilität gegeben, angesichts der Vorgeschichte ist das eine beeindruckende Leistung, wie Willms beschreibt.

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William Melvin Kelley: Ein anderer Takt, Hoffmann und Campe
Hoffmann und Campe Verlag

Roman - William Melvin Kelley: "Ein anderer Takt"

Der Literaturzirkus schlägt manchmal seltsame Kapriolen. Kaum war der zu seinen Lebzeiten völlig in Vergessenheit geratene Schriftsteller William Melvin Kelley 2017 in Harlem verstorben, setzte eine unerwartete Renaissance seiner Werke ein. Plötzlich hieß es, seine Bücher und vor allem sein Debüt-Roman von 1962, "A Different Drummer", sei – angesichts der gesellschaftlichen Spaltung unter Präsident Trump – so aktuell wie vor 55 Jahren. Flugs machte man sich daran, ihn wieder neu zu veröffentlichen. Jetzt ist er auch unter dem Titel "Ein anderer Takt", übersetzt von Dirk van Gunsteren, in Deutschland erschienen.

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Silke Leopold: Leopold Mozart. "Ein Mann von vielen Witz und Klugheit". Eine Biografie © Bärenreiter-Verlag / Verlag J.B. Metzler
© Bärenreiter-Verlag / Verlag J.B. Metzler

Biografie - Silke Leopold: "Leopold Mozart"

Zum 300. Geburtstag von Leopold Mozart unternimmt Silke Leopold den gelungenen Versuch einer aktuellen Gesamtdarstellung. Differenzierter, kompetenter und verständlicher kann man sich der Sache nicht nähern.

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