Frau mit Erkältung liegt im Bett, umgeben von Erkältungsmitteln (Bild: imago/Shotshop)
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Unausgeheilte Erkältungen - Gefährliche Ungeduld: Der verschleppte Infekt

Gerade in kühlen Monaten sind Husten, Schnupfen und Abgeschlagenheit häufig. Laien sprechen von Erkältung, Medizinerinnen und Mediziner vom grippalen Infekt. Meist ist er harmlos und nach wenigen Tagen auskuriert, aber wer dem Körper zu wenig Regenerationszeit gönnt, kann den Infekt "verschleppen". In schlimmen Fällen können sogenannte Superinfektionen drohen oder Herz und Hirn befallen werden.

Husten, Schnupfen, leichter Kopfschmerz und erhöhte Temperatur - all das sind klassische Symptome einer Erkältung, oft begleitet von Abgeschlagenheit und Muskelschmerz. Diese Symptome deuten darauf hin, dass unser Immunsystem gerade aktiv gegen Bakterien oder Viren kämpft. Auch die Schleimhäute sind angeschwollen - die Angreifer sollen durch vermehrten Schleim aus dem Körper geschleust werden. Meist dauert dieser Erkältungskampf ein paar Tage, 7-10 sind völlig normal.
 
Die meisten sogenannten Erkältungen haben eine virale Ursache. Aber wird das Immunsystem stark gefordert oder überfordert - zum Beispiel auch, weil man sich nicht lange genug schont - können das Bakterien ausnutzen und z.B. die Schleimhäute zusätzlich angreifen. Expertinnen und Experten sprechen dann manchmal von einer Superinfektion, bei der das Immunsystem an mehreren Fronten gegen verschiedene Erreger ankämpfen muss - das kostet viel Kraft.

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Der verschleppte Infekt und seine Folgen

Einer der häufigsten Gründe für die verschleppte Erkältung ist mangelnde Schonung - zu schnell geht es zurück zum Sport, zurück zur Arbeit und Körper und Immunsystem werden dadurch zusätzlich gestresst.
 
Häufigstes Anzeichen für eine Verschleppung: Die Symptome gehen einfach nicht weg. Der Schnupfen wird zur Sinusitis, der Nasennebenhöhlenentzündung. Sie kennzeichnet farbiges Schleimhautsekret sowie Kopf- und Kieferschmerz - die Nebenhöhlen sind dicht.
 
Husten kann zu Bronchitis, schlimmstenfalls zu einer Lungenentzündung werden. Beide kennzeichnet Kurzatmigkeit, oft von eitrigem Auswurf begleitet. Bei der Lungenentzündung kommt noch Fieber mit Gliederschmerz hinzu.
 
Wandert die Entzündung mit dem Blut beispielsweise in Herz oder Hirn können Herzmuskel- bzw. Hirnhautenzündung die Folge sein.
 
In jedem Fall gilt: Klingt die Erkältung nach ein paar Tagen nicht ab, sollten Sie sich unbedingt schonen und ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen!

Das hilft beim Auskurieren

Hören Sie auf ihren Körper und gönnen Sie sich vor allem Ruhe. Frische Luft ist OK und ein langsamer Spaziergang kann gut tun, aber überfordern Sie sich nicht. Außerdem braucht der Körper jetzt viel Flüssigkeit, Alkohol und Zigaretten stressen besonders - das sollten Sie vermeiden.
 
Gönnen Sie sich leichte Kost, am besten reich an Eiweißen, Vitaminen und Mineralien. Auch wenn Schokolade manchmal tröstet - weniger ist mehr, wenn man krank ist. Und: Große Aufgaben für die Verdauung rauben dem Körper zusätzlich Kraft.
 
Außerdem wichtig: Während der Erkältungszeit - und am besten zur Sicherheit noch ein paar Tage danach - auf das Saunieren verzichten. Auch hier weiten sich die Gefäße.

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Training mit Fieber ist ein "No Go"

Fieber gehört zu den klarsten Zeichen dafür, dass das eigene Immunsystem gerade Viren und/oder Bakterien bekämpft. In einer Fieberphase braucht der Körper also viel Energie für die "Verteidigung" - Sport ist dann genau das Falsche. Denn ausgiebiges Training stresst und fordert z. B. das Herz-Kreislaufsystem und auch die Lunge - auf Kosten des Immunsystems.
 
Außerdem wird beim Sport die Blutzirkulation stark angeregt. Einfach gesagt bedeutet das auch: Keime, die mit dem Blut "unterwegs" sind, können besonders leicht im Körper wandern, beispielsweise ins Herz oder sogar ins Gehirn. Eine sehr bekannte Folge kann die Herzmuskelentzündung (Myokarditis) sein.

Schwere Folge: Herzmuskelentzündung

Meist ist die Myokarditis Folge einer viralen Entzündung. Der lateinische Name kommt daher, dass Zellen im Muskelgewebe des Herzens - dem Myokard - befallen werden. Auch wenn diese Folgen selten und extrem sind: In schlimmen Fällen kann es zu Herzrhythmusstörungen und sogar dem plötzlichem Herztod kommen. Vor einer Herzmuskelentzündung sollte man deshalb keine Panik haben, aber sie unbedingt Ernst nehmen.

Das gilt besonders, weil die Symptome diffus sein können. Auf diese Zeichen sollten Sie achten:
 
- Ihre Beschwerden tauchen in zeitlicher Nähe zu einer Atemwegsinfektion oder einem Magen-Darm-Infekt auf
 
- Sie leiden unter Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Kopfschmerz und/oder Kurzatmigkeit
 
- Vielleicht haben Sie Brustschmerzen
 
- Vielleicht erleben Sie Herzrhythmusstörungen oder "Herzstolpern"
 
Treffen mehrere dieser Zeichen für Sie zu, sollten Sie unbedingt ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen und sich auf jeden Fall schonen und auf Sport verzichten!
 
Laut Deutscher Herzstiftung kann bei jeder fünften betroffenen Person mit Myokarditis eine Herzschwäche als Langzeitfolge zurückbleiben oder zu einem späteren Zeitpunkt wieder auftreten.

Diagnose der Herzmuskelentzündung

Gerade weil eine Myokarditis so unspezifische Symptome hervorrufen kann, ist der Check bei Arzt oder Ärztin besonders wichtig. Neben dem Arzt-Patientinnen-Gespräch in Bezug auf kürzlich durchlebte Erkrankungen können auch Blutdruckwerte und eine Blutanalyse Aufschluss geben. Z.B. liefern der Kreatin-Kinase-Wert und eine erhöhte Anzahl von Leukozyten Hinweise. Auch ein Röntgenbild des Brustkorbes, ein Echokardiogramm (EKG) oder eine Untersuchung mittels Ultraschall können bei der Festigung der Diagnose helfen.

Behandlung der Herzmuskelentzündung

Wichtigstes Mittel für die Behandlung der Myokarditis ist: Ruhe - das Immunsystem muss arbeiten können und dazu braucht es körperliche Schonung. Sportpausen für mehrere Monate können nötig sein. Für andere Therapien kommt es auf die Ursache der Herzmuskelentzündung an - im Fall von Bakterien können Antibiotika helfen, gegen Viren können Virostatika eingesetzt werden, um die Vermehrung der Viren zu hemmen.
 
Nicht selten kommen außerdem sogenannte ACE-Hemmer zum Einsatz - sie weiten die Gefäße und senken so den Blutdruck, außerdem können sie Folgebeschwerden wie Atemnot und Leistungsminderung lindern, um dem Herzen mehr Raum zur Erholung zu verschaffen.

Beitrag von Lucia Hennerici

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