Bildüberlagerung einer Frau, die nach links und rechts schaut (Bild: unsplash/Christopher Ott)
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Fragen & Antworten zu psychischen Störungen - Psychose - Auslöser, Symptome & Hilfe

Stimmen hören, Halluzinationen, Realitätsverlust - das Bild der Psychose in der Öffentlichkeit ist so verschieden wie die Erkrankung selbst und löst vor allem Ängste aus. Die rbb Praxis beantwortet die wichtigsten Fragen rund um das Störungsbild: seine Anzeichen, Ursachen und mögliche Hilfen.

Was ist eine Psychose?

Menschen mit einer Psychose erleben Dinge, die nicht der Realität entsprechen: Sie hören Stimmen oder haben Halluzinationen. Ihr Denken und die Motorik sind gestört, ihre Persönlichkeit verändert sich.
 
Die Psychose ist kein eigenständiges Erkrankungsbild, vielmehr wird darunter eine Anzahl von Symptomen zusammengefasst.
Auslöser
können ganz unterschiedliche Störungen sein. Die häufigste: eine Schizophrenie. Depressionen oder Epilepsien gehen mitunter ebenfalls mit Psychosen einher. Auch Drogen oder Medikamente, Hirnverletzungen und Stoffwechselstörungen können in eine Psychose münden. Je nach Auslöser unterscheiden sich die Dauer und die psychotischen Symptome.

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Wie erkennt man eine Psychose?

Menschen mit einer Psychose sprechen, handeln und denken anders, als das psychisch Gesunde tun. Bekannt sind fünf Hauptsymptome, die nicht immer alle (gleichzeitig) auftreten müssen. Dazu gehören:
 
Wahn: Der Mensch ist von einer Sache tief und unerschütterlich überzeugt und lässt sich auch mit Fakten, sachlichen Argumenten und Gegenbeweisen nicht umstimmen. Betroffene fühlen sich etwa bedroht oder verfolgt, ohne dass dem objektiv so ist.
Beim Beziehungswahn denken Erkrankte, dass alle Welt über sie redet oder lacht. Bekannt sind noch Verfolgungswahn, Kontrollwahn, Größenwahn sowie körperbezogener Wahn.
 
Halluzinationen: Die Menschen nehmen etwas wahr, wo nichts ist. Sie riechen Düfte oder sehen Dinge, die nicht vorhanden sind. Am häufigsten hören psychotische Menschen Stimmen - obwohl niemand spricht. Das Tückische: Diese Sinneswahrnehmungen sind täuschend echt. Die Betroffenen erleben sie als Realität, so stark und unverrückbar, wie wir etwas wahrnehmen, das tatsächlich real ist - ihr Gehirn liefert eine perfekte Täuschung.
 
Desorganisiertes Denken: Typischerweise springen psychotische Menschen beim Reden von einem Thema zum anderen, ohne dass es einen inhaltlichen Zusammenhang gibt. Teilweise reden sie kompletten Unsinn, sprechen oft auch sehr undeutlich, so dass das Gegenüber wenig oder nichts verstehen kann.
 
Desorganisiertes Handeln/Katatonie: Menschen mit einer Psychose verhalten sich nicht passend zur Situation. Sie lachen z.B. taktlos oder ziehen sich in der Öffentlichkeit aus.
In der Katatonie wiederum erlebt man Betroffene wie erstarrt: Sie reagieren nur noch spärlich auf ihre Umwelt, bewegen sich wenig bis gar nicht, bekommen kaum einen Ton über die Lippen und verharren längere Zeit in einer bestimmten Haltung.
 
Negative Symptome: In diesen Fällen "fehlt" den Betroffenen etwas zum normalen Verhalten. Sie klingen monoton, zeigen kaum Emotionen, verziehen keine Miene, sind bewegungsarm. Sie können auch freud-, lust- und antrieblos sein, ähnlich wie bei einer Depression. Die negativen Symptome treten bei einer Schizophrenie besonders häufig als Erstes auf.

Was sind Ursachen für psychotische Anzeichen?

Die Erklärung für die zahlreichen Symptome ist, dass Botenstoffe im Gehirn aus dem Gleichgewicht geraten. Damit jemand eine Psychose bekommt, müssen allerdings eine gewisse Veranlagung und bestimmte Stressoren zusammenkommen.
 
