Angststörungen: Mann schlingt Arme um Körper (Bild: unsplash/Giole Fazzeri)
Bild: unsplash/Giole Fazzeri

Psyche - Angststörungen: Symptome, Ursachen und Behandlung

Jeder hat Ängste. Werden sie zu Angststörungen (Phobien), lösen sie Panikattacken aus, bestimmen den Alltag. Infos über Arten, Symptome & Behandlung.

Zunächst ein mal: Angst an sich, ist per se nicht schlecht. Ganz im Gegenteil: Sie schützt vor Gefahren und macht wachsam. Bei Angst wird der Körper in Alarmbereitschaft versetzt. Der Vorteil: Der Mensch kann in so einem Zustand schnell abwägen, wie er auf die Bedrohung reagieren soll. Das kann zum einen die Flucht sein, der Angriff ober einfach abwarten. In der Regel verschwindet die Angst, wenn die angstauslösende Situation vorbei ist.
 
Bei einer Angststörung ist das anders - sie kann Panikattacken zur Folge haben und Ängste plagen Betroffene auch in eigentlich ungefährlichen Situationen mit Angstreaktionen. Diese Angstreaktionen äußern sich psychisch und körperlich und sind für Betroffene nicht zu kontrollieren, auch wenn sie eigentlich wissen, dass die Situation nicht bedrohlich ist.
 
Unruhe, Angstschweiß, hoher Puls, Angstzustände und Panikattacken können die Folge und Symptome sein. Wir informieren über Ursachen, Symptome, Arten einer Angststörung und wie man Angststörungen behandeln kann.

Wann spricht man von einer Angststörung?

Eine Angststörung unterscheidet sich von situationsbedingter Angst. Bei dieser Erkrankung tritt die Angst immer wieder auf. Das kann unabhängig von konkreten Ereignissen sein, aber auch an unterschiedlichen Orten und Situationen. Somit verselbständigt sich bei der Angststörung die Angst und ist scheinbar nicht mehr zu steuern.

Mehr zum Thema Ängste

RSS-Feed
  • Person in weißem Mantel steht nachts unter Lampe an Bushaltestelle (Bild: unsplash/Patrik Laszlo)
    unsplash/Patrik Laszlo

    Interview l Ängste & psychischer Druck 

    Wenn die Angst zu mächtig wird

    Angst ist erst mal ein gesundes Gefühl. Sie schützt uns z.B. vor Gefahr. Es gibt aber Menschen, bei denen wird die Angst so mächtig, dass sie einfache Dinge in ihrem Alltag nicht mehr bewältigen können. Was dann zu tun ist, erklärt der Facharzt für Psychatrie und Psychotherapie, PD Dr. Jens Plag.

  • Angststörung erkennen: Mann starrt auf Boden (Bild: unsplash/Gianfranco Grenar)
    unsplash/Gianfranco Grenar

    Hilfe bei Phobien & Panikattacken 

    Angststörung erkennen: Anzeichen, Symptome & Diagnose

    Angststörungen bedeuten: Angstzustände, Panikattacken, Stress & Unruhe durch übermäßige Sorgen in harmlosen Situationen. So erkennt man die Zeichen.

  • Bildüberlagerung einer Frau, die nach links und rechts schaut (Bild: unsplash/Christopher Ott)
    unsplash/Christopher Ott

    Fragen & Antworten zu psychischen Störungen 

    Psychose - Auslöser, Symptome & Hilfe

    Stimmen hören, Halluzinationen, Realitätsverlust - das Bild der Psychose in der Öffentlichkeit ist so verschieden wie die Erkrankung selbst und löst vor allem Ängste aus. Die rbb Praxis beantwortet die wichtigsten Fragen rund um das Störungsbild: seine Anzeichen, Ursachen und mögliche Hilfen.

  • Schatten eines Mannes (Bild: imago/Thomas Eisenhuth)
    imago/Thomas Eisenhuth

    Interview l Was ist eine Phobie und was kann ich tun? 

    Wenn Angst zur Phobie wird

    Angst ist wichtig, um uns vor Gefahren zu warnen. Bei manchen Menschen aber reagiert die eingebaute Alarmanlage über und hindert sie daran, ihren Alltag zu bestreiten. Im Gespräch mit rbb Praxis erklärt der Psychiater und Angstforscher Professor Andreas Ströhle, wann die Furcht vor etwas krankhaft wird und was man dagegen tun kann.

  • Frau steht im Dunkeln an die Wand gedrängt (Quelle: imago/imagebroker)
    imago/imagebroker

    Interview | Angststörungen 

    Leben ohne Angst?

    Richard Haas ist Psychotherapeut in Berlin und behandelt Patienten mit Angststörungen. rbb Praxis sprach mit ihm über Gründe der Angst, wann sie zum Problem wird, und warum sie zum Leben dazu gehört.

