Kulturradio Rezensionen Buch

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Rachel Cusk: Lebenswerk © Suhrkamp
Suhrkamp

Roman - Rachel Cusk: "Lebenswerk"

Für ein Lebenswerk kann man ausgezeichnet werden. Außerordentliche Leistungen in der Kunst, der Literatur, der Wissenschaft, werden mit Preisen belohnt. Mit "Lebenswerk" meint die in Kanada geborene Schriftstellerin Rachel Cusk jedoch eine Leistung, die nicht ausgezeichnet wird: die Mutterschaft.

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Yasmina Reza: "Anne-Marie die Schönheit" © Hanser Verlag
© Hanser Verlag

Roman - Yasmina Reza: "Anne-Marie die Schönheit"

Die französische Schriftstellerin Yasmina Reza ist mit ihren ebenso humorvollen wie existenziell tiefgründigen Theaterstücken zu einer international gefragten Autorin geworden: "Kunst", "Drei Mal Leben" und vor allem die von Roman Polanski verfilmte Theater-Schlacht "Der Gott des Gemetzels" – mit Kate Winslet und Jodie Foster in den Hauptrollen – werfen ebenso komische wie bitterböse Blicke in die Abgründe der menschlichen Seele. Aber Yasmina Reza hat auch brillante Romane geschrieben, zuletzt "Babylon", den wir auf rbbKultur – vorgetragen von Maren Kroymann – als Lesung gesendet haben. Jetzt hat Yasmina Reza ein neues Buch veröffentlicht: "Anne-Marie die Schönheit".

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Denis Scheck: Schecks Kanon; Montage: rbbKultur
Piper

Belletristik - Denis Scheck: "Schecks Kanon"

Mit seiner Sendung "Druckfrisch" im Ersten macht Denis Scheck den Deutschen jeden Monat Literatur schmackhaft und ist sich dabei auch für witzige Inszenierungen und Zuspitzungen nicht zu schade. Neben seiner Fernseharbeit war er als Hörfunkredakteur, Literaturagent und Literaturübersetzer tätig, gelegentlich auch als Autor und Herausgeber von Büchern. Jetzt erscheint ein neues Buch von ihm: "Schecks Kanon" heißt es und verspricht im Untertitel vollmundig, die "100 wichtigsten Werke der Weltliteratur" vorzustellen – "von 'Krieg und Frieden' bis 'Tim und Struppi'".

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Thomas Kierok: "Hundert. Die Schönheit jeden Lebensalters." © Knesebeck Verlag, 2019
© Knesebeck Verlag, 2019

Geschmackssache - Thomas Kierok: "Hundert. Die Schönheit jeden Lebensalters."

Der Fotograf Thomas Kierok arbeitet für Magazine, Werbeagenturen und Unternehmen. Er hat schon viele Menschen porträtiert, darunter auch Prominente wie Karl Lagerfeld und Angela Merkel. In der Mitte des Lebens, mit Ende vierzig, nahm er plötzlich ganz deutlich wahr, wie schnell sich die äußere Erscheinung des Menschen verändert, wie vergänglich das Leben ist, wie deutlich sich die Spuren des Alters in den Gesichtern der Menschen ablesen lassen. Kierok beschloss, den Kreislauf des Lebens, von der Kindheit bis ins hohe Alter, in einem einzigen Buch festzuhalten, suchte Sponsoren und Geldgeber und machte sich mit seiner Kamera auf die Reise. Das Ergebnis seiner fotografischen Recherche liegt jetzt vor: Das Buch trägt den schlichten Titel "Hundert" und erzählt von der "Schönheit jeden Lebensalters".

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Salman Rushdie: "Quichotte"; Montage: rbbKultur
C. Bertelsmann

Roman - Salman Rushdie: "Quichotte"

Salman Rushdie gilt als einer der besten Geschichtenerzähler unserer Zeit. Zuletzt erschien von ihm der Amerikaroman "Golden House" über den Aufstieg und Fall der New Yorker Familie Golden. Ab heute ist sein neues Buch im Handel: "Quichotte" – und das führt nun raus aus New York quer durch Amerika.

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Peter Stamm: "Marcia aus Vermont" © Fischer Verlag
© Fischer Verlag

Eine Weihnachtsgeschichte - Peter Stamm: "Marcia aus Vermont"

Der Erzähler in Peter Stamms "Marcia aus Vermont" heißt: Peter. Und der Peter in der Geschichte ist das, was auch der Autor ist: ein erfolgreicher Künstler aus der Schweiz, der zu Beginn seiner Karriere eine Weile in New York gelebt hat. Wer deshalb darüber mutmaßen will, inwiefern Peter Stamm in der "Weihnachtsgeschichte" einen Teil seiner Lebensgeschichte erzählt, mag das tun.

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Eugen Ruge: Metropol © Rowohlt
© Rowohlt

Roman - Eugen Ruge: "Metropol"

Der Schriftsteller Eugen Ruge ist Sohn einer russischen Mutter, sein deutscher Vater floh vor den Nazis in die Sowjetunion und überlebte den Stalinismus im Gulag. In seinem ersten Roman "In Zeiten des abnehmenden Lichts" erzählte Eugen Ruge vor acht Jahren schon einmal Zeitgeschichte als Familiengeschichte. In seinem neuen Roman "Metropol" steht nun die Großmutter im Mittelpunkt. "Die wahrscheinlichen Details sind erfunden", sagt Ruge über seinen Roman, "die unwahrscheinlichsten aber sind wahr".

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John Strelecky: "Auszeit im Café am Rande der Welt - Eine Wiederbegegnung mit dem eigenen Selbst" © dtv
© dtv

Erzählung - John Strelecky: "Auszeit im Café am Rande der Welt – Eine Wiederbegegnung mit dem eigenen Selbst"

Das Büchlein beginnt unbeholfen. Um aus einem realistischen Reise-Szenario ein weiteres Mal ins imaginäre Café am Rande der Welt zu geraten, jenen ortlosen Ort spiritueller Erfahrung und spiritueller Verdichtung, der bereits im Mittelpunkt von zwei Büchern Streleckys stand, hat der Erzähler John auf der Rückfahrt von der Beerdigung seines Paten-Onkels bei Gewittersturm und Dunkelheit einige Beinahe-Unfälle und schließlich eine Reifenpanne. Wer selbst Auto fährt, dürfte die holprige Beschreibung der fahrtechnischen Vorgänge geradezu rührend finden. Und wer es sehr gut mit Strelecky meint, wird die mühsam-ungenügende Fahrt vielleicht sogar für ein Gleichnis unseres Lebensweges halten. Sehr bald wird jedenfalls klar, dass das Buch die Erwartung, die man bei geringer Vor-Information über den Autor mitbringt, keinesfalls enttäuscht wird: Strelecky, dessen erfolgreiches Seminarkonzept "Big Five for Live" den ZDE, sprich: Zweck der Existenz, in den Mittelpunkt stellt, handelt ein weiteres Mal vom Sinn des Lebens. Wie man ihn erkennt, wie man ihn erlangt, und wie man seiner Flüchtigkeit Herr wird.

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