Husten: Bild zeigt Mann, der sich beim Husten Hand vor den Mund hält (Bild: imago images/imagebroker)
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Symptom - Husten: Formen, Ursachen und Behandlung

Häufig tritt Husten als Symptom bei Atemwegsinfektion (z. B. Bronchitis, Erkältung) auf. Oft verschwindet er ohne Behandlung von allein. Hausmittel helfen.

Inhalt in Kürze

• Husten ist ein wichtiger Schutzreflex, mit dem Fremdkörper und Schleim aus den Atemwegen herausbefördert werden. So schützt sich der Körper vor Infektionen und Lungenschäden.
• Husten kann ein Symptom von vielen verschiedenen Erkrankungen sein.
• Meist ist Husten harmlos und klingt nach wenigen Wochen wieder ab.
• Hält der Husten länger als vier Wochen an, sollte man zum Arzt gehen und die Ursache abklären lassen.

Husten ist ein häufiges Symptom bei Atemwegserkrankungen und kann sehr verschiedene Ursachen haben. Zuerst einmal ist Husten ein natürlicher Schutzreflex des Körpers, um die Atmung sicher zu stellen. In der Regel verschwindet er auch nach kurzer Zeit wieder. Ist das nicht der Fall oder ist der Husten besonders hartnäckig und heftig, sollte man aber den Ursachen auf den Grund gehen.

Husten: welche Formen gibt es?

Reizhusten oder auch trockener Husten, tritt häufig zu Beginn einer Erkältungskrankheit auf, wenn noch keine Schleimbildung erfolgt. Erst im weiteren Verlauf der Erkältung bilden Nasenschleimhaut und Bronchialschleimhaut vermehrt Sekret, das dann abgehustet wird. Reizhusten ohne Schleim nennt man daher auch "unproduktiven Husten". Auch bei der Refluxkrankheit und als Folge von Medikamenteneinnahme (siehe Kapitel "Andere Ursachen für chronischen Husten") kann trockener Reizhusten entstehen.
 
Am häufigsten tritt Husten als Symptom einer Atemwegserkrankung auf, die durch Viren oder Bakterien hervorgerufen wird - wie zum Beispiel Grippe (Influenza), Covid-19 oder Erkältungen, die durch andere Coronaviren ausgelöst werden. Ist der Husten nach vier Wochen noch immer nicht verschwunden, sollte man den Arzt aufsuchen.

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Krupphusten: Ärztinnen und Ärzte unterscheiden zwischen "echtem Krupphusten" und dem so genannten Pseudokrupp. Ein echter Krupphusten entsteht im Verlauf der Infektionskrankheit Diphtherie und wird auch als Kehlkopfdiphtherie bezeichnet. Typischerweise folgt bei einer Kehlkopfdiphtherie nach anfänglicher Erschöpfung und mäßigem Fieber eine starke Heiserkeit mit bellendem Husten und Atemnot. Da viele Menschen inzwischen gegen Diphtherie geimpft sind, handelt es sich bei diesen Symptomen allerdings oftmals um einen so genannten Pseudokrupp-Anfall.
 
Pseudokrupp tritt meistens bei Kindern bis zum sechsten Lebensjahr und nur selten bei Erwachsenen auf. Häufigste Ursache sind Atemwegsinfektionen zum Beispiel durch RS-Viren, Grippeviren oder auch in Folge eines an sich harmlosen grippalen Infekts.
Durch die Infektion schwellen die Schleimhäute am Kehlkopf stark an, das Atmen ist erschwert und es entsteht ein bellender Husten. Verschlimmert wird ein Pseudokrupp durch Umweltschadstoffe, vor allem durch Tabakrauch.
Typischerweise tritt ein Pseudokrupp-Anfall abends oder in der Nacht auf. Die Kinder haben einen harten, bellenden Husten, atmen keuchend und beim Einatmen ist ein zischendes Geräusch zu hören.
Für Eltern und Kinder kann das sehr beängstigend sein, vor allem beim erstmaligen Auftreten eines solchen Pseudokrupp-Anfalls. Doch nur in seltenen Fällen kommt es zu lebensbedrohlicher Atemnot, bei der Erstickung droht. Dann muss sofort der Notarzt gerufen werden.
 
