Eine Heizung mit einem Kaktus auf dem Thermostat. Quelle: imago images/ Christian Ohde
Bild: imago images/ Christian Ohde

Do 15.09.2022 | Beitrag | Lesedauer etwa 6 Minuten - Energie sparen: die besten Tipps

Möglichkeiten zum Energie sparen gibt es im Haushalt viele: weniger heizen, kürzer oder weniger duschen, Geräte nicht im Standby lassen. Waschen und Spülen im Eco-Modus. Und auch beim Kochen ist einiges drin.

Heizen: nicht zu viel, nicht zu wenig

Bei zu viel Hitze besteht Brandgefahr, bei zu wenig Wärme kann es zu Schimmel- und Frostschäden kommen. Sicherheit und Sparpotenziale liegen dazwischen. Einfach zwischendurch die Heizung abzudrehen, ist nicht immer eine gute Lösung. Die Richtwerte für die Räume: 20 Grad im Durchschnitt. In Schlafräumen und Küchen etwas weniger, im Bad etwas mehr. Die Mindesttemperatur sollte jedoch nicht unter 15 Grad liegen – tiefere Messwerte kosten unnötig Energie, wenn wieder aufgeheizt werden muss, außerdem steigt die Gefahr von Schimmelbildung. Und auch bei der Verwendung von Heizlüftern muss einiges beachtet werden. Darauf weist auch der aktuelle Report des Institutes für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer e.V. (IFS) hin.

Der Betrieb von Heizlüftern ist relativ teuer, dennoch sind sie als Zusatzheizung sehr beliebt. In den zurückliegenden Wochen meldeten Händler sogar Rekordverkäufe.
 
Aber auch zu wenig Wärme kann Schäden anrichten. Wenn im Winter die Temperaturen zum Beispiel zu niedrig sind, können an Leitungen Frostschäden entstehen. Nicht selten ist dann ein Wasserschaden die Folge. Damit das Energiesparen am Ende also nicht teuer wird, muss die Beheizung dem Zustand der Immobilie, der wasserführenden Installation und den Wetterbedingungen angepasst werden. Entsprechend heikel ist es, die Heizung einfach herunterzudrehen, um die Kosten zu senken. Während intensiven Frostphasen etwa muss die Heizung stärker aufgedreht werden. Eine pauschale Aussage zum frostsicheren Betrieb ist darum nicht möglich. Wichtig ist vor allem, die Schwachstellen zu kennen. Dabei hilft z.B. der kostenfreie IFS-Wintercheck.
 
Hilfreich beim Heizen sind programmierbare Thermostate, dann muss man nicht im Blick behalten, dass man nachts oder bei Abwesenheit den Thermostat selbst herunterregelt. Jährlich lassen sich mit den smarten Thermostaten etwa 15 Prozent Heizkosten sparen. Durch eine zeitweise um 4 Grad niedrigere Temperatur spart eine dreiköpfige Familie rund 100 Euro, so Stiftung Warentest.
 
Beim Aufheizen sollte der Heizkörper übrigens nie auf die höchste Stufe gestellt werden, sondern nur bis zu der Temperatur, die erreicht werden soll. Die Heizung arbeitet bis dahin ohnehin auf Vollpower und regelt sich dann selbstständig. Die Reaktionszeit ist dabei kürzer als beim manuellen Einstellen.

Duschen: mit intelligenter Technik

Wasser kostet. Klar, Sie könnten jetzt zweimal im Monat duschen statt zweimal täglich. Ist für die Menschen in Ihrer Umgebung aber wahrscheinlich nicht so angenehm. Wir empfehlen daher intelligente Technik am Wasserschlauch. Damit sparen Sie Wasser und Kosten - und behalten Ihre Freunde.
 
Eine heiße Dusche ist für viele Wellnessfeeling pur. Doch zu wissen, wieviel man da morgens und abends durch den Abfluss spült, kann sich lohnen. Denn: Im Haushalt entfällt rund ein Drittel des Wasserverbrauchs auf das Bad. Fünf Minuten Duschen füllen in unserem Experiment fast neun Wassereimer, das sind 85 Liter.

Frau steht unter der Dusche. Quelle: COLOURBOX

Eine Menge, die sich reduzieren lässt! Zum Beispiel mit Sparduschköpfen, die es schon ab 20 Euro gibt. Die Montage ist einfach: Alten Duschkopf ab und neuen draufschrauben. Mit einer speziellen Technik, die weniger Wasser bei gleichem Druck durchlässt, senken solche Duschköpfe den Verbrauch spürbar. Hersteller versprechen einen Einspareffekt von rund 40 %. Bei uns füllen sich statt 15 nur achteinhalb Eimer. Duscht man dann noch einen Tick kälter, so spart eine dreiköpfige Familie nach Berechnungen von Stiftung Warentest satte 700 Euro im Jahr.
 
