Pierre Richard zur Berlinale in Berlin (Quelle: rbb)
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22. Juni bis 3. Juli 1973 - Berlinale - 23. Internationale Filmfestspiele Berlin

Die Zeit schien reif, um mehr Geld für die Internationalen Filmfestspiele in Berlin zu fordern. Denn mit der Unterzeichnung des Vier-Mächte-Abkommens über Berlin 1971 und des Grundlagenvertrages über die Beziehungen zwischen Bundesrepublik und DDR 1972 war die Rolle der Stadt als kulturelle Mittlerin ausdrücklich betont worden. Was die Filme anbelangte, bot die Berlinale 1973 Grund für einigen Optimismus. 

Das Forum holte spannendes und anspruchsvolles Kino nach Berlin, wandte sich nun auch neuen Erzählformen zu, die nicht immer politisch motiviert sein mussten. Aber auch der Berlinale Wettbewerb enttäuschte in dem Jahr nicht. Filme wie Robert Aldrichs "Emperor of the North", Satyajit Rays "Ashani Sanket", André Cayattes "Il n’y pas de Fumée sans feu" und Claude Chabrols "Les Noces Rouges" erzählten im Wettbewerb Geschichten des Umbruchs und problematisch gewordener Wirklichkeit.

Dynamo Sportler während ihrer turnerischen Darbietung anlässlich der Weltfestspiele der Jugend 1973, Bild: imago/Ulrich Hässler
imago/Ulrich Hässler

Berlin - Schicksalsjahre einer Stadt: 1973

"Flower-Power" bei den Weltfestspielen der Jugend in Ost-Berlin und gähnende Leere auf der West-Berliner Autobahn aufgrund der Öl-Krise. Die einen bauen den Palast der Republik auf, die anderen reißen den Sportpalast ab.