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Heimathafen Neukölln_"DIE KLIMA-MONOLOGE"_2022_Foto: Michael Held, Luisa Le va
Michael Held/Luisa Le va

Heimathafen Neukölln - "Die Klima-Monologe"

Man könnte den Eindruck gewinnen, dass die Klimakrise gerade von anderen, drängenderen Themen verdrängt wird: der Krieg in der Ukraine, der Inflation und jetzt auch noch durch die umstrittene WM in Katar. Aber nicht im Heimathafen Neukölln! Gestern wurden dort die "Klima-Monologe" uraufgeführt. Ein weiterer Dokumentar-Theaterabend von Michael Ruf, der sich nach den Themen Asyl, NSU und Flucht übers Meer nun dem Klima widmet.

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HAU: Nature Theater of Oklahoma - Burt Turrido: An Opera © Jessica Schäfer
Jessica Schäfer

HAU - Hebbel am Ufer - Nature Theater of Oklahoma: "Burt Turrido: An Opera"

Banales, fast schon Peinliches, das dann aber doch einem strikten Konzept folgt und am Ende vor allem unterhaltsam ist - dafür steht die Theatertruppe "Nature Theater of Oklahoma". Seit vielen Jahren haben die New Yorker am HAU - Hebbel am Ufer ihre Berliner Basis. Jetzt sind sie dort mit ihrer spektakulären Wildwest-Performance "Burt Turrido: An Opera" zu erleben.

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Deutsches Theater: Die Kronprätendenten © Arno Declair
Arno Declair

Deutsches Theater - "Die Kronprätendenten"

Auch wenn es bei seiner Uraufführung 1864 ein großer Erfolg war, ist das Historiendrama "Die Kronprätendenten" von Henrik Ibsen heute nur noch Wenigen bekannt. Es geht darin um Königskämpfe im mittelalterlichen Norwegen mit zahlreichen Figuren und vielen Nebenhandlungen. Das Deutsche Theater in Berlin hat nun versucht, den Stoff zu straffen und daraus ein gradliniges und vergnügliches Stück zu machen.

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Theatermacher BE Matthias Horn
Matthias Horn

Berliner Ensemble - "Der Theatermacher" von Thomas Bernhard

Lange war Thomas Bernhards "Der Theatermacher" eher selten zu sehen, doch jetzt erlebt das Stück eine Renaissance. Herbert Fritsch hat es in Frankfurt am Main inszeniert, Kai Voges in Dortmund und Wien, und nun gibt es den "Theatermacher" auch am Berliner Ensemble - mit einer Frau in der Titelrolle ...

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Hans Otto Theater: Die schmutzigen Hände – hier: Mascha Schneider, Paul Sies; © Thomas M. Jauk
Thomas M. Jauk

Hans Otto Theater - "Die schmutzigen Hände" von Jean-Paul Sartre

1943, im fiktiven Illyrien, zur Zeit der deutschen Besatzung: Der junge Hugo schließt sich der Kommunistischen Partei an, um mit seiner bürgerlichen Herkunft zu brechen. Im kommunistischen Kollektiv versucht er seinem Leben durch eine Tat einen Sinn zu verleihen. Er stimmt zu, den Parteiführer Hoederer zu ermorden .Sartres Drama, uraufgeführt 1948, ist eine Auseinandersetzung mit dem Kommunismus und eine Abrechnung mit den Irrtümern jedweder Ideologie. Der berühmte Klassiker wurde am Freitag im Hans Otto Theater in Potsdam in der Inszenierung von Christoph Mehler aufgeführt.

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Kindheitsarchive Schaubühne Gianmarco Bresadola
Gianmarco Bresadola

Schaubühne am Lehniner Platz - "Kindheitsarchive"

Die französisch-vietnamesische Theatermacherin Caroline Nguyen ist dem Berliner Publikum vom FIND-Festival an der Schaubühne bekannt. Jetzt hat sie zum ersten Mal direkt an der Schaubühne inszeniert – ein Stück, das sie selbst geschrieben hat: "Kindheitsarchive". Es geht um Auslandsadoptionen, die – wie die Autorin findet – vor allem Schmerz verursachen – für alle Beteiligten.

