Drei Grimme-Preis-Trophäen (Bild: picture alliance/dpa | Fabian Strauch)
Bild: picture alliance/dpa | Fabian Strauch

- Grimme-Preis 2023: Sieben Nominierungen für den rbb

Auf den Grimme-Preis 2023 darf der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) mit insgesamt sieben Produktionen aus dem zurückliegenden Fernsehjahr hoffen. Über ihre Auswahl haben die Nominierungskommissionen des jährlich vergebenen Fernsehpreises informiert.

Dr. Katrin Vernau, Intendantin des rbb © rbb/Gundula Krause

rbb-Intendantin Katrin Vernau: "2022 war kein leichtes Jahr für den rbb, um so beeindruckender ist die programmliche Leistung, die sich in diesen Nominierungen widerspiegelt. Ich gratuliere allen Beteiligten und freue mich über die Vielfalt der Genres und Themen, durch die der rbb hier repräsentiert ist."

Die Preisträgerinnen und Preisträger des 59. Grimme-Preises werden am 21. März 2023 bekanntgegeben. Die Preisverleihung ist für den 21. April 2023 geplant.

Nina Gummich, nominiert für "Alice" in der Kategorie "Fiktion SPEZIAL"

Die Schauspielerin Nina Gummich ist für die darstellerische Leistung in "Alice" nominiert. Der Zweiteiler erzählt vom Leben der jungen Alice Schwarzer, ihrer Zeit im Paris der 1960er Jahre bis hin zur Gründung der Zeitschrift "Emma".

Nominierungen in der Kategorie "Information und Kultur"
Mission Kabul-Luftbrücke

Die Doku-Serie "Mission Kabul-Luftbrücke" taucht tief ein in den neuen afghanischen Alltag im ersten Jahr nach dem Fall von Kabul. Sie zeigt aber auch das intensive Ringen der NGO-Akteure mit der Bundesregierung und den deutschen Behörden. Nah und zutiefst bewegend portraitiert die dokumentarische Serie Menschen, die den Mut haben, scheinbar Unmögliches anzugehen und Solidarität zu leben.

Mensch Horst

Der rbb freut sich über die Nominierung für den Dokumentarfilm "Mensch Horst", der im rbb Fernsehen seine Erstaustrahlung hatte. Der Film handelt von Horst Baitz. Er ist 55 Jahre alt, Raucher und Single. Einsam lebt er in einer Platte am Rande der Stadt Brandenburg an der Havel. Was bedeutet es, im Alter einsam zu sein und wie kann es gelingen, nicht den Lebensmut zu verlieren? Dabei steht auch die Frage im Fokus, ob es jemals zu spät ist, Träumen eine Chance zu geben.

Bettina Wegner (Quelle: Werner Popp)
Bettina

Der biografische und künstlerische Werdegang von Bettina Wegner gehört zu den spannenden und solitären Lebensläufen des 20. Jahrhunderts. Am 4. November wird Bettina Wegner 75 Jahre alt. Ein Film über die Liedermacherin Bettina Wegner, geboren 1947 in Westberlin, aufgewachsen in Ostberlin, mit 36 Jahren ausgebürgert nach Westberlin, seither "entwurzelt".

Kategorie "Information & Kultur SPEZIAL"

Auf den Grimme-Preis können auch Hajo Seppelt und sein Team für das Konzept der Dokumentation "Wie Gott uns schuf. Coming Out in der katholischen Kirche" hoffen.

Gläubige im Dienst der katholischen Kirche in Deutschland wagen in der Dokumentation "Wie Gott uns schuf" den gemeinsamen Schritt an die Öffentlichkeit. Menschen, die sich als nicht-heterosexuell identifizieren, erzählen vom Kampf um ihre Kirche – manchmal sogar mit dem Risiko, dadurch ihre Arbeit zu verlieren. Hajo Seppelt und sein Team sind für das Konzept der Dokumentation und des dazugehörigen Online-Begleitprojekts nominiert.

Redaktion von "Kontraste", nominiert in der Kategorie "Besondere Journalistische Leistung"

Die Redaktion des Magazins "Kontraste" (rbb) darf auf einen Grimme-Preis hoffen für ihre kontinuierlichen investigativen Recherchen zu Randthemen des Rechtsradikalismus.

Zwei Nominierungen in der Kategorie "Kinder & Jugend"
Unser Sandmännchen

Die Sendung "Unser Sandmännchen" ist 2022 mit neuen Folgen an den Start gegangen. Bei den kurzen Filmen steht auch das Thema Nachhaltigkeit im Fokus. So ist der Sandmann in der nominierten Folge in einem Recycling-Fahrzeug unterwegs: Die Kinder werfen ihren Müll in das "Maul" der Maschine und kurzerhand verwandeln sich alte Joghurtbecher in einen Bastel-Elefanten.

#Ukraine – Mein Land im Krieg

Die Doku-Serie "#Ukraine – Mein Land im Krieg" erzählt das Leben mit dem Krieg aus Kinderperspektive. Gezeigt werden Video-Kriegstagebücher, zum Beispiel das von Jana aus Kiew. "Ihr geht nicht zur Schule. Es ist Krieg!" So ist sie von ihrer Mutter geweckt worden. Seitdem ist für die 15-Jährige alles anders. Kurz darauf ist sie mit ihren Geschwistern aus der Großstadt aufs Land geflohen.

Stand vom 19.01.2023