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30.09.2020, Berlin: Schauspieler Sebastian Grünewald bei der Fotoprobe "Die Orestie" in der Volksbühne (Bild: dpa/Paul Zinken)
dpa/Paul Zinken

Schauspiel von Thorleifur Örn Arnarsson nach Aischylos - Volksbühne Berlin: "Die Orestie"

Um Aischylos’ "Orestie" zu inszenieren, braucht es kein besonderes Anliegen: Die Geschichte von der Geburt der Demokratie, dem Sieg der Vernunft über die Blutrache passt immer – in Zeiten, in denen die Demokratie bedroht, allerdings besonders gut. Der Schauspielleiter der Volksbühne, der Norweger Thorleifur Örn Arnarsson, hat das große Werk neu inszeniert.

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Berliner Ensemble: "Gespenster" von Henrik Ibsen – hier: Corinna Kirchhoff; © Matthias Horn
Matthias Horn

Berliner Ensemble - "Gespenster" von Henrik Ibsen

Was passiert, wenn man die eigenen Lebenslügen zu lange versteckt? So macht es Helene Alving in Henrik Ibsens Stück "Gespenster" und richtet damit nicht nur das eigene Leben zu Grunde, sondern auch das ihres geliebten Sohnes Osvald. Die slowenische Regisseurin Mateja Koležnik ist eine Expertin für Ibsen – vier seiner Stücke hat sie schon inszeniert. Am Berliner Ensemble folgt mit den "Gespenstern" nun das fünfte.

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EVERYWOMAN von Milo Rau / Ursina Lardi im Oktober 2020 an der Berliner Schaubühne. (Quelle: Armin Smailovic)
Armin Smailovic

Schaubühne am Lehniner Platz - "Everywoman"

In Hugo von Hofmannsthals "Jedermann" wird ein Mann kurz vor seinem Tod gezeigt: Wer steht ihm bei? Was nutzt ihm das Geld, das er sein Leben lang angehäuft hat? Was bleibt? Bei den Salzburger Festspielen ist es Tradition, das Stück alljährlich auf dem Domplatz aufzuführen. In diesem Jahr wurde der Autor und Regisseur Milo Rau von Salzburg und der Berliner Schaubühne gemeinsam beauftragt, eine neue Fassung des Mysterienspiels zu schreiben.

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Deutsches Theater: Zdeněk Adamec, hier: das Ensemble; © Arno Declair
Arno Declair

Deutsches Theater - "Zdeněk Adamec"

Als Peter Handke 2019 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurde, wurde vor allem seine politische Haltung diskutiert. Jetzt gibt es mal wieder einen Anlass, Handke an seinem Werk zu messen: Sein neues Stück wird zum ersten Mal in Deutschland gezeigt.

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Staatstheater Cottbus: Umkämpfte Zone, hier: Lucie Luise Thiede (Großmutter), Gunnar Teuber (Großvater), Johann Jürgens (Bruder), (hinter ihm) Susann Thiede (Schwester 1) sowie der BürgerSprechChor; © Marlies Kross
Marlies Kross

Staatstheater Cottbus - "Umkämpfte Zone"

Regisseur und Autor Armin Petras hat das Berliner Maxim Gorki Theater geleitet und das Staatstheater in Stuttgart. Eine Zeit lang galt er auch (nach dem unrühmlichen Abgang von Chris Dercon) als heißer Kandidat für den Chefposten der Berliner Volksbühne. Jetzt hat Petras, den der "Spiegel" einen "rastlosen Theaterberserker" nannte, als Hausautor und Regisseur eine neue Heimat am Staatstheater in Cottbus gefunden. Er eröffnet die Saison mit der Adaption eines Romans von Ins Geipel: "Umkämpfte Zone".

