Mann gießt Pflanzen in einem Garten (Quelle: IMAGO / Westend61)
Bild: IMAGO / Westend61

Mo 07.07.2021 | Beitrag | Lesedauer etwa 6 Minuten - Urlaubsservice: der perfekte Sitter

Pflege für Haus, Garten und Tier während Sie reisen

Das ist so lästig: Man freut sich auf den langersehnten Urlaub, doch wer kümmert sich um das Zuhause? Wer schaut nach meiner Wohnung, gießt die Blumen, leert den Postkasten oder füttert die Katze? Nicht jeder wohnt in einer hilfsbereiten Hausgemeinschaft, hat einen vertrauensvollen Nachbarn oder lebt in einem beschaulichen Dorf, wo jeder jedem hilft.

Was gibt es für Alternativen?

Im Grunde gibt es für Sie drei Alternativen, wenn Sie weder Freunde noch Familie einspannen möchten: Anbieter von "haushaltsnahen Diensten", Haushüter oder online organisierte Nachbarschaftshilfen.

Süßer Hund wird Gassi geführt (Quelle: IMAGO / Michael Gstettenbauer)
Haushaltsnahe Dienstleistungen

Haushaltsnahe Dienste bieten gerade in den Ferienzeiten Dienstleistungen wie Gartenpflegearbeiten, Reinigungsmaßnahmen oder auch Tiersitting an. Aber bitte beachten Sie: Nicht jeder, der im Netz seine Dienste anbietet, ist vertrauenswürdig. Dienstleister für haushaltsnahe Dienste brauchen keine Zulassung.
 
Seien Sie also nicht zu gutgläubig und sichern Sie sich mit folgenden Maßnahmen ab:
 
- Achten Sie bei der Auswahl übers Internet auf eine vertrauensvolle Website mit rechtsgültigem Impressum.
 
- Wählen Sie einen Anbieter, der ausschließlich über Rechnung arbeitet und auch Überweisungen akzeptiert. Nur so können Sie die Aufwendungen von der Steuer absetzen.
 
- Hat der Anbieter ein Büro und feste Ansprechpartner? Schon mal gut.
 
- Machen Sie außerdem einen Vororttermin in Ihren eigenen vier Wänden aus und lassen Sie sich bei der Gelegenheit den Ausweis und die Gewerbeanmeldung zeigen.
 
- Fragen Sie auch nach einer Haftpflichtversicherung - nur so ist gewährleistet, dass bei einem Schaden, etwa einem Einbruch bei offenem Fenster oder beim Verlust eines Schlüssels, für die Kosten aufgekommen wird.
 
- Bestehen Sie im Weiteren auf einen ordentlichen Vertrag und lassen Sie keine mündlichen Absprachen gelten.
 
Ab zirka 20 Euro brutto je Stunde gibt es seriöse Anbieter. Mehr dazu erfahren Sie auf der Seite des Bundes zu Hilfen im Haushalt.

Häuserreihe in einem brandenburgischen Dorf (Quelle: IMAGO / Shotshop)
Haushüter

Ganz anders läuft es mit sogenannten Haushütern, auch Haussitter genannt: Die leben während Ihrer Abwesenheit einfach bei Ihnen! Der Verband der Haushüter vermittelt etwa Senioren, die Ihr Haus hüten und sich um Ihr Haustier kümmern. Die Haushüter bieten gewissermaßen einen Vollschutz, der aber auch seinen Preis hat: Je nach Aufwand sind das pro Tag rund 70 Euro, zusätzliche Aufgaben wie Tierbetreuung, Personenbetreuung oder Fahrtkosten werden gesondert berechnet.
 
Die Vorteile liegen auf der Hand: Das Objekt wirkt nicht unbewohnt, ist es de facto auch nicht. Bei den Haushütern darf Ihr Haus zum Beispiel nur für drei Stunden am Tag und eine Stunde in der Dunkelheit verlassen werden. Einbrecher dürfte das fernhalten. Schäden jeglicher Art - etwa durch sommerliche Unwetter - werden direkt entdeckt und können schnell beseitigt werden.
 
Auch interessant: Die Haushüter, die über den Verband organisiert sind, haben ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis, Referenzen und sind aufgrund von Bewerbungsunterlagen ausgewählt. Betriebshaftpflicht und Unfallversicherung sind abgeschlossen - und es gibt den Steuervorteil: Haushüten gilt als haushaltsnahe Dienstleistung. 20 Prozent des Rechnungswertes (maximal 4.000 Euro im Jahr) können von der festgesetzten Einkommenssteuer abgesetzt werden.

Häuserfront in Berlin (Quelle: IMAGO / Panthermedia)
Nachbarschaftshilfe im Internet

Eine andere Idee macht immer mal wieder im Internet seine Runden: Nachbarschaftshilfe. Übers Web organisiert, mit Identitätsprüfung durch die Portale, wollen die Betreiber den alten Gedanken der nachbarschaftlichen Hilfe in die digitale Moderne transportieren. Das kann funktionieren - oder auch frustrieren. Denn natürlich kommt es eben immer auf die jeweiligen Nachbarn an. Anbieter sind etwa nebenan.de oder nextdoor.de. Daneben gibt es die Facebook-Gruppe "Alle helfen Allen - Berlin", die von ehrenamtlichen Nachbarn moderiert und gepflegt wird.