Aber es geht noch billiger mit Wasserspareinsätzen. In Baumärkten gibt es unterschiedlichste Modelle schon ab knapp 5 Euro. Ein Blättchen wird zwischen Schlauch und Duschkopf eingesetzt. Die so verengte Öffnung sorgt für einen geringeren Wasserdurchfluss. Das ist am Ende ähnlich effizient wie ein Spar-Duschkopf.
 
Und für die Statistiker beim Duschen gibt es noch die digitale Duschanzeige für rund 40 Euro. Die wird auch an den Schlauch angeschlossen. Die Idee dahinter: Wer sieht, wie pro Minute bis zu 15 Liter Wasser durch die Brause laufen, dreht den Hahn möglicherweise schneller wieder zu. Sparen im Bad ist also nicht so schwer. Rechnet man unsere reduzierte Wassermenge mal hoch aufs Jahr, kann ein zwei Personen Haushalt die Wasserrechnung um mehrere hundert Euro reduzieren.

Behälter mit Kartoffeln, Gemüse und Hühnchen aus der Mikrowelle. Quelle: COLOURBOX
Kochen: Ab in die Mikrowelle?!

Energieeffizienz ist das Schlagwort der Stunde, und tatsächlich kann da in der Küche einiges falsch gemacht werden. Laut Verbraucherzentrale macht der Stromverbrauch fürs Kochen und Backen in einem Zwei-Personen-Haushalt im Schnitt 10 Prozent des gesamten Verbrauchs im Jahr aus.
 
Dieser Wert schwankt natürlich und hängt neben der Häufigkeit wie oft man am Herd steht auch von der Art und vom Alter der Geräte ab. Grundsätzlich gilt hier: Je älter die Geräte, desto mehr Strom brauchen sie. Aber auch unabhängig davon lässt sich bei der Zubereitung von Lebensmitteln einiges sparen. "Der Backofen braucht ungefähr das Doppelte an Energie wie die Herdplatte", rechnet Gerhild Loer vor, die im Bereich Energie bei der Verbraucherzentrale NRW arbeitet. Der Grund: "Das Aufheizen des großen Backraums braucht viel länger und ist nicht so effizient wie ein Topf auf einer Herdplatte", so Loer.

Dass der Topf auf dem Deckel Sinn macht, weiß mittlerweile vermutlich jede:r, aber dass jetzt die Mikrowelle ihr Comeback feiern könnte, das überrascht dann doch. Besonders für Singles oder auch Familien, in denen nicht alle Mitglieder immer zur gleichen Zeit essen, kann eine Mikrowelle nützlich sein. Vor allem zum Aufwärmen von Resten oder auch Erwärmen von Babynahrung ist sie gut geeignet. Auch kleinere Mengen an frischem Gemüse, Fisch oder Tiefkühlkost (maximal 500 g) können energiesparend zubereitet werden. Sogar Dämpfen ist möglich, mit einem speziellen Mikrowellen-Dampfgarer.
 
Wer keine Mikrowelle sein Eigen nennt, kann auch beim Backen sparen. Die Expert:innen der Verbraucherzentrale raten: Beim Backofen möglichst mit Heiß- oder Umluft backen und garen, das spart im Vergleich zur Ober- und Unterhitze, da 20 bis 30 Grad niedrigere Temperaturen eingestellt werden können. Zudem kann gleich auf mehreren Ebenen gebacken werden. Aufs Vorheizen kann in vielen Fällen verzichtet werden, das spart bereits 20 Prozent Energie. Restwärme kann zudem zum Fertiggaren genutzt werden. 15 Minuten nach Abschalten des Backofens ist das noch möglich.
 
Alternativ zum Backofen kann auch der Toaster mit Aufsatz mal herhalten morgens, wenn das Brötchen wieder ein bisschen kross werden soll. Muss nicht aufgeheizt werden und ist schneller.

Display einer Waschmaschine auf 30 Grad gestellt. Quelle: imago images/mrdoomits
Waschen: Eco und niedrige Temperaturen

Lieber mal einen Tag nicht waschen und die Waschmaschine richtig voll machen. Verbraucherschützer:innen raten zudem zu niedrigeren Temperaturen von 30 und 40 Grad, das spart zum Teil 50 Prozent an Energie. Wichtig auch: wenn möglich den Eco-Modus nutzen und auf Kurzprogramme verzichten, denn das sind richtige Stromfresser. Wer einen hohen Schleudergang wählt, braucht anschließend weniger Zeit im Trockner, weil die Wäsche nicht so nass ist. Noch besser: Wäscheleine oder Wäscheständer wieder raus und alles aufhängen, geht auch im Winter.

Beitrag SP mit Material von dpa/ Verbraucherzentrale NRW/ Bundeszentrum für Ernährung/ IFS/ rbb24