So können etwa verschiedene Substanzen psychotische Symptome auslösen, z.B. Narkosemittel, starke Schmerzmittel (Opiate), Antidepressiva, Drogen wie Amphetamine (Aufputschmittel) sowie Ketamin, ein Narkosemittel, das in der Drogenszene verbreitet ist.
In der Regel hören die Symptome auf, sobald die Mittel, Drogen und Medikamente nicht mehr eingenommen werden.
 
Auch Hirntumore, traumatische Ereignisse, wie der Tod eines nahestehenden Menschen, Schädel-Hirn-Verletzungen oder bestimmte Stoffwechselerkrankungen sind bekannte Auslöser für eine Psychose.
Einen Teil der Psychosen lässt sich nicht erklären. Fachleute sprechen von nicht-organischen oder funktionellen Psychosen.

Wie verursacht Kiffen eine Psychose?

Bis zu einem Viertel der Psychosen entwickeln sich nach der Einnahme von Medikamenten oder Drogen. Dazu gehört eben auch Cannabis. Kiffen kann einen also nicht nur entspannen, euphorisch oder lustig machen, es kann einen auch in die Psychiatrie bringen.
 
Cannabis enthält sogenanntes Tetrahydrocannabinol, kurz THC, das Psyche und Bewusstsein verändert und oft ein Grund dafür ist, das Menschen Cannabis überhaupt konsumieren. Im Gehirn kann THC die Wahrnehmung so verändern, dass man Dinge sieht und hört, die nicht echt sind. Betroffene berichten auch, dass sie sich wie in einem Film eingesperrt fühlen, aus dem sie nicht mehr herauskommen. Sie bekommen Angst und Panik und fühlen sich allein.
Die Erfahrungen können auch Menschen machen, die schon mehrfach gekifft und bisher keine Probleme gehabt hatten - oder die zum ersten Mal am Joint ziehen.

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Lässt sich vorhersagen, wer besonders gefährdet ist?

Nicht jeder, der kifft, bekommt eine Psychose. Es gibt aber ein paar Hinweise, wer besonders gefährdet ist. Das sind beispielsweise Menschen, die Cannabis mit sehr hohem THC-Gehalt konsumieren oder die täglich rauchen.
 
Aber auch schon einmal Kiffen kann psychisch krank machen, vor allem, wenn bei einem Menschen das AKT1-Gen verändert ist. Es liegt auf dem kurzen Arm von Chromosom 14 und kodiert ein Enzym, einen Katalysator, der an vielen verschiedenen Stoffwechselwegen im menschlichen Körper beteiligt ist. Ob man diese Genvariante hat, weiß man natürlich nicht vorher.
 
Ein weiteres Risiko für eine Psychose ist das Alter. Gerade bei Jugendlichen finden immense Umbauprozesse im Gehirn statt, so dass sie in dieser Zeit sehr viel anfälliger für dort aktive und schädliche Substanzen sind. Deshalb wirkt Cannabis bei Jugendlichen auch stärker, macht schneller abhängig und psychisch krank.

Wer ist von einer Psychose betroffen?

Psychotische Symptome kann jeder bekommen. Weltweit erkranken drei bis vier Prozent der Menschen im Laufe ihres Lebens an einer Psychose. Häufig beginnt sie zwischen der Pubertät und Mitte dreißig.
 
Damit jemand eine psychotische Störung bekommt, müssen verschiedene Dinge zusammenkommen. So spielen neben den jeweiligen Wirkstoffen sowie Vor- und Begleiterkrankungen auch die Gene eine Rolle.

Buchtipps für mehr Wissen

  • Mein Weg durch die paranoide Schizophrenie

  • Erfahrungen Stimmen hörender Menschen

  • Psychose als Selbstfindung

  • Erfahrungsbericht: "Meine Schizophrenie "

Was unterscheidet Psychose von Neurose?

Unter Neurosen werden unterschiedliche psychische Störungen zusammengefasst, wie Zwangs- und Angsterkrankungen. Die damit verbundenen Emotionen sind sehr intensiv und beherrschen die Gefühlswelt des Betroffenen.
 
Im Gegensatz zum Psychotiker verlieren Neurotiker aber nie den Bezug zur Realität; sie sind sich ihrer Ängste und Zwänge bewusst und leiden oftmals darunter.
Dagegen fühlen sich psychotische Menschen zumindest in der akuten Krise gesund; sie haben nicht das Gefühl, dass mit ihnen etwas nicht stimmt.

Auf welche Anzeichen sollten Familie & Freunde achten?