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Volksbühne: Ophelia's got Talent © Nicole Marianna Wytyczak
Nicole Marianna Wytyczak

Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz - "Ophelia's got Talent"

Als die österreichischen Choreografin Florentina Holzinger 2020 zum Theatertreffen eingeladen war, standen in ihrer Produktion "Tanz" ausschließlich Frauen splitternackt auf der Bühne und ließen sich unter anderem an Fleischerhaken im Rücken in die Luft heben. Auch ihr neuer Abend "Ophelia's got Talten" wird mit Trigger-Warnungen angekündigt und für Menschen über 18 Jahren empfohlen – zu Recht.

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Der Einzige und sein Eigentum am DT
Arno Declair

Deutsches Theater - "Der Einzige und sein Eigentum"

Es ist schon rebellisch, was der eher unbekannte Philosoph Max Stirner 1844 in seinem Hauptwerk "Der Einzige und sein Eigentum" formuliert: ein Plädoyer für einen radikalen Egoismus und dafür, dass allein der Einzelne Verantwortung für sein Handeln übernehmen könne. Stirners Thesen sind nun auch Gegenstand eines opulenten Stück Musiktheaters, das der Regisseur Sebastian Hartmann zusammen mit dem Komponisten und Musiker PC Nackt und seinem Ensemble am Deutschen Theater präsentiert.

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Deutsches Theater: Der Sturm © Bregenzer Festspiele / Karl Forster
Bregenzer Festspiele / Karl Forster

Deutsches Theater - "Der Sturm"

Das Deutsche Theater hat seine erste Premiere der Saison gefeiert – mit einem uralten klassischen Zauberstück: Shakespeares "Der Sturm". Noch immer streiten sich Theater- und Literaturwissenschaftler darüber, wie Shakespeares wundersames Spätwerk mit dem Zauberer Prospero, dem Luftgeist Ariel und dem Hexensohn Caliban interpretiert werden kann. Am Deutschen Theater kommt Jan Bosses Inszenierung (in Kooperation mit den Bregenzer Festspielen) im Gewand einer neuen Übersetzung daher, die Herzstück und Fundament des Abends ist.

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Çiğdem Teke, David Bennent, Yanina Cerón, Falilou Seck, Tina Keserovic, Maxim Loginovskih, Lea Draeger in "Geschwister" am Gorki Theater
Birgit Hupfeld

Maxim Gorki Theater - "Geschwister"

2. Juni 1967: Ein Tag im Leben einer bürgerlichen Familie in Westdeutschland: Mutter, Vater und drei Kinder. Und dann der Zeitsprung. Die Kinder sind erwachsen geworden und obwohl in derselben Familie aufgewachsen, sind die Lebenswege der drei "Geschwister" sehr unterschiedlich. Das neue Stück von Ersan Mondtag stellt Fragen nach dem Weiterwirken des Nationalsozialismus in den Familien - bis zum Beginn der Nullerjahre und den ersten Morden des NSU.

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Schaubühne: Der Krieg mit den Molchen © Gianmarco Bresadola
Gianmarco Bresadola

Schaubühne am Lehniner Platz - "Der Krieg mit den Molchen"

Karel Čapek gehört zu den wichtigsten tschechischen Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. 1936 erschien sein satirischer Science-Fiction-Roman "Der Krieg mit den Molchen". Soeren Voima hat diese irre Parabel auf den Faschismus nun für die Schaubühne neu bearbeitet. Am Samstag war die Premiere der Inszenierung von Clara Weyde.

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Deutsches Theater: Auslöschung. Ein Zerfall © Monika Rittershaus
Monika Rittershaus

Deutsches Theater - "Auslöschung. Ein Zerfall" nach Thomas Bernhard

Der Österreicher Thomas Bernhard hat bekanntlich viele Theaterstücke geschrieben. Auf die Bühne des Deutschen Theaters hat die Regisseurin Karin Henkel jetzt aber seinen letzten Roman gebracht: "Auslöschung. Ein Zerfall" heißt das Mammut-Werk mit 650 Seiten, das Bernhard 1986 geschrieben hat, drei Jahre vor seinem Tod.

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Like Lovers Do (Memoiren der Medusa)
Krafft Angerer

22. Theatertreffen - "Like Lovers Do (Memoiren der Medusa)"

Ein Theaterabend, dem eine Triggerwarnung vorausgeschickt wird – das ist neu. "Der Text enthält Schilderungen von sexualisierten Gewalthandlungen, die belastend und re-traumatisierend wirken können", schreiben die Münchner Kammerspiele auf ihrer Homepage – genau so hat es das Theatertreffen übernommen. Auch "Ab 16 Jahren" steht dort. Beides kann sich allerdings nicht auf die Inszenierung beziehen.

