Eine Toilettenspülung mit Sparfunktion (Quelle: imago images/Panthermedia)
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Fr 01.03.2020 | Beitrag | Lesedauer etwa 5 Minuten - Wasser: Sparsam ist ratsam

Mit diesen Tricks nutzen Sie Wasser cleverer

Als Nina Normalverbraucher hat man ja verinnerlicht: Wasserhahn beim Zähneputzen zudrehen. Spülmaschine nur voll eingeräumt laufen lassen. An der Toilette die Wasserspartaste drücken. Aber nach diversen Dürre-Sommern, einem kurzen Winter und einem herrlich sonnigen Früh-Frühjahr beschleicht einen ja schon mal das Gefühl: Reicht das denn? Oder stehen wir bald alle vor der großen Wasser-Rationierung?
 
Nein, antworten die Wasserbetriebe aus Berlin und Brandenburger Kommunen wie Frankfurt (Oder) und Cottbus auf Anfrage von SUPER.MARKT. Noch seien die Kapazitäten längst nicht ausgeschöpft, auch in den vergangenen Dürre-Sommern war in der Region noch genug Wasser für die Verbraucher da - im Gegensatz zur Pflanzenwelt, die unter der Trockenheit leidet.
 
Die Wasserbetriebe erinnern die Verbraucher daher an den "bewussten Umgang" mit dem kostbaren Gut Wasser. Aber wie sieht der jenseits vom Zähneputzen aus?

Zuhause gilt: Wasser muss zurück in den Kreislauf

Zum einen geht es darum, die kommunalen Wasserkreisläufe zu unterstützen, heißt: Das Wasser, das Sie verbrauchen und das in den Abfluss fließt, muss über den Umweg Kläranlage wieder zurück in den Hahn. Das geht am besten, wenn Sie dieses Wasser nicht zusätzlich verunreinigen. Medikamente, Essensreste, Farben gehören weder in die Toilette noch in den Abfluss des Spülbeckens:
 
- Entsorgen Sie keinen Müll wie etwa Katzenstreu über die Toilette
- Auch keine Speisereste, selbst keine flüssigen wie Öle oder Suppen
- Medikamente gehören ebenfalls nie in die Toilette
- Achten Sie darauf, möglichst wenig aggressive Putzchemikalien zu verwenden oder ganz darauf zu verzichten
- Verwenden Sie Wasser welches zum Nudeln oder Kartoffeln kochen verwendet wurde nach dem Abkühlen zum Gießen
- Waschen Sie Gemüse und Obst in einer Schüssel statt unter laufendem Wasser und verwenden Sie das Wasser ebenfalls zum Bewässern weiter
 
Darüber hinaus muss in unseren Gefilden im Haushalt nicht übermäßig Wasser gespart werden, denn wenn zu wenig Wasser durch die Abwassersysteme fließt, führt das zu neuen Problemen. Also: Bewusst, aber nicht beschränkt ist im Haus die Devise.

Autowäsche: besser in der Waschanlage

Wenn der Frühling naht, sieht man nicht selten lange Schlangen matschverschmierter Autos vor Waschanlagen. Auch hier gibt es großes Sparpotential.
 
- Autowaschanlagen sind am sichersten und auch sparen Wasser. Die Anlagen verwenden Wasser mehrfach, indem es direkt wieder aufbereitet wird. Zudem ist sichergestellt, dass das Abwasser ordnungsgemäß abläuft.
- Hochdruckreiniger sind aber regelrechte Wasserverschwendungsanlagen. Ein Hochdruckreiniger verbraucht bis zu 500 Liter Wasser in der Stunde, dazu landet alles direkt im Abfluss, oft voller chemischer Reiniger. Versuchen Sie diese in SB-Waschanlagen zu vermeiden oder hier bewusster mit dem Verbrauch umzugehen und nur den hartnäckigsten Schmutz abzuwaschen, da auch der Lack und andere Teile Schaden nehmen können.
- Vor der Garage zu Hause sollte und darf in vielen Gemeinden das Auto nicht gewaschen werden. Sind Windschutzscheibe oder Heckscheibe stark verschmutzt, dann kann mit einem Eimer Wasser und einem Schwamm gereinigt werden, aber für einen kompletten Waschgang muss das Auto in eine SB-Waschanlage oder Waschstraße.

Im Garten gilt: Draußen bleibt alles im Fluss

Im Garten verhält es sich ein wenig anders: Hier fließt das dringend benötigte Wasser bestenfalls in die Erde, wo es ja hin soll - um schließlich wieder im Wasserkreislauf zu landen. Benutzen Sie daher keine Pestizide im Garten - auch die landen letztlich im Grundwasser. Im schlechtesten Fall wird Wasser im Garten aber verschwendet: Wenn etwa in der Mittagshitze der Rasen gesprengt wird oder die Pflanzen nicht am Erdboden gegossen werden, sondern die Blätter beregnet.
 
In Zeiten des Klimawandels ist es daher, so Anne Silchmüller, Sprecherin der Frankfurter Wasser- und Abwassergesellschaft (FWA), "sehr sinnvoll, Wasser dort zu belassen, wo es anfällt." Leiten Sie den Regen also nicht ab, sondern halten Sie ihn auf dem Grundstück zurück und speichern Sie ihn dort, etwa in Zisternen oder Regentonnen.

Neben dem Speichern des Regenwassers gilt es, ...