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Staatsballett Berlin: Giselle, hier: Iana Salenko, Daniil Simkin; © Yan Revazov
Yan Revazov

Staatsballett Berlin - "Giselle"

Mit der Wiederaufnahme der "Giselle" zeigt das Berliner Staatsballett das erste abendfüllende Handlungsballett seit März. Und schon ist es wieder vorbei, müssen alle Vorstellungen im November abgesagt werden. Dass die Theater- und Opernhäuser ab Montag schließen müssen, ist eine harte Entscheidung, gerade angesichts der strengen Hygienemaßnahmen, die die Häuser seit Wochen durchsetzen.

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Mit mehreren Kameras und Mikrofonen ausgestattet gelang der Livestream aus dem Deutschen Theater Berlin (Quelle: Deutsches Theater Berlin/Arno Declair).
Deutsches Theater Berlin/Arno Declair

Deutsches Theater - "Der Zauberberg"

Am Deutschen Theater war zum ersten Mal eine "Geisterpremiere" zu sehen. Das Ensemble spielt live – aber ohne Publikum. Die Zuschauer*innen können sich lediglich für die Dauer der Aufführung online zuschalten.

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Sasha Waltz: Dialoge 2020 – Relevante Systeme II; © Luna Zscharnt
Radialsystem/Luna Zscharnt

Im Livestream aus dem Radialsystem V - "Dialoge 2020 – Relevante Systeme II" - der erste Abend

Sasha Waltz ist zurück. Wenn auch ganz anders als geplant. Eigentlich wollte Deutschlands bekannteste Choreographin ihre neuen Dialoge-Abende vor Publikum im Berliner Radialsystem zeigen – nun sind vier Livestream-Abende daraus geworden. Seit gestern und noch bis Sonntag wird an jedem Abend live aus dem Radialsystem übertragen - mit jeweils anderen Klangkünstlerinnen und -Künstlern der elektronischen Musikszene.

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Künstler Taylor Mac
Little Fang Photograph

Berliner Festspiele Online - Taylor Mac: "Holiday Sauce… Pandemic!"

Taylor Mac ist in den USA schon lange ein Star – in Berlin ist der Name aber erst seit einem Jahr bekannt, als der queere Theatermacher, Sänger, Drag-Performer im Haus der Berliner Festspiele die "24-Decade History of Popular Music"-Show zeigte: ein 24-stündiger Ritt durch die amerikanische Geschichte, aber mit queerer Interpretation. Wer dabei war, schwärmt noch heute davon, was für ein bombastisches und bewegendes, anrührendes und ekstatisches Gemeinschaftserlebnis das war.

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Hans Otto Theater: Der Vorname © Thomas M. Jauk
Thomas M. Jauk

Hans Otto Theater | Komödie - "Der Vorname"

Die französische Erfolgskomödie "Der Vorname" wird seit rund zehn Jahren weltweit viel gespielt und wurde sogar schon zwei Mal fürs Kino verfilmt. Das Potsdamer Hans Otto Theater hat den Hit nun in einer Online-Premiere herausgebracht.

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Come as you are # Teil 2; © TOTAL BRUTAL / Nir de Volff
Dock 11

Im Livestream aus dem Dock 11 - "Come as you are # Teil 2"

Drei junge Männer, drei Tänzer, vor wenigen Jahren aus Syrien nach Deutschland geflüchtet, versuchen in Berlin ein neues Leben aufzubauen. Sie stehen im Mittelpunkt der Choreografie "Come as you are # Teil 2" von Nir de Volff, dem Berliner Choreografen aus Israel. Bei der ersten Choreografie standen ihre Flucht und ihr Ankommen im Vordergrund – nun geht es um ihre bisherigen Erfahrungen in Deutschland.

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Theater Thikwa | Tanzstück - "Move out loud"

Wie bewegen wir uns, wenn wir sprechen, wenn wir eine Rede halten? Welche Haltung nimmt unser Körper dann ein? Mit welcher Gestik und Mimik sprechen wir? Diese Fragen sind Ausgangspunkt des neuen Stückes der Berliner Choreographin Modjgan Hashemian. "Move out loud", "Bewege dich laut", gemeinsam entwickelt mit den Performerinnen und Performern vom Theater Thikwa, das seit vielen Jahren Inszenierungen mit Menschen mit und ohne Behinderung entwirft. Gestern war Premiere des Live-Streams.