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Staatsballett Berlin: "Dornröschen"; Choregrafie, Marcia Haydee © Yan Revazov
Yan Revazov

Deutsche Oper Berlin - Staatsballett Berlin: "Dornröschen"

Das Berliner Staatsballett hatte gestern Abend in der Deutschen Oper Berlin die größte und wichtigste Premiere dieser Saison. Immerhin stand mit "Dornröschen" DER Ballettklassiker schlechthin auf dem Programm und immerhin hat die legendäre Marcia Haydée die Choreografie übernommen, einst Star-Ballerina und Star-Chefin des Stuttgarter Balletts in dessen goldener Ära.

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steppenwolf_c_arno-declair
Arno Declair

Deutsches Theater - "Der Steppenwolf" von Lilja Rupprecht

Lilja Rupprecht ist auf dem besten Weg, in die erste Liga des deutschsprachigen Regie-Theaters aufzusteigen. Ihre Inszenierungen sorgen immer für Aufsehen und Diskussionen. Nach "Antigone" und "Ode" inszeniert sie jetzt bereits zum dritten Mal am Deutschen Theater in Berlin. Diesmal hat sie sich Hermann Hesses Kult-Roman "Der Steppenwolf" vorgenommen, der 1927 erschien und den Weltruhm des späteren Literaturnobelpreis-trägers begründete.

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Kat Válastur "Eye, Lash!" © Leon Eixenberger
Leon Eixenberger

Hebbel am Ufer 2 - "Eye, Lash!" von Kat Válastur

Die Choreografin Kat Válastur, in Athen geboren, seit vielen Jahren eine Berlinerin, hat für ihre Tanzstücke schon oft befremdliche und sonderbare Welten entwickelt, oft inspiriert von Mythologie und archaischen Ritualen. In ihrem neuen Solo-Stück "Eye, Lash!" sollen nun "Geister von Frauen der Vergangenheit und Gegenwart" auftauchen. Gestern war Premiere im Hebbel am Ufer 2.

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Schaubühne: Beyond Caring © Gianmarco Bresadola
Gianmarco Bresadola

Schaubühne Berlin - "Beyond Caring" von Alexander Zeldin

Im Herbst 2021 war der britische Theatermacher Alexander Zeldin mit seiner Produktion "LOVE" beim Festival Internationale Neue Dramatik (FIND) zu Gast an der Schaubühne. Jetzt arbeitet er hier erstmals mit den Schauspieler:innen des Ensembles an der deutschsprachigen Inszenierung seiner Produktion "Beyond Caring". Das Stück über Putzkräfte in einer Fleischfabrik wurde 2014 in London uraufgeführt und ist nun in Berlin zu sehen.

 

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Staatstheater Cottbus: "Solaris" nach Stanisław Lem © Frank Hammerschmidt
Frank Hammerschmidt

Staatstheater Cottbus - "Solaris" von Stanisław Lem

"Solaris", der 1961 vom polnischen Autor Stanisław Lem veröffentlichte Roman, ist längst ein Kult-Klassiker des Science-Fiction-Genres. Der mit den Grenzen der Wahrnehmung spielende Roman wurde mehrfach erfolgreich verfilmt und wegen seiner visionären Erkundungen von Zeit und Raum immer wieder neu diskutiert und auf seine Aktualität befragt. Im Staatstheater Cottbus hatte jetzt eine Bühnenfassung des Romans Premiere, geschrieben und inszeniert hat sie die ungarische Theatermacherin Blanka Rádóczy.

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Deutsches Theater: Auferstehung © Arno Declair
Arno Declair

Deutsches Theater - "Auferstehung" von Lew N. Tolstoi

Mehrfach wurde die Premiere wegen der Corona-Pandemie verschoben, jetzt war es am Wochenende endlich soweit: Armin Petras konnte seine Fassung von Leo Tolstois Roman "Auferstehung" auf die Bühne des Deutschen Theaters bringen. Nach "Krieg und Frieden" und "Anna Karenina" war "Auferstehung" Tolstois dritter und letzter Roman, der sich um die ganz großen Fragen dreht: Schuld und Sühne, Erlösung und Vergebung.