Meist verläuft ein Pseudokrupp-Anfall ohne solche Komplikationen. Hilfreich ist es auf jeden Fall die Ruhe zu bewahren, das Kind auf den Arm zu nehmen oder es hinzusetzen. Linderung bringt frische Luft am offenen Fenster oder an der offenen Kühlschranktür. Sobald das Kind sich beruhigt hat, sollte es in kleinen Schlucken etwas Kühles trinken.
Kommen Pseudokrupp-Anfälle häufiger vor, verschreiben Kinderärzte oftmals kortisonhaltigen Saft oder Zäpfchen, die dann im Bedarfsfall gegeben werden können.

Bei einer akuten Bronchitis entzündet sich die Schleimhaut, die die Bronchien auskleidet. Auslöser ist meistens eine Virusinfektion der Atemwege, seltener eine bakterielle Infektion. Hauptsymptom der akuten Bronchitis ist Husten, oft begleitet von Erkältungssymptomen wie Halsschmerzen, Schnupfen und Abgeschlagenheit.
Der Husten ist zunächst trocken und schmerzt hinter dem Brustbein. Im weiteren Verlauf husten die Betroffenen zähflüssigen Schleim ab.
 
Normalerweise ist eine akute Bronchitis nach etwa zwei Wochen überstanden. Sie kann aber auch länger anhalten und ernste Folgen haben, insbesondere bei älteren Menschen oder Menschen mit Begleiterkrankungen (chronische Bronchitis).

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Hält ein Husten länger als acht Wochen an, gilt er als chronisch. Eine chronische Bronchitis, auch Raucherhusten genannt, gilt als häufigste Ursache chronischen Hustens überhaupt. Ein Problem ist, dass die Betroffenen sich mit der Zeit an ihren Husten gewöhnen und ihn für normal halten; mögliche ernsthafte Ursachen können so übersehen werden.
 
Sind die kleineren Bronchien auf Grund von wiederholten Atemwegsinfekten chronisch entzündet, kommt es zu einer chronisch-obstruktiven Bronchitis, kurz COPD ("chronic obstructive pulmonary disease"). Die Bronchien sind dauerhaft verengt, die Betroffenen bekommen schlechter Luft und in der Folge kann es zu einer Überblähung der Lungenbläschen kommen (Lungenemphysem). Häufigster Auslöser für COPD ist das Rauchen; ein Rauchstopp kann jederzeit verhindern, dass sich die Erkrankung verschlimmert.

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Neue Therapie gegen COPD: Senior hustet in Faust (Bild: imago/agefotostock)
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COPD: Neue Therapie für kranke Lunge

Bei der Lungenerkrankung COPD leiden Betroffene unter einer Luftnot, gegen die auch viele Medikamente nicht ankommen. Ein neues Katheter-Verfahren bringt vielleicht Linderung.

Menschen, die unter Allergien leiden, leiden nicht nur unter Augenjucken, Niesattacken und Fließschnupfen, sondern häufig auch unter allergischem Husten. Er entsteht, wenn Allergie auslösenden Stoffe (Allergene) in die Atemwege gelangen. Durch das Husten versucht der Körper, die "Eindringlinge" wieder loszuwerden.
Allergischer Husten ist meist trocken und kratzend, allerdings kann er auch mit Schleim und Auswurf einher gehen. Bei Pollenallergikern tritt der Hustenreiz oftmals in der Nacht oder in den frühen Morgenstunden auf, wenn die Pollenbelastung in der Luft besonders hoch ist. Der Hustenreiz geht meist mit erschwertem Atem und Heuschnupfen einher und kann wenige Minuten oder aber auch mehrere Stunden andauern. Weitere typische Beschwerden im Zusammenhang mit allergischem Husten sind Atemnot, ein Engegefühl in der Brust, Schwellungen oder Jucken im Rachenraum.
 
Wird eine Allergie nicht adäquat behandelt, kommt es häufig zu einer dauerhaften Schädigung der Bronchialschleimhaut und zur Entstehung eines Asthmas bronchiale. Dabei verkrampfen die Bronchien, die eingeatmete Luft kann nicht mehr richtig ausgeatmet werden und es kommt vorübergehend zu Luftnot.

Andere Ursachen für chronischen Husten

Sodbrennen nach einem üppigen Essen, kennen die meisten. Doch tritt das häufiger auf und fließt Magensäure und Mageninhalt immer wieder in die Speiseröhre zurück, entzündet sich diese und es kommt zur so genannten Refluxkrankheit.
Die Entzündung der Speiseröhre reizt bestimmte Nerven, die auch das Hustenzentrum aktivieren. Außerdem kann die aufsteigende Magensäure in die Atemwege gelangen und direkt dort den Husten verursachen. Der Reflux ist eine der häufigsten Ursachen für chronischen Husten.
 