  • Junge Frau schaut ängstlich in Kamera (Bild: unsplash/Frank Alarcon)
    unsplash/Frank Alarcon
    43 min | UT

    rbb Praxis Feature 

    Wenn Angst den Alltag bestimmt: Welche Therapien helfen?

    Angst ist ein zentrales menschliches Gefühl und wichtiges Signal - denn Angst warnt vor Gefahr. Allerdings entgleist bei gut 15 Prozent der Deutschen die natürliche Angstreaktion und wird krankhaft - zur Phobie, die das Leben von Millionen Menschen einschränkt. Welche Ursachen kennt die Wissenschaft? Wie erkennt man krankhafte Angst und was hilft? Diese Reportage begleitet Betroffene bei ihrem Kampf gegen die Angst.

  • Positive Psychologie: Mann hält sich Hände vor Gesicht (Bild: imago/Addictive Stock)
    imago/Addictive Stock

    Mit dem Mindest gesünder werden 

    Positive Psychologie: Wie man negative Gedanken überwindet

    Positive Psychologie liefert wissenschaftliche Erkenntnisse & Methoden dazu, wie man resilienter gegen Stress wird, psychisch stärker und so gesünder.

  • Traumatisierte Frau vor einer Gitterwand (Quelle: colourbox)
    colourbox

    Hilfe für Menschen mit Posttraumatischer Belastungsstörung 

    Wenn Schrecken lebendig bleiben

    Posttraumatische Belastungsstörung - so nennen Experten starke seelische Belastungen nach einem traumatischen Erlebnis, wie einem schweren Unfall, einer Vergewaltigung oder einem Kriegsereignis. Die Menschen quälen sich oft jahrelang mit den Folgen. Sie bekommen die dramatischen Bilder nicht mehr aus dem Kopf. Was können Ärzte und Psychiater tun, um ihnen nach einem traumatisierenden Ereignis zu helfen? 

Erkennen: Wie merkt man, dass man eine Angststörung hat?

Hellhörig sollten alle werden, bei denen die Ängste so stark sind, dass sie mit anhaltenden Beeinträchtigungen im Alltag verbunden sind. Die Angst beherrscht sozusagen das Gefühlsleben und steht nicht mehr im Verhältnis zum Angstauslöser.
 
Neben der reinen Emotion und Unruhe kommen bei Angsterkrankungen auch noch körperliche Symptome hinzu. Dazu zählen unter anderem Herzrasen, Schwitzen, Kälte- oder Hitzewallungen oder ein trockener Mund.

Was gibt es für Angststörungen?

Viele Betroffene entwickeln eine Angst vor der Angst. Häufig beobachten sie ihr Umfeld sehr aufmerksam, um einer möglichen angstauslösenden Situation vorzugreifen oder sie gehen bestimmten Situationen ganz aus dem Weg. So entsteht ein Teufelskreis. Aus Angst vor der Angst ziehen sich einige Menschen immer mehr zurück, die Angst kann dadurch noch größer werden und das endet in zunehmender Isolation.
 
Angstgedanken und angstauslösende Situationen sind individuell. Dennoch können Angsterkrankungen in unterschiedliche Störungsbilder unterteilt werden: Phobien, Panikstörungen und generalisierte Angststörung.
 
Bei Phobien handelt es sich um spezifische Ängste, zum Beispiel vor engen Räumen (Klaustrophobie), Situationen (Agoraphobie), Tieren (Zoophobie), aber auch Menschen (soziale Phobien).
 
Phobien gehen häufig auch mit Panikattacken einher, was für Betroffene als großer Kontrollverlust erlebt wird. Viele Menschen beschreiben bei einer Panikattacke das Gefühl, sterben zu müssen. Eine Panikattacke kann Minuten, aber auch Stunden dauern.

Video: Therapien bei Angststörungen

Junge Frau schaut ängstlich in Kamera (Bild: unsplash/Frank Alarcon)
unsplash/Frank Alarcon
43 min | UT

rbb Praxis Feature - Wenn Angst den Alltag bestimmt: Welche Therapien helfen?

Angst ist ein zentrales menschliches Gefühl und wichtiges Signal - denn Angst warnt vor Gefahr. Allerdings entgleist bei gut 15 Prozent der Deutschen die natürliche Angstreaktion und wird krankhaft - zur Phobie, die das Leben von Millionen Menschen einschränkt. Welche Ursachen kennt die Wissenschaft? Wie erkennt man krankhafte Angst und was hilft? Diese Reportage begleitet Betroffene bei ihrem Kampf gegen die Angst.

Welche Ängste hat man bei einer Angststörung?