... das Wasser achtsam zu verwenden, also etwa:
 
- Morgens gießen.
- Direkt auf den Boden gießen, nicht auf die Blätter.
- Sprengen ist übrigens nur bei Rasenflächen angebracht, nicht bei Pflanzungen, da zu viel Wasser auf den Blättern landet und schnell verdunstet.
- Rasensprenger genau justieren, sodass keine Terrasse mitgewässert wird.
- Eine Gießmulde um die Wurzel der Pflanze verhindert, dass das Wasser an andere Stellen im Beet sickert.
- Feste Erde vor dem Gießen anfeuchten, damit das Wasser beim Gießen dann in den Boden dringen kann.
Überhaupt ist die Erde das A und O, sie sorgt dafür, dass Wasser nicht zu schnell versickert - mit der richtigen Erde verbrauchen Sie also weniger Wasser und Ihre Gewächse freuen sich auch. Mischen Sie unter Sandböden Tonmehl und verbessern Sie andere Böden, indem Sie Kompost und Humus einarbeiten.
- Es gibt aber natürlich technische Hilfsmittel, die im Garten beim Wassersparen helfen: Systeme zur Tropfbewässerung sind in vielen Ausführungen und Preisklassen erhältlich. Teilweise lassen sich hier Bewässerungsuhren und -computer zwischenschalten. Sogar die Bodenfeuchte wird dann gemessen und bei gesättigter Erde das Wasser abgestellt. Solch hochtechnisierte Produkte lassen sich allerdings nur mit Wasser betreiben, das einem regelmäßigen Druck unterliegt. Regenwassersysteme schwanken zu sehr im Druck.

Beim Einkauf gilt: Genau hingucken

Das größte Potential des Wassersparens liegt im Konsumverhalten eines jeden Einzelnen. Denn zur Herstellung eines jeden Produktes wird viel Wasser benötigt und das oft in Ländern, in denen der Wassermangel eine existentielle Bedrohung darstellt, so Silchmüller.
 
Wer einkauft, ist also auch in der Verantwortung: Baumwolle für unsere Kleidung, Fleisch für den Grill, Gemüse aus Südeuropa im Winter verbrauchen alle Unmengen an Wasser, aber auch Kaffee und Kakao. Auch wenn Sie nicht auf diese Produkte verzichten möchten, gibt es hier Einsparpotential. Kaffeekapseln aus Aluminium verbrauchen mehr Wasser bei der Herstellung als diese aus kompostierbaren Materialien. Mandeln für Mandelmilch stammen oft aus wasserarmen Gebieten wie Kalifornien oder Chile. Ein Umstieg auf Hafermilch oder andere Alternativen außer Mandel- und Sojamilch sparen ebenfalls Wasser, auch beim Transport.
 
Wer maßvoll, regional, saisonal und ökologisch, also vor allem Bio-Produkte ohne Pestizide einkauft, der spart auf jeden Fall Wasser und schont dieses auch.

Der Kurzüberblick: So sparen Sie Wasser

  • Die Toilettenspülung verbraucht im Haushalt das meiste Wasser - hätten Sie es gewusst? Nutzen Sie daher die Spartaste am Spülkasten oder lassen Sie einen Wasserstopp einbauen.

     

    Der Wasserhahn wird immer abgedreht, wenn Sie gerade kein Wasser brauchen. Schon bei einem Mal Zähneputzen können sonst bis zu zehn Liter im Abfluss landen.

     

    Duschen Sie, statt zu baden. Zusätzlich kann man einen Sparduschkopf einbauen, der den Wasserverbrauch sogar bis um die Hälfte senken kann. Und die Energiekosten für das ersparte warme Wasser gleich mit. Ein Thermostatmischer an der Dusche kann ebenfalls beim Wassersparen helfen: Da die Wassertemperatur hier voreingestellt ist, verkürzt er die Suche nach der bevorzugten Temperatur.

     

  • Undichte Spülkästen und tropfende Wasserhähne unbedingt reparieren (lassen). Durch einen lecken Wasserhahn kann man bis zu sechs Liter Wasser am Tag vergeuden.

     

    Nutzen Sie Einhandmischer oder sensorgesteuerte Elektronikarmaturen. Bei alten Wasserhähnen geht beim Mischen von kaltem und warmem Wasser zu viel Wasser verloren. Sie können auch einen Durchflussbegrenzer installieren, der dem Wasser beim Verbrauch Luft beimischt - so wird im Endeffekt weniger Wasser verbraucht.

     

  • Waschen Sie Geschirr nicht unter fließendem Wasser, sondern im gefüllten Spülbecken. Haben Sie genug dreckiges Geschirr am Tag, lohnt sich die Anschaffung einer Spülmaschine auch aus Wasserspargründen.

     

    Wasch- und Geschirrspülmaschine nur mit voller Beladung laufen lassen.

     

    Achten Sie beim Kauf neuer Haushaltsgeräte auf deren Wasserverbrauch.

  • Wer einen Garten besitzt, sollte den Rasen nicht jede Woche mähen. Sonst trocknet er schneller aus und muss öfter bewässert werden. Rasensprenger verbrauchen viel Wasser, das die Pflanzen oft nicht benötigen. Effektiver sind Bewässerungssysteme, die Rasen und Pflanzen tröpfchenweise mit Wasser versorgen. Außerdem beim Wässern natürlich darauf achten, dies in den Morgenstunden zu tun.

     

    Für die Klospülung und die Gartenbewässerung kann man - soweit vorhanden - auch Regenwasser verwenden.