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Kareth Schaffer: Question of Belief © Mayra Wallraff
Mayra Wallraff

Sophiensaele | Tanzperformance - Kareth Schaffer: "Question of Belief"

Mit den Dämonen des Alltags haben zwei Performerinnen zu kämpfen – im neuen Stück der Berliner Choreografin Kareth Schaffer: "Question of Belief" - "Frage des Glaubens". Aber welche Dämonen treiben sie um? Und zu welchen Handlungen werden sie getrieben? Und hat das alles vielleicht mit unserem Leben in Pandemie-Zeiten zu tun? Am Wochenende war die Livestream-Premiere der Choreografie aus den Berliner Sophiensaelen.



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Junges DT: "Selbstvergessen" © Arno Declair
Arno Declair

Stückentwicklung des Jungen DT - "Selbstvergssen. Vom Anfangen und Aufhören"

Jeden Tag erkranken in Deutschland rund 900 Menschen an Demenz. Wie es ist, wenn einen der eigene Großvater plötzlich nicht mehr erkennt, haben die Spieler*innen des Jungen DT in ihren eigenen Familien recherchiert. Sie haben ihre dementen Großeltern interviewt, Tonaufzeichnungen, alte Familienvideos und Fotobücher mitgebracht. All das wird auf der Bühne präsentiert – in einem dunklen Raum, von Glasscheiben begrenzt.

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Theatertreffen: "Reich des Todes" © Arno Declair
Arno Declair

Theatertreffen - "Reich des Todes"

Das Theater musste lange ohne den Büchner-Preisträger Rainald Goetz auskommen – über 20 Jahre lang hat er kein Stück geschrieben. Bis 2020. Am 11. September kam vergangenes Jahr am Hamburger Schauspielhaus sein neues Stücks "Reich des Todes" zur Uraufführung – kein zufälliges Datum, denn es verhandelt die weltpolitischen Folgen des Terroranschlags auf die USA am 11. September 2001.

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Cie. Toula Limnaios: Clair Obscur; © Cyan
Cyan

Tanzstück | Halle Tanzbühne Berlin - cie.toula limnaios: "Clair Obscur"

In eine Schattenwelt, eine Spiegelwelt entführt die Berliner Choreografin Toula Limnaios mit ihrem neuen Stück "clair obscur", in eine Hell-Dunkel-Welt wie in der Malerei der Renaissance und des Barock, in der das Spiel mit Licht und Schatten so bedeutend waren. Die Auseinandersetzung mit der Welt des Schattens steht im Mittelpunkt dieser Choreografie, die gestern Premiere in der Halle Tanzbühne Berlin hatte.

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Berliner Ensemble: Fabian oder Der Gang vor die Hunde; hier: Marc Hosemann, Margarita Breitkreiz; © Matthias Horn
Matthias Horn

Berliner Ensemble - "Fabian oder Der Gang vor die Hunde"

Gerade hatte Erich Kästners Roman "Fabian oder Der Gang vor die Hunde" bei der Berlinale Premiere, da kommt der Stoff zwei Tage später auf einer Berliner Theaterbühne heraus. Fünf Stunden nahm Frank Castorf sich dafür Zeit, während das Publikum mit Masken im Zuschauersaal saß.

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HAU: Ersan Mondtag und Ensemble – Joy of Life; © Armin Smailovic
Armin Smailovic

Tanzstück | Hebbel am Ufer - Ersan Mondtag: "Joy of Life"

Drei Uraufführungen in nicht mal drei Wochen – für den Berliner Regisseur Ersan Mondtag war das unfreiwillige, der Pandemie geschuldete Realität. Nach seinem Richard-Wagner-Kommentar im Berliner Ensemble und dem Selbstbespiegelungs-Theater im Gorki hat Ersan Mondtag im HAU 1 seine erste Choreographie auf die Bühne gebracht: "Joy of Life".