Angst ist nicht gleich Angst. Fünf unterscheiden Formen werden unterschieden:
 

• Eng isolierte Phobie etwa vor bestimmten Tieren, S-Bahn, Aufzügen usw.

• Agoraphobien. Diese Ängste entstehen, wenn man vermeintlich nicht schnell an einen sicheren Ort zurückkommt.

• Panikstörungen. Darunter verstehen wir ein stark körperlich und bedrohlich erlebtes Angstgeschehen.

• Generalisierte Ängste. Das bedeutet ein permanentes Grübeln über viele Einzelängste.

• Soziale Phobien sind Ängste vor der prüfenden Betrachtung durch Andere. Natürlich mischen sich die verschiedenen Ängste aber auch.

Wie fühlt man sich bei einer generalisierten Angststörung?

Neben solchen heftigen, plötzlich auftretenden Ängsten, gibt es noch die sogenannte generalisierte Angststörung. Diese kommt eher schleichend und Betroffene erleben sich unter anderem als angespannt und unruhig.
 
Gleichzeitig beschreiben viele ein ständiges Gedankenkreisen, bis hin zur sogenannten Katastrophisierung. Das heißt Situationen werden so weitergedacht, dass sie in der Katastrophe enden müssen.
Betroffene denken zum Beispiel, dass sie oder eine nahestehende Person erkranken wird, obwohl es dafür keine realen Anhaltspunkte gibt.

Ursachen: Wie beginnen Angststörungen?

Es gibt nicht nur eine einzige Ursache für Angsterkrankungen. Vielmehr wird davon ausgegangen, dass unterschiedliche Faktoren zusammenkommen. Zu den möglichen Entstehungsfaktoren gehören zum Beispiel: Dauerhafter Stress und Belastungen, einschneidende persönliche Ereignisse, wie der Tod eines Angehörigen. Zudem kommt häufig eine genetische Disposition hinzu.

Diagnose: Wie stellt man eine Angststörung fest?

Die Diagnose einer Angststörung erfolgt in der Regel durch Psychiater oder Psychotherapeutinnen. Je nach Schweregrad, werden unterschiedliche Therapieschritte eingeleitet. Zudem wird geschaut, ob es noch andere psychische Auffälligkeiten wie depressive Tenzenden gibt.

Behandlung: Was hilft gegen Angststörung?

Die gute Nachricht: Angststörungen sind relativ gut zu behandeln. Vor allem die Verhaltenstherapie hat sich bei der Behandlung von Ängsten etabliert. Hier können festgefahrene Verhaltensmuster erkannt und die damit verbundenen Ängste, Gedanken und Gefühle eingeordnet und durch gezielte Übungen verändert werden.

Beitrag von Laura Will

Zum Weiterlesen

Frau liegt auf einem Bett (Bild: unsplash/Corina Rainer)
unsplash/Corina Rainer

Erkennen, behandeln, helfen - Raus aus der Depression: Endlich wieder leben

Die Corona-Krise bringt uns an unsere Grenzen. Besonders belastend kann sie für Menschen mit Depressionen sein. Die sozialen Einschränkungen, damit verbundene Ängste sowie mangelnde Therapieplätze können die Erkrankung verstärken und mitunter regelrechte psychische Krisen auslösen. Doch es gibt wirksame Möglichkeiten zum Gegenzusteuern.

Frau mit schmerzverzerrtem Gesicht fasst sich ans Ohr (Bild: imago/YAY images)
imago/YAY images

Quälende Töne - was hilft gegen den Stress im Ohr? - Tinnitus: Wenn das Leben zum Dauerrauschen wird

Bei etwa drei Millionen Menschen brummt, klingelt, zischt oder piept es ab und an oder ständig im Ohr. Tinnitus ist ein typisches Stressphänomen. Wie er genau entsteht, ist bisher aber unklar. Viele Kliniken können dem Großteil der Betroffenen heute mit multimodalen Behandlungsansätzen helfen. Wichtig ist, dass die Betroffenen bereit sind, ihre Ohrgeräusche anzunehmen, anstatt sie nur abschalten zu wollen.

Dunkelhaarige Frau schaut in Ferne (Bild: unsplash/Kirill Balobanov)
unsplash/Kirill Balobanov

Interview l PMDS ist nicht immer eine Krankheit - Wenn der Zyklus die Stimmung beeinflusst

Betroffene gelten häufig als neurotisch, zickig oder aggressiv: Frauen mit einer schweren Form des prämenstruellen dysphorischen Syndroms (PMDS). Es entsteht durch ein Ungleichgewicht der Geschlechtshormone nach dem Eisprung. Wie Frauen ein PMDS erkennen und welchen Zusammenhang es zwischen Zyklus und Depressionen gibt, haben wir Expertin Prof. Dr. Stephanie Krüger gefragt.