Bein liegt auf Bettdecke (Bild: unsplash/Danny G)
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Erkrankung - Restless Legs: Symptome, Ursachen und Behandlung

Unruhige und schmerzende Beine in der Nacht sind Symptome der Erkrankung Restless Legs. Welche Medikamente und Hausmittel helfen, lesen Sie hier.

Restless Legs: Was ist das?

Das Syndrom der unruhigen Beine betrifft fast acht Millionen Menschen in Deutschland – Frauen häufiger als Männer. In der Fachsprache spricht man von Restless-Legs-Syndrom (RLS). Meist tritt das Leid im mittleren Lebensalter auf, aber manchmal auch schon in jungen Jahren oder sogar bei Kindern.

Was sind die typischen Symptome bei Restless Legs?

Restless Legs ist hierzulande nach der Migräne die zweithäufigste neurologische Erkrankung. Das Restless-Legs-Syndrom (RLS) hat viele verschiedene Symptome:
 
• Unruhige, zuckende, ziehende, schmerzende und juckende Beine
• Es kribbelt, zieht und schmerzt es vor allem in den Unter- und Oberschenkeln. Selten sind auch die Arme und die Brustwand betroffen. Das RLS kann auch in Schüben verlaufen.
• Betroffene haben einen unkontrollierbaren Bewegungsdrang.
• Die Schmerzen gehen typischerweise durch Bewegung weg.
• Die störenden Missempfindungen tauchen meist im Sitzen und Liegen auf, wenn sich die Betroffenen ausruhen. Oder bei längeren Wartezeiten im Sitzen, beim Theater- oder Kinobesuch, bei Autofahrten oder dem abendlichen Sitzen vor dem Fernseher.
• Die Beschwerden sind abends oder nachts schlimmer als tagsüber. Nicht selten treten sie nur am Abend oder in der Nacht auf.
• In der Folge entwickelt sich oft eine Schlafstörung.

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Was ist die Ursache von Restless Legs?

Bis heute ist nicht genau klar, welche Ursache das Restless-Legs-Syndrom (RLS) hat. Ärzte und Ärztinnen vermuten eine Störung im Zusammenspiel verschiedener Überträgerstoffe zwischen den Nervenzellen im Gehirn als eine Ursache. Dazu zählen zum Beispiel der Botenstoff Dopamin, Opioide oder Störungen im Eisenstoffwechsel. Produziert das Gehirn nicht ausreichend dieser Substanzen oder werden notwendige Stoffe nicht richtig aufgenommen oder verwertet, können Bewegungsimpulse im Schlaf oder in Ruhe nicht mehr ausreichend unterdrückt werden. Stattdessen werden sie ungefiltert an die Muskeln weitergeleitet. In der Folge zucken und schmerzen die Beine. Bei mehr als jedem zweiten Erkrankten hat RLS erbliche Ursachen. Meist sind dann mehrere Menschen einer Familie betroffen.

Restless Legs: Wie stellen Ärzte und Ärztinnen die Diagnose?

Suchen Betroffene mit ihren Schmerzen Rat, stellt der behandelnde Arzt oder die Ärztin die Diagnose des neurologischen Krankheitsbildes RLS meist schnell anhand weniger typischer Fragen (siehe Selbsttest), einer körperlichen Untersuchung und dem Ausschluss anderer Krankheiten.
 
Zudem kontrollieren der Arzt oder die Ärztin anhand der Blutuntersuchung die Eisenwerte und die Nierenfunktion für die Diagnose.  
 
Mit dem sogenannten L-Dopa-Test können Arzt oder Ärztin zudem feststellen, ob tatsächlich das Restless-Legs-Syndrom vorliegt: Führen 100 Milligramm des Medikaments L-Dopa zu einem Verschwinden der Beschwerden, ist die Diagnose klar. In unklaren Fällen ordnet der Arzt oder die Ärztin eine Untersuchung in einem Schlaflabor an. Dort werden dann die Hirnströme der Patientin oder des Patienten jede Beinbewegung und auch die Atmung im Schlaf aufgezeichnet und am nächsten Tag für die Diagnose ausgewertet. Beim Restless-Legs-Syndrom (RLS) zeigen sich typische Befunde wie zum Beispiel sogenannte periodische Beinbewegungen (PMLS), die in einem bestimmten Rhythmus auftreten und zu einem Ausschlag der Gehirnströme führen.
 