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David Ruland, Moritz Gottwald, Renato Schuch, Laurenz Laufenberg, Genija Rykova und Robert Beyer in "Michael Kohlhaas" (Regie: Simon McBurney und Annabel Arden, Schaubühne) © Gianmarco Bresadola
Gianmarco Bresadola

Schaubühne am Lehniner Platz - "Michael Kohlhaas"

Michael Kohlhaas ist bereit bis zum Äußersten zu gehen, um Gerechtigkeit zu bekommen. Kleists berühmte Novelle hat der Regisseur Simon McBurney für die Berliner Schaubühne dramatisiert und dort in Szene gesetzt. Er fragt dabei, ob es richtig ist, das Gesetz zu brechen und welche Formen des Widerstands angemessen und effektiv sein können.

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Vaganten Bühne: Fliegende Eier von Sarajevo – mit Senita Huskić, Natalie Mukherjee; © Fabienne Dür
Fabienne Dür

Vaganten Bühne - "Fliegende Eier von Sarajewo"

In Deutschland waren die 90er Jahre heile Welt: Millionen schauten "Der mit dem Wolf tanzt" im Kino oder feierten halbnackt bei der "Loveparade". Ganz anders sah es im damaligen Jugoslawien aus: Im Osten Europas tobte ein Krieg zwischen den Ethnien, der mit brutalen Massakern an der zivilen Bevölkerung einherging. Zum Beispiel das in Srebrenica vor 26 Jahren, im Juli 1995. 8.000 Bosniaken, hauptsächlich Jungen und Männer, wurden dabei ermordet. Im Gedenken an die Opfer zeigt die Vaganten Bühne die Uraufführung eines Stücks, das die Familiengeschichte eines bosnischen Flüchtlingsmädchens erzählt.

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Caroline Peters in Yerma
Thomas Aurin

Schaubühne am Lehniner Platz - "Yerma"

Der ruhelose Theater-Reisende Simon Stone zeigt an der Berliner Schaubühne seine eigene Fassung von Federico García Lorcas "Yerma". In der Rolle der Yerma ist die aus Film und Fernsehen bekannte Caroline Peters zu sehen, die seit kurzem zum Ensemble der Schaubühne gehört und nach dem zeitweiligen Theateraus endlich zeigen kann, was für eine großartige Bühnenschauspielerin sie ist.

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Gorki Theater: Still Life © Ute Langkafel MAIFOTO
Ute Langkafel MAIFOTO

Maxim Gorki Theater - "Still Life"

Die polnische Sängerin, Autorin und Regisseurin Marta Górnicka arbeitet fast immer mit Chören. In Warschau gründete sie den "Chorus of Women", am Berliner Maxim Gorki Theater das "Political Voice Institute", eine Akademie zur Erprobung neuer chorischer Formen. Zum Tag der Deutschen Einheit inszenierte sie 2018 vor dem Brandenburger Tor eine Chor-Performance zum Grundgesetz. Jetzt hat sie ein neues Stück am Maxim Gorki Theater inszeniert: "Still Life - A Chorus For Animals, People And All Others Lives".

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Tanz im August: "Underdogs" v. Anne Nguyen © Patrick Berger
Tanz im August: Underdogs © Patrick Berger

Tanz im August | Freilichtbühne Weißensee - Anne Nguyen: "Underdogs"

Der Tanz im August ist eröffnet, das Internationale Tanzfest Berlin. Nachdem das Festival letztes Jahr fast vollständig ausgefallen ist, nur für kurze Zeit online präsent war, sind in diesem Jahr immerhin 14 Produktionen zu Gast, mehr als 70 Vorstellungen sollen stattfinden, drinnen wie draußen. Zur Eröffnung gab es gestern mehrere Premieren, u.a. in der Freilichtbühne Weißensee. Dort wurde als deutsche Erstaufführung die Choreografie "Underdogs" von Anne Nguyen gezeigt.

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