Bei einer bestimmten Form der Herzschwäche (Linksherzinsuffizienz) entwickeln viele Patienten immer wiederkehrende Hustenanfälle. Bei einer Herzschwäche pumpt das Herz nicht mehr richtig und der Körper bekommt zu wenig Sauerstoff. Das verursacht Symptome wie Erschöpfung, Atemnot, Wassereinlagerungen und eben Husten. Dieser auch Herzhusten genannte Husten, ist meist trocken, schmerzhaft und tritt vor allem im Liegen auf.
 
Auch bestimmte Medikamente können einen trockenen Reizhusten auslösen. Dazu gehören Herz-Kreislauf-Medikamente wie ACE-Hemmer und Betablocker, aber auch entzündungshemmende Arzneistoffe wie Kortison.

Husten nach Corona

Husten nach Corona gehört zu den häufigsten Symptomen von Long Covid. Vor allem Menschen, deren Lunge durch die Erkrankung geschädigt wurde, leiden darunter.
 
Ein dauerhaft überaktiviertes Immunsystem wird ebenfalls für Symptome wie Atemnot, Reizhusten und sogar Asthma verantwortlich gemacht.

Welcher Husten ist gefährlich?

Ein Notfall im Zusammenhang mit Husten kann eine dringend zu behandelnde Erkrankung oder auch ein Fremdkörper in der Lunge sein. Dann sollte man sofort einen Arzt aufsuchen oder sogar den Notarzt rufen. Anzeichen für eine schwere Erkrankung der Lunge, wie zum Beispiel eine Lungenentzündung, sind hohes Fieber, Luftnot, Brustschmerzen, Herzrasen und Husten mit Auswurf.
 
Blutiger Auswurf kann bei verschiedenen Erkrankungen der Atemwege auftreten; blutiges Erbrechen deutet auf eine Blutung im oberen Verdauungstrakt hin. Luftnot in Ruhe und eine bläuliche Verfärbung der Haut zeigen an, dass der Körper nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Ungewollter Gewichtsverlust und Nachtschweiß können auf eine Krebserkrankung hinweisen. In all diesen Fällen sollte die Ursache den Hustens und der Begleitsymptome unbedingt abgeklärt werden.
 
Für die Betroffenen nicht gefährlich, aber durchaus belastend, sind Kopfschmerzen, Heiserkeit, Schlafstörungen und ungewollter Urinverlust, als Folgen von häufigem Husten. Bei sehr starken Hustenanfällen kann es auch zu Erbrechen, Herzrhythmusstörungen oder sogar einer kurzen Bewusstlosigkeit kommen (Hustensynkope). Grund dafür ist, dass das Gehirn für kurze Zeit nicht genug durchblutet und mit Sauerstoff versorgt wird.

Ursachen von Husten: Warum husten wir?

Husten wird durch spezielle Zellen (Rezeptoren) auf der Schleimhaut von Rachen, Kehlkopf und Bronchien ausgelöst. Werden die Rezeptoren durch Fremdkörper, Schleim, Rauch oder Gas gereizt, senden sie Signale zum Gehirn, die den Hustenreflex auslösen. Manchmal reichen dafür bereits Kälte, trockene Luft oder Sprechen aus. 

 
Ein Hustenreiz lässt sich nur schwer unterdrücken. Im Sitzen und Liegen ist es so gut wie unmöglich. Durch Aufstehen und Bewegung fällt es leichter, den Hustenreiz in den Griff zu bekommen und auch Abhusten fällt leichter.
 
Neben Erkrankungen der Atemwege, sind Umweltfaktoren wie Feinstaub und Rauchen weitere Risikofaktoren für Husten. Bei Raucherinnen und Rauchern ist zudem das Risiko höher, dass eine Erkältung länger dauert.
Übrigens: Bei Mädchen und Frauen wird der Hustenreflex leichter ausgelöst als bei Jungen und Männern.

Wie wird die Ursache des Hustens festgestellt?

Bei der Diagnose ist es wichtig, akute Infektionen der Atemwege von anderen Erkrankungen zu unterscheiden, die mit dem Symptom Husten einher gehen (siehe Kapitel "Welcher Husten ist gefährlich?").
 
