Kulturradio Rezensionen Buch

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Ulrich Peltzer: Das bist du; Montage: rbbKultur
S. Fischer Verlag

Roman - Ulrich Peltzer: "Das bist du"

Im Titel des neuen Romans von Ulrich Peltzer klingt das Staunen über die eigene, fern gerückte Existenz an: "Das bist du". So spricht der Ich-Erzähler von heute aus zu dem, der er einmal war. Er ist also doppelt vorhanden: einmal als Erzählerstimme in der Gegenwart, die die Bruchstücke der Vergangenheit zu einem Bild zusammenfügt, vor allem aber als dieses in der Vergangenheit versunkene Du.

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Patrick Modiano: Unsichtbare Tinte; Montage: rbbKultur
C. Hanser Verlag

Roman - Patrick Modiano: "Unsichtbare Tinte"

Patrick Modiano, 1945 in Paris geboren, ist einer der bedeutendsten Schriftsteller der Gegenwart. Für sein umfangreiches Schaffen erhielt er 2014 den Nobelpreis für Literatur. In der Begründung der Stockholmer Jury hieß es, Modianos Werk stehe für "die Kunst des Erinnerns, mit der er die unbegreiflichsten menschlichen Schicksale wachgerufen und die Lebenswelt während der deutschen Besatzung sichtbar gemacht hat." - Jetzt ist sein neuer Roman "Unsichtbare Tinte" erschienen.

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Emilia Roig: Why We Matter © Aufbau Berlin
Aufbau Berlin

Black History Month - Emilia Roig: "Why We Matter. Das Ende der Unterdrückung"

Es beginnt mit einer störenden Fliege, zu der die Politikwissenschaftlerin und Aktivistin Emilia Roig auf einmal eine andere Verbindung aufbaut. Roig schlägt sie nicht tot, sondern gewöhnt sich an sie, gibt ihr einen Namen, akzeptiert sie als wochenlange Begleiterin: "Der neue Blick auf die Fliege erlaubt mir, sie als lebenswert zu sehen – genauso wertvoll wie ich."

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Dmitrij Kapitelman: Eine Formalie in Kiew; Montage: rbbKultur
Hanser Literaturverlag

Roman - Dmitrij Kapitelman: "Eine Formalie in Kiew"

"Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters", so hieß Dmitrij Kapitelmans erstes Buch, das vor 5 Jahren erschien und viele durch eine nüchterne und zugleich zärtliche Tragikomik begeisterte: Darin reist Kapitelman mit seinem Vater nach Israel, um die eigene jüdische Identität besser zu verstehen, und um den geliebten, traurigen Vater lächeln zu sehen. Jetzt ist Dmitrij Kapitelmans zweites Buch erschienen: "Eine Formalie in Kiew". Es kann als Fortsetzung des Erstlings gelesen werden; aber der Ton des Schriftstellers ist schärfer, sarkastischer geworden.

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Martin Mosebach: Krass; Montage: rbbKultur
Rowohlt

Roman - Martin Mosebach: "Krass"

Krass, so der sprechende Name des Titelhelden in Martin Mosebachs neuem Roman, ist ein Mann von "raumgreifender Körperlichkeit". Seine Massigkeit hat etwas mit Macht zu tun. Andere Menschen zieht er mit seiner puren Präsenz in seinen Bann. Krass ist das Zentrum einer kleinen Reisegesellschaft, die sich im Jahr 1988 in Neapel befindet.

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Harald Martenstein: Wut © Ullstein
Ullstein

Roman - Harald Martenstein: "Wut"

Maria, die Mutter, ist klug, attraktiv und redegewandt. Doch ihr markantestes Merkmal ist ein anderes. Sie schlägt ihren Sohn Frank, "bis ihr die Arme müde werden." Immer und immer wieder, ohne einen Grund, den der Junge erkennen könnte. Als er sich einmal unter dem Bett versteckt, schreit sie: "Komm raus, Drecksau, verkriech dich nicht, du Stück Scheiße." Der Satz steht auf der ersten Seite des ersten Kapitels von "Wut" und wirft vor allem zwei Fragen auf: Wie wird man zu einem Menschen wie Maria? Und was wird aus einem Jungen wie Frank?

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