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Volksbühne: "Geht es dir gut?!" von Pollesch/ Hinrichs – hier: Fabian Hinrichs; © Thomas Aurin
Thomas Aurin

Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz - "Geht es dir gut?"

In René Polleschs legendärem Volksbühnenstück "Kill your Darlings!" ist Fabian Hinrichs mit 15 Turnern aufgetreten. Dann stand er in "Glauben an die Möglichkeit der völligen Erneuerung der Welt" mit 28 Tänzer:innen der Palast-Compagnie auf der Bühne des Friedrichstadtpalasts. Und nun gibt es ein neues Stück des Erfolgsduos Pollesch/Hinrichs: "Geht es Dir gut?" wurde gestern in der Volksbühne uraufgeführt. Fabian Hinrichs und René Pollesch gelingt mit dem Klagegesang der erste sehenswerte Abend der neuen Volksbühne.

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SYM-PHONIE MMXX – Choreographie von Sasha Waltz mit dem Staatsballett, hier: Ensemble; © Bernd Uhlig
Bernd Uhlig

Staatsballett Berlin - Sasha Waltz: "SYM-PHONIE MMXX"

Ziemlich genau zwei Jahre nach der eigentlich geplanten Uraufführung hat Sasha Waltz in der Staatsoper Unter den Linden ihr neues Stück präsentieren können. "Symphonie MMXX", der Titel ist eine Anspielung auf die Entstehungszeit. Einen Tanz auf dem Vulkan hat das Berliner Staatsballett angekündigt, für das Sasha Waltz diese Choreografie ursprünglich inszenieren wollte. In dieser pandemiebedingt verspäteten Uraufführung treten nun ihre eigenen Tänzerinnen und Tänzer auf.

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Hans Otto Theater: Amadeus © Thomas M. Jauk
Thomas M. Jauk

Hans Otto Theater | Schlosstheater im Neuen Palais - "Amadeus" von Peter Shaffer

Das Ambiente passt fast schon zu gut: Das Schlosstheater im Neuen Palais wurde in der gleichen Epoche gebaut, in der diees spielt – in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Da gibt es viel Gold und Stuck, was gut zu den seidenglänzenden Rokoko-Kostümen passt, die Juan León für die "Amadeus"-Inszenierung entworfen hat. Man ist sofort in der Zeit, zugleich aber auch im Theater, denn alles ist ein wenig überdreht.

 

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"Finsternis" (Bild: Videostill Felix Schuster ©Andreas Merz Raykov)
Videostill Felix Schuster ©Andreas Merz Raykov

TD Berlin - "Finsternis"

Seit 20 Jahren gilt Lampedusa in den Medien als Sinnbild für die Flüchtlingskrise. Der italienische Dramatiker und Romancier Davide Enia ist dorthin gefahren, um sich von den Zuständen vor Ort ein Bild zu machen. 2019 erschien sein eindringlicher Text "Schiffbruch vor Lampedusa", in dem er von der Insel, ihren Bewohnern und den Menschen erzählt, die dort Rettung suchen. Der Regisseur Andreas Merz Raykov und der Schauspieler Alexander Finkenwirth haben diesen Stoff nun unter dem Titel "Finsternis" auf die Bühne gebracht.

 

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Volksbühne: Jessica - an Incarnation © Julian Röder
Julian Röder

Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz - "Jessica - An Incarnation"

Susanne Kennedy gehört zu den gefragtesten Regisseurinnen im deutschen Theaterbetrieb, vielfach ausgezeichnet und von der Kritik gefeiert. Nach "Coming Society" und "Ultraworld" ist mit "Jessica – An Incarnation" nun eine neue Arbeit der Regisseurin an der Volksbühne zu sehen. Das Stück über eine Prophetin ist (wieder) in Zusammenarbeit mit dem bildenden Künstler Markus Selg entstanden.

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Gorki Theater: Queen Lear © Ute Langkafel MAIFOTO
Ute Langkafel MAIFOTO

Maxim Gorki Theater - "Queen Lear"

"King Lear" als Star-Wars-Parodie mit einer unterforderten Corinna Harfouch als Königin: Christian Weise beweist am Gorki Theater, dass er zu den überschätztesten Regisseuren unserer Tage gehört.

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