Bei Husten, der nicht länger als vier Wochen andauert, wird die Hausärztin den Patienten körperlich untersuchen und nach der Krankheitsgeschichte (Anamnese) fragen. Erfragt werden die Beschwerden, Vorerkrankungen, Medikamenteneinnahme und ob man raucht oder bei der Arbeit häufig Rauch oder Staub ausgesetzt ist.
Bei der körperlichen Untersuchung schaut sich die Ärztin oder der Arzt unter anderem den Rachen an und hört meist Lunge und Herz ab. Manchmal wird auch ein Schleimhautabstrich genommen.
 
Liegt der Verdacht auf eine schwere oder chronische Erkrankung der Atemwege vor, kommen technische Diagnoseverfahren zum Einsatz. Das sind zum Beispiel Röntgenaufnahmen, Computertomografie, Ultraschall oder eine endoskopische Spiegelung der Bronchien (Bronchoskopie). Auch Allergietests und Lungenfunktionstests sowie Blutuntersuchungen und eine Analyse des Husten-Auswurfs können dazu gehören.

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Viele kennen das vom Besuch bei Hausärztin oder Hausarzt: Ein "kleines" oder sogar ein "großes Blutbild" soll gemacht werden. Doch was bedeutet das eigentlich?

Warum ist Husten nachts schlimmer?

Dass der Husten sich nachts verschlimmert, hat verschiedene Gründe. Zum einen kann im Liegen Nasensekret (Schleim) leichter in den Rachenraum fließen, wo es einen Hustenreiz auslöst. Zum anderen kann eine verstopfte Nase dazu führen, dass man im Liegen verstärkt durch den offenen Mund atmet. Das wiederum trocknet die Atemwege aus und führt zu trockenem Reizhusten. Verstärkt wird dieser Effekt noch, wenn das Schlafzimmer zu warm und die Luft dort zu trocken ist.
 
Deshalb sollte man die Heizung zum Schlafen runter drehen und für genügend Luftfeuchtigkeit sorgen; entweder durch ein gekipptes Fenster oder Luftbefeuchter an der Heizung.
Ganz flaches Liegen auf dem Rücken ist eher ungünstig, wenn man nachts unter Husten leidet, auch weil Abhusten dann schwerer fällt. Besser ist es, mit leicht angehobenem Oberkörper zu schlafen.

Husten bei Kindern

Kinder sind durchschnittlich achtmal im Jahr erkältet, was häufig mit Husten einher geht. Zudem leiden sie häufiger unter Pseudokrupp und einer anderen Kinderkrankheit, dem Keuchhusten. Keuchhusten ist eine der bedrohlichsten Krankheiten bei Kindern.
 
Plötzliche Atemstillstände bei Säuglingen gehören zu den Ursachen des plötzlichen Kindstodes und nächtliche Hustenanfälle gefährden an Keuchhusten erkrankte Kleinkinder durch bedrohliche Atemnot. Deshalb sollten Säuglinge so früh wie möglich gegen Keuchhusten geimpft werden.
Das gilt auch für den wichtigsten Auslöser der Kehldeckelentzündung, das Bakterium Haemophilus influenzae, das auch schwere Mittelohrentzündungen, Lungenentzündung und Hirnhautentzündung verursachen kann.
 
Bei einem plötzlich auftretenden starken Husten, muss im Kleinkindalter auch immer daran gedacht werden, dass ein Fremdkörper verschluckt wurde. Das Kind sollte dann sofort zum Kinderarzt oder in einem Kinderklinik gebracht werden.
Bei sich verstärkender Luftnot, sollte man allerdings sofort den Notarzt, also die 112, anrufen.

Wie bekomme ich Husten weg? Welche Behandlung bei welchem Husten?

Bei Husten, der durch eine Erkältung, eine akute Bronchitis oder eine Grippe ausgelöst wird (siehe Kapitel "Husten, welche Formen gibt es?") ist eine Behandlung mit Medikamenten meist nicht nötig und man kann den Husten abhusten. Hustenlöser können den Prozess ein wenig beschleunigen, gerade wenn viel Schleim im Spiel ist, aber bei diesen Erkrankungen verschwindet der Husten in der Regel nach wenigen Wochen von selbst.
 
Um den Hustenreiz zu lindern, kann man die Atemwege feucht halten und Auslöser wie trockene Luft oder Rauch meiden. Einige Menschen empfinden es als angenehm, zu inhalieren (Hustenlöser), viel zu trinken oder Bonbons zu lutschen.
Auch ätherische Öle werden von einigen Menschen als wohltuend empfunden. Pflanzliche Mittel mit Efeu-, Thymian- oder Primelwurzel-Extrakte können den Husten möglicherweise etwas lindern.

Beitrag von Ursula Stamm

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