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18.05.2021 - Vielfalt – Wie divers ist unsere Gesellschaft?

Ein Viertel der Deutschen hat eine internationale Geschichte. Doch Politik und Chefetagen sind oft mit weißen Männern besetzt. Wie wir mehr Vielfalt schaffen und warum uns das gut tut - darüber spricht Julia Vismann mit Prof. Schirin Amir-Moazami, FU Berlin, und Prof. Sabine Hark von der TU Berlin.

Sabine Hark lehnt Pronomen ab und möchte nicht mit Frau Hark angesprochen werden. Für Sabine Hark ist diese Zuordnung zugleich eine Einschränkung. "Wir vergeschlechtlichen immer", sagt Sabine Hark. Das Deutsche sei eine Sprache, die nur zwei Geschlechter kenne. Jede Zuordnung würde auch Menschen ausschließen.
 
Auch für Schirin Amir-Moazami ist Sprache wichtig, "weil sie Wirklichkeit erzeugt". Nicht nur in der Adressierung von Männern und Frauen, sondern auch bei der Ansprache von Menschen mit internationalem Hintergrund. Hier wünscht sie sich mehr Sensibilität. Es sei wichtig, diese Menschen mit Begriffen anzusprechen, die aus den Communities selbst kommen.

Prof. Sabine Hark (Quelle: rbb)

Wir reden darüber, dass wir Lebensglück unterschiedlich verteilen.

Prof. Sabine Hark, Zentrum für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung, TU Berlin

 
 
Bei der Diskussion um die Kanzlerkandidatur der Grünen-Politikern Annalena Baerbock sind sich beide Gesprächsgäste einig: Die Frage nach der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sollte nicht mehr gestellt werden. Schließlich sei sie bei Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet auch kein Thema.
 
Vielmehr müsse in Deutschland eine grundsätzliche Debatte geführt werden, wie Familien- und Erwerbsarbeit so verteilt werden können, dass sie für Frauen und Männer "bekömmlicher" werde, so Sabine Hark.

Prof. Schirin Amir-Moazami (Quelle: rbb)

Solange die nationalen Grenzen existieren, werden wir immer nach Wanderungsbewegungen, nach Herkunft fragen.

Prof. Schirin Amir-Moazami, Institut für Islamwissenschaft, FU Berlin

 

 
 
Diskrimierung und Ungleichheit zeigen sich besonders deutlich in der Corona-Pandemie. Laut einer Studie des Robert-Koch-Instituts sind Menschen in weniger wohlhabenden Regionen und Stadtteilen häufiger von einem schweren Covid-19-Verlauf betroffen. Die Gründe sind vielfältig. Zum Einen leiden sozial benachteiligte Personen vermehrt an Vorerkrankungen wie Übergewicht und Diabetes. Zum Anderen wohnen sie oft in kleineren Wohnungen, die eine Isolierung erschweren und arbeiten häufiger in Berufen, in denen kein Home-Office möglich ist.
 
Schirin Amir-Moazami wünscht sich in diesem Zusammenhang, dass die globale Gesellschaft ihre Produktionsweisen überdenkt und sich vom Begriff des Nationalstaats löst. Neue Formen des Zusammenlebens könnten auch zu mehr Zusammenhalt führen.

FU Berlin

FU Berlin © imago/Priller&Maug
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Archivbild: Hauptgebäude der Technischen Universität Berlin, Straße des 17. Juni, Charlottenburg. (Quelle: dpa/Schöning)
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Nenn mich nicht © rbb
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Wir hören zu! - Nenn mich nicht

Wie schaffen wir es, mehr Vielfalt zu leben und gemeinsam gegen Rassismus zu kämpfen? Welche Rolle spielt unsere Sprache und unser Sprechen dabei? Was müssen Institutionen und Unternehmen ändern, um mehr Gleichberechtigung möglich zu machen?

Täglich erleben Menschen in Berlin und Brandenburg Rassismus - auch in Form von Sprache. In der Reihe "Nenn mich nicht" in Zusammenarbeit mit rbb Kultur hören wir ihnen zu. Es geht um Worte, die verletzen und respektvolle Alternativen.

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Julia Vismann, Wissenschaftsjournalistin im rbb, bewegt sich mit diesem Podcast an der Schnittstelle zwischen Gesellschaft und Wissenschaft. In jeder Ausgabe unterhält sie sich mit Forschenden, die ganz unterschiedliche Expertisen einbringen und arbeitet mit ihnen Gemeinsamkeiten und Gegensätze heraus.