Die spontanen Beinbewegungen reißen das Gehirn aus dem Schlaf und verhindern die wichtigen REM-Tiefschlafphasen.

Wie kann ich selbst feststellen, ob ich Restless Legs habe?

  • Die Fragen

  • Auswertung

Gibt es Auslöser für die Erkrankung Restless Legs?

Wichtig ist, dass der Arzt oder die Ärztin bei der Diagnosestellung alternativ auch andere Krankheiten im Blick hat, in deren Folge das Restless-Legs-Syndrom (RLS) auftreten kann – so kämpft beispielsweise etwa jeder zweite Dialyse-Patient mit dem Leiden.

Auslöser für das Restless-Legs-Syndrom (RLS) können sein:

 
· Schwangerschaften
· rheumatischer Arthritis
· Eisenmangel
· bestimmten Medikamenten, zum Beispiel gegen Depression oder Übelkeit
· Polyneuropathie
· Niereninsuffizienz
· Schilddrüsenfunktionsstörungen

Welche Medikamente helfen gegen Restless Legs?

Bisher kennen neurologische Ärzte nichts, was das Restless-Legs-Syndrom (RLS) heilen könnte. Die Beschwerden lassen sich aber durch verschiedene Wirkstoffe lindern:
 
• Bei Eisenmangel unterstützen Eisenpräparate.
• Bei stärkeren Beschwerden helfen Dopaminpräparate wie Levodopa. Der Gehirn-Botenstoff Dopamin wird damit praktisch ersetzt. Die vom Arzt oder von der Ärztin verschriebenen Tabletten wirken meist schon nach wenigen Tagen und lindern die Beschwerden. Nachteil von Levodopa ist die kurze Wirkdauer. Betroffene müssen die Arznei mitunter auch nachts einnehmen. Zudem lässt die Wirkung oft nach einigen Jahren nach. L-Dopa kann mit unerwünschten Wirkungen wie zum Beispiel Übelkeit und Schlafstörungen einhergehen.
• Alternativ lohnt ein Versuch mit dem sogenannten "Neupro"-Pflaster. Das Pflaster gibt den Wirkstoff Rotigotin permanent ab, so dass die Patienten rund um die Uhr beschwerdefrei sind. Rotigotin ist ein sogenannter Dopaminagonist. Die Substanz ist dem Dopamin ähnlich und stimuliert die Dopamin-Rezeptoren. Dopaminagonisten können in einer höheren Dosis das Verhalten ändern: Man wird süchtig nach Essen, Sex, Spielen oder Konsum. Zwangshandlungen sind möglich.
• Patienten die L-Dopa oder Dopaminagonisten nicht vertragen, erhalten andere Medikamente wie zum Beispiel Antiepileptika oder starke, Opiat haltige Schmerzmittel, um die Beschwerden zu lindern.
• Wichtig ist, dass das Restless-Legs-Syndrom nicht mit einer Depression verwechselt wird. Antidepressiva helfen den Betroffenen nicht.
• Derzeit getestet wird die Behandlung in der Kältekammer: Für drei Minuten setzen sich die Patienten/Patientinnen dabei einer extremen Temperatur von minus 60 Grad Celsius aus. Studiendaten zeigen: Nach zehn Anwendungen in der Kältekammer ist auch nach zwei Wochen immer noch eine Besserung erkennbar. Kältekammern gibt es in vielen Rheuma-Zentren.

Welche Hausmittel helfen bei Restless Legs?

Diese Hausmittel können Patienten ausprobieren, die unter dem Restless-Legs-Syndrom (RLS) leiden, um die Beschwerden zu lindern:
 
• auf ausreichend Eisen in der Ernährung achten
• die Eisenwerte regelmäßig kontrollieren lassen
• regelmäßig Vitamin C zu sich nehmen, das fördert die Eisenaufnahme
• Wechselduschen, Fußbäder und kalte oder warme Wickel machen
• die Beine massieren und bürsten und so die Durchblutung anregen
• sich körperlich bewegen, aber nicht abends
• die Extremitäten dehnen und Gymnastik machen
• feste Schlafenszeiten einhalten, auf den Mittagsschlaf verzichten
• vor dem Schlafengehen verzichten auf schwere körperliche Arbeit, Stress, Nikotin, Alkohol und koffeinhaltige Getränke
• Süßigkeiten meiden

Beitrag von Beate Wagner

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