Psychotische Symptome und psychotische Erkrankungen gehören aus professioneller Sicht zu den schwersten Erkrankungen der Psychiatrie. Sie bedeuten für die Betroffenen selbst extreme menschliche Erfahrungen. Aber auch Angehörige sind möglicherweise schockiert, verwirrt oder fühlen sich gar schuldig.
 
Eindeutige Anzeichen für eine beginnende Psychose gibt es nicht; die Hochs und Tiefs, die damit verbunden sind, müssen nicht immer krankhaft erscheinen. Oft ähneln die Anzeichen denen anderer psychischer Erkrankungen und sind sehr unspezifisch.
 
Dazu gehören:
• Konzentrations- und Denkstörungen,
• Antriebslosigkeit und innere Leere,
• Leistungseinbruch,
Schlafstörungen und
Ängste.
 
Daraus können sich innerhalb kurzer Zeit krisenhafte Zustände bis hin zu akuter Selbstgefährdung entwickeln.

Wann sollten Betroffene Hilfe suchen?

Eine Psychose sollte immer vom Facharzt diagnostiziert und behandelt werden. Das Problem: Menschen, die gerade eine akute Psychose durchmachen, merken das in der Regel selbst nicht - sie sind von ihren Wahnvorstellungen, Halluzinationen und ihrem Verhalten überzeugt und können daran nichts Ungewöhnliches oder Irrationales feststellen.
 
Einen psychotischen Menschen wird man daher kaum zu einem Arztbesuch überreden können. Als Angehöriger kann man da in der Regel nicht viel machen, außer dem oder der anderen Hilfe anzubieten und für die Person da zu sein.
Sollten Betroffene für sich oder andere gefährlich werden, müssen Angehörige und Bekannte den Notruf 112 wählen.

Was kann gegen eine Psychose tun?

Der Psychiater oder die Psychiaterin wird nach einer körperlichen Ursache für die Symptome suchen. Zunächst sollten Begleiterkrankungen therapiert werden, die zu einer Psychose führen können.
 
Die Psychose selbst wird mit Medikamenten behandelt, die das Ungleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn ausgleichen sollen. Sie haben allerdings oft Nebenwirkungen, über die man die Patienten und Patientinnen aufklären muss, damit sie die medikamentöse Therapie dennoch weiterführen.
 
Für Betroffene ist es empfehlenswert, zusätzlich eine kognitive Verhaltenstherapie zu machen. Dabei erfahren sie mehr über ihre Krankheit und den Umgang damit. Sie lernen auch, erste Anzeichen einer Psychose zu erkennen, um Rückfälle frühzeitig zu bemerken.
 
Familienmitglieder oder Bezugspersonen werden im besten Fall in die Therapie einbezogen, damit die Familie besser mit Krisen und Problemen umgehen kann, die durch die Krankheit entstehen.

Was können Angehörige tun?

Es macht wenig Sinn, Betroffene davon zu überzeugen, dass das, was er oder sie sieht, hört oder empfindet, nicht der Realität entspricht. Das beunruhigt die Menschen nur noch mehr. Oft sind Psychotiker ohnehin sehr misstrauisch, da sie sich verfolgt und beobachtet fühlen. Ihr Gefühl sagt ihnen eher: Die Kritiker aus dem sozialen Umfeld stecken mit "den anderen" unter einer Decke.
 
Daher: Betroffene ernst nehmen und sich auf keinen Fall über die Symptome lustig machen. Statt auf Wahn und Halluzinationen einzugehen, kann man seine Sorge mitteilen, dass der oder die andere so antriebslos oder unruhig ist, keine Freude empfindet oder schlecht schläft.
Ermuntern Sie vermeintlich Betroffene, sich professionelle Hilfe zu holen. Bieten Sie dabei Ihre Unterstützung an.

Was sollten Angehörige wissen?

Das veränderte Verhalten infolge der Psychose bleibt für die Familie, für Freunde und Kollegen oft unerklärlich. Es mutet bizarr und irritierend, verängstigend und bedrohlich an. Die Erkrankung löst Entfremdung, Verunsicherung, Verstörung und auch Überforderung, Angst und Scham aus. Und sie strapaziert zwischenmenschliche Beziehungen bis aufs Äußerste.
 
Die schwierige Aufgabe ist es daher, miteinander in einem guten, verständnisvollen Kontakt zu bleiben. Angehörige sollten geduldig und zuversichtlich bleiben, dass die psychotische Person sich wieder erholen wird.

Beitrag von Constanze Löffler

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