Blumenkohl mit Preisschild (Quelle: imago / Bildwerk)
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Do 18.06.2020 | Beitrag | Lesedauer etwa 2 Minuten - Obst und Gemüse: weiterhin teuer

Hohe Preise sollen Kosten für Hygienemaßnahmen der Saisonkräfte decken

Frische Lebensmittel bleiben teuer: Vor allem bei Obst und Fleischwaren müssen sich Verbraucher weiterhin auf hohe Preise in den Supermärkten einstellen, in geringem Maße auch bei Gemüse. Die Teuerung bei frischen Lebensmitteln bleibe im Juni hoch, sagte Hans-Christoph Behr von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft.

Nach bisherigen Daten war frisches Obst in diesem Juni rund 20 Prozent teurer als noch im Mai. Hintergrund von Preissteigerungen sei auch zusätzlicher Gesundheitsschutz für Saisonkräfte aus dem Ausland. Mit der Sonderregelung für die Landwirtschaft wegen der Corona-Krise sind im Frühjahr insgesamt 40 300 Saisonkräfte aus dem Ausland nach Deutschland gekommen, teilte der Bauernverband nach Daten der Bundespolizei mit. Nur so hätten sie die Bevölkerung mit heimischen Nahrungsmitteln versorgen können. Wahrscheinlich blieben die Erntekosten bei Gemüse im ganzen Sommer auf höherem Niveau als zuvor - auch wenn ab Juli die Mehrwertsteuer von sieben auf fünf Prozent sinkt.  

Lebensmittelmarkt weiterhin sehr unsicher

Auf dem Lebensmittelmarkt gibt es trotz der Lockerung von Alltagsbeschränkungen weiter Unsicherheit in der Corona-Krise. "Es wurde nicht weniger gegessen", sagte  Bernhard Krüsken, Generalsekretär des Bauernverbands. Doch durch die Corona-Krise hat sich das Konsumverhalten verschoben: Weniger Einkäufe in der Gastronomie, dafür mehr im Privathaushalt. Wenn Haushalte ihre gekauften Reserven aufbrauchen, könne der Absatz sinken. Viele Kantinen hätten weiter geschlossen, Restaurants nur mit verkleinerter Kapazität geöffnet.